Laufen

Schwimmen ist doof! oder: Wer lesen kann, ist im Vorteil

15. Jun. 2014 - Laufen -
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Am Freitag begann das 24-Stunden-Schwimmen hier in unserer Stadt. Leider hatte ich einige Termine während der Dauer dieser Veranstaltung, so daß ich weiter keinen Gedanken daran verschwendete außer: Wäre schön gewesen. 2001 oder 2002 habe ich schon mal an einem 24-Stunden-Schwimmen teilgenommen – im HofBad. Der Teenager hatte damals gerade schwimmen gelernt und wir schwammen beide die Distanz die man absolvieren musste, um das Andenken-Tshirt zu erhalten. Ich weiß nicht mehr, wie viel es war, aber wir beide sind stolz nach Hause gegangen.

Freitag Abend war ich auf einer Geburtstagsparty. Ein schöner Abend, wir saßen draussen und liessen es uns gut gehen. Für mich war am Samstag ausschlafen eingeplant, denn Mittags sollte die Abschlußparty der 4.Klässler meiner Mini-Hühner gefeiert werden.

Wie es der Teufel will: Ausgeschlafen hatte ich trotz später Zu-Bett-Geh-Zeit bereits um 6:30h. Raus aus dem Schlafzimmer, runter ins Wohnzimmer und – wie morgens immer – erst mal gucken, was die anderen so treiben bzw. während meiner Nachtruhe anstellten: eine kleine Runde bei Facebook und Instagram.
Elkes Beitrag aus der Nacht ließ mich kurz inne halten – nachdenken (Gatte und Hühner schalten eh lange… neunzig Minuten am Stück schaffst du locker… endlich hat das Bad mal geöffnet, wie es zu mir passt….) und dann zur Homepage des TSV surfen um zu gucken, wie das Startgeld ist. Fix einen Matchs Latte angerührt, Schwimmtasche gepackt… he, wo ist meine Schwimmbrille? … schnell noch zwei Bananen und den Rest der Cocos-Reismilch in die Tasche geworfen… los gehts.

Am Bad angekommen erwartete mich strahlender Sonnenschein, Musik, fröhliche Menschen… an der Kasse mein Startgeld bezahlt und eine Wettkampfkarte erhalten. Brav ausgefüllt. Ab um die Ecke: Was für ein Anblick! Endlich mal keine Kette quer durch die 50 m-Bahn! Schwups, in die Umkleide, Kleider und Wertsachen eingeschlossen, duschen… und ins Wasser. Bahn aussuchen, Karte dem „Kampfrichter“ übergeben.

Natürlich hab ich mich wieder für eine Bahn am Rand entschieden. Keine Ahnung warum, aber mir ist es lieber so. Außerdem war es die Bahn, wo aktuell die wenigsten Schwimmer unterwegs waren.

Wie handhabt ihr das denn, wenn ihr schwimmen geht und wählen könnt? Vorausgesetzt, es ist ein reines Schwimmerbecken?

Langsam einschwimmen. Mittlerweile war es viertel vor Acht. Neunzig Minuten war der Plan – so wäre ich gegen halb zehn wieder daheim… pünktlich zum Frühstück mit der Familie. Blauer Himmel, wenige Leute im Wasser – perfekt! Ich schwamm friedlich vor mich hin.

Und das, obwohl ich schwimmen eigentlich ziemlich doof finde.

Der Aufwand, bis man an der Sportstätte ist. Die Duschen, die entweder zu heiß oder zu kalt sind. Das Wasser, welches oft (zu stark) gechlort oder zu warm ist. Das „aus den Klamotten pellen“ und schlimmer noch – in einer dämpfigen, engen Umkleide hinterher wieder angezogen werden muss. Doch das sind nur die Umstände. Zum Schwimmen an sich: Ich kann das nicht. Nicht gut. Finde ich. Lange Zeit schwamm ich nur noch mit „bloß den Kopf über Wasser halten und nichts in die Augen bekommen.“ Das gab dann einen steifen Nacken und nix war mit dem erholsamen Effekt, den die Orthopäden gerne dem Schwimmen zuschreiben. Schwimmen gehen ist Stress pur. Dabei hab ich noch gar nicht erwähnt, wie sehr es mich stört, im Bad quasi nackt – nur mit einem Badeanzug unterwegs zu sein. Daher gleicht der Weg von der Umkleide eher einem Sprint eines Nilpferdes als dem eleganten Schreiten eines Flamingos.

Also: Schwimmen ist doof. Alles, was ich nicht gut kann, finde ich doof.

Dennoch überwinde ich mich immer mal wieder und trau mich ins Wasser. Ob in öffentlichen Bädern (wo ich das Freibad ganz klar dem Hallenbad vorziehe) oder im See. See ist toll, denn meist ist das Wasser dort wirklich erfrischend, weniger Leute toben um einen herum und es gibt genügend Ausweichmöglichkeiten für die, die tatsächlich schwimmen und nicht planschen, Aquajoggen oder Kaffeeklatschen wollen. Allerdings hab ich Schiss vor Baggerseen. Die oftmals unerwarteten kalten Strömungen, wenn man über eine tiefere Stelle schwimmt. Den Grund, den man nicht sehen kann… Oder Entengrütze und ähnliches, welches dir auf Mundhöhe entgegenschwimmt… manchmal auch Surfer, Segler, Motor- oder Tretbootfahrer…

Für dieses Jahr (nein, für den Rest meines Lebens) hab ich mir vorgenommen, mich meinen Ängsten zu stellen. Deswegen war ich im ersten Quartal dieses Jahres auch zum Krafttraining. Nein, ich kann bis heute nicht Kraulen. Für mich hätte der Unterricht durch mehr Wiederholungen geprägt sein müssen, um mich um Erfolg zu bringen. Aber ich war dort. Ich hab meinen Kopf unter Wasser gehalten, ich lernte (wieder), vernünftig zu atmen und nicht sofort aufzugeben, wenn ich mal Wasser in die Lunge bekam. Ich bin langsamer als alle anderen gewesen. Ich schwamm auch am Ende des Kurses nur mit Flossen, da ich sonst nicht vom Fleck kam. Immer letzter sein macht überhaupt keinen Spaß.

Aber: Ich hab es durchgezogen.

Und im Herbst mach ich das nochmal. Kann ja nicht sein, das meine Kinder besser schwimmen als ich 🙂 Und ganz vielleicht lerne ich dann auch mal, mit einem Kopfsprung ins Wasser zu gleiten.

Zurück zu gestern: Ich schwamm also friedlich meinen Bahnen. Zunächst noch mit der „Kopf über Wasser“ Methode. Merkte aber ziemlich schnell, das mich das bremst und ich am Ende wohl wieder mit Nackenproblemen aus dem Wasser klettern würde. Also mutig die Brille auf die Augen gesetzt, die ersten Züge gewagt. Es war super! Vor allem, da gerade einer der gruseligsten Songs der letzten Jahre aus den Boxen neben meiner Bahn dröhnte. Einatmen – Kopf unter Wasser, einen Armzug lang –  Kopf hoch, ausatmen … und weiter so. Tat gar nicht weh. Und mit der Zeit fand ich meinen Rhythmus.

Nach gut 30 Minuten schweiften meine Gedanken ab: „Hm, in der Ausschreibung stand was von Medaillen. Wäre doch schon cool, eine mit nach Hause zu nehmen, gell? Aber 5.000 m? Himmel, wie viele Bahnen sind das denn? Viele. Viel zu viele! Und welcher Idiot lässt die Leute für Bronze so weit schwimmen?“ Und verflixt: Ich muss mal! Raus aus dem Wasser, Sprint zur Pipibox, wieder rein ins Wasser – vorher aber noch kurz das Mädel vor meiner Karte gefragt, wie weit ich denn sei… 1.100 m … ah, so wenige erst? … wieder rein ins Wasser. 90 Minuten, das schwimm ich sonst auch immer. Das schaffe ich. Und dann nach Hause.

Pustekuchen. Irgendwas in mir wollte mehr. Die 5.000 m und die Bronzemedaille wollten von mir erobert werden. Ich hab es gespürt. So bat ich, nach jedem Kilometer von meinem Fortschritt informiert zu werden. Denn selber mitzählen hab ich nicht geschafft. Immer wieder lies ich mich von anderen Schwimmern ablenken. Bei 3.000 km musste ich schon wieder auf Klo. Und hatte Hunger! Man gut, das ich mir doch noch Bananen eingepackt hatte. Eine davon musste daran glauben, ebenso der Rest des Drinks. Eigentlich wollte ich ja schon längst wieder daheim sein. Eigentlich.

Wieder im Wasser. Die Gedanken kreisten um „Man, bist du egoistisch, lässt den Rest der Familie allein zu Hause. Müssen ihr Frühstück selber machen.“ und auch „Bist du eigentlich blöd? Schwimmen ist doof. Du kannst das doch gar nicht richtig! Wie langsam du bist!“

Mittlerweile hatte ich auf meiner Bahn allerdings zwei ältere Damen, die jedes Mal, wenn man in den Nichtschwimmerbereich schwamm, mit Aquajoggen anfingen. Argh! Slalomschwimmen! Kaum etwas finde ich lästiger, als um andere Leute herumschwimmen zu müssen. Ich bin langsam. Und gerade, wenn man eine Bahn im Kreisverkehr benutzt – oft genug kannst du eben nicht überholen, da der Gegenverkehr gerade just in diesem Moment auf gleicher Höhe ist. Am schönsten ist es natürlich, wenn der Gegenverkehr ein Rückenschwimmer ist, der sehr raumgreifend seine Zickzackbahnen absolviert. *ironieaus* Ich hab versucht, mich nicht zu sehr darüber zu ärgern. Ist mir gelungen. Meistens.

Geht es euch auch so? Schwimmbad und andere Schwimmer, die eure Bahnen kreuzen… Ist halt so oder drüber ärgern? Anraunzen oder gelassen weiterschwimmen?

Als wir irgendwann mit Helene Fischer beschallt wurden, änderte ich meine Strategie von einem Zug unter Wasser auf zwei Züge unter Wasser. Ganz vorsichtig. Und freute mich wie eine Schneeköningin, als ich weder unter Atemnot sofort abbrechen musste noch beim auftauchen wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft schnappen musste. ICH! kann wieder einigermassen vernünftig Brustschwimmen!

So bei Kilometer Vier merkte ich dann, das ich langsam steifer wurde, die Bewegungen nicht mehr so flüssig. Haderte mit mir und meiner Entscheidung, die 5 km für sowas Blödes wie eine Bronzemedaille zu schwimmen. „Aber hey, nur noch 1.000 m, 20 Bahnen, was ist das denn schon im vergleich zu dem, was zu schon geschafft hast. Jetzt aufgeben? Peinlich, oder? Klar weiß keiner davon… aber viel cooler ist es doch, hinterher zu sagen: ich war da. Ich hab es geschafft!“ Also weitergeschwommen. Und nochmal: Pipibox. Wie machen das bitte die anderen, die lange Strecken im Bad schwimmen? Müssen die gar nicht müssen?

Die letzten Meter waren zäh. Zumal dann meine Bahn verschoben und mit der daneben zusammengelegt wurde. Um zehn startete nämlich das Schwimmen der Grundschulen. Noch mehr Rückenschwimmer auf meiner Bahn. Und von nebenan das Geplansche einer Horde Grundschüler… die haben vielleicht eine Welle gemacht. Ruhig und gleichmässig ging bei mir dann kaum noch.

4.900 m – ich hab also richtig mitgezählt. Zwei Bahnen noch und ich bin fertig. Die Sonne scheint. Ich bin zufrieden mit mir. Und stolz auf mich. Und fertig. Meine Schulter zieht. Ich bin müde. Und hungrig.

An der Kasse dann meinen Zettel abgegeben, Urkunde erhalten. Und eine Goldmedaille. Hab ich erst gar nicht gemerkt. Auf dem Weg zum Auto beim Versuch, ein vernünftiges Foto für Instagram zu machen, ist es mir aufgefallen. Egal. Ich will nach Hause, eine warme Dusche und meine Blackroll. Etwas gescheites Essen und ja, trinken! Das man nach circa 2:30 Stunden im Wasser so einen Durst haben kann!

Zu Hause brach meine Familie – wie erwartete – nicht in Jubelrufe ob meiner sportlichen Höchstleistung aus (ganz im Gegensatz zu meinen lieben Followern bei Instagram und Facebook :-)). Immerhin war der Tisch gedeckt und wir frühstückten zusammen in aller Ruhe. Meine Sorge, das die Armen ohne mich alleine essen müssten und ohne meine Anwesenheit total aufgeschmissen wären war grundlos: sie sind alle erst gegen 10:15 aus den Betten geplumpst.

5kswim

Später las ich dann die Ausschreibung nochmal – und musste herzhaft lachen:

Ich hatte mich verlesen!

Bereits bei 500 m gab es eine Bronzemedaille, ab 3.000 m dann Gold. Ich bin quasi an meinem Minimalziel um 4.500 m vorbeigeschwommen. Zum Glück kann ich heute sagen: Denn das Schwimmen von 5.000 m hatte ich mir selbst nie im Leben zugetraut. Auch nicht, jemals 2:30 h am Stück im Wasser zu sein und mich schwimmend fortzubewegen. Somit hatte es irgendwie doch was Gutes, das ich die Ausschreibung nicht zu Ende las:

Ich hab mich selbst übertroffen. Und bin stolz darauf.

Warum ich euch allen das erzähle? Weil ich selbst immer wieder froh darüber bin, auf andere Menschen zu stoßen, die ähnliche Erfahrungen machen. Von denen lasse ich mich gerne mitziehen und motivieren. Eine, die ich seit Anfang des Jahres verfolge und sehr schätze ist Judith mit ihrem Blog „Vegan Marathon„. Über Nacht entschieden: Ich will Marathon laufen – und einfach anfangen. Andere daran teilhaben lassen – an Höhen und Tiefen, an Erfolgen und Selbstzweifeln. Ihr glaubt gar nicht, wie hilfreich es ist, „da draußen“ auf diesem Planeten andere zu wissen, die ähnlich ticken wie ihr. Quasi über Nacht begann ich, vegan zu essen. Fast genau so spontan traf ich die Entscheidung, einen Halbmarathon zu laufen. Dabei bin ich weder sonderlich strukturiert, noch organisiert noch sportlich. Aber ich schaff das. Auch weil ich weiß, das ich mittlerweile andere angesteckt habe – meine Motivation zieht Kreise.

Und das fühlt sich verdammt gut an!

Herzlichen Dank an dieser Stelle an alle, die mich an ihren Erlebnissen teilhaben lassen: durch Blogs, Fotos bei Instagram, Mails oder – ja, das gibt es auch noch! – Gespräche von Angesicht zu Angesicht. Ich bin froh über die Möglichkeiten, die die gar nicht mehr so neue Welt der mobilen Kommunikation uns allen bietet.

Motivation ist alles – wir packens!

 

 

 

 

 

 

 

 

Nähen

Taschenspieler 2 – Rucksack

03. Jun. 2014 - Nähen -
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Jetzt ist mein Rucksack schon soooo lange fertig – und wird erst jetzt hier gezeigt. Bei Emma hab ich ihn aber fix nach der Fertigstellung verlinkt 🙂 , den mir selbst gefällt er echt gut und ich musste ihn sofort in die Galerie einstellen. Aber ihr wisst ja alle, wie das ist: manche Dinge lassen sich drinnen doof ablichten, manchmal möchte man einen besonderen Rahmen oder eben auch ein netteres Setting… manchmal wäre man mit etwas Sonne schon zufrieden!

Meinereiner hat nur auf ein wenig Sonne gewartet. Bis mir mal Zeit zufliegt, darauf warte ich gar nicht erst.

Doch – oh Wunder! – Sonntag schien hier im Rheinland tatsächlich die Sonne und ich schnappte mit meine Kamera. Das besondere Setting: unser Garten… wer mag, stellt sich passend zum Design des Rucksacks bitte einen Steg, Wellenrauschen und das Flattern von Segeln vor, ja?

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Genäht war der Rucksack eigentlich recht fix. Da mir von den Schnittteilen und den Mustern auf der Swafing Hausmesse schon klar war, das der Rucksack recht Mini werden würde, hab ich ihn im „kindgerechten“ Design genäht. Bei meinen segelnden Kindern passt dieser leichte Jeans einfach herrlich! Nun werden darin die Segelpässe, ein kleines Handtuch, Mobiltelefon und Kleinigkeiten für die Regatten verstaut.

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Ich hab während des Zusammennähens die Berichte der anderen im Kopf gehabt: mich stören die offenen Nähte innen… und hatte versucht, mir eine Version zusammenzubasteln, wo alle Nähte verstürzt würden. Klappte an diesem Tag einfach nicht. Somit wurde unser Segelrucksack mit nur einer Änderung genäht: der Reißverschluss wurde „ganz normal“ zwischengefasst.

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Noch bastle ich an der ultimativen „Rucksackgurtlängenverstellung“ – ich stelle mich wahrlich doof an. Das rutscht irgendwie einfach nicht. Liegt vielleicht auch am Baumwollgurtband? Hat da jemand einen Tip, wie genau ich das nun auffädeln muß?

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Ihr könnt erkennen, was ich meine, gell? Für so einen kleinen Rucksack sehen die Gurte schon ganz schön lang aus, müssen aber so sein, um meinen 140 cm langen Damen gut am Rücken zu sitzen.

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Ein bisschen Stolz bin ich auf den wasserabweisenden Boden. Da Miriam bei Instagram schon nachgefragt hat: nein, den Stepper gibt es „nicht auch noch“, sondern wurde von mir höchstselbst für diesen Rucksack angefertigt. Ist aber keine Hexerei: Einfach einen (wasserabweisenden) Stoff nehmen, H640 mit Sprühkleber fixieren und dann in regelmäßigen Abständen zusammensteppen.

Fazit: Der Rucksack ist echt knuffig und tatsächlich fix genäht!

Wunschzettel zum Schnitt: Ich möchte so gerne ein sauberes Innenleben – wenn eine von euch da draußen mal so frei ist und einen Weg gefunden hat, darf mir gerne Bescheid gesagt werden. Mein persönlicher Wunsch an Farbenmix: gerne auch in Größer! (oder klappt das etwa einfach mit größer Ausdrucken?)

Schnitt: Rucksack/Crossbag der Taschenspieler 2 von farbenmix
Stickdatei: veflixt, muß ich nachreichen, ist auf dem Stick an der Maschine
Stoffe, Reißverschluß, Gurtband, Webbandemmeline

Nähen

Taschenspieler 2 – Tropfentasche

24. Mai. 2014 - Nähen -
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Tropfentasche. Okay. Was hab ich es mir schwer getan mit der Stoffauswahl. Die Form sagte mir ganz und gar nicht zu, sie erscheint mir eher unpraktisch. Lange Diskussionen geführt, viel Zeit mit Betrachten der Werke bei Emma verbracht… von den bisher verlinkten Taschen gefielen mir genau eineinhalb. Meine Unlust auf diese Tasche teilte ich den Mädels meiner Nähgruppe mit – siehe da: entweder hatte die eine die CD nur wegen dieser Form gekauft, die anderen eher „obwohl“. Da platze der Knoten. Denn diejenige, welche so gerne diese Tropfentasche nähen wollte, hat gerade keine Energie dafür übrig. Hurra! Meine Stunde ist gekommen!

Ruckzuck war das Farbkonzept angelegt, zugeschnitten, begonnen…

Obwohl die Tasche so richtig doll aufwändig aussieht, sind es eine überschaubare Zahl von Schnittteilen und auch das nähen war jetzt kein Hexenwerk. Allerdings gab es schon den ein oder anderen Fallstrick. Wohlweislich sah bei mir ein Zwischenschritt so aus:

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Habe ich doch schon einige „runde“ Taschen genäht und nicht nur einmal gemotzt, weil ich trennen durfte. Mein Fehler war: Oben rechts anfangen und links dann – mal mehr, mal weniger – Stoff zuviel. Dieses Mal halfen mir die genialen Wonderclips beim Stecken (Kunstleder!) und der Trick, eben unten am Boden sowohl mit dem Stecken als auch dem Nähen zu beginnen. So bleibt kein Stoff übrig. Erste Hürde gemeistert.

Eine weitere Herausforderung: Annähen der Passe. Gelöst dadurch, das ich seit 3627 Nähstunden mal wieder den Freiarm bemühte.

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Der Kranz besteht nur zur Hälfte aus Kunstleder. Aber wie bekomme ich diesen immer noch sehr dicken Teil nun vernünftig an den Körper genäht? Leider habe ich mich für die zweitbeste Möglichkeit entschieden: So nähen, wie es in der Anleitung beschrieben steht. Einfacher wäre es wohl gewesen, wenn ich zuerst die Innentasche, dann die Aussentasche genäht und dann zusammengesetzt hätte. Sollte ich dieses Modell ein weiteres Mal nähen, werde ich mich auch länger damit auseinandersetzet, ob ich die Träger seitlich mitfasse oder aufsetze.

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Mit jeder Naht gefiel mir meine Wahl besser. Anfangs noch sehr skeptisch, ob das alles so funktioniert, wie ich mir das dachte… lief es dann richtig gut. Sogar an die zwei Magnetveschlüße habe ich (rechtzeitig, sic!) gedacht.

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Ein weiterer „Wie soll ich das nur lösen?“-Punkt waren die Träger: die vorgeschlagene Länge sah für mich einfach unproportional aus. Allerdings weiß ich von der zukünftigen Eigentümerin, das sie eine „Querträgerin“ ist. Also: variabel soll es werden. Aber wie nur? Bei irgendeinem Modellbeispiel sah ich dann meinen Weg vorgezeichnet… ich nähe kleine Schlaufen mit D-Ringen, an die mit Karabiner(n) die gewünschte Länge angeklipst werden kann. Schwups, ein Gurt in der für mich sinnvollen Länge mit Hilfe von Bundfix genäht, schon ist die Tasche tragbar!

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Sind das nicht schöne, leuchtende Farben? Ich bin zur Abwechslung mal ganz verliebt in mein Werk 🙂

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So sieht sie übrigens aus, wenn der Blasebalg per Reißverschluß geschlossen wurde. Durch das Kunstleder ist die Tasche sehr robust, pflegeleicht und hat eine gewisse Stabilität, die den Beutelcharakter dieses Modells etwas mildert.

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Was meint ihr: Lieben oder Hassen? Hat euch das Nähen der Tropfentasche Spaß gemacht? Ist es „eure“ Tasche geworden, ein Werk für den Shop oder auch ein Geschenk?

Ich geh jetzt nochmal zu Emma. Gucken, was nach Tasche Nummer 58 noch so alles in die Galerie gestellt wurde… und geselle mich dazu. Ach, und gucken, was nächste Woche dran ist muß ich auch noch!

Schnitt: Tropfentasche der Taschenspieler 2 von farbenmix
Stoffe: Kunstleder & Vichykaro von emmeline, Bunter Stoff vom Stoffmarkt 2013
Reiß- & Magnetverschluß, Bundfix, D-Ringe: emmeline
Karabiner: Baumarkt 

Nähen

Taschenspieler 2 – Klappentasche

21. Mai. 2014 - Nähen -
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Klappentasche – da war doch noch was. Genau.

Eigentlich ist meine Tasche ohne Klappe ja schon laaaange zugeschnitten. Und in Gedanken auch schon längst fertig.

Wenn da nicht die vielen „wenns und aber“ wären. Ach, „hätte“ ist auch noch im Angebot.

Wenn… Bettina sich im Urlaub nicht den Arm gebrochen hätte, wäre ich nicht so oft im Lädchen.
Hätte … ich zu Hause nicht so viel um die Ohren (ungeplante Arzt- und Krankenhausbesuche, den alltäglichen Mamataxi-Job und der Garten), könnte ich ja hier in Ruhe nähen.
Aber … dazu müsste ich ja a) das zugeschnittene aus dem Laden heimtragen, Platz schaffen und gut zwei Stunden am Stück nähen können.
Wenn … nicht noch die Nähkurse am Abend plus Volkshochschule plus Elternabende wären.
Wenn … nicht auch noch der Rosellener Abendlauf (Bericht folgt) ein wichtiger Termin in dieser Woche gewesen wäre!
Aber… an Montag Morgenden ist es ja eher ruhig im Laden. Normalerweise.
Wenn … nicht die Dawanda-Rabattaktion, ein (für die ganze Woche!!!) kaputtes Internet und die dadurch entstehende Pendelei zwischen Laden und daheim wäre, könnte auch genäht worden sein.
Aber … macht nix, kannste ja schon mal die Teile besticken – wenn … die Datei nicht nur daheim auf dem Rechner abgelegt worden und der Stick nicht im Laden wäre.
Ich befürchte, das war noch gar nicht alles.

ABER… Bettina hatte im April auf unserem Nähtreffen schon eine Klappentasche genäht. Die kann ich euch wenigstens zeigen. Mit Gips tippt es sich nämlich schlecht (und nähen geht noch schlechter).

Deswegen schmücke ich mich heute mit fremden Federn. Darf ich vorstellen? Klappentasche mit breiter Klappe a la emmeline!

klappentaschebettina

P.S.: die Tropfentasche hab ich noch nicht mal im Kopf. Irgendwie… nicht mein Design. Wer weiß, vielleicht springt sie mich noch an, die zündende Idee oder die Stoffkombi im Regal?!

 

Stoffe: Taschenstepper Moskau, Klappe: Nina Safari, Gurtband und Co – alles von emmeline
Schnitt: Taschenspieler2 – Klappentasche von Farbenmix

Lieben

12 von 12 im Mai – Montag

13. Mai. 2014 - Lieben -
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Montag morgen. Der Start in die neue Schulwoche fällt einigen Mitgliedern der Familie Huhn nicht ganz so leicht. Somit merke ich erst unterwegs: „Oops, schon wieder der 12.!“

Ich bin auf dem Weg in den Laden. Vorher war jedoch noch eine Runde Laufen angesagt. Daher trenne ich mal ganz fix meinen Schlüssel vom Band ab. Es läuft sich einfach leichter mit etwas weniger „Gepäck“.

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Gute sechzig Minuten später bin ich wieder da. Mit Durst, auch auf Kaffee. Also erst mal spülen.

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Montags ist es in der Regel immer recht ruhig im Laden. Also suche ich mir Stoffe zur „Klappentasche (ohne Klappe)“ für den Sew Along raus. Fällt gar nicht leicht, soll es doch ausnahmsweise so ganz ohne die aktuellen Farbenmix-Taschenstoffe sein.  Nach einer Weile ist wenigstens der Anfang gemacht…

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Viel weiter werde ich mit diesem Projekt am Ende des Tages auch nicht sein. Denn kaum hatte ich min entschieden, trudelt der erste Paketdienst des Tages ein und bringt eine heiß ersehnte Lieferung.

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Endlich sind die auf der Messe bestellten bunten Matten, Rollschneider und Lineale da. Ich hab mich ja gleich in die Lila Variante verguckt. So macht auspacken richtig Spaß. Vor allem, wenn kurz danach der erste begeisterte Kunde dann auch strahlend das Lokal verlässt.

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Auf dem Heimweg die Küken inklusive der Freundin abholen, schnell mal forschen, wo mein längst angekündigtes Paket bleibt… und dann feststellen, das dieses zwar zugestellt wurde, aber wieder beim Absender, da unterwegs stark beschädigt. Schön, das ich erst einmal im Regen unsere Straße nach dem mir unbekannten Empfängernamen abgesucht hatte und im Anschluß gute 17 Minuten bei DHL in der Warteschleife hing.

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Wieder ist das MamaTaxi gefragt.Eigentlich wollte ich im Sportgeschäft nach einer bestimmten Sporthose und einer Brille zum Laufen gucken. Doch das von mir gewünschte ist nicht vorrätig. Blöd – ich will mein Geld viel lieber beim lokalen Dealer lassen als bei irgendeinem „Multi“ im Internt. Aber so? Klar ist online kaufen oft bequemer. Auf der anderen Seite mag ich aber eben auch mal in einer belebten Straße nur gucken, schauen, verschiedenes (an)probieren – und gegebenenfalls zugreifen. Schon doof, so ein Kunde mit konkreten Vorstellungen. Werde ich wohl mal nach Köln fahren und dort mein Glück versuchen.

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Die restliche Wartezeit verbrachte ich mit dem Midihuhn im „großen“ Kaufhaus vor Ort. Dort war es wenigstens trocken. Leider gab es weder meine gewünschte Hose noch die Sportbrille. Ein Schnäppchen haben wir allerdings doch noch gemacht: langes Trikot, kurzes Trikot plus Shorts  – Kind glücklich, Sparschwein leer, Mama wäscht.

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Ehe ich zum nächsten Nähcafé-Abend fahre,beschließe ich, mich am Freitag bei DEM Abendlauf in unserer Region zu „outen“. Ich esse ja nun schon mehr als ein halbes Jahr vegan – und bin felsenfest davon überzeugt, gerade aus dieser Ernährungsweise Kraft fürs Laufen zu ziehen. Seit Oktober war ich nur einmal richtig krank: und zwar, weil ich nach meiner mir erlaubten Ausnahme an Weihnachten wieder Fleisch, Käse und Fisch so richtige Magenprobleme eingehandelt hatte. Inklusive Migräneanfall.
Lange hab ich überlegt, ob mir ein „Vegan Runner“Shirt reicht – oder ob ich für „Laufen gegen Leiden“ starten möchte. Es fällt mir – je nach Umgebung – schwer, blöde Sprüche (die immer kommen) und Vorwürfe (die meist auf den Fuß folgen) auszuhalten.

Allerdings esse ich vor allem vegan, weil ich weder Tier noch Mensch in einer Massentierhaltung wissen möchte. Mein kleiner Beitrag dazu ist, keines solch gehaltener Tiere mehr zu essen. Mein persönlicher Anfang; der Beginn einer Reise zu mehr Verständnis und Rücksichtnahme.

Da der Verein am Sonntag in München ein großes Lauffest veranstaltet, werde ich meine 5 km am Freitag als „Daheimbleiber“ für Laufen gegen Leiden rennen. Okay, im Turtelspeed, dennoch ist es für mich ein Rennen. Gegen meinen inneren Schweinehund, für ein besseres Leben – für alle.

Deswegen änderte ich den Header in meinem Facebookprofil.
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So, Kinder durchs Bad geschleust, Essen gerichtet, Tasche gepackt – auf ins Nähcafé.

Heute mit besonders nette Gästen, die ich schon länger kenne. Wie sagt die eine immer „Bei dir ist Nähen immer wie ein kurzer Wellness-Urlaub. Ich geniesse mein betreutes Nähen als Ruheinsel im stressigen Alltag.“ Dankeschön du Liebe! Und glaub mir, irgendwann kannst du dir diese Insel auch zu Hause schaffen. Daran glaube ich ganz fest!

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Zwischendrin eine kleine Stärkung – auch in flüssiger Form. Fast schon obligatorisch, unser Flaschen-Gläser-Foto mit perlenden Inhalten…

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Die Zeit rennt. Aber wunderschöne Ergebnisse belohnen das konzentrierte Arbeiten. Alles Geschenke, die von Herzen an liebe Freunde und Familienmitglieder gegeben werden. Ich bin sicher, alle werden zu schätzen wissen, was ihr heute gezaubert habt. Herzlichen Dank für diesen wunderbaren Abend!

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Wer wissen möchte, was genau hinter 12 von 12 steckt, schaut einfach bei Caro vorbei. Und wer genauso neugierig ist wie ich, klickt sich gleich durch die Link-Liste vom Mai und schaut, was die anderen heute so getrieben haben.

Ich wünsch euch alle einen wundervollen neuen Monat! Bis zum nächsten mal, wenn es wieder heisst: „Oops, schon wieder soweit?“

Nähen

Taschenspieler 2 – Kosmetiktasche

09. Mai. 2014 - Nähen -
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Grad erst die Markttasche gepostet kommt heute schon das aktuelle Projekt: Die Kosmetiktasche. Zumindest heisst dieses süße Modell Kosmetiktasche. Wer mich kennt weiß, das ich „sowas“ wie Make-up äußerst selten bis gar nicht benutze. Doch seit ich a) vermehrt laufen gehe und anschliessend ins Geschäft und b) die Haare wieder kurz trage ist es manchmal gar nicht verkehrt, ein solches Täschchen dabei zu haben.

Ursprünglich war der Plan, das Täschchen passend zur Markttasche zu nähen. Doch wie es der Teufel (gekannt Schusseligkeit) wollte, hab ich gestern Abend nach dem Kurs meine Zuschnitte im Laden liegen gelassen. Heute früh dann – noch vor einem Termin in der großen Stadt nebenan – hab ich mich dann fix an das Täschchen gesetzt. Was soll ich sagen: auch wenn es total schwierig aussieht mit diesem „Puff“effekt – es lässt sich total easy nähen!

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Vor dem heimatlichen Schrank stehend war schnell klar, das es dieses Mal nicht pink oder rot werden wird, sondern schwarz-gelb. Leider sind das die letzten Meter meines Bestandes Dutch Love , die ich hierfür angeschnitten habe.

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Ich liebe die Designs, die Frau Hamburger Liebe für uns Große entwirft. Gerade die kleingemusterten, oft floralen oder eben auch grafischen Motive haben es mir angetan.  Ich sehe zu, mir das eine oder andere Meterchen meines Lieblingsdesigns zu sichern… aber…

Geht euch das auch so? Verlustängste beim Anschneiden eines Stöffchens? Himmel, dabei darf das Produkt doch tatsächlich bei mir bleiben!

Heute habe entschied ich mich gegen Endlosplastikreißverschluß – hab ich doch von Lena vor einer gefühlten Ewigkeit mal eine tolle Kiste mit Reißverschlüssen bekommen. Heute also der große Auftritt für einen von Ihnen.

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Mit dem Alter *lach* kommt dann wohl auch die Liebe zu Pflanzen oder viel mehr Blumen. Hab ich früher meine Mutter eher belächelt, wenn sie mir erzählte, wie entspannend Gartenarbeit oder die Pflege von Orchideen sei… heute freu ich mich wie eine Schneekönigin, wenn mein Wachsblümchen drinnen oder draußen der Flieder blüht. Aber noch viel mehr freut sich mein Herz, wenn das Minihuhn mit einer ganzen Blumenwiese nach Hause kommt (Nein liebes Kind, ich tausche dieses Mal nicht „Bild gegen Fillygedöns“ – ein reeller Preis darf aber gerne in die Verhandlung eingebracht werden!).

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Die Größe meiner Dutch Love Schönheit ist optimal für meine Bedürfnisse: Das Armband fürs Smartie, Kopfhörer, ebenso mein Notfallarmband, Deo, etwas Schminkzeugs – passt alles prima hinein.

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Da ja das Wetter in den nächsten Tagen nicht wirklich großartig sonniger werden soll, hab ich wieder im grauen Licht fotografiert – und ein bisschen mit Snapseed gespielt. Keine Ahnung von nix – aber ich liebe die Effekte, welche man so einfach nutzen kann, um ein langweiliges Bild etwas aufzupeppen.

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Ich geh dann mal schauen, was nächste Woche genäht wird. Vielleicht kann ich mir ja eine große Tasche passend zu dieser nähen. Ein bisschen was ist ja noch da, von (m)einem Lieblingsstöffchen.

Mehr Kosmetiktaschen findet ihr bei Emmas SewAlong – schaut mal vorbei!

Reißverschluß: privat
Stoffe: Dutch Love von Hilco übers Görlitzer Stofflädchen
Schnitt: Kosmetiktasche der Taschenspieler 2 DVD von farbenmix

Nähen

Taschenspieler 2 – Markttasche

07. Mai. 2014 - Nähen -
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Oh, so lange war die Markttasche in meinem Kopf schon fertig entworfen – doch fehlte mir ein zum Kunstleder passender Kombistoff. Gestern wurde er dann geliefert, heute flugs zugeschnitten – fertig!

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Warum ich so kurz angebunden bin? Die ganzen letzten zehn Tage war ich kaum daheim oder hatte mal eine ruhige Minute. Heute ist es nicht anders: Zwischen Arbeit, Mamataxi von der Schule zur Schulveranstaltung zur Freundin zum Training stehle ich mir gerade diese paar Minuten.

Details folgen also heute Abend … äh, Nacht…

Bis später und näht fleissig weiter!

edit 08.Mai um 8:23 h

natürlich kommt alles anders als man denkt. Denn das Training dauerte länger, der Heimweg wurde entsprechend später angetreten… und die Sonne kam auch nicht mehr raus.
Gerade packte ich meine Taschen für den VHs-Kurs, der heute neu beginnt. Da ich weiß, das einige der Teilnehmerinnen den einen oder anderen Taschenkurs gebucht haben, nehme ich diese linke Schönheit auch mit.

Auf alle Fälle werde ich bei diesem Modell noch einen Magnetknopf oben einsetzen. Man gut, das ich bisher keine Zeit hatte, die Wendeöffnung zu schließen.

Emma beschreibt in ihrem Blog, wie sie die doppelte Lage hinter der aufgesetzten Tasche und somit das Verdecken der Stofflagen vermieden hat. Diesen Plan hatte ich auch erst. Aber die Kombination Kunstleder und dünne Baumwolle waren nicht dazu geeignet. Also hab ich gaaanz lange vor dem Regal mit den Webbänder gestanden, bis ich mich dann endlich für eins entschieden habe.

Sonst hab ich nichts weiter verändert. Die Größe ist echt genial – ich denke, diese Tasche ist auch stoffmarkttauglich. Etwas skeptisch bin ich noch bei der Breite der Träger. Vielleicht folgt bald eine Variante mit 3 oder 4 cm Sicherheitsgurtband… mal sehen. Denn dies ist die erste Tasche von der Taschenspieler 2, wo ich weiß: es folgen noch mehr! ganz sicher auch die leichte Variante a la Farbenmix.

Jetzt lasst uns gemeinsam auf besseres Wetter hoffen – ich möchte euch diese Tasche doch gerne noch im Detail zeigen.

edit 11.Mai um 17:51h

Hurra! Zwischendurch schien heute tatsächlich die Sonne! Da konnte ich die Gunst der Stunde… äh Minuten …. nutzen, um meiner Mama die Tasche nochmal zu entwenden. Denn diese erste Markttasche ist ein Geschenk an meine Mama – einfach so. Hätte sie auch ohne Muttertag bekommen, aber manchmal treffen Ideen, Fertigstellung und (relativ) spontane Dates gut aufeinander.

markttascheganz

Ich war ja erst sehr, sehr skeptisch – so viel Webband, so viel Pink und Rosa – aber so im Detail finde ich die Zusammenstellung echt gelungen.

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Heute früh hab ich dann noch fix ein „Gebamsel“ für den Zippe gebastelt – nur ein kleines Stückchen Webband war irgendwie zu dezent für dieses knallige Werk.

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Nicht nur von mir, sondern auch eine von Mamas liebsten Stickdateien ziert die Rückseite.

markttaschehinten

Der Schmetterling wurde mit einem Verlaufsgarn von Madeira gearbeitet. Kommt ganz gut rüber,gell?

markttascheschmetterling

Und ja, hier ist er: der Magnetverschluß. Bei dieser Größe klafft die Tasche schon arg auf, wenn man sie abstellt. Daher  nachträglich noch fix etwas Vlies ins Futter gebügelt, Knopf eingesetzt: Voilá!

markttaschemagnet
Was sich so alles drin verstecken kann, sehr ihr hier: Nicht nur die normale Handtasche, auch  Getränke, Einkäufe, Kameras… haben Platz – und es ist noch Luft! Ein wahres Raumwunder – und schön noch dazu. Ich werde auf alle Fälle noch ein Modell für mich nähen. Wenn da nicht wieder die Wahl der Stoffe anstünde… doch zuerst geht es an die Klappentasche. Der Schnitt ist schon ausgedruckt… und eine Entscheidung wurde schon getroffen: MIT Reißverschluß, auf alle Fälle!

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Stoffe, Reißverschluß, Gurt- und Webband: emmeline
Stickdatei: Springtime von smilasworld
Schnitt: Markttasche von Taschenspieler2

Nähen

Taschenspieler 2 – Ordnungshelfer

28. Apr. 2014 - Nähen -
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Ordnungshelfer – ja, sowas dürfte hier gerne einziehen. Wenn auch eher „in persona“ als in Form einer Tasche.
Denn ja – ich gehöre zu denen, die sagen „creativity is messy!“ – aber eigentlich total unglücklich sind mit dieser Art des Arbeitens und zu Leben.

Und wo ich schon mal beim eingestehen doofer Angewohnheiten bzw. Eigenschaften bin, zeige ich euch heute auch mein total missglücktes Werk. Denn ganz ehrlich: wer näht immer nur 100%ig tolle Teilchen? Von denen man selbst überzeugt ist?

Mein Ordnungshelfer war mir von Anfang an suspekt. Okay, Taschen mit kleinen extra Taschen sind supi. Aber gleich vier davon? Wozu? Wer benutzt das tatsächlich – in echt? Außen Taschen, innen extra Fächer – ist das praxistauglich?

Egal – schneidest Du mal zu.

Die erste große Hürde: die Stoffauswahl

In den letzten Tagen habe ich viel genäht, eher Kleinkram. Meine Kinder waren mit im Laden und haben Ostergeschenke genäht – auch da waren Reststücke angefallen. Beherzt habe ich in die Stoffkiste gegriffen… und die ersten zwei Stoffe genommen, die groß genug waren für dieses Projekt. Ebenso einfach war die Wahl des Webbands.

ordnungshelfer1

Außerdem sollte die Tasche dieses Mal ohne Pink und Rot daher kommen. Ist mir gelungen. Nur ein bisschen Rosa hat sich eingeschmuggelt. Wie ihr seht – ich hab einen Filter benutzt: ohne finde ich das Ergebnis noch weniger gelungen als mit. Also so in Natura. Vielleicht bin ich ja aber auch nur nicht der Typ für Sterne in Petrol *hoff*

Zweite Hürde: Der Zuschnitt

Es waren zwar nur drei verschiedene Schnittteile – doch ich hatte dieses Mal schon so ein komisches Bauchgefühl. Mochte vielleicht auch vom Piccolo vorher gewesen sein… ich weiß jedoch, das mir die Angabe, das ganze mit H630 zu füttern ein wenig überdimensioniert vorkam. Aber eine meiner Eigenschaften, von denen ich nicht lassen kann, ist: beim ersten Mal nähen halte ich mich an das, was in der Anleitung steht. Also: Einlage wie angegeben zugeschnitten.

Schnell war das Futter genäht – mit aufgesetzter Tasche, klaro. Lecker Muffins, ein paar Sterne auf Türkis – alles ganz easy. Vlies aufgebügelt. Fertig!

Ohne das Video angeguckt oder in die Anleitung geschaut zu haben traute ich mich nicht ans Nähen. Video geschaut – he, wo ist der Ton? Der PC hat keine Lautsprecher… okay. Geht sicher auch ohne. Im Anschluß dann brav die Markierungen übertragen, brav die Falten in die Außenteile gebügelt.

ordnungshelfer2

Dritte Hürde: Die Reißverschlüsse an die richtige Stelle zu nähen

Gelesen, das Video angeschaut – Stylfix bemüht. Ganz schön friemelig. Die „Reißverschlußenendenverschönerungsschnipsel“ – gleich zehn Mal! Irgendwie war mir an diesem Tag nicht nach solch kleinen Teilen und oft zu wiederholenden Arbeitsschritten… Mit jedem Reißverschluss sank die Stimmung. Warum nähst du das Teil eigentlich? Das sind nicht deine Stoffe, nicht dein Schnitt, nicht deine Farben? Eine richtige Antwort hab ich nicht gefunden… nur: Angefangenes wird beendet.

Zwischendurch sind mir die gebügelten Markierungen verloren gegangen. Ich hab dann einfach geschaut, das mein Außenteil so groß wird wie das Innenteil. Was letztlich zwar für kleinere Taschen außen sorgte, aber mich vor einem zu großen Innenteil bewahrte.

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Vierte Hürde: Innen und Außen verheiraten

Ooookay. Nachdem alle Reißverschlüsse an ihrem Fleck waren, die Handgelenksschlaufe platziert war, sollte alles zusammengesteckt werden. War gar nicht so schlimm. Wie befürchtet war die H630 ein bisschen zu viel des Guten und machte das Wenden etwas schwer. Vielleicht – sollte ich tatsächlich noch mal eine solche Tasche nähen – werde ich das nächste mal Decovil light wählen.

Nach dem Wenden das große Grauen: WAS genau hab ich denn da genäht?

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Eigentlich wollte ich dieses Teil gar nicht zeigen. Wollte in der letzten Woche noch ein zweites Modell nähen – natürlich perfekt! Wie es im wirklichen Leben aber manchmal (oder immer?) ist: ich hab mir zu viele Termine gelegt, dazwischen noch einige unerwartete Notfälle – und schwups! war alle Zeit, die ich mir zum Nähen reserviert hatte, weggeschmolzen.

Vielleicht macht es ja auch der einen oder anderen da draußen Mut: Es wird nicht immer alles perfekt! Auch bei denen nicht, die schon etwas länger nähen. Gerade mit dem Computer und den vielen, vielen Bildebearbeitungsprogrammen kann man so viel „schönreden“. Es ist oft nur eine Frage der Perspektive oder eine Frage des Filters, wie gut ein Werk scheint.

Daher steh ich zu diesem krummen Ding. Zu den Webbändern und Nähten, die nicht aufeinander treffen. Zu den Stoffen, die so zusammengestellt einfach nur gruselig sind. Zu dem lila Garn auf weißem Rosenwebband.

Manchmal geht es einfach gründlich daneben. Ist so.

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Mehr – und hoffentlich gelungenere – Ordnungshelfer findet ihr bei Emmas Sew Along.

Schnitt: Taschenspieler 2 von farbenmix
Stoffe, Reißverschluss, Webband, Garn: emmeline

Lieben

Eine Liebe fürs Leben

24. Apr. 2014 - Lieben -
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Nun, nicht für das ganze Leben. Denn kennengelernt habe ich sie erst 1988. 1986 waren wir frisch umgezogen. In ein neues Dorf. Ich kam in eine neue Klasse – und fand das alles ziemlich doof. Wir wohnten nun am Dorfrand – die Schule war mittendrin. Anfangs musste ich sogar zu Fuß zur Schule gehen. Das war ein langer Weg…

… mit der Zeit begann ein gemeinsamer Schulweg mit einem Jungen aus meiner Klasse, zwei Straßen weiter. Unsere Eltern kannten sich aus der Kirchengemeinde. Stefan hieß er (und heisst er wohl immer noch). Dieser Stefan gab mir dann irgendwann mal leihweise eine TDK „was auch immer“ 90 – krakelig beschriftet mit Horrorshow. Nichts ahnend legte ich dieses Tape daheim ein. Und war den Jungs verfallen. Vom ersten Moment an.

Wer es noch nicht ahnt: Es handelte sich um „Ein kleines bisschen Horroshow“ der Toten Hosen. Ich weiß nicht, ob ich genauso hingerissen gewesen wäre, wenn mein erstes Album Damenwahl oder Unter falscher Flagge gewesen wäre. Noch heute bekomme ich Gänsehaut bei den ersten Takten des Intros. Ein Konzept-Album, welches eine Geschichte erzählt. GENAU so fühlte ich mich damals auch – gefangen in der Gesellschaft.

Später erhielt ich dann immer wieder ein Tape durch Stefan (der diese von den LPs seines Bruders zog). Die witzigste Erinnerung dieser Zeit: „Hör dir das mal an, du bist doch immer so schlau – sind das die Hosen oder die Ärzte?“ Nicht beschriftet, nur vier Songs – „Ülüsü“, „Schwarzer Mann“, „Allein vor deinem Haus“ und „Geld“. Kopiert von einer Langspielplatte – rauschen, knistern …. für mich waren das ganz klar die Hosen. Allerdings war ich braves Mädchen ernsthaft entsetzt über manche Textstellen – ob ich diese damals verstand? Ich weiß es nicht. Jedenfalls war das so ganz anders als Horroshow. So… laut. Aggressiv. Ordinär!

Ebenso spannend: Schulfest. Himmel, ich hasste solche Veranstaltungen. Immer wurde jemand gesucht, der etwas aufführt. Es war gruselig. Damals jedoch gab es im Privat-TV (was wir natürlich nicht hatten oder gucken durften, so ganz genau weiß ich das nicht mehr) die Mini-Playback-Show: Kinder eiferten ihren (oder ihrer Eltern) Idole nach und performten zu Playbacks. Dieses Format war der Hit – und wurde eifrig in unsere Schule und unser Schulfest getragen. Das erste Lied, welches wir unseren Klassen- und Musiklehrern vortrugen viel gnadenlos durch: „Hofgarten“ Auch das zweite sorgte wenig für Begeisterungsstürme: „Das Altbierlied“ Ich bin mir sicher, es lag nicht (nur) daran, das man in Niedersachsen eher Pils statt Alt trinkt. Durchgesetzt hatten wir uns dann tatsächlich mit „Hier kommt Alex.  Neben Robin Beck und Bobby McFerrin hatten wir sehr viel Spaß auf der Bühne. Die anderen wohl auch gerade dann, als ich mich als Breiti an den imaginären Bass stellte und diesen zupfen wollte…. bis dahin war mir ein eBass einfach unbekannt. Nun ja, der  Lacher war mir sicher.

Seit dieser Zeit wanderte zunächst jede Cassette, einige VHS, jede CD, jede DVD zu mir nach Hause. Möglichst zeitnah nach der Erscheinung. Wie bequem ist doch heute das internet mit der Möglichkeit, ohne langes Anstehen im Plattenladen einen Titel vorzubestellen und bei erscheinen per Post nach Hause zu bekommen!

Die Toten Hosen sind und bleiben eine meiner Lieben in meinem Leben. Ist so.

Natürlich war ich in den letzten Jahrzehnten (wie das klingt!) auf einigen Konzerten. Der Gatte behauptet ja, bei der letzten Tour sei ich mehr in Arenen als daheim gewesen. Stimmt so nicht. Aber ja – es war mehr als eins. Und es war toll!

Warum ich immer noch auf die Toten Hosen stehe?

Jedesmal, wenn ein neues Album raus kam, war mindestens ein Titel darauf zu finden, was genau meine Lebenssituation beschrieb. Nein, es waren weder „Eisgekühlter Bomerlunder“ oder „Zehn kleine Jägermeister“.

Ja, auch Punkrock kann Songs haben, deren Texte unter die Haut gehen oder deren wahre Schönheit zwischen den Zeilen steht. Es bleibt das Gefühl: mit wachen Augen durchs leben stolpern, nach links und rechts sehen – auf der Suche nach irgendeiner Zufriedenheit – hey! es gibt noch mehr da draußen wie mich! Ja, deswegen liebe ich sie. Mal Party ohne Ende, mal kritisch oder auch selbstzerstörerisch. Es ist oft ein Teil meines Lebens, den die Hosen da besingen.

Wie ist es bei euch?

Habt ihr auch DIE Band, die euch ein Leben lang begleitet?

Was fasziniert euch? Seit ihr Hardcore-Fans, die ihrer Band oder ihrem Idol hinterher reisen und kein Konzert auslassen? Oder reichen euch die Alben?

P.S.: Das grottigste Album ist für mich übrigens „Kauf mich!“ – das beste ist immer noch mein erstes „Ein kleines bisschen Horrorshow“.

Nähen

Taschenspieler 2 – Multitasche

19. Apr. 2014 - Nähen -
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Erst heute – Karsamstag – ist meine Multitasche fertig geworden. Zugeschnitten hatte ich sie schon früh. Aber irgendwie… kam mir dann zum einen die Arbeit dazwischen. Aber nicht nur diese. Lange überlegte ich, ob nicht doch ein Seitenstreifen eingesetzt werden sollte. Ja? Nein? Wie breit? Und wenn ja: setz ich dann doch einen Reißverschluß oben ein? Letztlich nahm mir die Zeit die Entscheidung ab: Ganz einfach, ohne Reißverschlüße und Pipapo – nur einen Innentasche hab ich hinzugefügt. Die nächste Überlegung, die mich ausbremste war die, welches Gurtband? Baumwollgurtband passte vom Griff nicht, selber nähen? Im Prinzip gerne – doch dieser Taschenstoff eignet sich nicht besonders gut dazu, SCHMALE Gurte zu nähen. Also: Sicherheitsgurtband. Hab ich da noch etwas? In schmal? Also zu Hause mal in der Kiste suchen.

Außen: einer der tollen neuen Taschenstoffe, dazu die Geisha-Serie – beides von Swafing. Die begeisterten Rückmeldung bei den Umfragen unter meinen Hühner und Freunden gab mir auftrien: So sollte sei werden – meine erste Multitasche.

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Wie ihr seht – ganz einfach genäht: mit einer kleinen aufgesetzten Tasche, die wie die Känguruhtasche durch den Riegel (mit Magnetverschluß) verschlossen wird. Für den Körper hab ich bewußt dunkel und gut zu strapazierendes Material gewählt – so ist die Tasche auch spielplatz-  oder strandtauglich.

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So schaut’s von Innen aus: bunt! für das wichtigste findet man im oberen Bereich eine kleine, aufgesetzte Tasche – alles andere darf sich dann in der Tiefe der Tasche verteilen. Wider erwarten bietet die Multitasche auch im Hauptteil viel Platz für alles, was frau so unterwegs braucht.

Wenn ich mir meine letzten Taschen so ansehe, nehme ich mir vor: in den nächsten kein rot und kein pink! Schon spannend, was geschieht, wenn man einfach mal so aus dem vollen Regal schöpft.

Ich bin nun sehr auf den Praxistest gespannt. Denn noch überzeugt mich die Form nicht wirklich. Und ganz ehrlich: auf die nächsten zwei Modelle der Taschenspieler-CD freu ich mich sehr (viel mehr)!

Diese ersten beiden waren zum aufwärmen okay – aber garantiert nicht meine Highlights.

Schnitt: Multitasche von der farbenmix Taschenspieler 2
Stoffe, Vlies, Magnetknopf: emmeline
Gurtband: goegelino über dawanda

 Und nun noch ab zu Emmas Sew Along….