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Was brauche ich zum Laufen? – Der Schuh –

30. Okt. 2015 - Kurse -
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Diese Frage stellt sich wahrscheinlich jeder zu Beginn: Was brauch ich denn eigentlich zum Laufen? Klar, mich selbst. Und eine gewisse Motivation. Und Laufschuhe.

Mehr eigentlich nicht.

Mehr nicht? Wer mir auf Instagram folgt, denkt sich sicher: „Hahaha, das sieht aber bei Frau Huhn zu Hause gaaaanz anders aus!“ Und recht hat der geneigte Leser.

Schliesslich mache ich Sport. Ernsthaft. Das darf ruhig jeder sehen. Schliesslich gehe ich zur Arbeit auch nicht im Bikini. Bekleidung sollte dem Anlass gemäß sein. Mit allen Accessoires, die nun mal dazu gehören.

 

Am Anfang war das Nichts.

Der Neueinsteiger kramt in seinem Schrank und findet noch ein paar Sportschuhe – im Zweifel tatsächlich noch die aus dem Mittelstufenkurs, die heute noch passen. Das reicht für den Anfang. Wirklich. Denn am Anfang will jeder wissen: Wie weit komme ich denn (noch)? Da sind ein paar alte Laufschuhe meist besser als die Alltagssneaker. Ganz ehrlich? Der gewöhnliche Anfänger schafft selten mehr als einen Kilometer am Stück. Da schadet der nicht ganz passende Schuh nicht wirklich.

Solltest du jedoch gefallen am Laufen haben und mehr wollen – dann solltest du tatsächlich schauen, welcher Schuh zu dir passt. Warum? Weil sonst ganz schnell der Spaß am Laufen in der Praxis des Orthopäden deiner Wahl enden wird.

Aus der Erfahrung kann ich berichten: der falsche Schuh kann diese Schmerzen in Knie, Hüfte, Rücken verursachen. Höre auf deinen Körper wenn er dir nach fünf oder acht oder zehn Kilometern im neuen Schuh sagt: Aua! Da stimmt was nicht! Trau dich und trag das Paar zurück zu deinem Händler. Richtig tolle Läden räumen dir ein Rückgaberecht ein. Mach dich schlau, wer dir diesen Service anbietet. Bevor du losziehst.

 

Wie kommst du nun zum zu dir passenden Schuh?

Ich machte es so: Ab in den Laden, das Paar Schuhe, welche die meisten Meter mit mir verbringen durfte, in der Hand. Vorher hab ich natürlich bereits Mister Suchmaschine gefragt, worauf ich achten muss. Schliesslich sind unwissende Kunden die schlimmsten. Diese Kunden, die nicht wissen was sie wollen oder was sie brauchen *zwinker*.

Nein, so nicht. Klar hab ich quer gelesen was das Netz so hergibt an Infos bezüglich des Schuhkaufes. Hab gelesen über Pronation, Dämpfung, Preis und Design. Beliebt auf jeder Plattform sind Rankings a la „Laufschuh des Jahres“. Das alles kann man lesen. Und dann getrost wieder vergessen. Denn wer von uns kann aufgrund dieser ganzen theoretischen Abhandlungen seinen Schuh finden? Meist steht nichts da zur Fersenkappe oder der Naht vorne an der Zehenbox (zwei Stellen, auf die ich persönlich immer achte).
Oder kannst du einen Computer programmieren, nur weil du das Handbuch zu Assembler oder C gelesen hast? Ähnlich es es beim Schuhe kaufen.

Dieses Modell hab ich gleich zweimal gekauft
Dieses Modell hab ich gleich zweimal gekauft – Brooks Glycerin 11

Nimm dir Zeit.

Ja, genau: Nimm dir Zeit für dich. Nimm die Beratung in Anspruch, die du beim Kauf eines Schuhs sowieso immer mitbezahlst. Ich hab bereits bei einer Kette für Laufsportler einen zu mir passenden Schuh gefunden, aber noch mehr im Laufladen meiner Wahl in Neuss.

Was mir nie gelungen ist:  Mal eben im vorbeigehen einen Schuh kaufen, der über hunderte von Kilometern bei mir blieb. Meist landeten diese Paare im Keller im Schrank oder zogen um in einen anderen Haushalt. Aber wir wollen ja Schrankleichen verhindern. Und dafür braucht es Zeit.

 

Worauf achten

Wenn ich beim reinschlupfen schon merke, da drückt was, diese Naht da fühlt sich seltsam an, irgendwas drückt durch die Sohle – dann wird das nix. Da kann der Schuh nach so hübsch sein oder ich den Hersteller favorisieren: das verläuft sich nicht. Eher wird das erste Gefühl nach einigen Kilometern bestätigt. Glaubt mir, ich hab es ausprobiert. Wenn ich Glück hatte, war es nur eine Blase. Mein größtes Pech war ein wieder aufflammen meines Knieproblems.

 

Vertraut eurem Gefühl

Mir sind all diese Dinge noch so präsent, da ich selbst gerade wieder mitten im Modellwechsel stecke. Leider ist es nämlich so, das die Hersteller jede Saison versuchen, das Rad neu zu erfinden. Hab ich 2013 nach einer super Beratung nach dem ersten Fehlkauf der Saison (Brooks Ghost) endlich den Glycerin 11 für mich gefunden und lieben gelernt – schon war dieses Modell wieder weg vom Fenster. Allein ein einziger ebay-Händler hatte noch ein Paar in meiner Größe – ich war glücklich! So hab ich mit diesen beiden Paaren knappe 1600 km laufend zurück legen können. Aber irgendwann merkt man, das der Schuh durch ist. Zwar im Alltag noch tragbar, aber beim Lauf passt es nicht mehr. Ein Nachfolger muss her. Was gar nicht so einfach ist: Der Nachfolger und das aktuelle Modell dieser Serie passen nämlich aus unerfindlichen Gründen nicht mehr so toll. Und nun?

Ging die Sucherei von vorne los. Ab ins Geschäft zu Uwe… eine Stunde lang Schuhe an, bisschen Laufen, Aufzeichnung ansehen … dieser Schuh ist es nicht: ich knicke im Knöchelbereich richtig fies nach innen… also Schuhe aus, Schuhe an, bisschen Laufen, Aufzeichnung ansehen… besser, aber noch nicht 100 % richtig … gute 90 Minuten testete ich eins ums andere Modell … und ich ging mit einem Paar nach Hause, welches sich im Geschäft und auf der kurzen Strecke vor der Tür als absolut genial bewies.

Leider nicht nach den ersten acht Kilometern daheim. Ich bin immer wieder mit den Zehen angestossen. Trotz mehr als daumenbeite Platz, trotz perfekter Schnürung – einfach zu kurz der Schuh.

Option: in einer Nummer größer bestellen oder jetzt sofort ein Alternativmodell? Ist klar, was ich wählte, oder? Da ich nicht warten kann und will, der Trainigsplan aber wieder einen langen Lauf in dieser Woche drin stehen hatte, musste ich erfolgreich sein. Wieder das Spielchen mit Schuhe aus, Schuhe an, bisschen Laufen… nur nicht so oft, denn im Kopf hatte sich schon festgesetzt: ich nehme das Paar, was beim letzten Mal die zweite Wahl war (weil weiß… und voll hässlich … aber eigentlich total bequem).

Das Paar leichte Schuhe für kürzere Distanzen war ziemlich schnell gefunden. Und zwar so schnell, das ich mich zwischen zwei Modellen habe entscheiden können.

newbalancesauconyasics

Entschieden hab ich mich dann für: ich muss mich nicht entscheiden. Wenn ich schon mal Schuhe finde, die passen, dann kauf ich sie gleich. Denn wenn ich erst das grübeln beginne, sind sie oft schon wieder aus dem Programm genommen.

 

Glücklich

Die beiden Modelle für die kurzen Strecken und Wettkämpfe haben sich als wahre Glücksgriffe entpuppt. Der superhässliche Asics GELfeather glide 3 ist eigentlich ein Herrenmodell, dazu noch ein Import aus Japan. Mein Glück war, das Gernot Ahnung Dieses hier ist im Mittelfuß schön schmal, die Fersenkappe ist hinten nicht zu hoch, aber dennoch sehr anschmiegsam. Leichte Sprengung, angeblich der ideale Trainingsschuh.

asicsgelfeatherglide
Ganz anders ist der New Balance Vazee Pace NYC. Er schaut viel leichter aus, hat eine minimale Sprengung von 6 mm und sieht dabei auch noch gut aus. Doch auch hier: absolut perfekter Sitz im Mittelfuß, keine Naht in der Zehenbox und die Ferse ist gut gestützt. Tests mit Steigerungen, Intervallen und kurzen Tempoläufen bestätigen den ersten Eindruck: Genau mein Ding!

nbvazeepaceNYC
Allerdings wäre es mal an der Zeit, den Kunden die Modell so an den Fuß zu bringen, das sie sich nicht vom Design oder dem eigenen Markenbewußtsein ablenken lassen. Denn was nutzt mir ein hübscher Schuh, der aber hier und da zwackt? Ich hab da so Überzieher gesehen neulich … beim Test „Teuer oder billig?“ im TV. Können die Laufschuhhändler diese bitte bei sich im Laden auch anwenden?

 

Doch noch immer hab ich keinen Schuh für lange Strecken

Der Saucony München wurde voller Optimismus eingepackt, die Vorfreude auf den langen Lauf stieg… und was passiert? Alles passt: Lieblingswetter mit unter 10 Grad, kaum Wind, es regnet nicht und ich hab Zeit ohne Ende. Aber ich komme nicht in den Tritt. Jeder Schritt ist so, als ob ich auf einer Spur aus Leim entkommen will und die Füße nicht hoch bekomme. Nach fünf Kilometern hab ich keine Lust mehr, nach acht Kilometern Rückenschmerzen und nach zehn auch noch Hüfte. Was soll das? Das ist doch meine ganz normale Strecke, ein ganz normaler Trainingslauf.

sauconymünchen

Vorsichtiges Nachfragen im Laufshop: „Irgendwas stimmt nicht. Was soll ich machen?“ Prompte Antwort: „Herkommen natürlich!“ Ganz ehrlich: Ich hab ein schlechtes Gewissen, zum dritten Mal dort aufzulaufen und das nächste Modell in Angriff zu nehmen. Doch eins hab ich garantiert gelernt: Das Laufen mit dem falschen Schuh kann mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Langfristig. Also:

 

Traut euch!

Eigentlich bin ich ne feige Sau. Reklamieren? Umtauschen? Etwas einfordern? Auch wenn ich im Recht bin oder mir eine versprochene Leistung nicht erbracht wurde: ich bin meist zu schüchtern, um nachzuhaken oder zu fordern. Eine ganz doofe Eigenschaft, das sag ich euch. Aber gerade jetzt, wo ich erlebt habe, das dieses Zögern auf die Kosten meiner Gesundheit geht, übe ich mich darin. Somit werde ich in den nächsten Tagen nochmal einen Versuch wagen. Zum Glück hab ich auf der Marathon-Messe in Frankfurt einige Modelle testen können. Eins hat mir sehr gefallen, auch oder gerade weil es so anders ist als alle bisher gelaufenen.

 

Und was ist mit Internet?

Ganz ehrlich?

Hat sich ein Modell aber bewährt und mich springt ein unschlagbar günstiges Angebot an oder ich hab einen Gutschein für einen bestimmten Shop, dann bestelle ich mir auch schon mal ein Paar online.

Bisher bin ich immer schlecht gefahren, wenn ich neue Laufschuhmodelle im Netz gekauft habe. Denn bis ich merkte, das der Schuh nicht zu mir passte, waren alle Rücknahmeoptionen abgelaufen. Dann saß ich da mit nem Schuh, den ich zwar im Alltag aber nicht zum Laufen benutzen konnte. Etwas anderes als Sportschuhe im Schrank ist aber auch mal ganz nett.

Zusammenfassung

Wie kommst du nun zu deinem Laufschuh? Kurz gesagt…

  • Zeit! – nimm dir mindestens eine Stunde, um verschiedene Modelle zu testen. Laufe drinnen, laufe draussen. Hüpfe, springe – bewege dich mit dem Schuh.
  • Fühl dich wohl! – Da zwackt schon was beim ersten reinschlüpfen? Vergiss es. Am besten ist ein Gefühl „wie auf Wolken“ – egal ob Wettkampf-, Trainings- oder Trailschuh.
  • Trau dich! – Frag nach einer Option zur Rückgabe/Tausch. Wenn sich daheim wieder erwarten etwas anders ist als erwartet oder erhofft: Nutze diese Option!
  • Laufsportladen – Nutze dein Fachgeschäft! Unterhalte dich mit den Verkäufern – wenn sie selber laufen, dannsprecht ihr die gleiche Sprache. Auch wenn du mit Begriffen wie Pronation, Sprengung nicht vertraut bist. Du selbst kannst ziemlich genau beschreiben, wo und wie der Schuh drückt.

Mit den Jahren wirst du immer besser wissen, welche Wünsche du hast, welche Bedingungen ein Laufschuh für dich erfüllen muss. Ich für meinen Teil unterscheide ganz klar in Schuhe „für Kurz“ und „für Lang“. Andere vielleicht eher in Trainings- oder Wettkampfschuhe. Oder Schuhe für Asphalt, Trail, Wüste, Badewanne….

 

Ob dieses Wissen nun den Kauf leichter macht?

Ich hoffe es sehr. Was ich nicht versprechen kann: Das du dein Modell für „bis ans Lebensende“ findest. Denn solange die Hersteller jede Saison neue Modelle herausbringen oder etabliertes Design verändern, wird es den meisten Läufern kaum möglich sein, immer den gleichen Schuhe mit neuer Nummer zu kaufen.

 

 

 

 

 

Laufen

Premiere: Staffel beim Frankfurt Marathon

28. Okt. 2015 - Laufen -
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Wie schon angekündigt war ich am Sonntag zum ersten Mal in einer Staffel unterwegs. Dank Polar konnten Ilona, Barbara, Vanessa und ich als Muttertags Runners beim Frankfurt Marathon starten.

Legendär

So wurde mir im Vorfeld vom Frankfurter Marathon berichtet: „Einfach genial der Einlauf in die dunkle Festhalle!“ und „Super organisiert das Ganze!“ sowie „Wenn du einmal da warst, willst du immer wieder hin!“ Auch in den Blogs und Artikeln online waren fast nur positive bis begeisterte Berichte zu dieser Veranstaltung zu finden.

Samstag reisten Vanessa und ich mit dem Auto an – und fanden einen Parkplatz direkt unter dem Messeturm. Das war zwar sicher nicht die preisgünstigste, aber ganz sicher die bequemste Variante um von auswärts dorthin zu gelangen.

Marathonmesse

Wie bei mittlerweile wohl jeder großen Laufveranstaltung gab es auch hier im Vorfeld eine Messe rund um den Laufsport. Wirklich kaufen wollte ich dieses Mal tatsächlich nur die Gels, von denen alle schwärmen. Sollte ich tatsächlich mal auf einer längeren Distanz als den Halbmarathon unterwegs sein, sind diese Gels angeblich eine der besten Lösungen zur Verpflegung. Noch bin ich skeptisch.

Wir bummelten also ein wenig, schauten hier, probierten dort. Da ich ja immer noch kein Glück hatte mit den neuen Schuhen für Strecken länger als 10 km nutzte ich die Leere an manchen Herstellerständen und testete das eine oder andere Modell.

Schön ist es, zufällig bekannte Gesichter zu treffen. Das Gefühl, in einer großen Läuferfamilie angekommen zu sein und solch eine Veranstaltung als Familienfest zu feiern ist einfach umwerfend. Staffelmitglieder mit Anhang, Turtlerunner-Friends und meine lieben Gastgeber für die Nacht begegneten uns. Neue Gesichter wurden uns vorgestellt.

Nach einigen erfolgreichen Einkäufen des einen oder anderen gingen wir zur Pastaparty. Ich für meinen Teil war überrascht: Wie, die geht den ganzen Tag? Bisher wusste ich nur von abendlichen Veranstaltungen, die dann immer sehr voll und eng sein sollten.

Pastaparty in der Festhalle

Auch wenn um die Mittagszeit die Schlange an den beiden Ausgabestellen recht lang schienen – die Läufer konnten sich – mit den Coupons aus den Startbeuteln- recht fix ihre Portion abholen. Die Begleitung hatte die Möglichkeit, sich Wertmarken zu kaufen (nur wo? das war zuerst so gar nicht ersichtlich). Nudeln in großen Mengen sind ja immer ein heikles Thema, gerne sind diese nicht al dente, oft ist die Sauce zu wässerig. Dem ein oder anderen schien das Töpfchen zu klein. Mir zunächst auch – muss ich ja zugeben. Doch ich kann ehrlich sagen: „Der Pasta-Sponsor hat einen echt guten Job gemacht: Qualität und Menge waren einfach top!“

Im übrigen war dies der Moment, wo wir bedauerten, erst am Sonntag unseren Startbeutel mit Nummer zu bekommen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Läufern, die uns ihre Coupons schenkten.

Zum Essen setzten wir uns an lange Tische in der Festhalle. Das hat schon was: dort zu sitzen, wo einige von uns morgen ihren Triumph feiern dürfen. Beleuchtung, Musik… alles stimmte uns auf morgen ein. Es wurde gefachsimpelt, wie die Strategie fürs Rennen sei: wann und wo wer wie mehr Gas geben will, wo man bisher lief, wie die Stimmung bei anderen Veranstaltungen ist. Wie froh alle sind, das in dieser Nacht die Uhr umgestellt wird und man gar nicht zu spät ins Bett gehen könne.

festhalleffmmarathonNach und nach löste sich unser Grüppchen auf. Mit Götz und Iris ging ich heim, freute mich sehr über das herzliche Willkommen. Während Götz sich mental auf sein Rennen über die ganze Distanz vorbereitete, waren wir Mädels bei einem Yoga-Detox-Abend. Im Anschluß wurde ich noch auf das köstlichste von Iris bekocht, enterte die Badewanne und fiel dann total platt ins Bett.

Fazit: ein rundum gelungener Tag!

Am nächsten Morgen: Wecker klingelt … aufstehen ..  kleine Witzchen über eventuell verpasste Zeitumstellung… Frühstück … und immer noch wusste ich nicht, welche Schuhe ich denn nun tragen wollen würde. Beide Paare hatten sich im Training bewährt.

runwiththeflowschuhauswahlDem Wetterbereicht und dem Plan „so schnell wie du kannst“ war die kurze Hose geschuldet. Dazu die Socken… farblich hätten ja die lilanen besser gepasst. Doch der Bauch sagte: egal ob du aussiehst wie ein Papagei auf Drogen, nimm die orangen! Zum Glück hab ich bisher kein Foto von mir im Rennoutfit gefunden.

Zeitig fuhren Götz und ich per ÖPNV los. Schnell noch ne Fahrkarte gezogen – denn die Startnummer, die an diesem Tag als Fahrausweis dient, war ja noch nicht in meiner Hand.

Traditionen

Wenn man etwas bereits zum ersten Mal wiederholt, kann dies der Beginn einer Tradition sein, gell? Da ich eh noch auf Vanessa wartete, damit wir gemeinsam rüber ins Hotel zur PolarLounge gehen konnten, begleitete ich Götz auf seiner traditionellen Vorbereitungsrunde.

Die Festhalle war nun fast leer. Ein paar Fotografen machten ihre Bilder, die Technik war mit dem Soundcheck beschäftigt… und auf einmal krabbelte sie … die Gänsehaut. Was so ein bisschen Licht und Musik anrichten kann!

ffmmarathonruhevordemsturmDort, wo gestern noch viele bunte Messestände waren, konnten am Renntag die Starterbeutel abgegeben werden. Ich war beeindruckt – überall Trennwände, super Beschilderung der einzelnen Blöcke. Viele viele Helfer zur Annahme.

Hier verliessen wir Götz und machten uns auf zu Polar. Hatten diese doch für all ihre Starter einen Raum im Marriott gebucht.

Es war schon ganz schön wuselig dort. Ilona und Barbara erwarteten uns schon. Jede empfing ihr Shirt, die Startnummer und los ging es: wohin mit der  Nummer? Tatsächlich Verbot von Startnummernbänder? Okay, dann halt die Sicherheitsnadeln. Mist, M passt mir nicht wirklich, gibt es noch ein Damenshirt in L?

polarstaffelIrgendwann war alles so, wie es sein sollte. Fröhlich-aufgeregtes Plaudern in unserer Muttertags-Staffel: Wer läuft nochmal welchen Part, wie lange wirst du dafür brauchen? Wie wird der Chip übergeben? Was machen die Verletzungen (ja, insgeheim nannten wir uns die Versehrtenstaffel)?

Es war Zeit für eine kleine Rede der Organisatoren, ein paar Vorstellungen – ja, Achim Achilles ist auch in echt so laut wie seine Schreibe vermuten lässt. Ja, Mocki ist tatsächlich noch kleiner als ich – aber dafür um einiges herzlicher, witziger, charmanter. Zu meinem Bedauern zog Flo es vor, vom Bett direkt in seine Wechselzone zu fallen und mir war es nicht vergönnt, ihm mal die Hand zu schütteln. Na ja, wer weiß – meine Chance kommt sicher irgendwann einmal.

Gruppenbild
offizielles Gruppenbild * copyright by Polar Deutschland

Die ersten Einzelstarter verschwanden in ihre Startblöcke, auch die Ersten der Staffeln machten sich auf zum Start um 10:25 Uhr. Wir anderen stellten uns zum Mann mit dem Hammer und genossen den Start. Der eine oder andere verschwand noch mal auf Tö, wir klatschten und sangen bei jedem Block. Nachdem die Letzten auf der Strecke verschwunden waren, zogen auch wir los, um in unsere Wechselzonen zu gelangen.

Wechselzone 1

Für Verwirrung sorgte der Plan, den ich mir ausgedruckt hatte. Zwischen Versand an die Teilnehmer und Ereignis wurde wohl die erste Zone verschoben. Wir liefen erst einmal falsch herum, als wir aus der U-Bahn kamen. Zum Glück hatten wir einen relativ großen zeitlichen Puffer. Dann das nächste Problemchen: Mist, der Staffelbereich ist auf der anderen Straßenseite. Wie kommen wir denn jetzt da rüber? Nochmal zurück zur U-Bahn und durch die Unterführung? Das geht zeitlich fast nicht mehr aus. Also ab durchs Läuferfeld. Scheisse, ich hasse das. Und hab es dennoch getan. Ohne Ortskenntnisse fiel es uns schwer, den richtigen Weg zum richtigen Fleck problemlos zu erreichen.

Eigentlich meldete sich die Blase mit „Möchtest du nicht noch etwas vom Tee und Wasser von heute früh loswerden?“ Uneigentlich waren die Schlangen vor den vier Dixies ziemlich lang, es war um die Wechselboxen herum sehr, sehr eng und Barbaras angepeilte Zeit war auch bald erreicht. Ich verzichtete auf die Pipibox und kämpfte mich zu meinem Block vor. Hinderlich waren da vor allem die ganzen Zuschauer mit Gepäck und Hund und Kinderwagen, die sich zwischen Hauswand, Mauer aus Läufern und Absperrungen durchdrängten.

Nach anfänlichen Orientierungsproblemen fand ich mich dann in meiner Box wieder… beziehungsweise davor… denn die Box war kaum größer als mein Kofferraum, aber die Anzahl der Starter deutlich größer als die Anzahl Kinder, die ich testweise mal ins Auto sperrte. So standen die Läufer, die ihre Partner erwarteten, auf der Strecke. Die Ordner hatten null Chance, uns wieder zurück zu drängen: es gab kein zurück. So war es nicht verwunderlich, das es oft zu suchenden Blicken und fragenden Rufen nacheinander kam. Jedesmal, wenn Läufer A und B sich fanden, war beim Wechsel des Chips noch mehr Fläche blockiert. Natürlich ging dies alles auf die Zeit.

Jetzt bin ich dran

Chip um den Fuß gebunden, Kopfhörer ins Ohr… auf! Gleich zu Beginn hatte ich den Minianstieg der Alten Brücke nach Sachsenhausen vor mir. Erstaunlicherweise war es gar nicht so voll, wie ich es nach dem Gedränge in der Wechselzone erwartet hatte.

Rennstrategie? So schnell es geht.
Zeit? Nun ja, angepeilt war auf die 6,5 km etwas um 43 Minuten.
Was sagt der Körper? Lauf, nimm den Stab und lauf!

Bereits nach den ersten Metern war klar: die kurze Hose war die richtige Wahl. Einlaufen war ob er Enge am Start nicht gegeben. Ich war sofort auf Betriebstemperatur und freute mich, das ich dem ganz großen Gewusel am echten Start entkommen war. Mir kommen die anderen Läufer dann oft zu nahe, ich mag den direkten Körperkontakt nicht wirklich. Klar ist die Bremswirkung in einem großen Läuferfeld nicht zu unterschätzen – so wie jetzt der Sog der anderen Läufer nicht außer acht gelassen werden wollte. Frau Huhn, langsam! Du musst das Tempo 6,5 Kilometer halten können. 14 Tage nach dem letzten Halbmarathon sind bei dir keine Rekorde drin – aber lauf so schnell es dir möglich ist!

Im Vorfeld wurde mir gesagt, ich hätte das leichteste Teilstück erwischt. Ob es nun die Kürze oder die lange Gerade durch Sachsenhausen sein sollte, die für den Titel „leichtestes Stück“ herhalten sollte, weiß ich nicht. Jedenfalls fiel es mir leicht, mein Turtlerunner-Renntempo zu halten.

Unterwegs

Sofort nach meinem Start kam die erste Verpflegungsstelle. Ich hatte mir vorgenommen, ohne Wasser auszukommen – was sind schon sechseinhalb Kilometer? Nix. Bei optimalem Rennwetter um die 10 Grad, bedecktem Himmel und kaum Wind brauche ich nichts.

Irgendwo an der Strecke sah ich Iris stehen. Ich glaub, so schnell hatte sie mich nicht erwartet *grins* jedenfalls schien sie sehr überrascht, als ich ihr zujubelte (und nicht sie mich anspringen musste wie in Köln).

Erste Male

Zum ersten Mal lief ich ein Rennen, wo neben der Laufstrecke ganz normaler Verkehr unterwegs war. Zum ersten Mal war ich genervt von einer Mitläuferin, die immer dichter an mich ranlief. Nicht vor oder hinter mir. Neben mir. Stellt euch vor, ihr lauft nebeneinander – mit einer Freundin oder einem Bekannten aus der Laufgruppe. Nun stellt euch vor, dieser Andere rückt euch immer mehr auf die Pelle – obwohl drumherum genug Platz für alle ist. Es war keine Not, so eng zu laufen. Weder auf der Geraden parallel zur Straßenbahnschiene noch in den Kurven. Leider konnte ich keinen Zahn zulegen – waren doch noch einige Meterchen zu bezwingen. Ausweichen nutzte nix, denn ich war wohl wie ein Magnet. Am liebsten hätte ich sie angeschrien „Verpiß dich!“ Somit war ich zum erstem Mal bei einem Rennen stinksauer.

Da ist ja noch ein Verpflegungspunkt – kurz nach meinem Kilometer Fünf. Doch auch jetzt gilt: Ich brauch unterwegs nichts. Begeistert wahrgenommen hatte ich allerdings, das hier in Frankfurt auf Pappbecher gesetzt wird. Nach jedem Verpflegungspunkt gab es einen großen Container für den Müll. Natürlich landete nicht alles dort drinnen. Es führte jedoch auf alle Fälle zu deutlich weniger Becher auf der Straße.

Staffelwechselzone 2 – jetzt schon?

Direkt hinter diesem Getränkestand der Torbogen, der die nächste Wechselzone ankündigte: noch 350 m. Wie, jetzt schon? Ich hab noch keine sechs Kilometer auf der Uhr. In der Stadt sollte das GPS eigentlich nicht so sehr spinnen. Leider hab ich zwischendurch eher auf die Menschen und meine Pace geachtet als auf die Kilometerschilder am Straßenrand. Was solls – wenn hier jetzt steht, nur noch 350 m kann ich ja noch einen Schritt zulegen.

Bereits hinter der Unterführung nach dem Torbogen mit der Ankündigung war die Stimme des Moderators zu hören: Arne hat sein Ziel erreicht und den Rekord geknackt – Glückwunsch!

Sehr sinnig war hier die – wohl aufgrund der örlichen Gegebenheiten – deutlich bessere Gestaltung der Wechselzone. Die Marathonis liefen auf der rechten Straßenseite weiter geradeaus, die Staffelläufer bogen links in eine Kehre ein und konnten ziemlich fix ihre Blöcke zum Wechsel finden. Meinen Block fand ich schnell – nur fehlte meine Läuferin C. Ich war verwirrt. War ich so viel zu schnell? Hallo, wo bist du? Was tun?

Im Gegensatz zur ersten Wechselzone standen hier nur die Läufer auf der Strecke, die ihren Partner gefunden hatten. Alle anderen waren in der Box. Am straßenseitigen Eingang stand ein Ordner, der mich zum Moderator schickte, um unsere Startnummer auszurufen. Kurze Zeit später tauchte Vanessa auf – ich schmiss mich ihr an den Hals… äh Fuß, klettete ihr den Chip an und scheuchte sie los.

Mein Ergebnis: 00:38:39 für 6 km – das macht ne Pace von 6’26.

Schade, das es hier keine bereinigte Messung für die Staffeln gibt. Ne Matte vor und nach den Blöcken liesse es zu, jedem Staffelläufer seine Zeit zu messen.

Kurze Hektik, weil ich unseren Kleiderbeutel nicht fand. Zum Glück war dieser sicher bei einem Läufer einer anderen Gruppe aufgehoben. Nur hatte Vanessa vergessen, mir dies mitzuteilen. Verwirrung, Telefonat, da ist er ja! Schnell Jacke drüber ziehen, was trinken – ein bisschen mit Babs und anderen Staffelläufern plaudern – dann langsam zur S-Bahn.

Warten

Die Rückreise gestaltete sich etwas – zögerlich. Am Bahnhof selber reichte es, die zweite Bahn zu nehmen. Doch vom Hauptbahnhof zurück zur Messe hab ich es geschafft, immer auf der falschen oder ungünstigen Straßenseite zu sein. Irgendwann war ich zurück am Hotel – und genoß es, dort in Ruhe auf ein sauberes, warmes Klo gehen zu können. Die Pasta, die Cola und der Espresso waren mehr als Willkommen.

Richtig schön: Barbara (unsere Läuferin A) war schon da, einige Einzelläufer oder Nicht-Schlußläufer der anderen Staffeln ebenso. Jeder berichtete von seinen bisherigen Erlebnissen rund ums Laufen. Ultraläufer oder Gelegenheitsläufer – alle vereint.

Die Staffel – Finale und Fazit

Und immer wieder der Blick auf die Uhr beziehungsweise den Zeiten unserer Staffel an den Messpunkten. Wann kann Ilona hier sein? Wir wollten doch zusammen einlaufen! Aber wo bleibt Vanessa? Sie müsste doch längst zurück sein?

Verabredet hatten wir uns unter dem „Mann mit dem Hammer“. In der letzten Kurve vor dem Einlauf in die Festhalle. Dort, wo meist ein offizieller Fotograf sitzt, um dich auf den letzten Metern nochmal so richtig gut vor die Linse zu bekommen.

In der offziellen Ausschreibung steht: Gemeinsamer Einlauf der Staffelteilnehmer ist nicht erlaubt. Dennoch wird es geduldet. Die Ordner wurden angewiesen, an dieser Stelle Staffelläufer einzulassen. Dadurch fühlten sich allerdings auch „gewöhnliche“ Zuschauer bemüßigt, sich in die Mauer der Wartenden einzureihen. Immerhin schaffte es Vanessa trotz ihres eigenen Rückreisechaos‘ noch rechtzeitig zu uns.

Ich selbst fühlte mich zunehmend unwohl. So wie es mich an meinem Einstieg ins Rennen störte, das es kaum Platz für die Läufer gab, so störte ich mich hier an dieser Stelle an mir selbst. Die Strecke zum Laufen wurde immer enger. Oft wurde die ganze Straßenbreite von einlaufenden Staffeln eingenommen. Der echte Marathonläufer musste langsamer werden oder wurde in seinem Schlußsspurt behindert.

So emotional schön der gemeinsame Einlauf in die Festhalle auch war – für mich hatte es einen faden Beigeschmack – fast von Betrug: ICH bin nur 6 Kilometer gerannt. Was ist das schon im Verhältnis zur ganzen Strecke?Warum steh ich hier, warum laufe ich hier mittendrin?

Nein, ich bin wohl kein Staffelläufer.

durchszielDurch die Massen gekämpft. Bei den Medaillen angekommen. Getränke erobert. Raus aus der Enge. So lässt sich die Situation nach dem Einlauf kurz zusammen fassen.

Wir durften zum Glück wieder ins Hotel nach Gegenüber und uns Verwöhnen lassen. Fast alle Polar-Läufer fanden sich wieder ein und wir hatten eine noch wirklich schöne Zeit zusammen. Selbst duschen hätten wir dort können – hätten wir es nicht irgendwann doch eilig, wieder nach Hause zu fahren. Und mit anderen zu reden schien viel wichtiger als frisch geduscht im Auto zu sitzen.

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von den anderen Läufern. Vielleicht sehen wir uns bei der einen oder anderen Veranstaltung ja wieder? Ganz vielleicht ja sogar im nächsten Jahr aus gleichem Anlass an gleicher Stelle?

Mein Dank geht an Ilona und Barbara für ihre wahnsinnig flotten Abschnitte trotz ihrer Einschränkungen. Ihr ward einfach super und ich hoffe, ihr kuriert euch jetzt richtig aus. Ebenso danke ich Vanessa für Taxi, Gesellschaft und überhaupt: schön, dich in meinem Freundeskreis zu wissen! Natürlich danke ich Iris und Götz für das „Rahmenprogramm“ und ich gratuliere Götz zu seinem Finish!

Ebenso danke ich Polar für die Einladung – es war ein wirklich tolles Erlebnis, der Frankfurt Marathon 2015!

fazitffmmarathon2015

Übrigens: Schon beim Einlauf in die Festhalle stand fest, das Vanessa und ich 2016 den Frankfurt Marathon als Premiere für den ganzen Marathon nutzen werden. Auch wenn wir das eine oder andere Mal dachten „das geht besser!“ – die Stimmung in der Festhalle gibt es sicher nicht noch einmal. Die offizielle Schlußzeit ist in Frankfurt bei 6:00 Stunden netto. Es gibt sogar eine Closing Party für die letzten.

Können wir das schaffen? Wir sind ganz sicher:

Jo, das schaffen wir!

Lesen

Verlosung: TURTLE RUNNERS Trainingsbuch

22. Okt. 2015 - Lesen -
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Wie ihr alle wisst, gehöre ich nicht zu den schnellsten Läufern auf diesem Erdenrund. Das ist nicht weiter schlimm. Meistens jedenfalls nicht.

Als ich 2013 wieder ins Laufen einstieg, stellte ich ja gleichzeitig meine Ernährung vom Allesfresser auf Vegan um. Und da ja jeder – sogar ich! – weiß, das Sportler eine ganz besondere, ganz hochwertige Nahrung brauchen, suchte ich im Internet nach vegan und laufen.

Einer der ersten Blogs, die Mr Suchmaschine mir anbot, war Judiths veganmarathon.com .

Ich war ziemlich schnell ziemlich begeistert.

 

Das ist eine, die tickt genau wie ich!

 

Auf diesem Blog fand ich Berichte, die mir aus dem Herzen sprachen. Diäterfolge und Misserfolge. Der Einstieg ins Laufen mit dem „ich will alles, und zwar jetzt!“ entsprach in wesentlichen Details meinen eigenen ersten Berührungen mit dem Laufsport in 2009.

Jeder neue Eintrag wurde verschlungen, die Facebook-Gruppe „2014-bewegt!“ wurde zu einer zweiten Heimat. Es entstanden Online-Freundschaften, die zum Teil bis heute andauern.

2014 gipfelte für mich in einen Anruf: „Hühnchen, uns sind Läufer für die Turtlerunner-Staffel in Rodgau absgeprungen, magt du nicht bitte bitte doch kommen? Und wenn du nur ein paar Runden läufst, das würde uns so entlasten!“ Wider die Vernunft, aber voller Vorfreude setzte ich mich in den Zug und hatte ein wundervolles Wochenende mit Gleichgesinnten.

 

Das TURTLE RUNNERS Trainingsbuch

 

Als Judith verkündete, sie würde ein Buch schreiben war klar: Das muss ich auch haben!

Lange im voraus bestellt, wurde es pünktlich zum Erscheinungstermin in meine Lieblingsbuchhandlung geliefert.

turtllerunnertrainingsbuch

„[…] ist ein sympathischer, motivierender und vor allem persönlicher Begleiter für die ersten Laufwochen.[…]“

Dieser Klappentext beschreibt ziemlich genau, was es mit dem Trainingsbuch auf sich hat. Es ist ein Tagebuch ganz allein für dich, den Leser. Es ist voller Anregungen, Tipps und Ideen rund um den Laufeinsteig. Und mit ganz, ganz viel Platz zum Ergänzen deiner eigenen Gedanken und Erfahrungen.

 

3, 2, 1 … LAUF!

 

53 Tage lang will dich dieses Buch begleiten. Jeder Tag steht unter einem Motto – dazu passend bekommst du täglich Ehrfahrungsberichte von Judith, teilweise wissenschaftliche Referenzen zum gerade angesagten Thema, oft auch ein – natürlich – veganes Rezept.

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Wie du siehst, besteht jeder Lauftag aus einer Doppelseite. Klar gegliedert, mit einer Aufforderung an dich: Tu dir was gutes! Jetzt!

Ich bin zum Beispiel ein ganz schlechter Tagebuchschreiber. Aber ich liebe es, Freundebücher und Fragebögen auszufüllen. Nichts ist für mich schlimmer als „Schreib mal was, du wirst schon wissen, was du sagen willst!“. Ich gehöre absolut in die Zielgruppe des Ratgebers „Keine Angst vor dem leeren Blatt„. Im Trainingsbuch wirst du von Judith an die Hand genommen, um ein bisschen mehr zu dir zu finden und – vor allem – dir den Einsteig ins Laufen leichter zu machen.

IMG_20151021_080644-01Mir ist nach Ende des Buches kein Thema eingefallen, welches nicht erwähnt wird.

Natürlich sollst du nictht 53 Tage hintereinander losrennen. Teil dir die Lektüre ebenso in kleine Häppchen ein wie du dir auch den Laufeinstieg auf mehrere Wochen verteilst. Ich finde, die echte Sofakartoffel darf gerne mit zwei Einheiten in der Woche starten… langsam, mit Muße.

 

Genieße es!

 

Genieße die Vorfreude auf dein neues Leben und das nächste Kapitel.
Genieße das Gefühl, wenn du wieder eine Aufgabe erledigt hast.Genieße das eine oder andere Rezept und freu dich über kulinarische Neuentdeckungen.

 

Geburtstagsgeschenke sind toll!

 

Im Oktober 2013 begann mein jetziges Läuferleben, ich bin bekennende Turtlerunnerin. Die meiste Zeit macht mit das Laufen Freude.

Viele von euch haben mich auf diesem Weg begleitet. Dafür möchte ich DANKE! sagen. Deswegen verschenke ich ein Exemplar des TURTLE RUNNERS Trainingsbuches. Von mir für dich gekauft 🙂

Da ich die meisten Rückmeldungen via Instagram bekomme, wird auch dort die Verlosung stattfinden.

Wenn du DEINE Ausgabe gewinnen möchtest, bitte ich dich um fogendes:

  1. Klick dich rüber zu Instagram – und herze dieses Foto
  2. Mache einen Screenshot oder nutze eine der vielen Repost-Apps und veröffentliche dieses Foto dann bei dir in deinem Account.
  3. Verknüpfe mich mit @minervahuhn und benutze den Hashtag #laufenmitFrauHuhn
  4. Wenn du magst, schreib dazu, warum genau DU dieses Buch gewinnen möchtest oder warum du Laufen liebst…

Am Dienstag, dem 27.10. um 12:00 h wird der Verlosungstopf geschlossen. Im Laufe des Nachmittags werde ich dann die glückliche Gewinnerin bekannt geben.

Ich wünsche euch allen viel Glück und einfach tolle Läufe in den nächsten Tagen! Egal ob im Wettkampf oder einfach nur so – jeder Schritt zählt!

 

Laufen

Wo soll das alles nur hinführen?

20. Okt. 2015 - Laufen -
2 Comments

Genau das frag ich mich seit ein paar Wochen regelmäßig: „Wohin soll das noch führen, mit der Lauferei?“ Das Jahr 2015 ist fast vorbei, der Winter – für viele die Off-Season – steht bevor. Mein großes Laufziel hatte ich bereits im Herbst 2014 erreicht: erfolgreich einen Halbmarathon laufen.

Und was war dieses Jahr?

 

Da war zu Beginn des Jahres der HAJ-Halbmarathon – der war echt schön. Rundherum ein schönes Lauferlebnis, eine gute Vorbereitung und auch im „Nachgang“ keine negativen Erlebnisse.

Kurz danach – eigentlich DAS Ziel für 2015 – der Versuch, meine 5 km Zeit unter 30 Minuten zu bekommen. Das ging voll daneben.
Mit meinem lieben Pacemaker Willi ein paar mal auf der Bahn geübt – alles lief prima. Die letzten Einheiten lief ich alleine. Kurz vorher: krank, Motivation hatte sich ganz verabschiedet. Dennoch trainiert.  Renntag:  am Freitag Abend im Mai war es so warm, wie selbst an manchen Sommertagen nicht. Schon auf dem ersten Kilometer merkte ich: Das wird nix. Zumal Willis Uhr eine ganz andere Pace anzeigte als meine – und mit meiner trainierte ich halt die letzten Male. Auf Kilometer drei ging mir dann auch noch der Schuh auf…. neben einem frisch gedüngtem Feld. Ich hatte keine Lust mehr. Aber umkehren ist auch nicht…

Mit der Gewissheit weiterlaufen, am Ende das Ziel zu verfehlen: Blödes Gefühl.

 

Zum Muttertag hatte ich bei Polar einen Lauftag mit Katrin Dörre-Heinig und Katharina Heinig gewonnen. Ich muss zugeben: mir waren die Damen bis dahin unbekannt und ich musste Mr. Suchmaschine befragen. Ein Laufwochenende mit etwas Stabitraining, Theorie, ein bisschen Laufen und fein essen gehen und einen kleinen Einblick in die Welt des Profisports erhalten – so lautete das Programm. Zusammen mit Ilona und Barbara – den beiden anderen Gewinnerinen – und Andre von Polar hatte ich einen tollen Tag in Frankfurt.
Am Ende stand fest: Wir sehen uns wieder, im Oktober in Frankfurt zum Staffelmarathon.

Der Turtlerunner-Women’s Run fiel aufgrund einer Sturmwarnung für Köln aus. Was sehr schade war, denn viele waren schon unterwegs und wir alle hatten uns darauf gefreut. Immerhin bin ich dann noch mit einigen der Mädels für einen schönen Nachmittag in der Therme gewesen.

Im September war ich mit einer lustigen Gruppe in Rodgau. Stand zwischendurch immer mal wieder unsere Start auf der Kippe, da wir mal mehr, mal weniger feste Zusagen hatten, war es wieder ein wirklich bereicherndes Erlebnis. Die meisten kannten sich untereinander nicht. Dennoch sind wir als Team gestartet und als Team sind wir wieder nach Hause gefahren. Kritische Momente haben wir gemeistert, schöne einfach genossen. Für die ein oder andere Laufveranstaltungen sind bereits Meldungen in ähnlicher Konstellation gemacht worden.

Laufen verbindet

 

Nach dem erfolgreichen Halbmarathon meldete ich mich auch für den Halbmarathon in Köln an. Motiviert, bereit für mehr. Für schneller, für eine noch größere (?) Veranstaltung. Mit einer Startzeit, die mein Biorhythmus toll findet und mit einer Anreise, die bequemer und kürzer kaum hinzubekommen ist.
Wie euch aufgefallen sein wird: Köln wurde hier im Blog noch nicht erwähnt. Warum? Weil ich einfach nicht glücklich bin mit diesem Lauf. Vielleicht kommt noch ein Bericht – aber über weniger Gelungenes schreibt es sich einfach schlecht.

köln_finishImmerhin: ich bin durchgelaufen, ich bin im Ziel angekommen und nach dem dritten Halbmarathon kann ich für mich sagen: Diese Distanz ist machbar, kein Hexenwerk und ich mag sie.

Nur schneller werd ich nicht.

 

Woran das liegt? Es gibt da sicher mehrere Gründe. Zum einen die Unbeständigkeit im Training. Entweder strikt nach Plan mit der Tendenz zu zuviel oder über Wochen gar nichts – lange Pause nach Antibiotika, kranken Kindern oder mieses Zeitmanagement.

Aber heute glaube ich, das große „Warum ging nix vorwärts?“ ist eher dem fehlenden übergeordneten Ziel zuzuschreiben. Da war nix großes Neues, was mich gereizt oder gefordert hat. Alles eher bekannt als neu.

Leider gehöre ich auch nicht zu den Athleten, die mit Laufen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Mir fällt es zunehmend schwer, mir die Zeit fürs Laufen zu gönnen. Neben Hochzeiten, Geburtstagen und anderen Familienfesten gehören auch der ganz normale Wahnsinn einer fünfköpfigen Familie, meine Arbeit und ein Kind im Leistungssport mit vielen Auswärtsterminen zu meinem Alltag.

Wo will ich hin?

 

Das frage ich mich nun schon ein Weilchen. Ganz sicher weiß ich: ich werde weiter laufen. Aber ich merke auch, das diese „Wohin gehts?“ ganz eng verbunden ist mit „Warum laufe ich eigentlich?“ Denn das klassiche „Kopf frei laufen“ ist es gerade nicht. Aber was ist es dann? Darüber wird es die Tage einen eigenen Beitrag geben.

Läuferische Pläne für die nächsten Monate

 

Am Sonntag steht nun die Staffel im Rahmen des Marathons in Frankfurt an. Ich werde enige der lieben Menschen wieder sehen, die in den letzten zwei Jahren meinen Weg gekreuzt haben (hej, Geburtstag! Ich hab meinen zweiten Läufergeburtstag verpasst!). Darauf freu ich mich gerade wie Bolle.

Zum Martinslauf am 08.November am Unterbacher See hab ich mich letzte Woche dann auch noch spontan angemeldet – nochmal eine gute Zeit auf 10 km wäre fein. Nochmal die Jungs und Mädels der MondscheinRun Gruppe treffen und einfach eine tolle Zeit haben.

Zum Jahresausklang geht es dann zum Silvesterlauf nach Soest. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist bei uns immer einiges los… Die Festtage werden zu absoluten „Gar nix muss“Tagen definiert, am 28. Hochzeitstag und am 29. Geburtstag mit Familienbesuch… da kann etwas Sport zum Jahresausklang nicht schaden.

Wo laufe ich in 2016?

 

Nach dem HAJ-Marathon hab ich mich – voller positiver Eindrücke – sofort für den nächsten angemeldet. Somit bin ich dort am 10.04.2016 wieder über die Halbmarathondistanz am Start.

Beim 24h-Lauf in Rodgau hatte ich nette Gespräche mit einem anderen Läufer. Unter anderem über den Langen Kanten beim Rennsteiglauf. Und wie ich da des Nachts meine Runden zog, waberte es in meinem Kopf… erst hintergründig, dann immer fordernder: DAS willst du auch mal! Habt ihr schon mal einem Läufer gesprochen, der voller Begeisterung redet und dessen Augen funkeln? Welche Energie diese Sportler ausstrahlen? Das ist ansteckend. Da ich ja nicht vollkommen bekloppt bin, hab ich mir dieses Programm erst für – frühestens – 2017 vorgenommen. Aber am 21.05.2016 werde ich mit einigen aus dem „Bunten Haufen“ in Oberhof am Start stehen, um dort über die Halbmarathonstrecke einen Teil des Rennsteigs zu erkunden.

Und natürlich ist der 24 Stunden-Lauf in Rodgau wieder fest eingeplant.

Wohin soll das alles nun führen?

 

Bisher hat mich das Laufen in Ecken geführt, die ich nicht kannte. Ob nun daheim die Feldwege, die ich vorher nicht wahr genommen habe oder in Orte, die ich noch nicht auf meiner Landkarte hatte.

Laufen ist nicht nur eine Art der Fortbewegung, ist nicht nur Sport und ein Wettstreit um immer bessere Zeiten oder immer spektakuläre Veranstaltungen.
Du kannst alleine im Wald für dich laufen und die Natur geniessen. Du kannst unterwegs andere Sportler treffen und einen Schwatz halten. Du kannst dich persönlichen Herausfoderungen stellen.

Ich durfte viele, viele Menschen kennen lernen. Jungs und Mädels, Männer und Frauen. Schnelle und langsame. Ehrgeizige und Genußläufer. Dicke und dünne, große und kleine. Einige kenn ich nur aus meinem Online-Leben, andere sind mir im realen Leben begegnet. Es sind viele nette Bekanntschafften und einige wertvolle Freundschaften daraus entstanden.

Was mich am allermeisten schätze: mir ist noch keiner begegnet, der mich als lahme Ente, Bremsklotz oder Dampfwalze betitelte. Im Gegenteil: Wenn ich mit meiner Langsamkeit kokettiere, kommt fast immer ein „du läufst, du hast Spaß – du bist eine Läuferin und das ist doch einfach prima!“.

Ich habe einige der schönsten Einheiten meines Trainingsplans mit Leuten absolviert, die eigentlich viel, viel schneller unterwegs sind als ich. Diese Jungs sind mit mir auf die 12 km (und länger) Grundlagenausdauer-Läufen gegangen. Ich will mal behaupten, DAS ist Liebe. Zum Sport natürlich.

Denn im Gegensatz zu meiner ursprünglichen Idee: „Laufen kann man wunderbar alleine! ich brauche dazu niemanden.“ kann ich es jetzt geniessen, das einige Einheiten deutlich besser laufen, wenn man zu zweit oder zu noch mehr unterwegs ist.
Dafür ein herzliches Dankeschön – ganz besonders an Stefan und Willi!

Laufen verbindet.

 

Ich freue mich wahnsinnig, wenn ich lese, das andere Mädels laufen, weil ich sie mit meinen Berichten – aber vor allem mit meinen kleinen Einblicken bei Instagram – dazu bewogen habe, auch mit dem Laufen zu beginnen. Das mein langsames vorankommen nicht abschreckt, sondern andere motiviert, auch mal die Schuhe zu schnüren.
Wenn ich erzählt bekomme, das unser Hobby so Varivielfältig ist, das jede und jeder für sich eine Nische findet, in der er sich wohlfühlt. Genußläufer oder Finisher – egal!

Ich weiß wohin es führt:

Laufen macht glücklich!

 

 

Laufen

Schon vorbei – 24 Stunden Lauf in Rodgau

20. Sep. 2015 - Laufen -
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Fast ein Jahr lang darauf hin gefiebert – und nun ist er schon wieder ein paar Tage vorbei: der 24 Stunden Lauf in Rodgau/Dudenhofen. Was soll ich sagen? Es war einfach klasse!

Bereits am Freitag Abend war unser Auto gepackt, die Mitreisenden Carsten und Lisa bezogen in unserem Gästezimmer die Schlafcouch und wir fielen alle hundemüde und voller Erwartungen in die Betten.

aufstehen

Der Plan war: 5:30 aufstehen, um gegen 6:00 Uhr von uns aus loszufahren. Natürlich war ich viel zu früh wach und somit war um 5:24 Uhr der Frühstückstisch gedeckt, der Kaffee tröpfelte in die Tassen und es war an der Zeit, die anderen drei aus den Federn zu holen.

6:00 Uhr – der zweite Wagen

Hej, wir haben es geschafft, um sechs Uhr tatsächlich startklar zu sein. Der zweite Wagen unserer Reisegruppe stand pünktlich vor der Tür und es konnte – nach „ach, ich geh dann doch noch mal …“ des einen oder der anderen – losgehen. Laut Navi haben wir eine Fahrzeit von gut 2:17 vor uns. Auf der Autobahn ist das Wetter sehr durchwachsen. Zwischendurch regnet es, wir blicken – sofern nicht schlafend – in ein nebliges Tal nach dem anderen. Super. Regen und Nebel waren doch gar nicht angesagt – mittags heiß und sonnig, für Abends eine Gewitterwarnung mit perfektem Laufwetter im Anschluss lautete die Prognose.

rodgau_2Irgendwo auf der A 3 so gegen 7:16 Uhr.

Planmäßige Ankunft

Unsere Autos waren zur Hälfte mit gesponsorter Ware von Hitschler beladen. Dies erlaubte uns, mit unseren Wagen bis an den Platz zu fahren und auszuladen. Es war einfach toll, wie begeistert die Kisten und Tüten von den Helfern und Organisatoren ausgeladen und angenommen wurden. „Süßkram geht immer!“

Neben diesen Sachen luden wir auch unsere Ausstattung ab, trugen alles zu dem anivsierten Standplatz (den gleichen wie letztes Jahr), parkten die Autos für die nächsten zwei Tage auf dem Besucherparkplatz (der noch ganz leer war, yeah!) und so langsam breitete sich in mir eine große Ruhe aus: Die erste Hürde – die der Anreise – haben wir überwunden. Neben der Rückfahrt die, die ich am meisten gefürchtet hatte.

rodgau_3Noch ist alles grau in Rodgau. Solange es nicht regnete, sollte uns alles recht sein. Leider war es die Tage vorher recht feucht, so dass uns beim Bezug unseres Schlafzeltes schnell herausstellte, was wir vergaßen: eine Bodenplane für die Isomatten und Co.
Wir hatten Glück: unser Zelt war – wie an der Teamleitersitzung im Vorfeld versprochen – genau gegenüber unseres Pavillons. Welch Luxus!

Dieses Jahr ergatterten wir auch eine vom Veranstalter gestellte Bierzeltgarnitur. Ob es daran lag, das wir früher vor Ort waren als letztes Jahr, weniger Teams gemeldet oder großzügiger geplant worden war?

Noch war der Himmel grau: Wo ist die Hitze, die die verschiedenen Apps, Radio- und TV-Berichte vorhersagten? Bei mir machte sich Erleichterung breit – denn wer rennt schon gerne (im Kreis), wenn die Temperatur deutlich über 21°C ist?

Irgendwann trudelten auch Sandra und Sören (unsere „Quasi-Ortsansässigen“) ein. Als der Teamfotograf des Veranstalters bei uns ankam, stand eine unserer Starterinnen leider immernoch im Stau um Karlsruhe.

rodgau_4Die Ruhe, die ich bisher verspürte, die Gelassenheit, weil bisher alles glatt gegangen ist, wich langsam der Nervosität. Um 11:00 Uhr konnten endlich die Leibchen und der Staffelstab abgeholt werden. Gegen 11:30 Uhr dann auch die Getränke aus dem Kühlwagen: Mineralwasser, Schorlen und – zu meinem Entsetzen – statt alkoholfreiem Weizenbier Malzbier.

Der Start um 12:00h rückte näher.

Es geht los!

Irgendwie schien es unwirklich – so lange haben wir auf diesen Tag hingearbeitet. Und jetzt ist er da: der Tag, an dem wir uns zu zehnt über die 400 Meter-Runden jagen wollten. JETZT ist es soweit.

Kurze Verwirrung am Start: ist das die richtige Richtung? Steht das Zielbanner dafür nicht falsch herum? Egal. Die Sonne brannte mittlerweile und ich wusste, diese zwei Stunden werden hart. Unsere Strategie: mein Vierer aus Carsten, Lisa, Ida und mir rennt die ersten zwei Stunden im „zwei Runden Rhythmus“. Für jeden 800 m flitzen, kurze Pause zum regenerieren und – ab gehts!

Die rote Asche staubte, setzte sich zuerst in den Schuhen, dann in den Socken und später bei der einen oder anderen auch in der Lunge fest. Meine optimalen Bedingungen sehen eindeutig anders aus. Aber ich lies mich nicht unterkriegen! Wir waren hier am Start, um als Team die 24 Stunden zu rocken, nicht um die Wertung zu gewinnen.

Irgendwann begann der Veranstalter, die Bahn zu bewässern. Dies war eine feine Idee, holte sich doch der eine oder andere Teilnehmer auch eine persönliche Dusche ab. Doch kam die Brause bei der 200 m-Markierung an, waren die ersten 100 Meter schon wieder ebenso staubig wie zu Beginn.

Mein Fazit der ersten zwei Stunden

6,4 km in 42:57 Minuten bei einer Herzfrequenz von im Schnitt 176. Mehr war nicht drin. Nicht nach drei Wochen Trainingspause, schon gar nicht bei dieser Hitze. Dennoch: es hat echt Spaß gemacht!

rodgau_5Unsere Zeit ist rum.

Ab unter die Dusche!

Um diese Zeit waren die Duschen noch warm, der Boden mit Schlappen begehbar. Irgendwie nutzten wir dieses Jahr andere Räumlichkeiten als im Jahr davor. Leider spielten Wetter und Putzplan gegeneinander: als ich nach meiner Nachtschicht unter die heiße Dusche hüpfen wollte, gab es weder heißes Wasser noch einen Flecken Boden, der nicht sandig-matschig war und man höllisch aufpassen musste, das einem nix auf den Boden fiel. Auch nach meiner Morgenrunde war es nicht besser, so dass ich das erneute Duschen auf daheim verschob. Zum Glück saßen in meinem Auto ja auch nur andere Läufer.

rodgau_6

Zurück am Pavillon – unserer Basis. Der Ort der Staffelstabübergabe und des wollüstigen Schlemmens. Ja – Schlemmen! Denn immer wieder hörte man aus unserem – und dem Nachbarzelt des Vegan Runner Teams – folgendes: „Ich weiß nicht, ob ich hier mehr laufe oder esse. So viele leckere Sachen! Das ist doch wahnsinn!“

Extravurst für Veganer

Zum einen lag es an den mitgebrachten Kuchen und Muffins einzelner Starter, aber zum allergrößten Teil verdankten wir die „Rundum Sorglos Verpflegung“ dem Bioladen Haller. Bereits im letzten Jahr genossen die beiden veangen Teams den Service eines extra Verpflegungsbereiches im großen Mannschaftszelt. Das fand ich schon echt klasse.

Dieses Jahr wurde die Verpflegung noch einmal optimiert. Schaut euch einfach die Fotos an!

Gemeldet waren für Vegan Runners 10, bei uns 5 Veganer bzw. Vegetarier. Leider sind einige wegen Krankheit oder Verletzungen ausgefallen, so dass nicht alle am Start waren.

rodgau_7

Ich bin bei noch keiner Veranstaltung so gut verpflegt worden. Um den ganzen noch die Krone aufzusetzen: Der Verpflegungsstand befand sich … genau: an unseren Zelten! Nur wer eine Suppe wollte, konnte sich sein Schüsselchen bei uns mit Suppenmaultaschen füllen und diese im Verpflegungszelt auffüllen lassen. Frau Haller, das war einfach alles ne Wucht! Und ja: ich freu mich sehr, wenn ich den Nudelsalat nachkochen kann.

Doch eigentlich sind wir ja zum Laufen hier. Die Zeit bis zum nächsten Einsatz verging wie im Flug: Duschen, Essen, die nun endlich angekommene Christiane vernünftig begrüßen, etwas Luft holen und mit den anderen Plaudern. Zwischendrin hatte ich bei unseren Tagesgästen um eine kleine Extra-Tour auf dem Weg zu uns gebeten: Es wäre sehr lieb, brächten sie flüssige Nahrung und eine große Bodenplane für uns mit.

Auf in die zweite Runde

Plan: Jeder Erwachsene läuft 30 Minuten, dazwischen je zwei Runden von Ida im Sprint. Ging auf.  Und es lief! Vor allem näherte sich das Wetter immer mehr dem optimalen Laufwetter an: der Himmel bezog sich, hin und wieder tröpfelte es. Perfekt!

4 km in 30:31 Minuten bei einer HF von 166 – ist okay. Vegan Turtlerunner eben.

Besonders erfreulich: Nach meinen Runden waren Götz und Iris angekommen, meine Wunscherfüller und Shopping Queens 😉

rodgau_8Bier ist eben doch viel mehr Grundnahrungsmittel (für Läufer) als Wasser. Ganz sicher.

Ab 18:00 Uhr war wieder das andere Teil-Team am Start. Ich hatte Zeit zu beobachten, mit dem Besuch zu quatschen, ein bisschen die Beine hochzulegen.

Was macht man nur in der ganzen toten Zeit?

Letztes Jahr fand ich die Wartezeit zwischen den individuellen Laufeinheiten mitunter sehr lang. Mag am vorherigen Arbeiten und Zug fahren gelegen haben. Dennoch war diese Warterei eine meiner größten Sorgen in der Vorbereitung, deswegen bestand ich auf die Bildung zweier interner Teams. Aber auch, um jedem ein festes Fenster für den notwendigen Nachtschlaf zu bieten.

Für mich fühlte es sich richtig an. Aus den Rückmeldungen der anderen aus dem „Bunten Haufen“ war es für alle eine gute Wahl. Wenn nicht: redet jetzt oder schweigt für ewig!

In der lauffreien Zeit konnte man bei den anderen Teams gucken gehen, eine Zeit lang an der Bühne vorn den Bands zuhören oder eben auch vor dem Schlafen gehen einen Cocktail trinken.

20:37 Start in die letzten Runde für diesen Tag: 4 km in 30:18, HF bei 168 im Mittel.

Wer mir auf Instagram folgt, hat sich sicher schon mit mir über die lustige Zahl auf der Uhr kurz vor 24:00 Uhr gefreut: 444 % des Tagesziels an Bewegung erreicht. Das hab ich nicht oft. Um nicht zu sagen: Bis zum 12.09.2015 stand das noch nie auf meiner Uhr. Natürlich kamen neben der Lauferei auf der Bahn kamen noch viele kleine Wege hinzu.

rodgau_912 Stunden des 24 Stunden Laufs Rodgau waren vorbei

„Die nächsten vier Stunden werden die härtesten.“ so meine Gedanken kurz nach Mitternacht. Für jemanden wie mich, der gerne um 22:00 Uhr schlafen geht, dafür um sechs wieder aus den Federn springt, ist alles nach 24:00 Uhr echt schwer.

Gegen 22:30 h war das kleine Huhn ins Bett gebracht, das frühe Aufstehen, die Hitze und nun die Warterei machten mich mürbe. Auch die vielen Gespräche, die Musik und trotz der Aufteilung in Gruppen eine permanente „Hab acht!“Haltung forderten ihren Tribut. Mit Podcasts auf den Ohren, zwei Decken um mich gewickelt wartete ich auf meinen nächsten Einsatz gegen 0:30 Uhr.

Das war der fürchterlichste Lauf der ganzen Veranstaltung

Ich gehöre zu den Läufern, die unter Belastung extrem sensibel gegenüber Gerüchen, wechselnden Lichtverhältnissen und Temperaturen werden. Ich werde quasi mit jedem Schritt „sinnlicher“.

Stellt euch eine 400 Meter Bahn vor. An den langen Seiten stehen links und rechts der Asche Pavillons – die Camps der einzelnen Teams. Manch ein Team hat seinen eigenen Physiotherapeuten dabei, die Läufer werden massiert. Mit Öl. Leider ist das wenigste Öl duftfrei. Oder das Zelt ist mit vielen Kerzen beleuchtet – da ist hin und wieder auch eine Duftkerze dabei.
Auf der Stirnseite steht die große Bühne, auf der bis weit nach Mitternacht Live-Musik geboten wird. An der anderen kurzen Seite hat ein örtliches Team seinen Stützpunkt mit einer Musikanlage ausgestattet. Die in der Regel etwas anderes darbietet als die Stadionanlage.
Neben dem Stadion befindet sich der Kunstrasenplatz, welcher mit seiner Flutlichtanlage hin und wieder einen Teil der Bahn beleuchtete (ich hab den Algorithmus hinter „Flutlicht an“ und „Flutlicht aus“ leider nicht verstanden). Manch ein Zelt hatte ein Stroboskoplicht, an der Strecke lauerten Fotografen mit ihren Blitzen.

Meine erste Runde am neuen Tag lief somit eher mittelprächtig: 6,40 km in 1:00 h bei einer ruhigen HF von 141. In Summe war vor dem Schlafangehen die HM-Distanz noch nicht ganz erreicht worden.

Wenn man erst beim ins Bett kriechen bemerkt, das man den falschen Schlafsack (nämlich den kürzeren der beiden gleich aussehenden) dabei hat. Aus der aufblasbaren Matratze seit dem Mittag fast alle Luft entwichen ist. Man diesen Mangel mit Körperspannung auszugleichen sucht statt erneuten Aufblasens zugunsten des Schlafes der anderen Zelter. Irgendwann die Blase meint, es sei vielleicht doch klüger, nochmal ins Waschhaus zu gehen.

Dann weiß man ganz genau:

Ich bin kein Camper

Zum Glück schaute ich auf dem Rückweg vom Waschhaus noch bei unsrem Pavillon vorbei und durfte mir dann Vanessas Schlafsack borgen. Die Hiobsbotschaft, das Carstens Knie plötzlich nicht mehr wollte und er nun für den Rest der Veranstaltung nicht mehr laufen könne nahm ich wohl wahr, aber nicht auf. Ich schlich ins Zelt zurück und fand tatsächlich für ein paar Stunden in den Schlaf.

Es war ja nicht so wichtig, ob ich um acht schon wieder startklar war. Denn dann käme Petra, die die nächsten zwei Stunden gerne für uns Laufen wollte.

7:28 h – Guten Morgen zusammen, die Sonne scheint! Habt ihr gut geschlafen – äh seid ihr gut gelaufen?

Ein Blick in die Runde: etwas müde, aber dennoch motivierte Gesichter leuchteten mir unter dem Dach entgegen. Ich schaltete das Smartie wieder ein – und erschrack: Wir brauchen einen Plan B für die nächsten Stunden. Unserer Läuferin geht es nicht gut, sie wird nicht um 08:00 h die Ablösung stellen. Kurze Panik, zumal in der Nachtschicht ja auch schon Ausfälle ausgeglichen werden mussten. Aber: wir schaffen das ganz sicher!

Mal eben die anderen aus der ersten Gruppe geweckt mit der Ankündigung: Nix mit weiterschlafen, ihr dürft endlich wieder laufen!

Zwischenzeitlich wurden Croissants geliefert – vegane Croissants! Verflixt, noch ganz warm – und ich muss los, rennen.

Zwischen 8:00 und 10:00 Uhr liefen wir in 800 m Einheiten. Für mich waren es 4 Runden mit einer Pace von 7:26 und einer konstanten, mittleren Herzfrequenz von 158. Es lief locker. Leicht. Mit der Sonne auf dem taunassen Grass, so langsam erwachenden oder wieder eintreffenden Läufern um uns herum. Die Stimmung war – ja, trotz des sportlichen Umfeldes – idyllisch.

 

rodgau_10Irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf kurze Einheiten. Es schien jedoch auch so, als hätte der überwiegende Teil der Gruppe nix dagegen, wenn einer von uns etwas länger liefe.

Schon auf den kurzen Runden plauderte ich mit der Zahnfee, der einzigen weiblichen Einzelläuferin im Startfeld. Da hatte sie schon ihren „doppelten Marathon“ hinter sich.

Die letzte zwei Stunden waren angebrochen

Nur noch zwei Stunden oder noch zwei Stunden? Diese Frage mag dann jeder für sich beantworten. Ich befand mich irgendwo dazwischen. Doch: mir fiel das Laufen leicht. Ich lief einfach immer weiter, einige Runden mit der Zahnfee, die sich über das mitziehen freute. Und ich freute mich, die Berichte eines Einzelstarters zu hören.
Komischerweise lief es sich jetzt – mit Plaudern und deutlich weniger Schlaf als in der Nacht zuvor – deutlich besser.

Nach 46:24 Minuten überlies ich nochmal den Anderen die Bahn – hatte ich mir doch fest vorgenommen, auch die letzte viertel Stunde noch zu laufen. 5,6 km bei HF 153 waren es.

11:42 Uhr

Auf in die letzte Einheit! Schien bisher die Sonne, zog es sich nun so langsam aber sicher zu. Es begann zu tröpfeln. Passend zu meiner Stimmung. „Wie? Jetzt schon vorbei? Wo sind die 24 Stunden hin?“

Einige Teams legten sich noch mal richtig ins Zeug: Wechsel der Läufer nach jeder Runde, perfekte Staffelübergaben… einfach genial, wie eingespielt die meisten waren! Es macht zwar echt  keine Freude, permanent überrundet zu werden (vor allem, wenn du selbst das Gefühl hast, aus dem letzten Loch zu pfeifen). Aber ich bin begeistert von den Teams die angetreten sind, zu gewinnen!

Immerhin ist dieser Lauf auch ein Spendenlauf: je nach Spender wurde nach Runden oder eine pauschale gegeben. Mal „nur“ für die Gute Sache, mal für die Leistung oder im Namen eines Teams. Mal waren die Spenden mit (mehr oder weniger) lustigen Aufgaben oder Bedingungen verknüpft. Beispiele? „Laufe eine Runde im Häschenkostüm“ oder „Finde 1,00 € pro Runde, dann spenden wir auch 1,00 € pro Runde von 12:00 bis 12:00h“. Letzteres für ein Team, welches am Ende mit 907 Runden gewann.

Kurz vor 12:00 Uhr – die Zuschauerränge wurden dichter, es wurde nochmal darauf hingewiesen, das noch einige Teams um Runden kämpfen und bitte nur ein Läufer pro Mannschaft auf der Bahn sein möge. Blick auf die Uhr: wenn ich jetzt etwas schneller werde, schaffe ich noch zwei Runden ganz. Komm schon, das schaff ich auch noch! … Zwei Runden … fixer als eher… wie, ich hab immer noch Zeit bis zum Ende? Und nur noch knapp 300 m? Verflixt, das könnte… sollte… das schaff ich auch noch! Auch wenn wir nicht vorn liegen, jede Runde zählt! Und hej, ich hab es geschafft! Kaum über die Matte, schon kam der „Schlusspfiff“.

Lustigerweise war ich auf gleicher höher mit der Zahnfee und dem Schlafwandler, wir liefen gemeinsam locker weiter… und zum Glück trug ich die Sonnenbrille – denn irgendwie war ich total glücklich, mit „We are the Champions“ kullerten die Freudentränen.

Geschafft!

Der Bunte Haufen ist mit 526 ganzen Runden glorreich auf dem vorletzten Platz der Teamwertung gelandet.
Eine Gruppe, die sich aus Startern vom letzten Jahr (Vegan Turtlerunners & Friends), den Mondscheinrunläufern aus Neuss und deren Freunden zusammensetzte.

Carsten, Christiane, Ida, Ina, Lisa, Petra, Sandra, Sören und Vanessa – ihr ward einfach super! Mich hat es sehr gefreut mit euch zusammen unterwegs zu sein.

Auch der Abbau war ruckzuck erledigt. Der Schauer kurz vor Schluss hätte zwar nicht sein müssen (wer packt schon gerne nasse Zelte ein?), aber es lief alles reibungslos.

Da wir alle heim wollten, war der Plan, die Siegerehrung sausen zu lassen. Lustigerweise war Sandra gerade vor der Bühne als wir aufgerufen wurden, so dass wir unsere Urkunden doch noch mit nach Hause nehmen konnten.

Die Fahrt nach Hause gestaltete sich schwierig. Ich merke, wie ich müder wurde, mir die Augen zufielen. Zusammen mit dem Dauerregen auf der Autobahn war das keine gute Kombination. Also an der nächsten Raststätte raus, die Mitfahrer zum Kaffee holen geschickt und für ein paar Minuten die Augen geschlossen. Durch Gewitterdonnern geweckt worden – äh, ne, das war nur die Schiebetür meines Autos, die mit Schwung geöffnet (oder geschlossen?) wurde.

Wieder daheim schnell alle Sachen aus dem Auto, einen Teil umgeladen in den Wagen von Carsten, der noch am selben Tag zurück nach Bremerhaven fahren musste. Die verstaubten und stinkigen Schuhe in die Waschmaschine.

Angekommen.

rodgau_11Alt sind wir an diesem Abend nicht mehr geworden, Ida und ich. Wir beide sind nach einer heißen Dusche und einer warmen Mahlzeit mit müden Beinen und einem Kopf voller schöner Erinnerungen ins Bett gefallen.

Nächstes Jahr bin ich ganz bestimmt wieder dabei.

Ob im Team oder als Einzelstarter, das warten wir mal ab. Schliesslich haben die Gespräche mit anderen Läufern die eine oder andere Saat gelegt.

Möchte vielleicht jemand von seinen Erfahrungen zum „Langen Kanten“ beim Rennsteiglauf berichten? 2017 ist da sicher noch ein Startplatz für mich frei.

 

 

 

Nähen

Sew a smile! – Mein Dankeschön an euch!

04. Sep. 2015 - Nähen -
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Gestern hatten wir einen tollen sew a smile!-Tag mit vielen helfenden Händen. Bei emmeline könnt ihr nachlesen, was wir geschafft haben.

 

fertige beutel

Eure Bereitschaft, mit anzupacken und ein bisschen Wärme weiterzugeben hat uns umgehauen!

Es sind viele Beutel und Waschtaschen entstanden. Wir haben uns hier vor Ort für eine etwas andere Art von Beuteln als die im Beitrag von sew a smile! vorgeschlagene Anleitung entschieden. Die Verstellbarkeit der Kordel hat sich bei den Trägern von Turnbeuteln/Gym Bags/ String Bags als nicht zu vernachlässigendes Detail erwiesen.

minervas_fixe_Beutel

Wer möchte, darf sie gerne nachnähen, egal ob als Geschenk, als Spende oder gewerblich. So ein Turnbeutel ist keine große Kunst, einfach zu nähen und dennoch praktisch.

In der Facebook-Gruppe zur Akrion sew a smile! wurde auf den Sicherheitsaspekt der am Boden eingenähten Kordel hingewiesen. Ich versuche nun, eine Lösung mit Sicherung und Versetllbarkeit für euch zu finden.

Auf alle Fälle gilt aber: Ich freu mich wahnsinnig, wie viele bereits dabei sind und nähen, spenden, helfen.

Herzlichen Dank für alles!

 

Sew a smile! oder: Willkommen in Deutschland

31. Aug. 2015 - Allgemein -
2 Comments

Es ist weder zu übersehen noch zu überhören: sehr viele Menschen suchen derzeit Zuflucht in unserem Land.

Lange hab ich überlegt, ob ich hier etwas schreibe. Zu groß war bisher das Gefühl, zu wenig zu wissen, die Hintergründe nicht zu verstehen. Doch der Bauch rief immer lauter: „Was gibt es da zu verstehen? Viele Menschen sind vor Krieg und Verfolgung geflüchtet, sie haben es bis zu  uns geschafft und haben manchmal nicht mal ihre Liebsten mitnehmen können. Oft ist das eigene Leben das einzige, was ihnen zu retten möglich war.“

Recht hat der Bauch.

Seit Wochen lese ich von einer Welle der Hilfsbereitschaft: #bloggerfuerfluechtlinge und #1000malwillkommen sind nur zwei, die mir begegnet sind.

BFF_1508_HeaderBlau2-300x111-300x111Ebenso lange lese ich auch schon von anderen, hasserfüllten Aktionen. Diese sollte man nicht totschweigen, aber eben auch nicht ignorieren. Zum „dagegen an reden“ bin ich nicht wortgewandt genug. Da gibt es viele, viele andere, die das besser können als ich. Schaut euch einfach mal in dieser Linksammlung um.

Doch was kann ich tun?

Mich macht es betroffen, wenn ich von den Einzelschicksalen lese oder im Radio einen Bericht höre. Ich habe hier alles, was man zum Leben braucht. Mehr als das – und oft genug weiß ich dies nicht zu schätzen.

Wir können unsere Kinder in die Schule unserer Wahl schicken – Jungen und Mädchen.
Wir können frei entscheiden, ob wir vegetarisch essen oder lieber das grüne Paar Schuhe tragen wollen statt der roten.Wir wohnen in vier Wänden, die uns vor Wind und Wetter, aber auch vor Eindringlingen schützen.
Wir hören jeden 1. Freitag im Monat die Sirenen, und dürfen uns glücklich schätzen, das dies nur die Funktionskontrolle ist.
Wir können mit 18, 76 oder gar nicht heiraten und sind in jedem Fall ein Mitglied der Gesellschaft.

Friede und Selbstbestimmtheit

Diese Liste ist nicht vollständig, nur ein Ausschnitt meiner Gedanken. Was ich aber weiß: Wir leben in Frieden. In einer Gesellschaft, die durch Selbstbestimmtheit geprägt ist. Das ist viel Wert. So viel, das vor mehr als 20 Jahren die Bürger des „anderen Deutschlands“ dafür kämpften, auch so leben zu dürfen. Und sie haben gewonnen.

Bei mir um die Ecke ist eine Erstaufnahmestelle. Eine Turnhalle, die schon mit 2 Schulklassen unangenehm voll erscheint. Nicht das neueste Baujahr. Aber zentral, mit sanitärer Infrastruktur. Diese beherbergt seit Ende Juli 150 Flüchtlinge. Die meisten bleiben 30 Tage – bis sie woander hingeschickt werden. Hoffentlich werden sie in ein gutes Leben entlassen. 150 von 800.000 leben hier vor meiner Tür.

So viel im Kopf – und so wenig kann ich in Worte fassen

Ich möchte helfen. Ein Lächeln verschenken in einer Zeit, die für die Beteiligten sicher nicht einfach ist. Ich möchte zeigen: Ihr seid willkommen! Aber ich hab auch Berührungsängste. Am ersten Tag sah der Bereich um unsere Turnhalle aus wie ein Knast: Katastrophenschutz, Zeltlager und Polizei. Unheimlich. Die Straße ist seit einigen Wochen für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wachschutz ist präsent. Es ist mir unheimlich.

Daher war ich heute morgen sehr froh, als ich die Aktion „Sew a smile!“ entdeckte.

Ich möchte etwas geben, was ich gut kann. Denn wenn ich etwas verschenke, dann mit Herz. Für jeden ein individuelles Stück – mit Herzblut gearbeitet und mit vielen guten Wünschen gefüllt.

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Zusammen mit Bettina lade ich euch am Donnerstag ein, Turnbeutel und Kulturtaschen zu nähen.

Wann? Donnerstag den 03.09.2015
Uhrzeit? 9:00 bis 18:00 Uhr
Wo? bei emmeline, südstraße 15-17, 41469 Neuss

Wie ihr teilnehmen könnt? Kommt vorbei, setzt euch an eine Maschine und näht! Stoff und Kordel werden von emmeline gestellt, aber wer gerne Material von daheim mitbringen will, darf dieses gerne tun.

Wer nicht nähen kann oder an diesem Tag keine Zeit hat, dann uns gerne durch Geldspenden für eine Füllung der Beutel (Hygieneartikel und Beschäftigungsmaterial für Kinder) unterstützen. Oder ihr näht daheim Beutel – für große und kleine – für Jungs und Mädchen. Einen ganz einfachen Beutelschnitt findet ihr hier.

Wir verteilen diese Beutel dann im Rheinkreis Neuss.

Dies war mal wieder ein typischer Beitrag a la minerva huhn – bunt durcheinander gewürfelte Gedanken, verschiedene Ideen, bunt zusammengewürfelt und manchmal übergangslos… so sieht es in meinem Kopf aus. ‚“So vieles ist schon gesagt – soll ich das nochmal erzählen? Wer will das noch lesen?“

Aber wisst ihr was: das ist mir gerade egal. Ich möchte, das ihr wisst:

1000 mal Willkommen – ich bin dabei!

mit den mir gegebenen Talenten und Möglichkeiten werde ich helfen und unterstützen.

 

 

Laufen

www.24hlauf.de – wieder dabei!

12. Aug. 2015 - Laufen -
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Nachdem wir letztes Jahr viel Spaß beim 24-Stunden-Lauf in Rodgau/Dudenhofen hatten, stand für mich und einen Teil des Teams fest: das machen wir 2015 wieder!

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Nun sind es keine 31 Tage mehr, bis wir wieder auf der Bahn sind.

 

Wir.

 

Das ist ein bunter Haufen von Laufbegeisterten von 10 bis 99 Jahren… okay, gelogen. Nach oben hin ist das Alter ja auch nicht mehr so wichtig. Viel wichtiger ist, was uns verbindet: die Freude am Laufen!

Ob nun im Turtlestyle wie ich oder etwas ambitionierter wie Carsten. Ob reine Läufer oder Triathleten. Ob Mädel oder Bub. Wir stellen uns der Herausfoderung, gemeinsam 24 Stunden auf und an der Bahn zu laufen. Gemeinsam so viele Kilometer wie möglich zu sammeln.

Denn dieser Lauf ist eben auch ein Spendenlauf.

 

Das war mir im vergangenen Jahr gar nicht so bewusst. Eher eine Mordsgaudi um zu gucken, pack ich das alles? Kann ich SO laufen? Wenig schlaf, nachts? Immer und immer wieder im Kreis?

Heute weiß ich: Ich kann das. Andere können nicht mehr selbständig laufen. Und wenn ich mit „einfach nur Laufen“ dazu beitragen kann, anderen etwas Freude zu schenken – dann bin ich von Herzen dabei!

Der Verein Gemeinsam mit Behinderten e.V. stellt sich ganz vielen, großartigen Herausfoderungen. Zuletzt wurde im Strandbad Rodgau Zugang zum Wasser für Rollstuhlfahrer ermöglicht. Schaut euch auch mal auf Facebook beim Verein um. Da seid ihr sofort informiert, wenn es etwas neues gibt.

Daher bitte ich euch um eure Unterstützung.

 

Kommt vorbei! Sagt uns „Hallo!“ und feuert uns an. Auch gerne geommen sind entweder Glühwein oder eisgekühlte Getränke (je nach Witterung) und aufmunternde Worte. Vegane Smoothies oder Brownies wären auch was feines :-9 Sollte jemand mit Zauberhändchen unter meinen LEsern sein… die eine oder andere Massage wird sicher auch gerne genossen.

Wer den weiten Weg nach Frankfurt – Rodgau/Dudenhofen scheut, kann uns aber auch anderweitig unterstützen: Am liebsten in Form von einer Spende – wie das geht, lest ihr hier.

Namensfindung und Logo

 

Schon nicht einfach, wenn aus ganz Deutschland so unterschiedliche Typen aufeinander treffen und gemeinsam an den Start gehen. Daher gibt es statt eines weiteren bunten Bildchens gerade nur eine weitere Zwischenüberschrift. Sobald wir uns entschlossen haben, zeig ich euch das Ergebnis!

Der Teamname in der Liste ist demnach nur ein Platzhalter – denn ich bin kein Einzelstarter. Die Einzelstarter dürfen die ganzen 24 Stunden am Stück – durch eine Fussfessel gebunden – alleine ihre Runden ziehen. Was so natürlich nicht stimmt.
Ich bewunder diese Läufer… kommen mir zwei bis drei Stunden am Stück schon ewig lang vor. Vielleicht trau ich mich dieses Jahr dann auch, mal nit einem dieser Helden zu reden.

 

 

Ich freu mich wahnsinnig!

 

Auf diesen Lauf. Auf das Treffen mit den anderen Teammitgliedern und den Teams, die wir letztes Jahr schon trafen.

Nähen

SUMMER KIDS Sew Along: Jacke oder Weste

04. Jun. 2015 - Nähen -
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Oh je. Jacke ist gefordert. Oder eine Weste. Welche soll ich nur nehmen? Da es ja heiss „Let’s farbenmix“ fällt der favourisierte klimperklein-Schnitt raus. Eigentlich wollte ich ja schon lange mal Eddie nähen. Aber irgendwie konnte ich mich zu keiner Stoffauswahl durchringen.

„Duuu, die Eva braucht noch ne Jacke. Näh doch mal Wilma!“ sprachs und dann ging es los:Welcher Stoff könnte einem Fast-Teenager in der besonders langen Ausführung wohl gefallen? Ntürlich war das betreffende Kindelein zum Zeitpunkt der Wahl in der Schule und konnte nicht befragt werden.

Nach einigem hin und her wurde es dann leichter Sommersweat mit Sternen und als Futter der fliederfarbene Skulljersey.

Nur: welche Größe wählen wir?

Wir entschieden auf 170/176, der Schnitt wurde abgemalt und alles zugeschnitten. Hey, in dieser Größe geht massig Stoff drauf! Das bin ich von meinen Kids noch nicht gewohnt – da der Teenie ja in der Regel für sich selbst näht.

Kurz vor Fertigstellung: kein passender Reißverschluß verfügbar. Argh! Nur noch eine handvoll Nähte und dann so ausgebremst zu werden ist schon gemein.

imageDa ich ja vorhatte, püntlich fertig zu werden (nicht wie letzte Woche) um auch im Sew Along zu verlinken, wanderte ich in die andere Stadt und suchte einen fliedernen Jackenreißverschluß. Letztlich ist es ein hellgrauer geworden…

 

imageDa ich ja vorhatte, püntlich fertig zu werden (nicht wie letzte Woche) um auch im Sew Along zu verlinken, wanderte ich in die andere Stadt und suchte einen fliedernen Jackenreißverschluß. Letztlich ist es ein hellgrauer geworden…

Und ich bin pünktlich fertig. Hej – Applaus bitte!

Mein persönliches Fazit zum Schnitt Wima:

Ein Hexenwerk ist es nicht. Mit der Bildanleitung der Homepage von Farbnmix lassen sich die meisten Fragen, die das lesen des Textes aufwerfen, klären.

Gut gefällt mir die Lösung mit dem Bündchen an der Kapuze. So ist die weite reguliert, aber ich brauche keine Kordel und keine Ösen.

Ich weiß jetzt aber auch wieder, warum ich so ungern an dieses Projekt heran gegangen bin:

  • Ich nähe gerne gefütterte Kapuzen… aber der Abschluß innen bzw. der Übergang des Reißverschlußes ist in den meisten Anleitungen nicht so beschrieben, das ich damit zu Frieden wäre. Die ganze Jacke doppelt nähen wollte ich für den Sommer aber auch nicht.
  • Ähnlich ist es mit dem Bündchen am Saum im Zusammenspiel mit dem Reißverschluß. Will ich das Bündchen bündig und auch von innen schön annähen, „brech ich mir einen Ast.“

Fazit: Ich muß mehr Jacken nähen und noch einige Anleitungen mehr lesen, um für mich die optimale Lösung zu finden. Fürs erste bin ich mit diesem Nähwerk zufrieden.

imageWas mal wieder nicht wirklich passt ist die Größe – wie soll es bei mir auch anders sein, gell?

Fürs Foto musste meine Abiturientin (hier auch nochmal: du hast das prima gerockt, Mau… allerliebstes großes Kind, ich bin stolz auf dich!) herhalten. Eine kurze Anprobe mit der zukünftigen Eigentümerin hat nämlich ergeben: viel, viel zu groß! Gerade in den Schultern rutscht es herunter.

Normalerweise trägt mein Kind bei einer Körpergröße von 172 cm Damengröße 38. Ihr sind die Ärmel viel zu lang. An den Maßen vom Schnittbogen hab ich nichts verändert und ich hab mich brav an alle Anweisungen gehalten. Wie ihr auf den Fotos seht, wurden die Ärmelbündchen umgeschlagen. Die Länge hingegen ist für eine Longjacke perfekt!

Ergo: gewöhn dir endlich an, das Modell vorher zu vermessen, ehe du „mal eben“ etwas nähst, Frau Huhn!

Folglich werde ich meine Damen daheim endlich mal wieder vermessen – ich hab ja noch zwei Wochen, um etwas passendes zu werkeln.

Stoffe& Bündchen: emmeline
Reißverschluß: 80 cm OPTI
Schnitt: Wilma über emmeline

 

Nähen

SUMMER KIDS Sew Along: Hose/Rock/Kleid

30. Mai. 2015 - Nähen -
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… waren in Woche zwei gefordert. Und ich war tatsächlich pünktlich fertig. Aber…

 

ABER.

Das große ABER kennt wohl jede und jeder hier. Zu viele Termine, Krank werden, ein lange geplanter Wochenendausflug oder zu schlechtes Wetter zum fotografieren.

Und genau diese ABERS hab ich in Woche Zwei erwischt. Alle auf einmal.

valeskaDennoch war ich tatsächlich fast pünktlich zur Deadline fertig. Doch dann passte das Bündchen nicht, das Licht war doof und dsa Fieber ereilte mich erneut. Nun reiche ich euch die Bilder einfach nach.

Genäht hab ich den für mein kleines Huhn zweitliebsten Rockschnitt: Uljana. Eine schöne Länge, etwas ausgestellt und auch geeignet, mal auf einen Baum zu klettern.

valeska_detailsNicht groß verziert, denn das ist mit neun Jahren schon wieder uncool. Aber die Erdbeere musste sein. Kombiniert hab ich den tollen Farbenmix Flower Parade mit einem an die fünfziger Jahre erinnerden Muster.

Später ist noch ein Shirt nach kleinFanö, ein Haarband und ein Loop dazu entstanden. Aber diese Bilder gibt es erst, wenn ich euch die Werke am lebenden Modell zeigen kann. Oder ihr schaut bei Instagram rein.

Stoff & Bündchen: emmeline
Erdbeere: tatsächlich selbst gehäkelt
Schnitt: Uljana via emmeline