Lieben

Kinderleicht & schön!

30. Okt. 2014 - Lieben -
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Ja, auch ich bin Fan von KINDERleicht und schön!

Nicht nur, weil ich selbst drei Kids habe, die mehr oder weniger gerne nähen – sondern weil ich bei euch so wunderbare Ideen finde, WAS man Kindern zum Nähen in die Hand geben kann.

HÄPPY BÖRSDEI noch nachträglich ihr Lieben!

Und deswegen möchte ich mich auch in euer Freundebuch eintragen (okay, richtig müsste es heissen: „Duuu, warum hast du das noch nicht gemacht? Erst erzählst du uns von dieser tollen Seite und dann stehste noch nicht mal da drin!“ Zitat einer Teilnehmerin aus dem letzten Ferienkurs)

freundebuch-buttonIch bin Minerva Huhn und so seh ich aus …

2014-10-12 14.14.36
… Komisch, in letzter Zeit gibts nur Bilder vor/nach dem Laufen von mir…
  1. Wo wohnst du?

    Ich wohne zwischen Köln und Düsseldorf.

  2. Wie heißt Dein Blog?

    www.minerva-huhn.de
    in 3 Sätzen: nähen, laufen, lieben

  3. Seit wann nähst du?

    Seit ich ein Teenie war – aber mit grooooßer Pause bis 2009.

  4. Was hast Du als allererstes genäht?

    Das erste, an was ich mich erinnern kann ist ein Set aus einer Weste und einer Hot Pants (das war damals in!).

  5. Warum nähst Du?

    Weil es mich entspannt, ich es liebe, am Ende etwas fertiges (und schönes) in den Händen zu halten und anderen damit eine Freude zu machen.

  6. Was nähst Du am liebsten?

    Geschenke. Geschenke. Geschenke.

  7. Welche Farbe vernähst Du momentan am liebsten?

    Hm. Schwer. Ich glaube: blau und rot.

  8. Du darfst eine Nähmaschine, Stoff, Schere auf eine einsame Insel mitnehmen und noch drei Dinge dazu. Welche wären das?

    Dinge… Trinkwasser, Buch, Omniblend …

  9. Welche Tätigkeit magst Du am liebsten beim Nähen?

    Die letzte Naht zu Ende nähen.

  10. Was gar nicht?

    Schnitte abmalen 🙂

  11. Nähst du mit Schuhen oder barfuß auf dem Pedal?

    Mit Schuhen – meistens jedenfalls.

  12. Mit welchem Material nähst Du am liebsten? Warum?

    Äh… Baumwollwebware. Warum? Weil sie am vielseitigsten ist.

  13. Welche Anleitung von KINDERleicht&schön ist Deine liebste?

    Anleitungen für Nützliches – ich steh nicht so auf Deko. Aber der Brotkorb wird dieses Jahr zu Weihnachten vernähschenkt!

  14. Verrätst Du uns einen Kniff oder Trick beim Nähen, den Du gern schon viel früher gekannt hättest?

    Nahtband. Nahtband ist fast so super wie Stylefix!

  15. Was sind Deine 3 größten Nähpannen?

    Alles, was ich in letzter Zeit für mich genäht habe, passte mir nicht. Zugeschnittenes so lange liegen lassen, bis der Empfänger zu groß dafür geworden ist.
    Beim Ärmel annähen mit der Overlock ins Vorderteil zu schneiden.

  16. Was wünschst Du KINDERleicht & schön?

    Bitte weiter machen! Noch mehr liebe, treue Fans!

Von meinen Kids aus den Nähkursen soll ich euch noch ausrichten:

HERZLICHEN DANK

für all die vielen tollen, einfachen und super erklärten Ideen! Damit kann man nach dem Kurs zu Hause wunderbar weiter machen!

Kira, Mia, Malte, Lea, Shirin, Shana, Frida, Greta, Maya, Anna, Leonie, Lina, Ella, Mareie, Mimi, Leonard, Sven, Finja, Lilly, Ferdinand … und noch viele mehr <3

Startnummer 1 – der erste Halbmarathon

25. Sep. 2014 - Allgemein, Laufen -
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„Wie, du hast die eins? Die bekamen bei uns nur die Kenianer!“ staunte meine charmante Laufbegleitung für meinen ersten Halbmarathon beim Abholen unserer Startnummern. Tja, so eine Nummer bekommt man, wenn man es gar nicht erwarten kann bis die Anmeldung freigeschaltet ist und als erste das Onlineforumlar ausfüllt.

 

Der Wettkampftag begann… mit dem Tag davor.

Wie ihr ja sicher schon gelesen habt, war meine Vorbereitungszeit in den wichtigen Wochen vor meinem ersten Halbmarathon nicht optimal gelaufen.
Um mich selbst nicht weiter runter zu ziehen, ging ich die Woche vor DEM Termin am 21.09. recht locker an und bemühte mich, nicht zu denken: „Wäre ich nicht krank gewesen, würde ich sicher eine Zeit von 7:00 h halten können… wäre es anders gekommen, ernährte ich mich jetzt nach dem Plan von Brendan Brazier oder Matt Frazier.“ Das alles verdrängte ich und ließ dem Alltag seinen Lauf. Ich schaute nicht nach, was ich jetzt am besten essen sollte. Nur auf ausreichend Schlaf achtete ich. Denn der fehlte mir in den Tagen davor sehr, da mal wieder die anderen Hühner hier im Stall mit Erkältung und ähnlichem gesegnet waren und dann ihre Nächte bei mir verbrachten.

Samstag, 20. September 2014 und ich hatte mich zum „Nix tun“ und viel trinken verdonnert. Gelang gut! Da alle Kinder samt Gatten außer Haus weilten, hatte ich auch keine größeren weiteren Verpflichtungen.

Abends dann erwartete ich meine Laufbegleitung – Nicole kam extra aus Hannover um mit mir Turtle zu laufen! Ich bin immer noch hin und weg und begeistert und glücklich das sie sich nach ihrem Arbeitstag ins Auto setzte, hierher brauste um mich zu unterstützen. Ganz besonders dankbar bin ich, das sie auch mein Tempo (Schildkröte bis Schnecke) lief – und nicht das ihrige (Gazelle). Zum Glück waren wir beide sehr müde und konnten früh ins Bett. Ich hatte ja Angst, das wir den Abend zu lange mit Plappern verbringen.

Sonntag, 21. September 2014 – 7:00 Uhr

Wow! Ich hab super geschlafen – tief und fest. Das Aufstehen in der Morgendämmerung ist nicht ganz so leicht gefallen. Dennoch: ich war erstaunlich ruhig. Fast tiefenentspannt. Sehr seltsam. Ist doch heute der Tag, auf den ich fast ein Jahr hingearbeitet habe. Der Tag, der nun unter ganz anderen Vorzeichen begann, wie ich es mir erträumt hatte. Immerhin, mein Lieblingsfrühstück musst sein: ein Smoothie aus Banane, Beeren, Hanfsamen, ein bisschen Matcha … und was sonst noch so da war … und ein Erdnußbuttertoast.

fruehstueck

 

Kurz nach Acht fuhren wir dann los nach Fühlingen. Für mich gibt es fast nix schlimmeres als kurz vor knapp anzukommen – außer ganz zu spät da zu sein. Einen nahen Parkplatz bekommen, die Startummernausgabe gesucht und gefunden und da die erste große Überraschung: Ich hab die Nummer 1!

Fluch oder Segen?

Manno, ich hab ja schon einige Läufe mitgemacht – und mich in Köln auch sehr über meine 14 gefreut. Aber die 1? Bei großen Rennen bekommen diese Ziffer immer die Stars. Der bin ich ja nun beileibe nicht! Ich ahnte bereits, das es einige schlaue Kommentare vom Straßenrand geben würde – und fühlte mich zeitweise sehr verunsichert. Himmel, ich werde zwar erste – aber eben von hinten! Daher hatte Nicole auch ganz klar die Ansage, vor mir über die Matte laufen zu müssen. Wenn schon – denn schon. So.

startnummer

 

Leider war es mit grauem Himmel, bewölkt und etwas windig nur kurzfristig optimales Laufwetter. Denn mit der Zeit zog es sich immer mehr zu. Den Start der 10 km konnten wir noch im im Trockenen beklatschen. Danach steigerte sich das Tröpfeln immer mehr…. ich sorgte mich, ob meine Bekleidung (kurz/kurz, keine Wind- oder Regenjacke) meiner Gesundheit zuträglich sei. Aber müßig: denn ich hatte nix dabei, musste nun meine kuschelige Sweatjacke ins Auto bringen und mich der Herausforderung stellen.
Pünktlich zu unserem Start um 10:40 h begann es dann richtig zu schütten.

copyright bei Detlev Ackermann/www.laufen-in-koeln.de
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Noch immer war ich überzeugt, ich laufe so lange, wie ich kann. Und das „wie ich kann“ würde bei rund 17 km zu Ende sein. Unterminiert, nicht vernünftig mit Nährstoffen versorgt, zu schwer…. solche Gedanken halt. Aber ich schaffte es, sie einfach wieder in die Schublade zu stecken, aus der sie gekrochen kamen. Denn ich hatte ja Nicole an meiner Seite. Wir redeten, und redeten, und redeten… schließlich hatten wir uns seit Juli nicht gesehen und online lassen sich manche Dinge einfach nicht ausdrücken. Dazu braucht es die Gegenwart der Person – in echt. Live und in Farbe.

So standen wir im Startblock, fast ganz hinten. Und wurden nass. Klar wussten wir, das wir um 10:40 Uhr loslaufen sollten. Aber irgendwie kam der Startschuss doch überraschend. Und vor allem so laut! Denn auch wenn wir weit hinten standen – bei einem Feld von knapp 100 Läufern ist es immer noch dicht an der Linie.

Die erste Runde

Da liefen wir nun. Im Regen. Zum Glück hatte ich meine Kappe dabei. Scheiß auf die Optik. So konnte ich wenigstens mit Brille laufen und trotzdem was sehen.

copyright bei Detlev Ackermann/www.laufen-in-koeln.de
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Die Strecke führt um den Fühlinger See – wie der Name der Veranstaltung schon nahelegt. Entlang der Regattabahn sind zwei mal zwei Kilometer asphaltiert, der Rest ist typisch Rundwanderweg – leicht geschottert. Durch den Regen in den vergangenen Stunden und Tagen mit einigen Kuhlen und Pfützen. Die erste Runde lief sich trotz allem gut an. Wir liessen schnell das Feld vor uns weglaufen und fanden unser – äh mein – Tempo. Ich wusste, ich kann mit gutem 8:00er Schnitt lange laufen. Das war mein Plan: So lange mit 8:00 min pro Kilometer unterwegs sein, wie es nicht weh tut. Klingt vernünftig, gell?

Ich mag keine Rundkurse

Wir liefen, redeten, schauten uns den See an und sahen nach einer Weile auf der anderen Seite der Regattabahn die Läufer des 5 km-Wettkampfs. Auf der ersten langen geraden wusste ich: „Hier musst du mindestens drei Mal lang – das könnte zum Ende hin echt fies werden.“

Zuschauer gab es bei diesem Lauf relativ wenig. Was wohl zuerst am Wetter – und dann an der Strecke bzw. der Größe dieser Veranstaltung lag. Und ganz ehrlich? Ich fand das meistens prima! Denn die wenige, die am Rand standen, machten oft doofe Sprüche bezüglich meiner Startnummer. Zumindest die Erwachsenen. Die Kinder waren cool „Mama, die Frau da, die hat die eins. Ist das die beste von allen?“ …

Ungefähr auf der Höhe zwischen Kilometer zwei und drei kam uns das Führungsfahrrad entgegen. Im ersten Moment… Schock! … auch wenn ich damit gerechnet hatte… es hieß, das der erste bereits auf seinem siebten Kilometer war, während ich noch auf den dritten zu turtlete. Doch dann… geschah etwas wunderbares!

Die uns entgegenkommenden schnellen Läufer klatschten. Sie klatschen einfach nur für uns. Hatten nette Worte für uns übrig und halfen mir damit so sehr. Hin und wieder musste ich da ein Tränken wegwischen. Leider gab es danach nur noch Überrundungen von hinten.

Ja, ich hab mir einen Halbmarathon ausgesucht, der kein reiner Rundkurs ist. Dachte ich. Auf dem Streckenplan zur Ausschreibung war der Weg markiert: Runde eins, Runde zwei und Runde drei. In der Vorbereitung bin ich im Frühjahr mal eine Runde um den See gelaufen und kam auf gute 10 Kilometer. Somit klangen drei Runden optimal für mich, zumal ein Teil davon gegenläufig aussah.

Kurz vor Kilometer fünf erwartete uns dann ein Ordner, um den Weg anzuzeigen. Sehr freundlich – auch dieser klatsche für uns und hatte liebe Worte. Äh, liebe Worte? „Nur noch drei mal hier vorbei, dann habt ihr es geschafft!“ … Schock!… Drei Mal? Hej, auf dem Bild stand nur was von drei Runden! „Nein, diesen Teil hier lauft ihr vier Mal. Die Regattabahn ist ja nur 2 km lang!“ Super. Motivation im Keller. Erst mal einen Zahn zulegen… und bremsen. Aber ich lauf ja eh nur, so lange mich meine Füße tragen. Also ist alles, was über 15 km ist, super. Dann sinds vielleicht doch nur drei Runden.

copyright bei Detlev Ackermann/www.laufen-in-koeln.de
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Es regnete übrigens immer noch. Etwas weniger. Aber danach leider wieder etwas mehr. So in der Art sah es für uns über knapp 12 Kilometer aus. Wir liefen, wir redeten. Ich wunderte mich, das alles so rund schien und freute mich.

Immernoch Runde 1/2 – kurz vorm Ende

„Achtung! Erstläufer! Bitte linke Bahn frei machen!“ – wie jetzt schon? Wir waren gerade auf dem neunten Kilometer, kurz vorm ersten Mal „über die Matte laufen“. Im Ziel ist man nach dem dritten Mal. Seine Zeit 1:12 h für 21,1 Kilometer – Wahnsinn! Wir haben in dieser Zeit gerade mal knappe 9 Kilometer hinter uns gebracht.

Rüber über die Ziellinie. Regen. Ein paar Zuschauer feuern uns an. „Los, noch eine Runde!“ –     leider nein. Noch zwei Mal würden wir hier lang laufen. „Da kommt die Nummer 1!“ *kicher*  Macht nix. Ich brauchte dringend etwas zu trinken, kurze Gehpause – und weiter!

copyright bei Detlev Ackermann/www.laufen-in-koeln.de
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So in der Art ging es weiter. Dank des Regens wurde es mir nicht zu warm. Überhaupt fühlte ich mich durch das Wasser weniger beeinträchtigt als ich erwartet hatte. Wir sahen viele Läufer, die uns überholten, freuten uns über jeden Kilometer, den wir hinter uns brachten. Wir passierten kurz danach erneut eine Wasserstation – für die meisten Läufer war das dann bereits der 17. Kilometer. Für uns nicht. Ich nahm den Angebotenen Becher nicht, denn der letzte war ja gerade ein Kilometer weit weg.

Zwischen 11 und 12 überkam mich ein riesiges Hungergefühl. War das Frühstück zu wenig? Falsch? Zu weit weg von jetzt? Den Riegel lies ich dennoch in der Tasche. Ich traute mich nicht. Denn eventuell hätte ich dann ja ein Örtchen gebraucht. Und jeder Stillstand wäre ein Rückschritt. Stehen bleiben und dann wieder loslaufen wurde mit jedem geschafften Kilometer zu einer immer größer werdenden Herausforderung.

Während ich mit mir selbst diskutierte, ob ich nun unbedingt etwas zu essen bräuchte oder nicht – verschwand der Regen. Die Sonne kam raus. Bemerkt hab ich das nur, weil plötzlich meine Brille beschlug. Abgenommen. Nix trockenes am Leib, mit der ich sie hätte abwischen können. Die nächsten zwei Kilometer hielt ich die Brille in der Hand. Eine unspäktakuläre Runde ansonsten. Wie liefen mit Abstand hinten.

Doch ich war verdammt gut drauf.

Denn immernoch tat nix weh. Kein Ziepen im Oberschenkel, kein Knie das meckerte, keine Lunge dir brannte. Wow! Ich kann das also doch, lange Laufen! Ob ich es tatsächlich schaffe, durchzulaufen? Nicole war felsenfest überzeugt: „Klar laufen wir da hier ganz! Was meinst du, warum ich hierher gekommen bin?“

Kurz vorm Ende der zweiten Runde hüpfte etwas grünes am Wegesrand durch die Wiese – Bettina war zum anfeuern gekommen! Ich hab ja fast geheult. So sehr hab ich mich gefreut. Überhaupt bin ich von jedem begeistert, der toll findet, was ich da mache. Ich kann das gar nicht beschreiben – aber die Unterstützung von euch allen da draußen ist mir ein großer Schatz.

Runde drei/vier

Die nächsten zwei Kilometer links der Regattabahn. Trotz der Trinkpause eben merkte ich, wie mir die Sonne zu schaffen macht. Auch auf der anderen Seite der Bahn waren kaum noch Läufer zu sehen. Dafür kamen uns Angler mit voller Ausrüstung, ein Nordic Skatet und andere nicht Wettkampfteilnehmer – teilweise sehr raumgreifend – entgegen. Mich hat es teilweise genervt. Ich sehnte mir eine abgesperrte Strecke herbei. Doch hatte ich mich ja bewusst für einen kleinen, familiären Lauf entschieden. Ohne großes Pipapo. Da gehört das wohl dazu.

Kilometer 17

Wow! Nun bin ich an dem Punkt, den ich mir als Ausstieg offen gehalten hatte. Aber keine Frage: ich laufe weiter! Den Rest schaffe ich auch noch. Ganz sicher war ich mir nicht. Aber „umkehren wäre jetzt auch blöd“. Weiter gehts. Gefühlt wurde es immer wärmer, unsere Gespräche immer ärmer – äh, weniger. Meine Konzentration ging drauf für „Tempo halten, weder deutlich schneller noch langsamer werden“ und den Asphalt zu verfluchen. Rechts der Regattabahn angekommen. Noch knapp drei Kilometer. He, was soll das Ziepen da hinten am Steiß? Kannst du bitte wieder abhauen? Ich brauch dich nicht. Ich werde ins Ziel laufen. Sicher.

Knapp 1,5 Kilometer vor dem Ziel kam uns das Fahrrad entgegen. „Ach, da sind sie ja!“ … und wich mir dann nicht mehr von der Seite. Der Fahrer hatte anscheinend das Gefühl, mich motivieren zu müssen. Sah ich so fertig aus? Denn ich fühlte mich sauwohl… okay. Übertrieben. Ich fühlte mich den Umständen entsprechend gut. Aber wir plauderten. Nicole bekam mein Schnecken-Tempo nicht mehr gut und ich schickte sie los, vorauszulaufen.

Nur noch das Rad und ich. Und Bettina, die plötzlich auf der Brücke über mir stand und anfeuerte. Wow! Doch dummerweise war das jetzt der Zeitpunkt, wo ich dann nur noch dachte „alles andere als Laufen NERVT! lasst mich doch einfach laufen!“ … jede Gefühlsregung, jedes Wort trieb die Herzfrequenz nach oben. Oh. mir fällt gerade auf: ich hab noch gar nicht nachgeguckt, wie der Schnitt war. Cool. Und das mir, die sonst alles analysieren muss.

500 Meter noch

Und da ist er, der letzte kleine Anstieg knapp vor dem Ziel. Huch, der tat gar nicht weh? Über die kleine Brücke. Irgendwer rief „Hopp, jetzt noch einen Endspurt – du hast es fast geschafft!“ Neeee, kein Endspurt. Ich glaub, dann wäre ich umgekippt.

50 Meter vor dem Ziel

Bettina jubelte für mich – und lief zusammen mit mir die letzten Meter zum Sieg. Meinem Sieg.

Ich hab den ersten Halbmarathon geschafft. Ich bin 21,1 Kilometer durchgelaufen. Ohne Verletzung, ohne Probleme mit dem Asthma. Einfach so.

Keine zwei Meter hinterm Ziel musste ich stehen bleiben. Luft holen. Und was trinken. Und mich freuen. Autsch. Das wieder losgehen nach dem Stehen bleiben tut weh. Das hinsetzten auch. Und das wieder aufstehen erst recht.

geschafftWir warteten noch die Tombola ab. Leider ging das schöne Rad an jemanden anderen. Ich selbst braucht einen Moment der Stille. Reden? Nicht wirklich. Hunger? Auch nicht richtig. Der im Ziel gereichte Apfel war allerdings göttlich! Genau mein Geschmack – davon hätte ich ne ganze Stiege gebrauchen können.

Erst wieder daheim ist mir aufgefallen, das wir weder Urkunde noch irgendwas anderes in der Hand hielten. Das stimmt mich traurig. Irgendeinen anderen Beleg als eine Zielzeit bei MikaTiming hätte ich schon gern. Selbst ein Zielfoto gibt es nicht.

Dankeschön

… möchte ich allen sagen, die mich unterstützt haben.

Zuallererst Tina, die im letzten Winter meine Idee eines Halbmarathons nicht als spinnert abgetan sondern mir einen wunderbaren Plan erstellte, den ich doch tatsächlich verletzungsfrei überlebt habe. Danke für deine Worte und Hilfe zu jeder Zeit. Und fürs wieder aufbauen, wenn ich mal wieder am Boden war, wenn etwas nicht optimal lief.

Nicole – ohne dich wäre ich nicht so lange und so weit gelaufen. Wer weiß, ob ich überhaupt gestartet wäre ohne dich. Danke, das du mein Tempo und für mich gelaufen bist.

Meiner Familie, die jetzt ein Jahr mit zunehmenden Trainingsumfängen leben lernen musste. Aber ich glaube, die waren zwischendurch ganz froh, das ich so viel unterwegs war und ihnen nicht noch auf den Keks ging.

Allen Freunden in echt und virtuell: Euer Zuspruch, euer Mitgefühl und eure Anwesenheit. Die Gewißheit, da draußen ist immer einer, der mich versteht und der mir auch mal den Kopf gerade rückt. Menschen, die mich anfeuern, die sich über Meilensteine und Erfolge mit mir freuen und die mich aufbauen, wenn es mal nicht so läuft.

Mein erster Halbmarathon. Ich wurde Erste. In der offiziellen Ergebnisliste zwar von hinten. Aber ich hab mich selbst gefordert und bin noch lange nicht am Ziel. Ich hab es geschafft!

 

Laufen

www.24hlauf.de oder Okeee, ich komme doch nach Rodgau

20. Sep. 2014 - Laufen -
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Was gibt es schöneres, als über 24 Stunden auf einem Sportplatz rumzuhängen und Runde um Runde zu rennen und dabei nicht mal die Aussicht auf Gewinn zu haben? Viel.
Und doch wieder: nichts bis wenig.

Der 24 Stunden Lauf in Rodgau-Dudenhofen steht unter dem Motto „Gemeinsam mit Behinderten“ und ist ein Spendenlauf. Gestartet wird in Teams zu 10 Läufern – das ganze als Staffel. Jede Mannschaft macht sich einen eigenen Plan: ob nun die Übergabe des Staffelstabs nach einer, zwei oder mehr Runden geschieht? Persönliche Strategie der Gruppe.

Seit dem Frühjahr plante die Facebook-Gruppe „2014 – bewegt!“ by Judith eine Teilnahme am 24-Stunden-Lauf in Rodgau. Für mich war klar, das ich zu diesem Termin nicht können würde, da ja mein Halbmarathon-Debut für den 21.09. geplant war. Eine Woche vorher so eine Belastung – viel laufen, wenig schlafen, lange Anreise? Zu viel für mich.

Aber wie so oft im Leben: es kam anderes als geplant.

Pünktlich zur Phase des „Kilometer machens“ in Vorbereitung auf die lange Strecke wurde ich krank. Mit Fieber, Hals- und Kopfweh… so eine richtig nette Sommergrippe. Über zwei Wochen hat sich dieses Mistvieh bei mir eingenistet. Meine Laune? Am Boden bis unterirdisch.

Manno, jetzt hab ich knapp ein Jahr auf diesen Lauf hingearbeitet und werde in der Haupttrainingsphase einfach so ausgebremst. Ja, ich weiß – ich hab in den letzten elf Monaten schon ganz schön viel geschafft. Dennoch kann ich mich von der Enttäuschung nicht frei machen. Ich bin und werde niemals eine Leistungssportlerin. Laufen, weil mir die Bewegung an sich gut tut werde ich weiterhin. Ebenso werde ich mich selber an mir messen. Ich will trotz des Labels „Turtlerunner“ ein bisschen schneller werden, geschmeidiger und lockerer Laufen. Dazu brauch ich diese offiziellen Veranstaltungen. Auch, um anderen zu zeigen: auch langsam gehts durchs Ziel. Du musst dich nur trauen!

Eine Woche vor dem Rodgau-Termin suchte eine sehr sportliche, vegane Laufgruppe einen Ersatz für ihr Team. Ich überlegte. Fragte meine Trainerin. Und sagte ab. Stundenlang einzelne Runden am Anschlag kurz nach einer Erkrankung wäre wohl für meine Gelenke nicht das beste. Betrübt sagte ich ab. Denn Lust auf diese Veranstaltung hatte ich. Große sogar!

Freitag, 12.09. gegen 10:00h Nachricht via Facebook-Chat „Du, wir haben noch mehr Ausfall in unserem Turtlerunner-Team, magst du nicht doch? Jede Runde die du schaffst, bringt uns weiter!“

Ahhh! Verflixt! Da ist sie wieder die Versuchung!

Man gut, das ich den Lauf, der laut Plan für diesen Tag dran war, noch vor mir hatte. Im Kopf ratterte es: den Lauf von heute kann ich morgen gleich nach der Ankunft machen… Sonntag steht eh auch einer auf dem Plan … Morgen ist Regatta für beide Hühner, das eine Huhn hat vorher noch Spielefest an der neuen Schule… wie komme ich nach Rodgau und wieder zurück? Wie schaffe ich es, zu schlafen? Wie kann ich mich zurückhalten und wirklich nur zwei mal eine Stunde laufen?

Kurz mit dem Gatten telefoniert und gemeinsam beschlossen: ich machs! Ahhh! Wie so ein Grinsefrosch rannte ich den ganzen Tag durch die Gegend.

Einen Zug konnte ich erst Buchen, nachdem ich das Huhn vom Spielefest zur Regatta brachte – und war dann so gegen 17:00 h in Rodgau. Wo mich Judith, Sören und Sandra schon am Gleis erwarteten. Kurzer Stopp zum einkaufen – und schon waren wir auf dem Platz. Es wimmelte vor Menschen, aber noch mehr beeindruckten mich die Jungs und Mädels auf der Bahn. Einige flogen quasi über die Asche!

Nachdem ich mein Gepäck im Schlafzelt ablegte und mich umzog, ging es zum Basislager….

basislager
copyright by Judith Riemer

… lustigerweise war mir bisher eher zu warm als zu kalt. Weshalb sind die alle so eingemummelt? Wettertechnisch hatten wir echt Glück: es war bedeckt, nicht zu kalt, leichter Wind – und schon gar nicht zu warm. Nachts war es irgendwie wärmer als am Nachmittag zuvor. Das Herausklettern aus dem Schlafsack tat gar nicht so weh wie befürchtet. Die Sonne zeigte sich erst am Sonntag gegen elf.

Nun hieß es warten, bis der aktuelle Läufer unseres Teams seinen Part beendete. Denn in unserm Turtlerunner Team lief jeder, solange und so schnell, wie es ihm gut dabei ging.

Gegen 19:00h war es dann so weit… nochmal die Schuhe nachschnüren und los gehts! Natürlich wie immer erst mal zu schnell. Aber es war doch so spannend! Rund um den Rasen standen die Lager der einzelnen Teams (es müssen so an die 50 gewesen sein) – überall saßen, standen und liefen andere Menschen. Auf der einen Seite des Platzes war eine große Bühne mit Band, ein Moderatorenzelt (von wo aus die aktuellen Spenden durchgesagt wurden) und die „Fanmeile“. So langsam wurde es dunkel. Meine Stunde war rum. Ich wäre gerne mehr gelaufen, allerdings wollte ich nicht noch unvernünftiger sein, als ich es eh schon war.

Jemand aus dem veganem Nachbarteam brachte lecker Essen vom Thai – herrlich! Für mich gerade richtig nach einem Lauf. Alles, was mit Linsen und Bohnen zubereitet wird, ist meins. So saßen wir bei schummriger Beleuchtung (trotz Flutlicht umme Ecke) und plauderten. Denn die wenigsten von uns kannten sich vorher in echt. Trotz der wenigen Dinge, die wir vorher voneinander wussten, war es eine heimelige und familiäre Runde. Nach und nach verschwanden einige, um zu ruhen. Die einen nach Hause, ich so gegen 01:00h ins Zelt – auf eine Isomatte und in einen Schlafsack.

Ja liebe Kinder, ich hab tatsächlich so geschlafen!

Auch wenn der Schlafsack etwas eng im Kniebereich und die Matte etwas zu schmal für mich  ist: ich war so müde, da ich wunderbar einschalten konnte. So gegen halb vier wurde ich wach – das permanente „Venga! Venga!“ eines Nachbarteams bei der Übergabe des Staffelstabes machte es nicht unbedingt leichter, wieder einzuschlafen. Kurz im Pavillon vorbei geschaut, alle noch frisch *lach*. Ganz vernünftig legte ich mich nach einem Abstecher in die Umkleide wieder hin. Kurz nach fünf war dann die Nacht für mich zu Ende.

Aufstehen, trockene Sachen (vor allem Socken) gesucht, was warmes getrunken und ne Kleinigkeit essen – meine zweite Stunde auf der Bahn begann. Dieses Mal anderes herum. Denn um 24:00h fand ein Richtungswechsel statt. Der Schlafmangel machte sich bemerkbar. Zu schnell laufen war an diesem Morgen gar nicht drin. 60 Minuten später ist auch diese Trainingseinheit beendet und ich gesellte mich zu den anderen in den Pavillon. Erst mal Frühstück.

Ein dickes Lob an den Veranstalter: es gab im Sportlerversorgungszelt tatsächlich eine Ecke mit veganem Essen! Eine Auswahl an Pflanzenmilch, verschiedene Aufstriche, Obst – ein prima Angebot. Und diese Energiebällchen waren einfach der Hammer. Dankeschön!

Nach und nach trudelten die „Daheimschläfer“ auch wieder ein. Wir redeten über die Nacht, die anderen Teams, Ehrgeiz und sportliches Verhalten – und natürlich über Gott und die Welt.

copyright by Judith Riemer
copyright by Judith Reimer

 

Um elf machte sich dann auf dem Platz etwas Unruhe breit: die einen wollten noch unbedingt Runde um Runde schaffen, um ihr persönliches (Spenden)Ziel zu erreichen, die anderen sehnten mehr oder weniger da Ende herbei. Ganz besonders bestaunte ich die Einzelläufer, die zum Teil fast so viele Runden alleine liefen wie wir als Team. Haben die überhaupt geschlafen? Den einen oder anderen traf ich zwar mal vor dem Klo an… doch gefühlt waren die meisten davon ständig auf der Bahn.

Kurz vor zwölf reihten sich dann alle noch lauffähigen Turtlerunner hinter unserer aktuellen Läuferin ein…. was bei anderen Teams nicht unbedingt zur Entspannung beitrug. Ich gebe zu: Wir waren zu erleichtert, diese 24 Stunden geschafft zu haben… trotz diverser Ausfälle im Vorfeld und vor Ort. Gemeinsam haben wir es geschafft, als Slow Motion Team durch die 24 Stunden zu turteln. Denn auch wenn wir langsam sind – wir sind Läufer, wie ihr!

Noch ein kurzer Endspurt – in denkbar ungünstigster Beinkleidung. Die angefangenen Runde musste noch beendet werden, der Stab MUSSTE über die Linie getragen werden! Alle Teams liefen/gingen noch eine (oder zwei?) Ehrenrunde/n – auf der Ziellinie gab es neue Teamfotos und schon war es vorbei.

Das Abenteuer 24 Stunden Lauf in Rodgau.

486 Runden in 24 Stunden auf einer Bahn. Mit 9 aktiven Läufern zu beginn, mit sechsen am Ende. Schön wars.
Bei mir geblieben ist das Gefühl von einer bombastischen Klassenfahrt: unser Team passte zusammen wie … füreinander gemacht … ohne große Absprachen griff alles ineinander… der Humor der einzelnen ergänzte sich prima und auch verpflegungstechnisch eine Wellenlänge. Was kann schöner sein?

Die Planung für das zweite Wochenende im September 2015 läuft – denn eins ist sicher. Wir kommen wieder, keine Frage!

War es unvernünftig, doch zu fahren?
In Hinblick auf den Halbmarathon am 21.09.?

Ich kann es nicht sagen. Denn zu diesem  Zeitpunkt hatte ich bereits beschlossen, den HM in Fühlingen zwar anzutreten, aber mit der Vorgabe, nicht die zuerst angepeilte Pace von 7:00  und im Zweifel nicht die ganze Strecke zu laufen. Dieser Lauf wird als Trainingslauf für den neuen Termin am 12.10. beim Herzlauf in Hilden dienen.

Dennoch kann ich mich so gar nicht vom Gedanken befreien, mein Jahresziel nicht erreicht zu haben.

Vernünftig ist, sich nicht zu viel Druck zu machen. Die Dinge zu nehmen, wie sie sich anbieten. Daran arbeite ich. Auch wenns schwer fällt.

+++

Weitere Fotos findet ihr auf der Seite des Veranstaltung: www.24hlauf.de

 

 

 

 

 

Lieben

12 von 12 im September

12. Sep. 2014 - Lieben -
2 Comments

Ein (fast) ganz normaler Arbeitstag …

12-09-01

1. Erst mal Licht an machen… morgens ist es schon wieder recht duster.
2. Zuschneiden, solange noch Ruhe ist.
3. Diesem Kerlchen gefallen unsere Mützen so gut, das er gleich zweimal zulangt.
4. He Mama, ich will auf den Markt, Wurst kaufen!

12-09-02

5. Ooops, die sollten doch erst Montag kommen?
6. Das sind die letzten Karten der ebookeria…
7. Mal wieder nach nebenan… die Lieblingsnina hat ab Montag gaaaanz lange Urlaub.
8. Farbe einwirken lassen und Bettinabeim Pakete packenzugucken.

12-09-03

9. Manno, der Spiegel hängt zu hoch.
10. Erste Schritte im Kids BASIC Kurs – nachmalen….
11. … und die fertigen Werke nach 2,5 Stunden Kurs!
12. Überraschung des Tages: ich fahre doch nach Rodgau

 

***

Warum, wieso, weshalb das Ganze? Die Antwort gibts bei Caro Kännchen!
Mehr September findet ihr hier!

Essen

Vegan – Eine Herausforderung?!

11. Sep. 2014 - Essen -
2 Comments

Vegan ist hip, vegan ist cool. Mit veganem Etikett lässt sich neuerdings gut Geld verdienen. So wird aus Kunstleder plötzlich Vegan Leather und im Kühlregal findet sich veganer Käse, den ich hin und wieder kaufe, weil ich eben doch mal „so was wie die anderen“ auf dem Teller brauche – fürs Gefühl. Weit weg vom verteufelten Analogkäse wird die vegane Variante nicht sein.

Veganismus ist in aller Mundedie einen Leben es, die anderen reden drüber. Warum also soll veganes Leben ein Problem darstellen?

In jeder Talkshow, die etwas auf sich hält, ist Veganismus mindestens einmal behandelt worden. Focus, spiegel online und die Zeit widmen sich diesem Trend. Meist mit dem spöttisch-kritischen Unterton a la „sind Veganer wirklich bessere Menschen?“

Seit Oktober 2013 esse ich vegan. Ich bin aber kein Veganer. Dennoch ist es für mich im Alltag manchmal schwierig. Mich durch meine Ernährung zu outen ist manchmal leichter, machmal schwieriger. Warum ich dennoch dabei bleibe?

Heutzutage ist es gar keine allzugroße Herausforderung mehr, vagen zu essen.

 

Für diejenigen, die ihre Essgewohnheiten (erst mal) nicht weit weg von den bisherigen Pfaden gestalten wollen, gibt es einige sehr gute Bücher. So zum Beispiel „Vegan – tut gut, schmeckt gut“ von Jérôme Eckmeier: In diesem Buch findet ihr interessante Rezepte, die mit Produkten arbeiten, die es in (fast) jedem Bioladen, Reformhaus oder eben auch dm gibt. So lassen sich bekannte Gerichte wie Maultaschen, Bohneneintopf (zu dem für mich eigentlich immer eine Speckschwarte oder auch scharf angebratene Kabanossi gehörten) easy und vor allem lecker (weil dicht am Original) ohne großen Mehraufwand zubereiten. Die meisten Zutaten bekomme ich im gut sortierten Supermarkt, im Bioladen oder Reformhaus, einiges auch im Drogeriemarkt.

Bodenständig ist der Begriff, der mir zu Jérômes Gerichten zuerst einfällt.

Auch auswärts findet man mit etwas Vorbereitung immer eine Kleinigkeit, die einen satt macht. Nicht unbedingt kulinarische Höhenflüge an jeder Eck, aber ganz ehrlich? Das erwarte ich auch nicht von der Pizzeria nebenan. Besser essen gehen war schon immer eine Sache, die mit Aufwand und Planung einher ging.

Bereits im Frühjahr 2013 lieh ich mir Vegan for fit  aus – und brachte es bald wieder zurück, da es mir zu aufwändig und exotisch erschien. Zutaten, die mir vorher noch nie begegnet waren oder gegen welche ich eine langjährige Abneigung pflegte. Tofu, Avocado, Auberginen – mag ich nicht! und überhaupt ist das alles zu kompliziert.

Doch dann war ich bereit.

 

Ich wollte es probieren. Mir ging es schlecht und ich hatte das Gefühl, über so gar nix mehr die Kontrolle zu haben. 30 Tage lang nach einem Plan vegan ernähren – das muss doch machbar sein! Mich der Herausforderung stellen und neue Wege gehen. Daher startete ich mit „Vegan for Fit„.
Warum ich das wollte? Weil ich mich nicht mehr selbst verarschen wollte. Und wenn ich „so was kompliziertes schaffe“, dann kann ich auch andere Dinge angehen.

Die Rezepte in Hildmans Buch sind – anders als das meiste, was ich kannte. Ich gönnte mir die Zeit, die ich zur Zubereitung dieser Gerichte brauchte. Und ich gönnte mir die Zeit, die ich für die Gerichte der restlichen vier Familienmitglieder brauchte.
Denn ja! diese Umstellung kostete vor allem Zeit, die ich sonst mit anderen Dingen verbrachte:
Plötzlich musste ich mit einem (oder zwei) Einkaufszetteln los, da ich die Zutaten nicht mehr im Kopf hatte und eine Essen nicht mehr eben so im Supermarkt aus dem Ärmel schütteln konnte.
Ich brauchte Zeit, um die Geschäfte zu finden, die Agavendicksaft führen und am besten auch Matcha, Hafermilch und Kokosöl.
Es benötigte bei einigen Gerichten gehörigen Mut, nach langem draufstarren auch endlich zuzugreifen und die Kreation auch tatsächlich zu essen.
Und es brauchte Zeit, meine Erfahrungen in der zum Buch gehörigen Facebook-Gruppe zu posten.

Was ich auf keinen Fall wollte: Missionarischen Übereifer entwickeln, andere belehren und meine Erfahrungen aufzwingen.
Ich wollte schauen, ob ich es kann: Auf lieb gewonnene Gewohnheiten verzichten, mich den Angstgegenern im Gemüseregal stellen und meinen Horizont erweitern.

Aus meiner Sicht hat es geklappt.

 

Die 30 Tage Challenge nach „Vegan for Fit“ hat mir den Einstieg leicht gemacht. Das Konzept ist so weit weg von meinem persönlichen Familienalltag, das ich mich wirklich sehr konzentrieren musste. Neben dem Weglassen aller tierischen Produkte gehörte auch der Verzicht auf Weißmehl, Zucker und Alkohol. Gerade diese drei Punkte machten dann aber das Essen außer Haus schwer.
In diese Zeit fielen auch die beiden Abschlußkonzerte der letzten Tour der Toten Hosen in Düsseldorf… und ich hab es überlebt (und nur ein kleines Stück der Brezel geknabbert, die das große Kind sich holte). Somit kann ich sagen: es ist eine reine Willenssache.

Warum dann „Vegan. Eine Herausforderung?!“ als Beitragstitel?

 

Weil nun der Alltag einkehrt. Die Routine ist im neuen Leben eingezogen. Mittlerweile arbeite ich anders, die Kinder sind zum Teil auf neuen Schulen oder pflegen Hobbys zu Zeiten, die nicht ganz so gut zum bisherigen Plan passen. Das ist nicht schlimm. Aber dies macht es mir schwerer, mich zu organisieren.

Denn: die anderen vier Familienmitglieder essen weiterhin „omnivor“. Das ist die Herausforderung schlechthin. Die Kinder sind bereits zu alt, um ihnen einfach mal eben so neue Gerichte vorzusetzen, neue Verhaltensmuster vorzuleben und vorzuschreiben (wie man es bei Kleinkindern ja doch irgendwie tut). Die Mädels haben ihren eigenen Kopf, ihre eigene Geschichte in Bezug auf Essen.

 

Ganz langsam geht es (voran). Neue Ideen werden getestet.

 

Es gibt wieder deutlich mehr Salat als im letzten Sommer. Dabei essen ihn alle hier so gerne. Das kleinste Kind hat schon einen Antrag gestellt: „Kann ich denn nicht Salat – oder besser, nur die Salatsauce! als Schulbrot eingepackt bekommen?“

Leider haben meine drei Weiber alle eigene Vorlieben was Gemüse, Brot und Gerichte angeht. Die Schnittmenge ist – nun ja – überschaubar.

Wir üben noch immer. Gerade eben habe ich einen „Meal Planner“ heruntergeladen, der mir und uns helfen soll, einen Überblick zu bekommen über die Wünsche des Einzelnen. Wir suchen eine Möglichkeit, einen Weg zu finden, der alle zufrieden stellt.

Deswegen ist eine der größte Herausforderung immer noch: sich Zeit nehmen.

 

Zeit nehmen für die Interessen und Vorlieben jedes Einzelnen.
Zeit für die Planung der gemeinsamen und individuellen Termine.
Zeit nehmen, den anderen zuzuhören und seine Bedürfnisse war zu nehmen.

Nicht, das das alles schon klappt. Oft genug steh ich abends im Bad und denke. „Mist, schon wieder ist der Tag vorbei. Schon wieder hast du vergessen, den Essensplangedanken mit den Kids zu besprechen. Schon wieder gab es nur Bohneneintopf (den alle lieben, ich vor allem, weil er so schnell gerichtet ist)!“

Heute kann ich (fast) an jeder Ecken wertvolle Zutaten kaufen. Lebensmittel sind in Mengen vorhanden, auch gute Qualität ist käuflich. Vor fünf Jahren war es schwerer, auf vegane Ernährung umzusteigen. Vor zehn Jahren noch mehr. Und vor 20 Jahren waren Veganer die (auch von mir) belächelten Exoten, die nur Müsli futterten.

Die Welt verändert sich. Meine Umwelt verändert sich. Ich verändere mich. Das ist ein Prozeß, der nicht aufzuhalten ist.

Dennoch möchte ich festhalten: Nicht das vegane Essen ist die Herausforderung.

Viel mehr besteht die Herausforderung darin, sich seinem Leben zu stellen.

 

Herauszufinden, wo ich stehe und wo ich hin will.
Einen Weg gehen, der vielleicht weit ab vom Mainstream ist,
Dinge leben, die auf den ersten Blick seltsam erscheinen.
Werte für sich selbst definieren und auch leben.

Über 37 Jahre habe ich gelebt ohne wirklich zu wissen, wohin die Reise geht. Ehrlich gesagt weiß ich das heute auch noch nicht. Aber ich weiß heute, das ich bestimmte Dinge selbst in die Hand nehmen muss. Egal, ob andere das gut oder blöd finden. Erkennen, was mir wichtig ist und dafür zu kämpfen.
Und nicht vor lauter „Oh Gott, die Welt ist schlecht, ich bin allein und kann nix tun. Die Aufgabe ist zu groß. Ich kann da nicht 100%ig richtig machen. “ gar nicht erst anzufangen.

Vegan zu essen war der Anfang einer Reise zu mir selbst.

 

Vor der ich jahrelang die größte Angst hatte. Was, wenn ich mich selbst gar nicht leiden kann? Wenn das, war mir gut tut und mir gefällt, fremden Erwartungen widerspricht? Dann mag mich ja gar keiner mehr!

Diese Umstellung hat viel mehr bewegt als alle „Beratungsgespräche“, die ich je geführt habe. Es ist mein Leben. Ich trage (zur Zeit) noch die Verantwortung nicht nur für mich selbst, sondern auch für drei (zum Teil nicht mehr ganz so) kleine Hühner.
Meine Hoffnung besteht darin, ihnen ein Gefühl für sich und die eigenen Bedürfnisse vermitteln zu können. Deswegen koche ich zwei Gerichte, wenn es sein muss. Einmal mit und einmal ohne Tier.

Deswegen ist es mir wichtig, mich nicht als Veganer zu bezeichnen. Denn der bin ich ich nicht: ich habe nicht die Kraft dazu, mich um mehr Dinge als jetzt zu kümmern.
Ja, Lederproduktion ist genau so gruselig wie die Massentierhaltung für die Lebensmittelproduktion.
Ja, Tierversuche sind eine Quälerei – ob nun für Medikamente oder Kosmetik.
Ja, ich habe ein Problem damit, diese Dinge nicht auch noch „abarbeiten“ zu können.
Ja, ich bin nicht perfekt.

Dennoch:

Vegan zu essen tut mir gut. Mit all den Folgeerscheinungen.

 

Ich bin mutig und stelle mich den Fragen, die ich nicht zu 100% beantworten kann, für die es vielleicht auch keine Lösung gibt. Ich traue mich, diese auszuhalten.

 

Ich bin wie ich bin.

Damit muß ich leben. Und ihr auch. Wenn ihr wollt.

 

P.S.: Und vielleicht hab ich ja auch irgendwann mal die Muße, mich mit den ganzen Leuten auseinanderzusetzen die meinen, mir erzählen zu müssen „… vegan ist ungesund/noch viel schädlicher für die Umwelt als alles andere, weil ja auch für Soja Regenwald abgeholzt werden würde…“ und überhaupt: „Werd doch mal erwachsen! Punk ist sowas von gestern!“

Vielleicht aber auch nicht.

Nähen

Hoodie? Gehen immer!

28. Aug. 2014 - Nähen -
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Als ich neulich den Aufruf zum Probenähen eines Hoodies für Damen bei Worawo sah, musste ich mich einfach bewerben! Denn ich hab schon deren erstes Hoodie-Ebook Miro bewundert – vielmehr all die genähten Pullis, die plötzlich überall auftauchten. Da ich jedoch keine Männer zu benähen habe, schaute ich nur und bedauerte ein wenig, keine Verwendung für diesen Schnitt zu haben.

Zu meinem Glück wurde auch ich – neben ganz vielen anderen, unheimlich kreativen Damen – ausgewählt, um für Lady Miro  die Passform zu testen und das eBook auf Verständlichkeit zu prüfen.

Die größte Hürde war – anders als sonst – nicht die Wahl der richtigen Größe. Kein Messen von Brustumfang, Hüfte und Armlänge… sondern ein einfaches „nimm einen gut sitzenden Pullover und wir vergleichen“. Ein viel schlimmeres Problem war: die Stoffauswahl! Der LadyMiro bietet sooo viele Kombinations- und Variationsmöglichkeiten,  das es uns nicht leicht fiel, uns für ein Modell zum Start zu entscheiden.

Unser erster Miro ist aus Jersey und eher dezent….

Denn in der fünften Klasse … was erzähl ich euch? Ihr Mütter da draußen versteht es auch ohne große Worte.

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Von Hinten ist unser erstes Modell recht schlicht.

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Die Kapuze ist richtig kuschelig – und durch den hohen Steg vorne ist dieser Pulli auch echt Herbst- bzw. wintertauglich.

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Im Gegensatz zum eBook hab ich eine Kordel eingezogen. Ohne war uns die Kapuze zu weit, da nicht regulierbar.

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Ihr habt noch nie Ösen eingesetzt, keine Kordel eingefädelt? Dann schaut mal fix zur Bella Bunt hinüber – die hat ein feines Tutorial für euch!

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Im übrigen war ein so dunkler Stoff fürs erste Modell keine soooo gute Wahl. Hey, das lässt sich in der Sonne irgendwie total schwierig ablichten! (Beim Regen der letzten Tage noch weniger, ihr habt ja Recht.) Daher hab ich bis jetzt noch kein vorzeigbares Bild geschafft, wo unser Lady Miro von vorn zu sehen ist.

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Ein bisschen stolz bin ich darauf, das der Streifen im Ärmel genau da sitzt, wo er hin soll.

Zuerst stolperte ich in der Anleitung zum Ärmeleinsatz über den Text und die Bilder in meinem schwarz-weißen Ausdruck. Wenn man aber das Hirn ausschaltet – also das selbsttätige Denken einstellt – und nur das tut, das dort geschrieben ist – dann flutscht es! Farbige Bilder tun ihr übriges.

Wie immer gilt: Wer ein eBook wirklich liest, ehe er mit der Arbeit beginnt, hat Nicht-Lesern gegenüber einen klaren Vorteil!

Das eBook Lady Miro ist ein gut gegliedertes, einfach zu verstehendes Werk. Der Kinderschnitt verteilt sich auf 20, der Schnitt für Damen auf 30 Din A 4 Seiten.

Besondre gut gefällt mir, da zwischendrin – aber auch schon in der Einleitung – bereits viele, viele kleine und größere Tricks und Tips zu finden sind, die das Arbeiten mit Stoff und an der Nähmaschine erleichtern:

Ein Datenblatt zum Eintragen der Maße. Eine Schemenzeichnung des Hoodies mit Hinweise, wo man am besten welche Änderung vornimmt. Es gibt sogar eine ganze Seite zum Ausmalen oder Kleben…. „Mama! Darf ich von dem Stoff auch noch ein Stückchen haben, ich bin mir noch nicht sicher!“ wurde hier nicht nur einmal gefragt.

Es ist für mich das allererste eBook, wo mir nix fehlt. Während des Probenähens wurden ein paar Kleinigkeiten optimiert, die euch das Arbeiten mit diesem Schnitt noch leichter machen als es uns Mädels in der Testphase eh schon gefallen ist.

Alles in Allem: Wenn die Wahl des Stoffes und die Entscheidung, ob noch „Tüddelkram“ mitgenäht werden soll oder nicht, getroffen wurde – dann ist Lady Miro ruckizucki fertig!

Die Unterteilung im Vorderteil? Kein Thema, lässt sich ganz einfach zuschneiden und nähen. Man muß nur darauf achten, das die drei Elemente ineinander greifen und man nicht ein Teil gegengleich zuschneidet. Schon passiert? Macht nix! Dann kannst du dein Rückenteil auch einfach dreiteilen!

Im unserer zweiten Version seht ihr auch die Tasche, welche in der Zeichnung zum Schnitt zu sehen ist. Für eine Jerseyvariante schien es mir nicht ganz so tauglich. Aber im Sweater… lasst euch überraschen!

Euch gefällt, was ich euch hier so vorgeschwärmt habe? Ihr wollt Lady Miro auch unbedingt nähen?

Dann müsst ihr leider noch bis zum 01.09. warten, denn dann geht das eBook bei Worawo endlich online. Oder ihr näht einfach eine Herrenversion? Oder … ihr nehmt an meiner Verlosung teil…. dieses Mal nur auf Facebook… dort könnt ihr ein Exemplar gewinnen!

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Ich verabschiede mich für heute. Die nächsten Lady Miros wollen fertig gestellt und für euch abgelichtet werden… bis bald!

Schnitt: Lady Miro von Worawo
Stoffe: DOTS und New Stars
Ösen und Kordel: emmeline, Lieblingsladen

Lieben

12 von 12 im August

12. Aug. 2014 - Lieben -
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1. Aufstehen und die Wäsche aufhängen. Pfadi nutzt den kurzen Zwischenstopp daheim, um die nassen Sachen zu waschen und zu trocknen. Das Lager geht weiter!

2. Frühstück! Zur Zeit meine Lieblingsvariante (neben den Smoothies) Avocado mit Tomate auf Brot.    Salz darf nicht fehlen (unübersehbar).

3. Heute wieder BASIC-KIDS im Lieblingsladen… Kaffee hilft, den zu kurzen Nachtschlaf zu vergessen.

4. Zeit für Urlaubsmitbringsel … lauter feine Sachen, die Bettina mir mitgebracht hat. Seht ihr die gelbe Schachtel? *grins* Der Gatte wird sich über den Inhalt freuen, mir genügt die Verpackung. – Herzlichsten Dank für all die lieben Sachen! Ich freu mich immer so sehr <3

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5. Mittagspause. Zeit für  einen „Der Urlaub war schön, wir haben uns gut erholt, geniessen wir das Leben!“-Sekt. Oder zwei.

6. Der Lieblingsvertreter war wieder da. Im feschen Hemd übrigens. Steht dir gut! Die Ausbeute am Wagen war heute klein, aber fein. Dafür haben wir ja gestern schon online für neue Überraschungen gesorgt… und für den Herbst ein paar feine Sachen geordert.
7. Die Minihühner sind im Ferien-Kreativkurs, der andere Zeiten abdeckt als mein Arbeitsplan. Somit dürfen die beiden mit dem ÖPNV unterwegs sein und sich melden, wenn sie angekommen oder losgefahren sind. Dieses Teilchen wurde schon so lange nicht benutzt, das wir es heute reaktivieren mussten.
8. Maren macht zauberhafte Bilder. In den unterschiedlichsten Techniken. Ich hab mich in ein Bild verliebt. Und heute zog es bei mir ein. Ist es nicht einfach wunderschön?

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9. 35 Minuten Grundlagenausdauer II – die Straße ist nass, der Kurs ist Asphalt pur… welchen Schuh nehme ich da? Nein, ich hab keinen Schuhtick. Meine Auswahl für den Alltag ist deutlich kleiner.
10. Geschafft! Zwischen zwei schwarzen Wolkenmauern bin ich gelaufen – und hab nur ein paar Tröpfchen abbekommen. Gut wars. Frisch wars. Erholsam wars!
11. Abendessenzeit. Hab dann wohl vorhin nicht aufgepasst – und nix is mit „geben wir den Substituten noch eine Chance“. Milcheiweiß ist drin. Somit nicht vegan. Kressebrot ist auch lecker. Und Nudeln mit Linsen auch.
12. Nachdem meine Fotoidee für #aufdietische nicht alleine darzustellen war, hab ich mir meine Trainingsstatistik angeguckt. Könnte mehr sein. 14 Tage nix tun sind nunmal 14 Tage nix tun. Hätte aber auch schlimmer sein können – ich hab mich wieder aufgerafft und die letzten Tage waren echt gut.

Das war mein Tag in 12 Bildern.

Warum, wieso, weshalb – das lest ihr bei Caro Kännchen.
Und wer noch dabei war, seht ihr hier.
Laufen

Ich bin nicht sportlich

06. Aug. 2014 - Laufen -
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„Mensch, du bist ja richtig sportlich geworden!“ höre ich in letzter Zeit ziemlich oft. Dann schau ich mich um und wundere mich: Wie? Du meinst mich? „Äh, ja? Danke!“

Ich bin nicht sportlich.

Das mag für viele vielleicht so aussehen, aber nach meiner persönlichen Definition bin ich nicht sportlich.

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Für mich bedeutet sportlich sein, das jemand mal eben und einfach so „zum Sport“ geht. So, wie andere Zähne putzen. Jemand, dem es leicht fällt, Volleyball zu spielen und dabei auch noch gut auszusehen. Sportlich ist für mich jemand, der sich gar nicht fragt, ob das, was er da gerade tut, Sport ist. Statt mit dem Auto zu fahren jeden Morgen mit dem Rad die 20 Kilometer ins Geschäft fahren – und abends wieder zurück. Nach dem Abendessen noch ne Runde Badminton? Warum nicht! Am Wochenende mit den Kids ne Inliner-Tour am Rhein entlang? Aber sicher! Natürlich macht ihnen das ganze auch noch Spaß, keine Frage. So sind sportliche Menschen eben.

Sportlich empfinde ich Menschen, für die eine körperliche Betätigung so zur Selbstverständlichkeit geworden ist, das man gar nicht mehr drüber redet.

Sport gehört einfach dazu.

Soweit bin ich noch nicht. Denn noch immer muss ich mein Lauftraining fest in den Alltag einplanen, Platz machen und andere Dinge hinten an stellen oder ganz rauswerfen.

Deswegen hole ich mir eure Unterstützung – ja, denn auch wenn es vielleicht anders aussieht:

Ich brauch ich euch da draußen.

Es tut gut, euren Zuspruch zu erfahren, wenn ich mal wieder etwas weniger motiviert oder Tuch die Hitze neulich ausgebremst zum Training aufbreche. Eure Begeisterung, wenn ich mich über neues Zubehör freue und euren Rückhalt, wenn ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. Und natürlich freut es mich ganz, ganz dolle, wenn ich höre: „Nur weil du das so durchziehst und immer davon erzählst, hab ich auch angefangen!“ Das tut so richtig gut. Echt jetzt.

Mein Lieblingskanal ist zur Zeit Instagram – ein Bild sagt mehr als viele Worte, es geht herrlich schnell und durch die Hashtags findet man auch viele Gleichgesinnte. Manchmal finden sich so auch Menschen mit den gleichen Interessen – und es entstehen Gruppen, Bekanntschaften und hin und wieder entwickeln sich Freundschaften. So zum Beispiel war ich ja im Juli bei einer 4×4 Staffel in Hannover – ohne Instagram hätten wir nie voneinander erfahren.

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Zurück zum Sport.

Immer mal wieder gab es Phasen in meinem Leben, wo ich versuchte, mehr Bewegung in meinen Alltag zu bringen. Meist war es eine ganz doofe Intention: Ich wollte Abnehmen. Also hab ich quasi zum Sport gemusst. Das das nicht lange funktioniert, weiß  jeder Küchenpsychologe.

Jetzt laufe ich nur für mich. Aber da ich mich ja kenne weiß ich, das ich auch fürs „nur für mich laufen“ ein Ziel brauche. Etwas, das mich diesen doch sehr warmen Sommer über Laufen lässt zum Beispiel. Daher wählte ich mir ein Ziel am Ende des Sommers: Halbmarathon. Klingt ziemlich bescheuert. Aber machbar. Aktuell zweifle ich zwar ziemlich an der von der Trainerin vorgegebenen Pace – aber hej, sie wird das schon richtig einschätzen.

Da der Weg bis zum 21.09. noch lang war, als ich mir dieses Ziel setzte, baute ich ein paar kleine Highlights ein. Belohnungen sozusagen. Dazu gehören diese kleinen Läufe wie zum Beispiel der Rosellener Abendlauf oder auch die Frauenlaufserie von runnersworld.

Gerade bin ich zurück vom Women’s Run in Berlin – 8 km im Olympiapark. Erwartet hatten wir eine flache Strecke, lauen Abendwind… bekommen haben wir einen fiesen Anstieg, zweimal Treppenstufen und zweimal einen Anstieg auf einer Grasnarbe… plus 32° um 17:30h … auf den ersten drei Kilometern ärgerte ich mich noch darüber, das unter diesen Bedingungen der Plan (MEIN Plan, hej, der muss eingehalten werden!) absolut nicht zur erfüllen war. Danach begann das Umdenken: Wie gut, das du deine Kraft einteilen kannst, das du überhaupt laufen kannst und so etwas wie Spaß … nein, eher Freude dadurch erfährst…

runnerspoint
Photo via www.go4it-foto.de

… und so mach ich einfach weiter.

Ich laufe – meistens gerne.
Ich laufe nach Plan – weil ich sonst wunderbar im Chaos versinken würde.
Ich laufe mit Ziel – denn sonst würde ich gar nicht laufen.
Ich laufe draußen – weil ich die Zeit an der frischen Luft zu schätzen gelernt habe.

draussenIch laufe überall – um neue Perspektiven zu entdecken.
Ich laufe meist alleine – und lerne doch neue Menschen kennen.

Ich laufe, weil es mir einfach verdammt gut tut.

Und da nun am Samstag der nächste Lauf beim Women’s Run in Köln ansteht, werd ich mich in die Klamotten werfen und eine kleine Runde locker traben. Wie ich unterwegs bin, könnt ihr ja auf den Bildern oben sehen. Ich freu mich, wenn mich jemand anspricht, ganz sicher.

Wie stehst um euch? Bezeichnet ihr euch als sportlich? Was macht Sportlichkeit für euch aus?

 

Lieben

Ferienmodus – volle Kanne!

24. Jul. 2014 - Lieben -
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Letzter Beitrag vom 22. Juni – joa, das ist über einen Monat her und hej, warum? Ganz klar: Familie Huhn ist im Ferienmodus!

geschenkeschulabschluss Kleine TaTüTas von der Taschenspieler 1/Farbenmix – als Abschiedsgeschenke

Die letzten Tage oder gar Wochen vor dem Ferienbeginn ähneln einem Termimarathon einer sehr aktiven Geschäftsfrau – ein Termin jagt den nächsten, jeder Verein möchte einen Saisonabschluss feiern… und ganz besonders eng wird es, wenn eines der Kinderleins die Schule wechselt oder gar abschließt (ah! nächstes Jahr ist am 13. Juni Abiball… ).

Für das Hühnchen, das im nächsten Schuljahr neu auf das Gymnasium kommt, gab es zu Beginn der Ferien den lange ersehnten neuen Schulranzen… wobei Ranzen gar nicht mehr passt – es ist ein hypermoderner, ausgeklügelter Schulrucksack. Ich freu mich sehr, das wir beide den gleichen Geschmack hatten. War das Kind doch erleichtert, als ich nach der Auswahl nebenbei erwähnte, das ich auch GENAU dieses Modell gewählt  hätte.

ergobag2Ergobag Satch – Crasher

Gleich zu Beginn der Ferien flogen alle Hühnchen aus – die einen ins Zeltlager der Pfadfinder, die andere nach Berlin. Und welche Familie kennt das nicht? Kaum sind die Kinder aus dem Haus, wird es ruhig.
Nach dem Pfadfinderlager ging es nahtlos über in die „Oma-Phase“ der Minihühner-Ferien… zurück sind sie dann am 10. August. Der Teenie hat sich selbst diverse Trips quer durch die Republik organisiert und taucht zwischendruch für ein paar Fahrstunden und zum Wäsche wechseln daheim auf. Ich brauch gar nicht mehr wegfahren, denn so ist – trotz der ganz normalen Arbeit – diese Zeit wie Urlaub daheim.

Ein bisschen geh aber auch ich auf die Reise. Den Anfang machte ein Kurztrip nach Hannover. Dort traf ich mich mit ein paar Mädels aus meiner virtuellen Laufgruppe, um an der TEAMchallenge teilzunehmen.

laufenGEGENleidenGestartet für Laufen gegen Leiden

Abgesehen von der großen Hitze an diesem Tag war es einfach wundervoll! Liebe Menschen wieder sehen, anderen das erste Mal begegnen. Jedes Mal bin ich erleichtert, das die Chemie auch „in echt“ stimmt und wir eine tolle Zeit zusammen haben! Herzlichen Dank nochmal an Anne gürs Abholen am Bahnhof und den tollen Nachmittag in Hannovers City (ist das Kleid schon fertig?) und an Nicole für Logis und den Fahrdienst – aber vor Allem für die Gespräche, das gemeinsame Lachen und überhaupt!

Kurz vor der Abfahrt nach Hause traf ich noch eine, nein meine älteste Freundin (hej, das bezieht sich auf die Dauer, ja? nicht auf dein Alter!) und wir bummelten, aßen lecker bei denn’s zu Mittag…

dennsmittagich liebe es, wenn ich einfach so von der Karte veganes Essen bestellen kann!

… nur um nach einem kurzen Zwischenstop in einem edlen Taschenkaufhaus im Teestübchen am Ballhof zu landen. Dort ließen wir uns nieder –  Brunnengeplätscher, Klaviermusik und hausgemachter Eistee (für alles andere war es viel, viel zu warm!)  passten einfach 1a zu unserem reden, reden, reden…

teestünchentollste Teestube in Hannover – in der Ausbildung hab ich damals viele Mittagspausen hier verbracht.

Am 21.07. bekam ich dann das große Muffensausen…

… nur mehr 2 Monate, dann ist der Halbmarathon schon wieder Geschichte. NUR noch 2 Monate! Hilfe, so langsam bekomme ich echt Angst. Was hab ich mir da nur eingebrockt? Und dann hab ich auch nach allen (und der Welt da draußen) von diesem Projekt erzählt… bin ich noch ganz bei Trost?

Zwei Wochen mit „gar nix“ haben sich dazwischen geschummelt. Erst die vielen Termine, dann die Zeit nach dem Besuch und den vielen Festen… und zu guter Ketzt noch der Dauerregen. Mich hat das richtig ausgebremst: wusste nimmer, wo vorne oder hinten ist und wo ich anfangen soll.

Da ich mich ja kenne, hab ich damals sehr bewusst den Termin nach den Sommerferien gewählt für das Projekt #halbmarathonichkomme – denn so Wetter wie in den letzten Tagen lädt – mich zumindest – nicht sonderlich zu sportlichen Betätigungen ein. Jetzt muss ich – ich will ja auch – nur… WANN ist bei den dauerhaft hohen Temperaturen DER Moment, wo man mal locher 90 Minuten und mehr laufen kann?

Wie macht ihr das, die noch „quasi Laufeinsteiger“ seid und ein ähnliches Projekt plant?

Zum Glück haben wir einen See vor der Haustür, den wir nutzen können. Zum Segeln, zum Schwimmen … vor allem aber zum Entspannen. Dort war ich in den letzten Tagen häufiger des Abends. Auch wenn schwimmen doof ist – zur Erfrischung ist es einfach herrlich!

see1„unser“ See

Wie ihr seht, ist dieser See noch ein aktiver Baggersee. Lange hab ich gebraucht, überhaupt dort ins Wasser zu gehen oder auch nur meinen Lieben beim Segeln zuzusehen. Doch mittlerweile bleiben die fiesen Bilder von Bade- und anderen Wasserunfällen aus. Ja, wenns denn sein muß, schwimme ich mit Rettungsweste.

Abends, wenn die Stadtrandbetreuung zu Ende ist, die Feierabend-Sportler auftauchen und es relativ ruhig ist…

… dann ist die schönste Zeit am Tag. Badezeug, eine Schüssel voll Obst, dazu ein Buch….

abendrot

… und wenn die Sonne untergeht, ist es Zeit für den Heimweg.

Zurück zu #halbmarathonichkomme – heute morgen hab ich es wirklich geschafft, um kurz nach Sechs aufzustehen, das „ich kann unmöglich nüchtern laufen gehen“-Frühstück aus zwei Medjool-Datteln und zwei Gläsern Reis-Cocosdrink genossen – und raus gings!

Laut Plan waren 95 Minuten angepeilt. Hab ich geschafft!

Allerdings war ich hinterher sehr, sehr durstig. Ich brauch dringend ein Trinksystem für diese Distanz bei diesem Wetter. Nur kann ich mich immernoch nicht entscheiden. Verflixt nochmal. Und einen persönlichen Wasserträger kann ich mir (für diese Uhrzeit) nicht leisten…

Welche Trinksysteme nutzt ihr? Oder geht ihr gar nicht raus zum Laufen, wenns so warm ist? Lauft ihr Rundkurse und deponiert irgendwo ein Fläschchen?

Ich bin auf eure Berichte gespannt…

Die Ferien gehen weiter… bald bin ich für den Women’s Run mit einer lieben Freundin in Berlin (yeah, Wellnesswochenende, wir kommen!) , danach gleich in Köln… und irgendwann kommen die Kinder wieder, denke ich, hoffe ich…

… bis dahin: lasst es euch gut gehen, geniesst die Ferien und euren Urlaub!

 

Nähen

Taschenspieler 2 – Krempeltasche

22. Jun. 2014 - Nähen -
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Nachdem für die Herrentasche in der letzten Woche so gar kein Raum war und ich leider nicht beim Sew-Along dabei sein konnte, wollte ich wenigstens wieder bei der Krempeltasche mitmachen.

Wie ihr seht: es hat geklappt!

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Keine Tasche? Das ist ein Geldbeutel? Nenene, klar ist das eine Tasche! Und zwar eine, die man zusammenkrempeln kann und dann klein und fein in eine größere Tasche stecken kann.

Die Idee dieses Schnittes gefällt mir, gut sogar. Stoff war schnell ausgesucht (schon wieder pink. Anscheinend hole ich gerade meine „rosa Mädchenphase“ nach 🙂 meinte neulich ein lieber Mitmensch). Der leichte, graue Taschenstoff schien wie für so ein Modell gemacht – klar weiß ich, das dieser Stoff franst wie doof, das das Plastik extrem rutschig ist… aber hey, wir ich stelle mich ja auch ganz anderen Herausforderungen, was ist dagegen flutschiger Stoff?
Genial ist, das er abwaschbar, leicht und dunkel – also unempfindlich ist.Da ich grün, rot und blau schon vernäht habe, musste es dieses Mal grau werden. Weil mich bereits auf der Messe dieses Bügelbild angesprungen hat und „vernäh mich!“ rief, fand sich der Rest auch recht schnell zusammen.
Zuschneiden: einfach! Wenn man sich Zeit nimmt und nachdenkt, kann man im Vorfeld auch überlegen, ob man das aufgesetzte Teil (Patch) auf der Rückseite nicht evtl. zu einer Reißverschlußtasche umbauen möchte. Oder als Eingrifftasche. Oder irgendwie anders machen mag… Die Träger sind bei mir etwas kürzer als im Schnitt vorgeschlagen, da ich die Breite des Stoffes als ausreichend lang für mich empfinde.

Die Reihenfolge der Schritte werde ich nächstes Mal ein wenig ändern: zuerst den Kompletten Ring mit dem zwischengefassten Reißverschluss, dann erst die Außenteile. Ich mag es lieber, wenn die kniffeligen Sachen zum Schluß kommen, da bin ich dann „eingenäht“.

Viel zu erzählen gibts eigentlich gar nicht – daher erst mal die Bilder vom fertigen Werk…

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Hier seht ihr das Schätzchen in ganzer Größe: drinnen befinden sich 5 Ex-Irmas und eine Nackenrolle. Es passt also gut was rein. Und ja, beim nächsten Mal bemüh ich mich, zum ausfüllen eines durchscheinenden Stoffes nicht etwas auszuwählen, was so stark gemustert ist 🙂

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Farbverlaufsgarn finde ich toll! So wird aus langweiligem grau schnell ein Hingucker, der trotzdem nicht so knallt.

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Die Rückseite. So vollgestopft lässt sich die Tasche auch gut als Bodenkissen verwenden.

Was ich euch rate: Beachtet genau die Nahtzugaben (die an manchen Stellen anders ist). Auf 3mm zurückschneiden ist auch sinnvoll. Ich war so frei und hab es teilweise nicht überprüft und hab nun eine faltenreiche, ältere Dame, die gerne Pink trägt als Begleiterin bekommen. Und ja: die Anleitung nicht nur „Bildergucken-losgehts“ sondern auch lesen. Gerade dem, der mit schwarz-weiß-Ausdrucken arbeitet, ist diese Vorgehensweise sehr zu empfehlen.

An einer Stelle hab ich mich geärgert, weil ich mich an die Anleitung gehalten habe: Die Träger werden festgenäht und dann nochmal gesichert. Die angegebenen Zentimeter passen auf der Rückseite nicht ganz: wenn Patch bzw. RV-Aufsatz wie fürs längliche Täschchen aufgesetzt werden, wird vorne diese Naht durch den Reißverschluss bedeckt, hinten jedoch nicht. Schönheitsfehler. Schadet der Funktion auf keinen Fall. Aber… nun ja. Nächstes Mal weiß ich es besser.

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Nächstes Mal?

Ja, ich werde dieses Monsterchen nochmal nähen. Dann jedoch so, das die „kleine Tasche“, in die alles reimgekrempelt wird, aus unempfindlicherem Stoff genäht wird. Wachstuch wird wohl zu steif sein, die Rundungen stelle ich mir schwer zu nähen vor. Auch werde ich nochmal schauen, wie ich bei der aufgesetzten Tasche den Reißverschluss am Ende so fest bekomme, das ich tatsächlich einmal rundherum absteppen kann. Bei dieser Variante zog er sich immer unter das Patch. Leider.

„Warum stuft Farbenmix diese Tasche nun als schwieriger ein als alle vorherigen?“ wurde ich beim zuschneiden gefragt. Nun: ich denke, es liegt daran, das gerade bei dieser Tasche der Umgang mit dem Reißverschluss (auch an runden Stellen) und das präzise Arbeiten hier besonders wichtig sind.
Daher auch mein Fazit: keine Tasche, die mal eben schnell nebenbei genäht ist. Auch nix für totale Anfänger. Aber mit Geduld und ein bisschen Weitsicht ein tolles Projekt.

Wer nun noch mehr Krempeltaschen sehen möchte, schaut wieder bei Emma vorbei. Ich werde jetzt noch ein bisschen rumräumen, denn wir erwarten heute noch lieben Besuch, den wir nicht all zu oft sehen.

 

Schnitt: Kremepltasche der Taschenspieler 2 von farbenmix
Stoff: Lissabon von swafing via emmeline
Reissverschluß, Verlaufsgarn, Bügelbild: im echten emmeline-Lädchen erstanden