Laufen

Schon vorbei – 24 Stunden Lauf in Rodgau

20. Sep. 2015 - Laufen -
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Fast ein Jahr lang darauf hin gefiebert – und nun ist er schon wieder ein paar Tage vorbei: der 24 Stunden Lauf in Rodgau/Dudenhofen. Was soll ich sagen? Es war einfach klasse!

Bereits am Freitag Abend war unser Auto gepackt, die Mitreisenden Carsten und Lisa bezogen in unserem Gästezimmer die Schlafcouch und wir fielen alle hundemüde und voller Erwartungen in die Betten.

aufstehen

Der Plan war: 5:30 aufstehen, um gegen 6:00 Uhr von uns aus loszufahren. Natürlich war ich viel zu früh wach und somit war um 5:24 Uhr der Frühstückstisch gedeckt, der Kaffee tröpfelte in die Tassen und es war an der Zeit, die anderen drei aus den Federn zu holen.

6:00 Uhr – der zweite Wagen

Hej, wir haben es geschafft, um sechs Uhr tatsächlich startklar zu sein. Der zweite Wagen unserer Reisegruppe stand pünktlich vor der Tür und es konnte – nach „ach, ich geh dann doch noch mal …“ des einen oder der anderen – losgehen. Laut Navi haben wir eine Fahrzeit von gut 2:17 vor uns. Auf der Autobahn ist das Wetter sehr durchwachsen. Zwischendurch regnet es, wir blicken – sofern nicht schlafend – in ein nebliges Tal nach dem anderen. Super. Regen und Nebel waren doch gar nicht angesagt – mittags heiß und sonnig, für Abends eine Gewitterwarnung mit perfektem Laufwetter im Anschluss lautete die Prognose.

rodgau_2Irgendwo auf der A 3 so gegen 7:16 Uhr.

Planmäßige Ankunft

Unsere Autos waren zur Hälfte mit gesponsorter Ware von Hitschler beladen. Dies erlaubte uns, mit unseren Wagen bis an den Platz zu fahren und auszuladen. Es war einfach toll, wie begeistert die Kisten und Tüten von den Helfern und Organisatoren ausgeladen und angenommen wurden. „Süßkram geht immer!“

Neben diesen Sachen luden wir auch unsere Ausstattung ab, trugen alles zu dem anivsierten Standplatz (den gleichen wie letztes Jahr), parkten die Autos für die nächsten zwei Tage auf dem Besucherparkplatz (der noch ganz leer war, yeah!) und so langsam breitete sich in mir eine große Ruhe aus: Die erste Hürde – die der Anreise – haben wir überwunden. Neben der Rückfahrt die, die ich am meisten gefürchtet hatte.

rodgau_3Noch ist alles grau in Rodgau. Solange es nicht regnete, sollte uns alles recht sein. Leider war es die Tage vorher recht feucht, so dass uns beim Bezug unseres Schlafzeltes schnell herausstellte, was wir vergaßen: eine Bodenplane für die Isomatten und Co.
Wir hatten Glück: unser Zelt war – wie an der Teamleitersitzung im Vorfeld versprochen – genau gegenüber unseres Pavillons. Welch Luxus!

Dieses Jahr ergatterten wir auch eine vom Veranstalter gestellte Bierzeltgarnitur. Ob es daran lag, das wir früher vor Ort waren als letztes Jahr, weniger Teams gemeldet oder großzügiger geplant worden war?

Noch war der Himmel grau: Wo ist die Hitze, die die verschiedenen Apps, Radio- und TV-Berichte vorhersagten? Bei mir machte sich Erleichterung breit – denn wer rennt schon gerne (im Kreis), wenn die Temperatur deutlich über 21°C ist?

Irgendwann trudelten auch Sandra und Sören (unsere „Quasi-Ortsansässigen“) ein. Als der Teamfotograf des Veranstalters bei uns ankam, stand eine unserer Starterinnen leider immernoch im Stau um Karlsruhe.

rodgau_4Die Ruhe, die ich bisher verspürte, die Gelassenheit, weil bisher alles glatt gegangen ist, wich langsam der Nervosität. Um 11:00 Uhr konnten endlich die Leibchen und der Staffelstab abgeholt werden. Gegen 11:30 Uhr dann auch die Getränke aus dem Kühlwagen: Mineralwasser, Schorlen und – zu meinem Entsetzen – statt alkoholfreiem Weizenbier Malzbier.

Der Start um 12:00h rückte näher.

Es geht los!

Irgendwie schien es unwirklich – so lange haben wir auf diesen Tag hingearbeitet. Und jetzt ist er da: der Tag, an dem wir uns zu zehnt über die 400 Meter-Runden jagen wollten. JETZT ist es soweit.

Kurze Verwirrung am Start: ist das die richtige Richtung? Steht das Zielbanner dafür nicht falsch herum? Egal. Die Sonne brannte mittlerweile und ich wusste, diese zwei Stunden werden hart. Unsere Strategie: mein Vierer aus Carsten, Lisa, Ida und mir rennt die ersten zwei Stunden im „zwei Runden Rhythmus“. Für jeden 800 m flitzen, kurze Pause zum regenerieren und – ab gehts!

Die rote Asche staubte, setzte sich zuerst in den Schuhen, dann in den Socken und später bei der einen oder anderen auch in der Lunge fest. Meine optimalen Bedingungen sehen eindeutig anders aus. Aber ich lies mich nicht unterkriegen! Wir waren hier am Start, um als Team die 24 Stunden zu rocken, nicht um die Wertung zu gewinnen.

Irgendwann begann der Veranstalter, die Bahn zu bewässern. Dies war eine feine Idee, holte sich doch der eine oder andere Teilnehmer auch eine persönliche Dusche ab. Doch kam die Brause bei der 200 m-Markierung an, waren die ersten 100 Meter schon wieder ebenso staubig wie zu Beginn.

Mein Fazit der ersten zwei Stunden

6,4 km in 42:57 Minuten bei einer Herzfrequenz von im Schnitt 176. Mehr war nicht drin. Nicht nach drei Wochen Trainingspause, schon gar nicht bei dieser Hitze. Dennoch: es hat echt Spaß gemacht!

rodgau_5Unsere Zeit ist rum.

Ab unter die Dusche!

Um diese Zeit waren die Duschen noch warm, der Boden mit Schlappen begehbar. Irgendwie nutzten wir dieses Jahr andere Räumlichkeiten als im Jahr davor. Leider spielten Wetter und Putzplan gegeneinander: als ich nach meiner Nachtschicht unter die heiße Dusche hüpfen wollte, gab es weder heißes Wasser noch einen Flecken Boden, der nicht sandig-matschig war und man höllisch aufpassen musste, das einem nix auf den Boden fiel. Auch nach meiner Morgenrunde war es nicht besser, so dass ich das erneute Duschen auf daheim verschob. Zum Glück saßen in meinem Auto ja auch nur andere Läufer.

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Zurück am Pavillon – unserer Basis. Der Ort der Staffelstabübergabe und des wollüstigen Schlemmens. Ja – Schlemmen! Denn immer wieder hörte man aus unserem – und dem Nachbarzelt des Vegan Runner Teams – folgendes: „Ich weiß nicht, ob ich hier mehr laufe oder esse. So viele leckere Sachen! Das ist doch wahnsinn!“

Extravurst für Veganer

Zum einen lag es an den mitgebrachten Kuchen und Muffins einzelner Starter, aber zum allergrößten Teil verdankten wir die „Rundum Sorglos Verpflegung“ dem Bioladen Haller. Bereits im letzten Jahr genossen die beiden veangen Teams den Service eines extra Verpflegungsbereiches im großen Mannschaftszelt. Das fand ich schon echt klasse.

Dieses Jahr wurde die Verpflegung noch einmal optimiert. Schaut euch einfach die Fotos an!

Gemeldet waren für Vegan Runners 10, bei uns 5 Veganer bzw. Vegetarier. Leider sind einige wegen Krankheit oder Verletzungen ausgefallen, so dass nicht alle am Start waren.

rodgau_7

Ich bin bei noch keiner Veranstaltung so gut verpflegt worden. Um den ganzen noch die Krone aufzusetzen: Der Verpflegungsstand befand sich … genau: an unseren Zelten! Nur wer eine Suppe wollte, konnte sich sein Schüsselchen bei uns mit Suppenmaultaschen füllen und diese im Verpflegungszelt auffüllen lassen. Frau Haller, das war einfach alles ne Wucht! Und ja: ich freu mich sehr, wenn ich den Nudelsalat nachkochen kann.

Doch eigentlich sind wir ja zum Laufen hier. Die Zeit bis zum nächsten Einsatz verging wie im Flug: Duschen, Essen, die nun endlich angekommene Christiane vernünftig begrüßen, etwas Luft holen und mit den anderen Plaudern. Zwischendrin hatte ich bei unseren Tagesgästen um eine kleine Extra-Tour auf dem Weg zu uns gebeten: Es wäre sehr lieb, brächten sie flüssige Nahrung und eine große Bodenplane für uns mit.

Auf in die zweite Runde

Plan: Jeder Erwachsene läuft 30 Minuten, dazwischen je zwei Runden von Ida im Sprint. Ging auf.  Und es lief! Vor allem näherte sich das Wetter immer mehr dem optimalen Laufwetter an: der Himmel bezog sich, hin und wieder tröpfelte es. Perfekt!

4 km in 30:31 Minuten bei einer HF von 166 – ist okay. Vegan Turtlerunner eben.

Besonders erfreulich: Nach meinen Runden waren Götz und Iris angekommen, meine Wunscherfüller und Shopping Queens 😉

rodgau_8Bier ist eben doch viel mehr Grundnahrungsmittel (für Läufer) als Wasser. Ganz sicher.

Ab 18:00 Uhr war wieder das andere Teil-Team am Start. Ich hatte Zeit zu beobachten, mit dem Besuch zu quatschen, ein bisschen die Beine hochzulegen.

Was macht man nur in der ganzen toten Zeit?

Letztes Jahr fand ich die Wartezeit zwischen den individuellen Laufeinheiten mitunter sehr lang. Mag am vorherigen Arbeiten und Zug fahren gelegen haben. Dennoch war diese Warterei eine meiner größten Sorgen in der Vorbereitung, deswegen bestand ich auf die Bildung zweier interner Teams. Aber auch, um jedem ein festes Fenster für den notwendigen Nachtschlaf zu bieten.

Für mich fühlte es sich richtig an. Aus den Rückmeldungen der anderen aus dem „Bunten Haufen“ war es für alle eine gute Wahl. Wenn nicht: redet jetzt oder schweigt für ewig!

In der lauffreien Zeit konnte man bei den anderen Teams gucken gehen, eine Zeit lang an der Bühne vorn den Bands zuhören oder eben auch vor dem Schlafen gehen einen Cocktail trinken.

20:37 Start in die letzten Runde für diesen Tag: 4 km in 30:18, HF bei 168 im Mittel.

Wer mir auf Instagram folgt, hat sich sicher schon mit mir über die lustige Zahl auf der Uhr kurz vor 24:00 Uhr gefreut: 444 % des Tagesziels an Bewegung erreicht. Das hab ich nicht oft. Um nicht zu sagen: Bis zum 12.09.2015 stand das noch nie auf meiner Uhr. Natürlich kamen neben der Lauferei auf der Bahn kamen noch viele kleine Wege hinzu.

rodgau_912 Stunden des 24 Stunden Laufs Rodgau waren vorbei

„Die nächsten vier Stunden werden die härtesten.“ so meine Gedanken kurz nach Mitternacht. Für jemanden wie mich, der gerne um 22:00 Uhr schlafen geht, dafür um sechs wieder aus den Federn springt, ist alles nach 24:00 Uhr echt schwer.

Gegen 22:30 h war das kleine Huhn ins Bett gebracht, das frühe Aufstehen, die Hitze und nun die Warterei machten mich mürbe. Auch die vielen Gespräche, die Musik und trotz der Aufteilung in Gruppen eine permanente „Hab acht!“Haltung forderten ihren Tribut. Mit Podcasts auf den Ohren, zwei Decken um mich gewickelt wartete ich auf meinen nächsten Einsatz gegen 0:30 Uhr.

Das war der fürchterlichste Lauf der ganzen Veranstaltung

Ich gehöre zu den Läufern, die unter Belastung extrem sensibel gegenüber Gerüchen, wechselnden Lichtverhältnissen und Temperaturen werden. Ich werde quasi mit jedem Schritt „sinnlicher“.

Stellt euch eine 400 Meter Bahn vor. An den langen Seiten stehen links und rechts der Asche Pavillons – die Camps der einzelnen Teams. Manch ein Team hat seinen eigenen Physiotherapeuten dabei, die Läufer werden massiert. Mit Öl. Leider ist das wenigste Öl duftfrei. Oder das Zelt ist mit vielen Kerzen beleuchtet – da ist hin und wieder auch eine Duftkerze dabei.
Auf der Stirnseite steht die große Bühne, auf der bis weit nach Mitternacht Live-Musik geboten wird. An der anderen kurzen Seite hat ein örtliches Team seinen Stützpunkt mit einer Musikanlage ausgestattet. Die in der Regel etwas anderes darbietet als die Stadionanlage.
Neben dem Stadion befindet sich der Kunstrasenplatz, welcher mit seiner Flutlichtanlage hin und wieder einen Teil der Bahn beleuchtete (ich hab den Algorithmus hinter „Flutlicht an“ und „Flutlicht aus“ leider nicht verstanden). Manch ein Zelt hatte ein Stroboskoplicht, an der Strecke lauerten Fotografen mit ihren Blitzen.

Meine erste Runde am neuen Tag lief somit eher mittelprächtig: 6,40 km in 1:00 h bei einer ruhigen HF von 141. In Summe war vor dem Schlafangehen die HM-Distanz noch nicht ganz erreicht worden.

Wenn man erst beim ins Bett kriechen bemerkt, das man den falschen Schlafsack (nämlich den kürzeren der beiden gleich aussehenden) dabei hat. Aus der aufblasbaren Matratze seit dem Mittag fast alle Luft entwichen ist. Man diesen Mangel mit Körperspannung auszugleichen sucht statt erneuten Aufblasens zugunsten des Schlafes der anderen Zelter. Irgendwann die Blase meint, es sei vielleicht doch klüger, nochmal ins Waschhaus zu gehen.

Dann weiß man ganz genau:

Ich bin kein Camper

Zum Glück schaute ich auf dem Rückweg vom Waschhaus noch bei unsrem Pavillon vorbei und durfte mir dann Vanessas Schlafsack borgen. Die Hiobsbotschaft, das Carstens Knie plötzlich nicht mehr wollte und er nun für den Rest der Veranstaltung nicht mehr laufen könne nahm ich wohl wahr, aber nicht auf. Ich schlich ins Zelt zurück und fand tatsächlich für ein paar Stunden in den Schlaf.

Es war ja nicht so wichtig, ob ich um acht schon wieder startklar war. Denn dann käme Petra, die die nächsten zwei Stunden gerne für uns Laufen wollte.

7:28 h – Guten Morgen zusammen, die Sonne scheint! Habt ihr gut geschlafen – äh seid ihr gut gelaufen?

Ein Blick in die Runde: etwas müde, aber dennoch motivierte Gesichter leuchteten mir unter dem Dach entgegen. Ich schaltete das Smartie wieder ein – und erschrack: Wir brauchen einen Plan B für die nächsten Stunden. Unserer Läuferin geht es nicht gut, sie wird nicht um 08:00 h die Ablösung stellen. Kurze Panik, zumal in der Nachtschicht ja auch schon Ausfälle ausgeglichen werden mussten. Aber: wir schaffen das ganz sicher!

Mal eben die anderen aus der ersten Gruppe geweckt mit der Ankündigung: Nix mit weiterschlafen, ihr dürft endlich wieder laufen!

Zwischenzeitlich wurden Croissants geliefert – vegane Croissants! Verflixt, noch ganz warm – und ich muss los, rennen.

Zwischen 8:00 und 10:00 Uhr liefen wir in 800 m Einheiten. Für mich waren es 4 Runden mit einer Pace von 7:26 und einer konstanten, mittleren Herzfrequenz von 158. Es lief locker. Leicht. Mit der Sonne auf dem taunassen Grass, so langsam erwachenden oder wieder eintreffenden Läufern um uns herum. Die Stimmung war – ja, trotz des sportlichen Umfeldes – idyllisch.

 

rodgau_10Irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf kurze Einheiten. Es schien jedoch auch so, als hätte der überwiegende Teil der Gruppe nix dagegen, wenn einer von uns etwas länger liefe.

Schon auf den kurzen Runden plauderte ich mit der Zahnfee, der einzigen weiblichen Einzelläuferin im Startfeld. Da hatte sie schon ihren „doppelten Marathon“ hinter sich.

Die letzte zwei Stunden waren angebrochen

Nur noch zwei Stunden oder noch zwei Stunden? Diese Frage mag dann jeder für sich beantworten. Ich befand mich irgendwo dazwischen. Doch: mir fiel das Laufen leicht. Ich lief einfach immer weiter, einige Runden mit der Zahnfee, die sich über das mitziehen freute. Und ich freute mich, die Berichte eines Einzelstarters zu hören.
Komischerweise lief es sich jetzt – mit Plaudern und deutlich weniger Schlaf als in der Nacht zuvor – deutlich besser.

Nach 46:24 Minuten überlies ich nochmal den Anderen die Bahn – hatte ich mir doch fest vorgenommen, auch die letzte viertel Stunde noch zu laufen. 5,6 km bei HF 153 waren es.

11:42 Uhr

Auf in die letzte Einheit! Schien bisher die Sonne, zog es sich nun so langsam aber sicher zu. Es begann zu tröpfeln. Passend zu meiner Stimmung. „Wie? Jetzt schon vorbei? Wo sind die 24 Stunden hin?“

Einige Teams legten sich noch mal richtig ins Zeug: Wechsel der Läufer nach jeder Runde, perfekte Staffelübergaben… einfach genial, wie eingespielt die meisten waren! Es macht zwar echt  keine Freude, permanent überrundet zu werden (vor allem, wenn du selbst das Gefühl hast, aus dem letzten Loch zu pfeifen). Aber ich bin begeistert von den Teams die angetreten sind, zu gewinnen!

Immerhin ist dieser Lauf auch ein Spendenlauf: je nach Spender wurde nach Runden oder eine pauschale gegeben. Mal „nur“ für die Gute Sache, mal für die Leistung oder im Namen eines Teams. Mal waren die Spenden mit (mehr oder weniger) lustigen Aufgaben oder Bedingungen verknüpft. Beispiele? „Laufe eine Runde im Häschenkostüm“ oder „Finde 1,00 € pro Runde, dann spenden wir auch 1,00 € pro Runde von 12:00 bis 12:00h“. Letzteres für ein Team, welches am Ende mit 907 Runden gewann.

Kurz vor 12:00 Uhr – die Zuschauerränge wurden dichter, es wurde nochmal darauf hingewiesen, das noch einige Teams um Runden kämpfen und bitte nur ein Läufer pro Mannschaft auf der Bahn sein möge. Blick auf die Uhr: wenn ich jetzt etwas schneller werde, schaffe ich noch zwei Runden ganz. Komm schon, das schaff ich auch noch! … Zwei Runden … fixer als eher… wie, ich hab immer noch Zeit bis zum Ende? Und nur noch knapp 300 m? Verflixt, das könnte… sollte… das schaff ich auch noch! Auch wenn wir nicht vorn liegen, jede Runde zählt! Und hej, ich hab es geschafft! Kaum über die Matte, schon kam der „Schlusspfiff“.

Lustigerweise war ich auf gleicher höher mit der Zahnfee und dem Schlafwandler, wir liefen gemeinsam locker weiter… und zum Glück trug ich die Sonnenbrille – denn irgendwie war ich total glücklich, mit „We are the Champions“ kullerten die Freudentränen.

Geschafft!

Der Bunte Haufen ist mit 526 ganzen Runden glorreich auf dem vorletzten Platz der Teamwertung gelandet.
Eine Gruppe, die sich aus Startern vom letzten Jahr (Vegan Turtlerunners & Friends), den Mondscheinrunläufern aus Neuss und deren Freunden zusammensetzte.

Carsten, Christiane, Ida, Ina, Lisa, Petra, Sandra, Sören und Vanessa – ihr ward einfach super! Mich hat es sehr gefreut mit euch zusammen unterwegs zu sein.

Auch der Abbau war ruckzuck erledigt. Der Schauer kurz vor Schluss hätte zwar nicht sein müssen (wer packt schon gerne nasse Zelte ein?), aber es lief alles reibungslos.

Da wir alle heim wollten, war der Plan, die Siegerehrung sausen zu lassen. Lustigerweise war Sandra gerade vor der Bühne als wir aufgerufen wurden, so dass wir unsere Urkunden doch noch mit nach Hause nehmen konnten.

Die Fahrt nach Hause gestaltete sich schwierig. Ich merke, wie ich müder wurde, mir die Augen zufielen. Zusammen mit dem Dauerregen auf der Autobahn war das keine gute Kombination. Also an der nächsten Raststätte raus, die Mitfahrer zum Kaffee holen geschickt und für ein paar Minuten die Augen geschlossen. Durch Gewitterdonnern geweckt worden – äh, ne, das war nur die Schiebetür meines Autos, die mit Schwung geöffnet (oder geschlossen?) wurde.

Wieder daheim schnell alle Sachen aus dem Auto, einen Teil umgeladen in den Wagen von Carsten, der noch am selben Tag zurück nach Bremerhaven fahren musste. Die verstaubten und stinkigen Schuhe in die Waschmaschine.

Angekommen.

rodgau_11Alt sind wir an diesem Abend nicht mehr geworden, Ida und ich. Wir beide sind nach einer heißen Dusche und einer warmen Mahlzeit mit müden Beinen und einem Kopf voller schöner Erinnerungen ins Bett gefallen.

Nächstes Jahr bin ich ganz bestimmt wieder dabei.

Ob im Team oder als Einzelstarter, das warten wir mal ab. Schliesslich haben die Gespräche mit anderen Läufern die eine oder andere Saat gelegt.

Möchte vielleicht jemand von seinen Erfahrungen zum „Langen Kanten“ beim Rennsteiglauf berichten? 2017 ist da sicher noch ein Startplatz für mich frei.

 

 

 

Nähen

Sew a smile! – Mein Dankeschön an euch!

04. Sep. 2015 - Nähen -
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Gestern hatten wir einen tollen sew a smile!-Tag mit vielen helfenden Händen. Bei emmeline könnt ihr nachlesen, was wir geschafft haben.

 

fertige beutel

Eure Bereitschaft, mit anzupacken und ein bisschen Wärme weiterzugeben hat uns umgehauen!

Es sind viele Beutel und Waschtaschen entstanden. Wir haben uns hier vor Ort für eine etwas andere Art von Beuteln als die im Beitrag von sew a smile! vorgeschlagene Anleitung entschieden. Die Verstellbarkeit der Kordel hat sich bei den Trägern von Turnbeuteln/Gym Bags/ String Bags als nicht zu vernachlässigendes Detail erwiesen.

minervas_fixe_Beutel

Wer möchte, darf sie gerne nachnähen, egal ob als Geschenk, als Spende oder gewerblich. So ein Turnbeutel ist keine große Kunst, einfach zu nähen und dennoch praktisch.

In der Facebook-Gruppe zur Akrion sew a smile! wurde auf den Sicherheitsaspekt der am Boden eingenähten Kordel hingewiesen. Ich versuche nun, eine Lösung mit Sicherung und Versetllbarkeit für euch zu finden.

Auf alle Fälle gilt aber: Ich freu mich wahnsinnig, wie viele bereits dabei sind und nähen, spenden, helfen.

Herzlichen Dank für alles!

 

Sew a smile! oder: Willkommen in Deutschland

31. Aug. 2015 - Allgemein -
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Es ist weder zu übersehen noch zu überhören: sehr viele Menschen suchen derzeit Zuflucht in unserem Land.

Lange hab ich überlegt, ob ich hier etwas schreibe. Zu groß war bisher das Gefühl, zu wenig zu wissen, die Hintergründe nicht zu verstehen. Doch der Bauch rief immer lauter: „Was gibt es da zu verstehen? Viele Menschen sind vor Krieg und Verfolgung geflüchtet, sie haben es bis zu  uns geschafft und haben manchmal nicht mal ihre Liebsten mitnehmen können. Oft ist das eigene Leben das einzige, was ihnen zu retten möglich war.“

Recht hat der Bauch.

Seit Wochen lese ich von einer Welle der Hilfsbereitschaft: #bloggerfuerfluechtlinge und #1000malwillkommen sind nur zwei, die mir begegnet sind.

BFF_1508_HeaderBlau2-300x111-300x111Ebenso lange lese ich auch schon von anderen, hasserfüllten Aktionen. Diese sollte man nicht totschweigen, aber eben auch nicht ignorieren. Zum „dagegen an reden“ bin ich nicht wortgewandt genug. Da gibt es viele, viele andere, die das besser können als ich. Schaut euch einfach mal in dieser Linksammlung um.

Doch was kann ich tun?

Mich macht es betroffen, wenn ich von den Einzelschicksalen lese oder im Radio einen Bericht höre. Ich habe hier alles, was man zum Leben braucht. Mehr als das – und oft genug weiß ich dies nicht zu schätzen.

Wir können unsere Kinder in die Schule unserer Wahl schicken – Jungen und Mädchen.
Wir können frei entscheiden, ob wir vegetarisch essen oder lieber das grüne Paar Schuhe tragen wollen statt der roten.Wir wohnen in vier Wänden, die uns vor Wind und Wetter, aber auch vor Eindringlingen schützen.
Wir hören jeden 1. Freitag im Monat die Sirenen, und dürfen uns glücklich schätzen, das dies nur die Funktionskontrolle ist.
Wir können mit 18, 76 oder gar nicht heiraten und sind in jedem Fall ein Mitglied der Gesellschaft.

Friede und Selbstbestimmtheit

Diese Liste ist nicht vollständig, nur ein Ausschnitt meiner Gedanken. Was ich aber weiß: Wir leben in Frieden. In einer Gesellschaft, die durch Selbstbestimmtheit geprägt ist. Das ist viel Wert. So viel, das vor mehr als 20 Jahren die Bürger des „anderen Deutschlands“ dafür kämpften, auch so leben zu dürfen. Und sie haben gewonnen.

Bei mir um die Ecke ist eine Erstaufnahmestelle. Eine Turnhalle, die schon mit 2 Schulklassen unangenehm voll erscheint. Nicht das neueste Baujahr. Aber zentral, mit sanitärer Infrastruktur. Diese beherbergt seit Ende Juli 150 Flüchtlinge. Die meisten bleiben 30 Tage – bis sie woander hingeschickt werden. Hoffentlich werden sie in ein gutes Leben entlassen. 150 von 800.000 leben hier vor meiner Tür.

So viel im Kopf – und so wenig kann ich in Worte fassen

Ich möchte helfen. Ein Lächeln verschenken in einer Zeit, die für die Beteiligten sicher nicht einfach ist. Ich möchte zeigen: Ihr seid willkommen! Aber ich hab auch Berührungsängste. Am ersten Tag sah der Bereich um unsere Turnhalle aus wie ein Knast: Katastrophenschutz, Zeltlager und Polizei. Unheimlich. Die Straße ist seit einigen Wochen für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wachschutz ist präsent. Es ist mir unheimlich.

Daher war ich heute morgen sehr froh, als ich die Aktion „Sew a smile!“ entdeckte.

Ich möchte etwas geben, was ich gut kann. Denn wenn ich etwas verschenke, dann mit Herz. Für jeden ein individuelles Stück – mit Herzblut gearbeitet und mit vielen guten Wünschen gefüllt.

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Zusammen mit Bettina lade ich euch am Donnerstag ein, Turnbeutel und Kulturtaschen zu nähen.

Wann? Donnerstag den 03.09.2015
Uhrzeit? 9:00 bis 18:00 Uhr
Wo? bei emmeline, südstraße 15-17, 41469 Neuss

Wie ihr teilnehmen könnt? Kommt vorbei, setzt euch an eine Maschine und näht! Stoff und Kordel werden von emmeline gestellt, aber wer gerne Material von daheim mitbringen will, darf dieses gerne tun.

Wer nicht nähen kann oder an diesem Tag keine Zeit hat, dann uns gerne durch Geldspenden für eine Füllung der Beutel (Hygieneartikel und Beschäftigungsmaterial für Kinder) unterstützen. Oder ihr näht daheim Beutel – für große und kleine – für Jungs und Mädchen. Einen ganz einfachen Beutelschnitt findet ihr hier.

Wir verteilen diese Beutel dann im Rheinkreis Neuss.

Dies war mal wieder ein typischer Beitrag a la minerva huhn – bunt durcheinander gewürfelte Gedanken, verschiedene Ideen, bunt zusammengewürfelt und manchmal übergangslos… so sieht es in meinem Kopf aus. ‚“So vieles ist schon gesagt – soll ich das nochmal erzählen? Wer will das noch lesen?“

Aber wisst ihr was: das ist mir gerade egal. Ich möchte, das ihr wisst:

1000 mal Willkommen – ich bin dabei!

mit den mir gegebenen Talenten und Möglichkeiten werde ich helfen und unterstützen.

 

 

Laufen

www.24hlauf.de – wieder dabei!

12. Aug. 2015 - Laufen -
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Nachdem wir letztes Jahr viel Spaß beim 24-Stunden-Lauf in Rodgau/Dudenhofen hatten, stand für mich und einen Teil des Teams fest: das machen wir 2015 wieder!

Flyerrodgau15

Nun sind es keine 31 Tage mehr, bis wir wieder auf der Bahn sind.

 

Wir.

 

Das ist ein bunter Haufen von Laufbegeisterten von 10 bis 99 Jahren… okay, gelogen. Nach oben hin ist das Alter ja auch nicht mehr so wichtig. Viel wichtiger ist, was uns verbindet: die Freude am Laufen!

Ob nun im Turtlestyle wie ich oder etwas ambitionierter wie Carsten. Ob reine Läufer oder Triathleten. Ob Mädel oder Bub. Wir stellen uns der Herausfoderung, gemeinsam 24 Stunden auf und an der Bahn zu laufen. Gemeinsam so viele Kilometer wie möglich zu sammeln.

Denn dieser Lauf ist eben auch ein Spendenlauf.

 

Das war mir im vergangenen Jahr gar nicht so bewusst. Eher eine Mordsgaudi um zu gucken, pack ich das alles? Kann ich SO laufen? Wenig schlaf, nachts? Immer und immer wieder im Kreis?

Heute weiß ich: Ich kann das. Andere können nicht mehr selbständig laufen. Und wenn ich mit „einfach nur Laufen“ dazu beitragen kann, anderen etwas Freude zu schenken – dann bin ich von Herzen dabei!

Der Verein Gemeinsam mit Behinderten e.V. stellt sich ganz vielen, großartigen Herausfoderungen. Zuletzt wurde im Strandbad Rodgau Zugang zum Wasser für Rollstuhlfahrer ermöglicht. Schaut euch auch mal auf Facebook beim Verein um. Da seid ihr sofort informiert, wenn es etwas neues gibt.

Daher bitte ich euch um eure Unterstützung.

 

Kommt vorbei! Sagt uns „Hallo!“ und feuert uns an. Auch gerne geommen sind entweder Glühwein oder eisgekühlte Getränke (je nach Witterung) und aufmunternde Worte. Vegane Smoothies oder Brownies wären auch was feines :-9 Sollte jemand mit Zauberhändchen unter meinen LEsern sein… die eine oder andere Massage wird sicher auch gerne genossen.

Wer den weiten Weg nach Frankfurt – Rodgau/Dudenhofen scheut, kann uns aber auch anderweitig unterstützen: Am liebsten in Form von einer Spende – wie das geht, lest ihr hier.

Namensfindung und Logo

 

Schon nicht einfach, wenn aus ganz Deutschland so unterschiedliche Typen aufeinander treffen und gemeinsam an den Start gehen. Daher gibt es statt eines weiteren bunten Bildchens gerade nur eine weitere Zwischenüberschrift. Sobald wir uns entschlossen haben, zeig ich euch das Ergebnis!

Der Teamname in der Liste ist demnach nur ein Platzhalter – denn ich bin kein Einzelstarter. Die Einzelstarter dürfen die ganzen 24 Stunden am Stück – durch eine Fussfessel gebunden – alleine ihre Runden ziehen. Was so natürlich nicht stimmt.
Ich bewunder diese Läufer… kommen mir zwei bis drei Stunden am Stück schon ewig lang vor. Vielleicht trau ich mich dieses Jahr dann auch, mal nit einem dieser Helden zu reden.

 

 

Ich freu mich wahnsinnig!

 

Auf diesen Lauf. Auf das Treffen mit den anderen Teammitgliedern und den Teams, die wir letztes Jahr schon trafen.

Nähen

SUMMER KIDS Sew Along: Jacke oder Weste

04. Jun. 2015 - Nähen -
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Oh je. Jacke ist gefordert. Oder eine Weste. Welche soll ich nur nehmen? Da es ja heiss „Let’s farbenmix“ fällt der favourisierte klimperklein-Schnitt raus. Eigentlich wollte ich ja schon lange mal Eddie nähen. Aber irgendwie konnte ich mich zu keiner Stoffauswahl durchringen.

„Duuu, die Eva braucht noch ne Jacke. Näh doch mal Wilma!“ sprachs und dann ging es los:Welcher Stoff könnte einem Fast-Teenager in der besonders langen Ausführung wohl gefallen? Ntürlich war das betreffende Kindelein zum Zeitpunkt der Wahl in der Schule und konnte nicht befragt werden.

Nach einigem hin und her wurde es dann leichter Sommersweat mit Sternen und als Futter der fliederfarbene Skulljersey.

Nur: welche Größe wählen wir?

Wir entschieden auf 170/176, der Schnitt wurde abgemalt und alles zugeschnitten. Hey, in dieser Größe geht massig Stoff drauf! Das bin ich von meinen Kids noch nicht gewohnt – da der Teenie ja in der Regel für sich selbst näht.

Kurz vor Fertigstellung: kein passender Reißverschluß verfügbar. Argh! Nur noch eine handvoll Nähte und dann so ausgebremst zu werden ist schon gemein.

imageDa ich ja vorhatte, püntlich fertig zu werden (nicht wie letzte Woche) um auch im Sew Along zu verlinken, wanderte ich in die andere Stadt und suchte einen fliedernen Jackenreißverschluß. Letztlich ist es ein hellgrauer geworden…

 

imageDa ich ja vorhatte, püntlich fertig zu werden (nicht wie letzte Woche) um auch im Sew Along zu verlinken, wanderte ich in die andere Stadt und suchte einen fliedernen Jackenreißverschluß. Letztlich ist es ein hellgrauer geworden…

Und ich bin pünktlich fertig. Hej – Applaus bitte!

Mein persönliches Fazit zum Schnitt Wima:

Ein Hexenwerk ist es nicht. Mit der Bildanleitung der Homepage von Farbnmix lassen sich die meisten Fragen, die das lesen des Textes aufwerfen, klären.

Gut gefällt mir die Lösung mit dem Bündchen an der Kapuze. So ist die weite reguliert, aber ich brauche keine Kordel und keine Ösen.

Ich weiß jetzt aber auch wieder, warum ich so ungern an dieses Projekt heran gegangen bin:

  • Ich nähe gerne gefütterte Kapuzen… aber der Abschluß innen bzw. der Übergang des Reißverschlußes ist in den meisten Anleitungen nicht so beschrieben, das ich damit zu Frieden wäre. Die ganze Jacke doppelt nähen wollte ich für den Sommer aber auch nicht.
  • Ähnlich ist es mit dem Bündchen am Saum im Zusammenspiel mit dem Reißverschluß. Will ich das Bündchen bündig und auch von innen schön annähen, „brech ich mir einen Ast.“

Fazit: Ich muß mehr Jacken nähen und noch einige Anleitungen mehr lesen, um für mich die optimale Lösung zu finden. Fürs erste bin ich mit diesem Nähwerk zufrieden.

imageWas mal wieder nicht wirklich passt ist die Größe – wie soll es bei mir auch anders sein, gell?

Fürs Foto musste meine Abiturientin (hier auch nochmal: du hast das prima gerockt, Mau… allerliebstes großes Kind, ich bin stolz auf dich!) herhalten. Eine kurze Anprobe mit der zukünftigen Eigentümerin hat nämlich ergeben: viel, viel zu groß! Gerade in den Schultern rutscht es herunter.

Normalerweise trägt mein Kind bei einer Körpergröße von 172 cm Damengröße 38. Ihr sind die Ärmel viel zu lang. An den Maßen vom Schnittbogen hab ich nichts verändert und ich hab mich brav an alle Anweisungen gehalten. Wie ihr auf den Fotos seht, wurden die Ärmelbündchen umgeschlagen. Die Länge hingegen ist für eine Longjacke perfekt!

Ergo: gewöhn dir endlich an, das Modell vorher zu vermessen, ehe du „mal eben“ etwas nähst, Frau Huhn!

Folglich werde ich meine Damen daheim endlich mal wieder vermessen – ich hab ja noch zwei Wochen, um etwas passendes zu werkeln.

Stoffe& Bündchen: emmeline
Reißverschluß: 80 cm OPTI
Schnitt: Wilma über emmeline

 

Nähen

SUMMER KIDS Sew Along: Hose/Rock/Kleid

30. Mai. 2015 - Nähen -
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… waren in Woche zwei gefordert. Und ich war tatsächlich pünktlich fertig. Aber…

 

ABER.

Das große ABER kennt wohl jede und jeder hier. Zu viele Termine, Krank werden, ein lange geplanter Wochenendausflug oder zu schlechtes Wetter zum fotografieren.

Und genau diese ABERS hab ich in Woche Zwei erwischt. Alle auf einmal.

valeskaDennoch war ich tatsächlich fast pünktlich zur Deadline fertig. Doch dann passte das Bündchen nicht, das Licht war doof und dsa Fieber ereilte mich erneut. Nun reiche ich euch die Bilder einfach nach.

Genäht hab ich den für mein kleines Huhn zweitliebsten Rockschnitt: Uljana. Eine schöne Länge, etwas ausgestellt und auch geeignet, mal auf einen Baum zu klettern.

valeska_detailsNicht groß verziert, denn das ist mit neun Jahren schon wieder uncool. Aber die Erdbeere musste sein. Kombiniert hab ich den tollen Farbenmix Flower Parade mit einem an die fünfziger Jahre erinnerden Muster.

Später ist noch ein Shirt nach kleinFanö, ein Haarband und ein Loop dazu entstanden. Aber diese Bilder gibt es erst, wenn ich euch die Werke am lebenden Modell zeigen kann. Oder ihr schaut bei Instagram rein.

Stoff & Bündchen: emmeline
Erdbeere: tatsächlich selbst gehäkelt
Schnitt: Uljana via emmeline

 

Nähen

SUMMER KIDS Sew Along: Shirts & Co

18. Mai. 2015 - Nähen -
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Wer kennt das nicht? Der Sommer steht vor der Tür, der Kleiderschrank der Kinder quillt über – aber nix passt wirklich, schon gar nicht mehr die Sommersachen vom letzten Jahr. Eigentlich könnte man da ja mal eben was nähen…

… aber genauso gut kennt man auch das schon: „eigentlich“ und „mal eben“ gehören nicht in einen Satz mit „etwas nähen“. Gerade hab ich einen Teil meines Stoffschrankes aufgeräumt und aussortiert… da lag dann doch tatsächlich ein pinkes Kleidchen zugeschnitten, fast fertig genäht und bereits bestickt… in Größe 74. Mal eben halt.

Als ich neulich den Beitrag Summer Kids Sew Along – Let’s Farbenmix  las, dachte ich zuerst: hey, das ist super, da mach ich mit! Und sofort danach: Argh, ich hab keine Zeit… da liegt noch das Kleid, der Rock braucht neue Bündchen, der Pulli müsste auch noch… und WANN bitte soll ich das denn noch machen?

Es kommt anders. Immer. Und erst recht, als man denkt.

Letzte Woche nahm ich mir zwei Stoffe von daheim mit in den Laden – ein neues Nachthemd für mich sollte her. In der Mittagspause könnte ich ja mal eben…. genau, mal eben. Außerdem konnte ich mich nicht für einen der beiden Stoffe entscheiden. Aber der eine Stoff eroberte das Herz unseres Minihuhns. Da hatte ich dann verloren.

Samstag war es draussen grau. Nix mit arbeiten im Garten. Nix mit „eine Runde schwimmen“. Dann doch lieber den Ordner rauskramen mit den abgenommenen Schnitten. kleinFanö… ja, das geht immer. Passt, ist nicht zuuuu mädchenhaft, aber eben auch nicht zu kastig. Nur gute 5 cm verlängern, das müssen wir immer. Egal ob beim Schnitt für kleine oder für große Mädchen.

So setzte ich mich nach Ladenschluß an das Projekt „Let’s farbenmix!“. In der Handtasche hatte ich eine leichte Flatterbluse dabei – auf die Schnitteile gelegt: sollte passen. Zugeschnitten war es schnell, passende Paspel mit dem roten Jerseyschrägband und feiner Kordel auch fix selbstgemacht. Und nun? Die faule Bündchenvariante oder doch lieber hübsch einfassen?

Wo war noch der Bandeinfasser für die Cover?

Ah, da hinten! Angeschraubt, nochmal das Video angeguckt… sollte kein Thema sein. War es aber… irgendwie hab ich keine 5 cm vernünftig hinbekommen mit dem Bandeinfasse. Da brauch ich etwas mehr Übung. Also ganz klassisch eingefasst: erst das Band mit der Overlock annähen, danach mit zwei Nadeln covern. Auch hübsch.

Wenn ich die Stunde des Kampfes mit dem Bandeinfasser abziehe, war das Shirt innerhalb einer Stunde fertig. Trotz der Rüschen an Vorderteil und an den Ärmeln. Trotz des Einfassends. Ohne Schnick und Schnack ist Fanö ein wirklich schnell zu nähendes Shirt – mit Passformgarantie auch bei etwas stärkeren Kindern. Wenn… ja wenn man die richtige Größe wählt. Denn wie eingangs schon geschrieben: letztes Jahr… waren die Kinder einfach eine Nummer kleiner 🙂

Daher zeig ich mein Einstiegs-Fanö-Shirt heute eben nicht am Kindelein sondern am Buchs. Die Kombination von Petrol und Rot gefällt mir gut. Dem einen Kind auch. War es doch der von ihr gewählte Stoff. Aber leider, leider… nähen wir das ganze dann noch mal eine Nummer größer.

image

Wir hoffen jetzt einfach, das dieses Shirt der besten Freundin passt – zwei Haarbänder nach dem Tutorial von Hamburger Liebe hab ich aus den Resten nämlich auch noch genäht. Davon werden noch einige folgen. Hab ich doch beim Aufräumen viele Reststücke gefunden, die hierfür genau die richtige Größe haben.

Kein Meisterwerk.

Nein, wahrlich nicht. Doch zum wieder „Lust aufs Nähen“ und „Lagerabbau“ ist dies das richtige Einstiegsprojekt. Und wenn ich mich selber an all die Tipps, Tricks und Ratschläge halte, die ich in meinen Kursen großzügig verteile – dann kommt vielleicht auch bald wieder etwas passendes raus.

Sie näht wieder.

Und das ist das wichtigste.

Wer nun auch Lust hat, seine Motivation zu locken, den Kinderkleiderschrank aufzufüllen oder einfach nur zu schauen, was andere so nähen: dann schaut vorbei bei Bienvenido Colorido! Es soll wohl auch etwas zu gewinnen geben.

edit(h) war gerade bei Emma… und hat mit Begeisterung festgestellt, das das Shirt auch noch wunderbar zum Frühjahrsputz passt!

Stoff: Coupon vom holländischen Stoffmarkt vor ca. 2 Jahren
Jerseyschrägband: emmeline
Schnitt: kleinFanö von farbenmix via emmeline

 

Laufen

Das war der HAJ Marathon 2015

10. Mai. 2015 - Laufen -
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So ziemlich genau drei Wochen ist es her, das ich zusammen mit Nicole unterwegs war zum Start meines zweiten Halbmarathons beim HAJ Marathon. Wie ihr im letzten Beitrag schon lesen konnte: Die Vorbereitung war eher supoptimal.

Freitag, 17. April 2015

Ich stieg in den Zug nach Hannover. Aber nur, weil ich es Nicole verprochen hatte. Vorfreude? Auf den Lauf? Nö. Eher so das Gefühl „muss ja, hast ja Zug und Startgeld bezahlt“ Die Aussicht, Nicole und Anne zu treffen stimmte mich dafür heiter und allein deswegen schlich sich gute Laune in mein Gemüt.

Den Nachmittag verbrachte ich dann mit gemütlichem Kaffee trinken in der Markthalle, Startunterlagen abholen, Gemüsepfanne servieren lassen und tatsächlich ganz früh ins Bett – aber vorher genoß ich noch die Badewanne im Gästehaus.

Ach, und den blaue Strich, der die Optimallinie der Strecke darstellt, hab ich auch gefunden.haj1

Samstag, 18. April 2015

Meine Gastgeberin musste arbeiten, ich schlenderte in die Stadt, machte eine etwas längere Ingress- und Sightseeingtour durch Hannover … der Ausflug wurde deutlich länger als geplant: falsche Schuhe getragen, abends platte Füße.

Ein kurzer Ausflug zu Decathlon war auch drin – tatsächlich fand ich dort eine neue Laufhose, die als Kompressionsware gekennzeichnet und kurz ist. Volles Risiko: gekauft und für den Lauf eingeplant.

Statt am Abend zur Pasta-Party zu gehen fanden wir uns im Mezzo ein und genossen ein opulentes Mahl auf der Straßenterrasse. Die Linsensuppe war einfach lecker, der vegane Burger richtig klasse. Doch schnell wurde es frisch… und wir wollten nur noch ins Bett.

>br>Noch fix alles für morgen früh rausgelegt. Wie wird das Wetter? Kurz oder lang? Rot oder orange? Und ja, ein zweites Wannenbad gönnte ich mir auch. Man merkt, das wir daheim keine Badewanne haben, gell?

Die zweite Nachte mit Katze und Hund im Haus = 4 Ceterizin. Einschlaf- oder Durschlafprobleme hatte ich keine. haj2

Sonntag, 19. April 2015

Sonntag früh. Joa. dann muss ich mich wohl aufraffen, gell? Der Himmel ist grau, leichter Wind und Temperaturen um 10 Grad: Optimales Wetter.

Zwei Toast mit Erdnussbutter und Banane, eine größe Schüssel Matcha Latte, nochmal das Örtchen aufsuchen und los gings zur S-Bahn. Der große Rucksack wurde im  Schließfach am Bahnhof eingeschlossen, Nicole und ich schlenderten rüber zum Rathaus – Start und Ziel für alle Läufe dieser Veranstaltung – und aus grau und frisch (yeah, optimal!) wurde … sonnig und frisch (gut fürs Gemüt).

Am Messezelt ein kleiner Fototermin mit der Hannover-Laufgruppe. Es wurde immer wärmer. Nach kurzem überlegen zog ich noch fix das Fuktionshemdchen drunter aus. Und wohin jetzt mit dem Beutel? Am Rand de Geländes standen große Container – jeder Container für ein  festgelegtes Startnummernkontingent. Wow. Das kannte ich noch nicht. Gefällt mir aber echt gut.

Nun nochmal kurz aufs Dixi, dann ab an den Start. Alle Läufer, die bei der Anmeldung eine Zielzeit über 2:00 Stunden oder gar keine Zeit angaben, fanden sich in Startblock D wieder.

Somit starteten Nicole (2:20:) und ich gemeinsam.  Wir hatten abgesprochen: erst mal zusammen laufen, dann gucken wie wir drauf sind um gegebenenfalls die Strategie anzupassen und die andere ziehen zu lassen.

Huch! Da war er schon – der Startschuß.

Irgendwie verspürte ich null Aufregung. Es war voll – also genau richtig, um auf den dersten Meter nicht gleich extrem zu schnell loszurennen. Immernoch traute ich mir eine gemütliche Zeit von 2:45-2:50 h zu.

Ich bin ja einige Zeit in Hannover zur Schule gegangen und hab auch meine Ausbildung dort gemacht. Aber auf der ganzen Strecke entdecke ich Ecken, in denen ich noch nie vorher war oder dachte „Wow! Hier hat sich ja nix verändert!“

Somit vergingen die ersten 5 km wie im Flug: vorbei an der Halle, zu der wir in der Berufsschule zum Schulsport mussten – inklusive der Erinnerung, wie dämlich ich diesen empfand und wie weit der Weg mit schien von der Schule zu Halle. Das mag knapp ein Kilometer sein – und heute renn ich hier freiwillig, und zwar deutlich mehr.

Dank des tollen Wetters war an fast jeder Ecke ein Grüppchen Zuschauer, welches die Läufer anfeuerten. Tolle stimmung, gutes Wetter (fast schon zu warm) und am plaudern. Ich hatte mir vorgenommen, eine Pace von 7:40 zu laufen – von Anfang an und dann bis zum Ende. Da wäre ich in Sicherheit, das kann ich. Mit Nicole geplaudert, immer mal wieder auf die Uhr geschaut … 6:50, 7:10, … alles viel zu schnell, viel viel zu schnell! … aber es fühlte sich gut an. Somit die sorgenvollen Gedanken von wegen „das hälst du nicht bis zum Ende, langsamer als letztes Mal wäre so dämlich!“ weggeschoben und dann nur noch nach Gefühl gelaufen. Wir diskutierten noch, ob wir die erste Versorgungsstelle auslassen sollten – so früh wartete sie auf uns. Doch von der Seite kam dann ein Einwurf „Nehmt alles mit, das wird noch wärmer heute!“

Gefühlt war an jeder Ecke eine Verpflegungs- oder Erfrischungsstelle. Jede hab ich genutzt und auch gebraucht. Becher nehmen, ein paar Schritte gehen, in Ruhe den Pappbecher (hej, das war das erste mal, das ich bei einer Veranstaltung Pappbecher bekam, das war super! Und auch, das fast kaum Becher auf der Strecke lagen, weil immer wieder gekehrt wurde und am Ende der Verpflegungsstelle große Container standen, gefällt mir) , das Wasser getrunken, weiter gings.

Bei Kilometer 9 dann: Hunger! He, warum so früh? Warum mitten vor der Oper? Wohlweisslich hatte ich Datteln dabei. Nur das rausfummeln aus der Gürteltasche – das muss ich wohl noch optmieren. An dieser Verpflegungsstelle trank ich erst und aß danach die Dattel. Und ärgerte mich ein paar hundert Meter lang über verdammt klebrige Finger.

… es lief … rund …

Vorbei am Hauptbahnhof, durch die List … immernoch gab es überall Menschen, die am Straßenrand Party machten und anfeuerten. Kinderhände wollten abgeklatscht werden. Zunächst fand ich das etwas befremdlich – warum soll ich wildfremde Kinderhände abklatschen. Aber als ich sah, wie sehr sie sich darüber freuten – reihte auch ich mich ein – und freute mich mit den Kindern.

Kurz nach der Verpflegungsstelle 10, bei ca. Kilometer 16 ging es meiner Begleitung nicht mehr ganz so gut. Wir wurden ein bisschen langsamer. Wir bogen um die Ecke, liefen auf der letzten langen Geraden am Georgengarten vorbei. „Und hier denkt man, ach da vorn ist gleich das Ziel – doch da kommt noch ein Kringel dazwischen“ . Auf halber Höhe noch ein Erfrischungspunkt – Wasser, Cola, Apfelschorle… ich blieb bei Wasser und meiner Dattel. Noch immer lief es bei mir einfach rund, ohne Schmerzen, ohne moralische tiefs. Die Stimmung am Straßenrand, die Sonne – alles trug dazu bei, gar nicht erst schlechte Gedanken aufkommen zu lassen. Für ein breites Lächeln sorgte der privat organisierte Stand gegenüber: tatsächlich gab es Bier – mit 4,9%. Hätte ich mich dafür entschieden, ich wäre wohl zusammengebrochen. Aber lustig fand ich es allemal. Soweit ich weiß, gab es dann auch den ein oder anderen, der beherzt zugriff.

Um Kilometer 18 rum hörte ich von Nicole „Dieses Mal biste viel fitter als im September, jetzt ziehst du mich!“. Machte mich tatsächlich ein bisschen stolz – und besorgt. Denn kurz darauf kam „Lauf alleine weiter, ich muss langsamer machen.“

Kennt ihr das Dilemma?

Ihr seid die ganze Strecke gemeinsam gelaufen. Habt vorher – natürlich – abgesprochen, was ist, wenn … trotzdem: wenn der Punkt kommt… fühlt es sich seltsam an. Zu hören „Lauf! Ich komme schon zurecht!“ und innerlich denkst du „Ich bin gut dabei, es macht Spaß, es läuft einfach – und jetzt geht es ihr nicht wirklich gut, kann ich sie da stehen lassen?“ Engelchen und Teufelchen – und dann egoistisch zu entscheiden: ich laufe weiter. Kurz „Meinst du wirklich? Kommst du zurecht? Danke!“

Jetzt musste ich allein da durch … ein bisschen Schiß hatte ich schon. Keiner mehr da, der sich mit mir über das nervtötende weibliche Duo hinter mir unterhält. „Komm, stell dich nicht so an, du kannst jetzt nicht stehen bleiben!“ „Ich kann nicht mehr, ich bin am Ende!“ „Wie sieht das denn aus, jetzt gehen?“ … So ein Paar über mehrere Kilometer hinter sich und du denkst: „Nur weg hier. Ich hätte die Alte schon längst umgebracht!“ Leider war viel schneller laufen nicht drin, denn dann hätte ich das Ziel nicht heile erreicht.

Der letzte Verpflegungspunkt kam – meine letzte Dattel wurde gelutscht, zwei Becher Wasser getrunken… keine drei Kilometer mehr. Drei Kilometer? Das schaffste doch mit Links! Das ist doch keine Strecke!

So langsam kam der Tunnel

… grinsend, leicht … alles um mich rum war schön, aufregend, anspornend…

Nervig war dann zum Schluß die Engstelle, wo die Staffeln auf ihre Schlußläufer warteten und sich immer mehr in die Mitte der Strecke stellten um zu sehen, wo ihr Mann/ihre Frau blieb.Verständlich – aber mich machte diese Enge ganz schön fertig… zu diesem Zeitpunkt war mir diese Art Nähe einfach viel zu viel.

Bei Kilometer 20 dann der „Leichtsinn“ … ein bisschen schneller muss doch noch drin sein… Endspurt! Das ging gut bis 300 m vorm Ziel … puh… das waren die längsten 300 m meines Lebens …jedes Schild mit „nur noch xxx Meter“ machte mich nervös… „Wie, so lang noch? Das waren gerade doch sicher mehr als 100 m!“

Helene Fischers „Atemlos“ kurz vorm Ziel  machte das Laufen nicht wirklich leichter. Dennoch bekam ich das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Ich wusste, ich bin gut dabei.

Die Rechnerei bezüglich der Zielzeit unterwegs hab ich mir gespart . Hin und wieder auf die Pace geguckt … oh Schreck, viel zu schnell! 7:40 war der Plan … haj3

Da! Das Ziel!

 

Ich blieb ganz brav auf der blauen Linie, Schritt für Schritt… nur noch vorwärts und ankommen. Durch den Torbogen… kurzer Blick auf die große Uhr 2:4xx:xx … „oh wow, dann muss ich unter 2:40 sein (waren ja im letzten Startblock)“… um die Ecke und dann „Aus, vorbei. Du bist im Ziel und es war gut. Es hat Spaß gemacht und nicht einmal der Gedanke: Warum tust du dir das an?“

Ich wartete auf Nicole… wo bleibt sie? Wie geht es ihr? Wusstet ihr, WIE lang fünf Minuten sein können? Als sie endlich vor mir auftauchte, fiel dann auch der letzte Stein vom Herzen und ich konnte das Ergebnis richtig genießen.

Offiziell sind es 2:39:08

haj4

Meine Anmeldung für nächstes Jahr ist raus. Am 10.04.2016 komme ich wieder zum  Halbmarathon nach Hannover.

Danke

Danke mag ich allen sagen, dir mir Zeit und Zuversicht schenken, damit ich überhaupt laufen kann…

  • meiner Familie, meinen Freunde und Tina.
  • allen virtuellen Freunden – ob Turtlerunner, Laufen in NRW, Motivation ist alles wir packens!
  • allen, die meine Einträge bei Instagram kommentieren und auch selbst zum Anlass nehmen, loszulaufen.

 

 

 

Laufen

Halbmarathon in Hannover

16. Mrz. 2015 - Laufen -
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Im Rahmen des HAJ Marathons werde ich mit Nicole den Halbmarathon laufen.

Meine Vorbereitung über den Winter ist eher suboptimal gelaufen. Zu oft (selber) krank, zu viele andere Termine und eine Motivation, die erfolgreich Verstecken mit mir spielte.

Von jetzt an sind es noch 33 Tage 14 Stunden und 50 Minuten, bis wir an den Start gehen.

Knappe vier Wochen also noch, um annähernd auf das Niveau vom Herbst zu kommen. Ich knappse mir jede Stunde Trainingszeit ab. Suche mir Laufpartner vor Ort, um nicht zu kneifen. Denn der Alltag hat sich mit dem Schweinehund verbündet und wirft Stöckchen und Knüppel auf meinen Weg.

Aber ich schaff das schon.

Ankommen. Mehr will ich für diesen Tag nicht vorgeben.

Wünsche? Klar!

Kein Regen, nicht mehr als 15:00 °C und eine richtig gute Stimmung am Wegesrand. Dann läufts.

Und schon bin ich wieder weg… ich hoffe, wir sehen uns bei dem einen oder anderen Lauf auf oder an der Strecke.

 

 

 

Laufen

Willkommen im (Lauf)Jahr 2015!

15. Jan. 2015 - Laufen -
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Nun ist das Jahr 2015 auch schon ein paar Tage alt. Und zum Glück startet es besser, als das letzte endete.

Das allerschönste für mein neues Jahr ist: ich laufe immer noch!

Ich kann es fast nicht glauben, aber ich bin jetzt schon über ein Jahr dabei. Von kleinen Widrigkeiten wie Grippe, Prellungen oder ähnlichem hab ich mich nicht unterkriegen lassen und bin immer wieder in die Schuhe geschlüpft und losgelaufen.

Leider ist meine Statistik nicht ganz komplett – aber das was ich protokolliert habe, lässt mich staunen:

  • 780,2 km
  • 5 Tage 02 Stunden 27 Minuten in Bewegung
  • 85.746 Kalorien
  • 2.074 aufwärts (m)
  • 2.079 abwärts (m)
  • 6 Wettkämpfe

Cool.

wettkampf
Rosellener Abendlauf * women’s run Berlin * Rund um den Fühlinger See * Medemblik

 

Ich will weiterlaufen! Irgendwann tauchte bei Instagram der Hashtag #runningsavesmysoul auf – und genau das ist es: Laufen erdet. Laufen beflügelt. Laufen macht mich frei von Zwängen.

Klingt erst mal komisch, wo treue Leser doch wissen, das ich nach Plan, unterstützt von einer Trainerin und mit konkreten Zeit- und/oder Streckenzielen laufe.

Durch das Laufen hab ich jedoch auf vielen anderen Gebieten gelernt, freier zu sein und meinen Standpunkt zu vertreten. Lange Strecken zu laufen war für mich schon seit der Schulzeit der Horror schlechthin – immer zu langsam, immer mit Seitenstechen und immer mit den blöden Sprüchen der Lehrer oder Zuschauenden im Ohr. Jemand, der freiwillig mehr als die 400 m auf der Tartanbahn lief, wurde von mir für verrückt erklärt. Freude? Beim Laufen? Unvorstellbar!

Und heute?

Verfluche ich immer noch alle Sportlehrer, die mir für lange Zeit die Freude an der Bewegung vergrätzten.

Bin ich dankbar, für all die vielen Menschen, die mir in den letzten 14 Monaten durch das Laufen begegneten und die mir seither (noch mehr) ans Herz gewachsen sind.

Doch zum Thema „Lauffreunde“ gibts bald einen extra Eintrag. Versprochen!

freunde
TEAMchallenge Hannover * wome’s run Berlin * 24 h Lauf Rodgau * Herzlauf Hilden

Kurz vor Weihnachten wollte ich mal meinen Kleiderschrank auffrischen und nahm dies zum Anlass, meine Einkäufe des Jahres nachzuvollziehen. Ich hab doch tatsächlich drei Mal so viele Laufschuhe gekauft wie Straßenschuhe. Vom Verhältnis Sportbekleidung zu gewöhnlicher Bekleidung will ich gar nicht reden. Ob sich das jemals wieder ändert?

towear
Lieblingsschuhe * verhasste Regenjacke * Leuchtware * neuestes Shirt

Was kommt in 2015?

Auf alle Fälle bleibt das Laufen mein Sport. Nach dem Halbmarathon in Hannover werde ich entscheiden, ob ich im Herbst einen zweiten Halbmarathon, einen Volkstriathlon oder gar einen Marathon in den Plan mit aufnehme.

War im letzten Jahr mein ganz großes Ziel, einen Halbmarathon von der Distanz her zu schaffen, möchte ich in 2015 mehr an der Kraft arbeiten. Das ich eher auf der Langstrecke als im Sprint glücklich werde, ist auch klar. Aber etwas mehr Kraft und Spritzigkeit? Wer sagt da schon nein? Steht mir sicher auch gut!

Leider gibt das Privatleben gerade nur die Zeit fürs Laufen und ein bisschen Studio her – sonst würde ich schon seit Oktober regelmäßig im Wasser zappeln und an meiner Schwimmtechnik feilen.

Bleiben wird das Laufen draußen. Habe mich gerade ob der bei mir nicht so beliebten Wetterlage wieder auf dem Laufband versucht. Komisch – ganz früher hab ich da locker 60 Minuten laufen können, heute schaff ich keine zehn Minuten. Meine Füße „verhaspeln“ sich, meine Augen flimmern und dieser Käfig um mich herum erlaubt keine individuelle Bewegung.

jahreszeiten
Frühling * Sommer * Herbst * Winter

Und wer zieht schon freiwillig eine graue Wand aus Spinden dem Wechselspiel der Natur vor?

Am liebsten laufe ich morgens. Wenn noch alles ruhig ist, Tau auf den Feldern und die Sonne hinter dern Bäumen hervor blinzelt. Mein perfekter Start in den Tag!

Was auch auf alle Fälle so bleiben wird, wie es bisher war:

Ich werde nie vorne mitlaufen.

(außer in meiner Alterklasse starten weniger als vier Frauen). Das ist nicht weiter schlimm. Denn wie schon früher geschrieben: Ich bin nicht sportlich.

Natürlich laufe ich weiter. Natürlich brauche ich neue Ziele, die ich erreichen möchte. Und natürlich schau ich auf meine Zeiten. Davon kann ich mich nicht frei machen, das wird auch so bleiben. Ich freu mich schon darauf, wenn ich dieses Jahr die 5 km endlich mal unter 30 Minuten laufen werde – immer im Bewusstsein, das das immernoch Mittelmaß sein wird.

In den letzten Monaten habe ich gelernt, selbstbewusst in meinem Tempo zu laufen. Weil es mir gut tut. Weil es zu mir passt. Weil ich es so will.

Um so mehr freu ich mich, das endlich Judiths Projekt Turtlerunner startet. Das Buch ist schon seit ein paar Tagen bestellbar. Die „Bewegung“ schon etwas älter… aber wir werden immer mehr: Menschen wie ich, die gerne laufen, die gerne zu öffentlichen Läufen fahren und dort meist mit der roten Laterne unterwegs sind. Die wir uns oft ziemlich doof vorkommen – so als Letzte ins Ziel, wenn schon alle Zuschauer wieder weg sind, die Zeitmessmatte einsam im Matsch auf die wartet und die Mädels an der Getränkeausgabe im Ziel nur noch darauf warten, endlich abbauen zu dürfen.

turtlerunner
Ich bin (nur) zum Spaß hier! * Judith Riemer

Mein Laufjahr 2015?

  • Beinhaltet vor allem wieder viele Kilometer hier vor Ort.
  • Viele davon alleine, einige mit einem meiner Hühner – welches sich zum Ziel setzte, beim Rosellener Abendlauf vor mir ins Ziel zu laufen.
  • Einige mit Freundinnen von hier, die auch laufen, welche aber eben auch Familie haben und sich ihre Laufinseln ebenso freischaufeln müssen wir ich.
  • Regelmäßig zum Mondscheinrun – das war so eine nette Runde im Januar und hat mir unheimlich Spaß gemacht.
  • Laufveranstaltungen stehen auch auf dem Plan: den Anfang mach ich beim Halbmarathon in Hannover, dicht gefolgt vom Rosellener Abendlauf und etwas später dann der women’s run in Köln. Ganz dick rot markiert ist auch der 24 h Lauf in Rodgau – und für den Herbst such ich noch etwas nettes…
  • Freunde treffen – vor allem beim women’s run gibt es ein Startfeld „Turtelrunner & Friends“. Wenn du mit uns laufen willst, schau einfach kurz mal hier vorbei. Auch beim 24 h Lauf wird es Turtelrunner geben – ein oder zwei Teams? Alle als Einzelläufer? Egal, hauptsache: Venga! Venga!
  • Freude am Laufen – egal wie schnelle, (fast) egal bei welchem Wetter.

Das allerallerschönste am Laufen sind mit die Kontakte und Freundschaften, die dadurch entstanden sind und entsehen werden. Ich freu mich wie ein kleines Kind darauf, euch alle wieder zu sehen und gemeinsam zu (speed) turtlen!

Schön, das es euch gibt!

Ich wünsche euch auf alle Fälle viel Freude an dem, was ihr vorhabt; allzeit heile Knochen, Muskeln, Sehnen … und ein leichtes und starkes Herz.

Und – was steht bei euch an für 2015? Alles wie immer? Weniger, mehr von allem?

„I don’t run because I love the feeling of running.
I run because it makes me love the feeling of living!“

Bonnie Pfiester