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Framilastic oder Framilon – was ist das denn?

20. Mai. 2013 - Tutorials -
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Dies ist ein Beitrag, den ich imMai 2013 für Emmeline schrieb. Doch bin ich überzeugt, hier passt er ebenso gut hin!

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Das waren meine Standardantworten, wenn ich in Anleitungen der Ottobre den Hinweis zur Verwendung von Framilon fand. Wozu? Hält doch auch so.

Tja, und nun wünschte sich eines meiner Hühner ein Kleid voller Rüschen. Nachdem ich eine wunderschöne Feliz mit ganz vielen Rüschen nähte, hatte sich mein Willen, das ganze nochmal und in größer und in „mehr“ zu nähen doch stark zurückgehalten.

Aber … moment mal. Bei der vorletzen Hausmesse von Swafing war auf dem Stand von Freudenberg doch was gezeigt worden… wo ist meine Probe? Die hat doch… das ging ganz fix… ah! Da ist es!

Das Framilon bzw. Framilastic ist ein durchsichtiges „Memory-Gummiband“. Ich fand meine Probepackung, wollte es testen… fand aber nirgends Texte und Bilder oder gar ein Video, WIE die Näherin dieses Wunderwerk verwendet.

Nach einigem rumprobieren hab ich beschlossen: ich mach mal ein paar Bilder für euch und versuch mich an einem aussagekräftigen Text.

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Grundlegend möchte ich anmerken: Wenn ich Rüschen annähe oder eine Schulternaht verstärke (dann natürlich ungedehnt), näh ich das Framilastic auf die RECHTE Seite auf die Nahzugabe.
Es gibt Anwendungsfelder, wo es auch ganz okay ist, das Band auf die linke Seite zu nähen. Zum Beispiel wenn man einen Ärmel, der zu lang ist, einfach ein bisschen „anheben“ will, so dass er wie hochgeschoben aussieht (Bettina hat das bei ihrem Pulli gemacht).

1. Zunächst braucht ihr eure Stoffstücke und Framilastic. Bei meinem Beispiel soll das gepunktete Teil auf die Länge des karierten gekräuselt werden.
Nun nehmt ihr das Framilastic und schneidet ein Stück ab, das so lang ist, wie das – hier karierte – Stück  Stoff.
Genauso könnt ihr es halten, wenn in der Anleitung steht: „Auf xy cm einhalten.“ Manchmal ist ja zu lesen: „Zwischen den beiden Markierungen auf 4 cm einkräuseln“ – somit schneidet ihr 4 cm Framilastic ab und …

2. … stellt eure Nähmaschine auf einen langen Stich ein. (Okay, auf meinemBild ist die Stichlänge im mittleren Bereich. Meist näh ich Framilastic mit einer Länge von 5 an.) Supertoll ist, wenn eure Maschine eine Funktion „Auf der Stelle vernähen“ hat. Denn Rückwärtsnähen geht mit Framilastic nicht so toll – oder du benutzt einen Teflonfuß. Vernähen ist nicht zwingend notwendig, wenn du am Anfang sowohl den Unter- als auch Oberfaden sehr lang stehen lässt und beim „annähen“ in der Hand hälst.

3. Der Anfang ist ein bisschen friemelig. Ich lege das Framilastic auf den Stoff genau an die Kante und schiebe das ganze unter den Nähfuß, senke die Nadel ab und erst dann senke ich den Nähfuß und beginne mit…

(Manchem hilft es auch, das Gummiband etwas länger zuzuschneiden als notwendig, um es am Anfang der Naht hinter dem Nähfuß noch festhalten zu können.)

4. Achtung! Jetzt gehts richtig los!

Wenn die ersten Stiche auf dem (ungedehnten) Framilastic auf der Nahtzugabe gemacht worden sind, zieht ihr das Band lang… und haltet dabei den Stoff „darunter“ – ich finde irgendwie keine passenden Worte und hoffe, das das Bild aussagekräftig genug ist.

5. Die größte Schwierigkeit beim Nähen mit Framilastic ist: Das Band auf Spannung zu halten, das ganze auch nur auf der Nahzugabe anzunähen und auch nicht „ins leere zu nähen“. Daher der Tipp: testet den Umgang mit dem Material an Resten. Mal mit Baumwolle, mal mit Jersey (den ihr ja beim annähen nicht dehnen sollt – das klappt mit der OVI übrigens auch super).

6. Nun seid ihr am Ende angekommen, wer kann, vernäht auf der Stelle. Die anderen lassen auch hier am Ende einiges an Faden stehen.

7. Jetzt ist das Nähen „mit“ Framilastic schon erledigt. Da das hier ja eine Rüsche wurde, muss jetzt das eingehaltene Stoffstück noch an das Oberteil genäht werden.
Dazu stecke ich das ganze wie gewohnt zusammen, lege das „Gebilde“ so unter die Nadel, das die gerüschte Seite unten liegt und nähe alle Teile zusammen.

8. Hier seht ihr die Seitenteile des Kleides: alles gerüscht, alles zusammengepuzzelt 😉

Das Schrägband hab ich übrigens mit einem anderen neuen Spielzeug angenäht – einem Schrägbandfuß 🙂 Dazu dann wann anders mehr.
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Ich hoffe, ihr könnt mit diesem kleinen Tutorial etwas anfangen. Natürlich freuen wir uns – wie immer – sehr über Kommentare und Anregungen zu unseren Beiträgen.

Gerade was die Verständlichkeit angeht – ihr wisst ja, das was man selber im Schlaf kann lässt sich am schwersten für Neulinge erklären – so viele Schritte sind selbstverständlich, das wir sie in der Beschreibung gerne vergessen.

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Und da wir beide so begeistert sind von diesem Zauberband, findet ihr es auch bei uns im Shop!

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Halssocke – wie war das nochmal?

03. Jan. 2013 - Tutorials -
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Im Januar 2013 erhielt ich eine Notruf-SMS:

„Hilfe! Ich hab doch im Kurs eine Halssocke genäht … aber heute hab ich dreimal getrennt und dreimal einen Muff fabriziert. WIE geht das nochmal?“

Daraufhin schrieb ich für emmeline diese kleine Anleitung…

Hier nun für alle eine kurze Zusammenfassung der Schritte, um schnell eine fesche Halssocke zu nähen.

 

Innen- und Außenstoff je zweimal zuschneiden. Die Vorlage sucht ihr euch im Netz, nehmt eine vorhandene Halssocke der zeichnet frei Hand eine eigene.
Zuerst näht ihr bei beiden Stoffen eine Seitennaht (rechts auf rechts) zusammen. So habt ihr zwei lange Stücke Stoff. Von hier gehts genau so weiter wie bei einem Loop.
Nach dem Nähen der Seitennähte die Innen- und Außenstoffe recht auf rechts legen.
Oben und unten die langen Seiten stecken. Darauf achten, das die Seitennähte aufeinander treffen.
Beide langen Seiten nähen. Vorsicht bei unterschiedlich dehnbaren Stoffen. Wenn es nicht gesteckt wurde, kann eine Lage plötzlich breiter sein als die andere 😉
Im Anschluss wird der so entstandene Schlauch auf rechts gewendet.
So siehts danach aus. Was so gar nicht gut zu fotografieren war: der nächste Schritt. Denn jetzt muß…
…. jede Seite rechts auf rechts gelegt werden.
Am besten greift ihr in den Schlauch hinein, und zieht die jeweils passende Seiten aufeinander. Ich hoffe, im nächsten Bild ist es zu erkennen?
Nach dem Inneinanderstecken wird die letzte Seitennaht in „einem Rutsch“ geschlossen – bis auf die Wendeöffnung. Durch diese Öffnung zieht ihr jetzt den Stoff heraus und legt die Halssocke so, wie sie später sein soll – schön!
Am besten bügelt ihr sie jetzt schon ein bisschen aus – auch meine Fleece-Jersey-Kombination konnte ich von der Pinguinseite her gut dämpfen.
(Fast) Fertig! Hier muss nur noch die Seitennaht geschlossen werden (mit Absicht ist meine Wendeöffnung im Außenstoff – Jersey lässt sich per Hand einfach besser nähen als Fleece).
Generell stepp ich bei diesen Halssocken die Kanten nicht ab – meist verzieht es sich unschön. Gut gebügelt ist fast wie genäht!
Wir wünschen euch nun viel Erfolg und Freude beim Nacharbeiten. Und mein Minihuhn dankt Fiona – denn jetzt hat sie auch endlich eine neue Halssocke – Mama hat diese Aufgabe nämlich schon lange vor sich her geschoben.
Solltet ihr noch Fragen haben – nur zu!