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6k12b Januar: Rolling Stone – Muss es perfekt sein?

03. Jan. 2017 - Nähen -
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Dezember 2016 – das Jahr ist fast vorüber und es hat sich viel geplantes nicht ereignet, anderes lief dafür gut bis besser als gedacht und dann erwischte mich im Oktober eine Vollzeitstelle, die unseren Alltag gehörig auf den Kopf stellte.

Januar 2017 – ein paar kleine Ziele hab ich mir doch gesteckt. Es kommt ja immer anders, als man denkt. Von daher: Lasst euch überraschen, ob und was hier passiert. In meinem kleinen, persönlichen Tagebuch. Heute soll der Anfang sein.

6 Köpfe 12 Blöcke
Logo 6 Köpfe 12 Blöcke

Dieses Projekt tauchte um Weihnachten rum überall auf: Instagram. Facebook, in den paar Blogs, die ich noch regelmäßig lese (Blogs sind tot – es lebe der Blog?).

Ich wurde neugierig – und dachte mir dann so: warum nicht? Jeden Monat einen Block, das ist (bei hergerichtetem Arbeitsplatz und nach der Stoffauswahl) gut eine Stunde Näh- und Bügelzeit. Diese Zeit nehme ich mir. Für mich. Ich brauche das – meinen kreativen Ausgleich zum Bürojob und dem doch mitunter trubeligen Familienleben.

6 Köpfe 12 Blöcke startete pünktlich zum 01. Januar 2017. Rolling Stone ist der erste Block. Im Vorfeld stöberte ich schon durch den einen oder anderen Shop für FatQuarter und Co. Was es nicht alles gibt! Am liebsten hätte ich die eine oder andere Bestellung aufgegeben, konnte mich aber nicht für ein Design oder einen Stil entscheiden. Der Januar ist ja lang, da kann ich ja immer noch auf Beutezug gehen.

Zum Glück war ich Silvester mit einer Herzensnähfreundin verabredet und werkelte an dem UFO aus 2014 (365-TageQuilt, ihr erinnert euch?). Immerhin bin ich heute Neujahr 2017 bereits bei Tag 211 angekommen. Im Zuge dieser Aktion holte ich alle Baumwollwebware aus dem Schrank (lies aber die wirklichen Schätzchen da, wo sie sind: gut versteckt, nur zum streicheln werden sie aus dem dunklen Kämmerlein geholt.).

Als ich diese Berge nach unten trug stand fest: neues kaufen kommt nicht in Frage. Dieses Lager muss dringend abgebaut werden! Als ich nach 3 Stunden keine Lust mehr auf den Zuschnitt von 10,5 + 10,5 cm-Blöcken hatte, begann ich mit dem

Januar – The Rolling Stone

Das heißt, ich musste erst mal die Stoffe sortieren. Was eignet sich denn? Ich hab Angst, zu wilde Sachen zu mixen. Himmel, was tun? Auch wenn es bei Dorthe von Lalala Patchwork, Nadra von ellis & higgs, Gesine von Allie & Me, Andrea von Quiltmanufaktur, Verena von einfach bunt und Katharina von greenfietsen einige Tips und Tricks zu lesen gibt… ich hab so gar kein Gefühl dafür, was aus meinem Schrank passen könnte. Jedenfalls nicht so, das ich innerhalb einer Stunde ein Konzept für meinen ersten Rolling Stone gehabt hätte.

Beim Stapeln der Stoffe ist dann herausgekommen, das ich von Hamburger Liebe Designs mehr als ausreichend Motive liegen habe. Nur welche nutze ich jetzt? Ich habe so viel davon, das ich erst mal testen kann. Somit fiel die Entscheidung erst mal auf HAPPY, und zwar Dancing Drops und Mini Bizzi in Grüntönen.

6k12b januar rolling stone

Für den ersten Versuch finde ich meine Ausführung des Rolling Stone ganz okay. Vielleicht hätte ich die ersten Inspirationen in der Facebookgruppe abwarten sollen. Denn anfangs hatte ich so gar keine Vorstellung, wie der Block wirken kann. Oder Mr. Google befragen. Aber mir war nicht danach. Ich wollte das alleine können *lol*

„Unterwegs“ habe ich bemerkt, wie sehr es mich fuchst, das Musterverläufe nicht fortgeführt werden, die Richtung nicht stimmt. Ich muss mal in mich gehen, wie ich das zukünftig handhaben will. Stört es mich so sehr, das ich es beim Zuschneiden beachten will? Oder greife ich an kniffeligen Stellen auf Unis zurück?

Dann der Druck auf den Stoffen. Mein Lager ist nicht vorgewaschen, das heißt: alles noch so, wie es geliefert wurde. Wenn ich manche Stücke ausbreite, sieht man einen zum Fadenlauf nicht stimmigen Musterverlauf. Manchmal lässt es sich ausbügeln, manchmal nicht. Hin und wieder ist es so marginal, das er mit selbst beim Zuschneiden nicht auffällt. Allerdings sehe ich das nach dem Nähen.

Wie geht ihr mit Mustern um?

Wie handhabt ihr das? So ein Quilt ist ja unter Benutzung von jeder Seite zu betrachten. Gerade bei solchen Blöcken – ohne großem, allem übergeordnetem Zusammenhang – sollte da oben und unten nicht egal sein?

Vielleicht mach ich parallel mehrere Blöcke pro Monat und schau, womit ich am besten umgehen kann. Das ich akurat nähen kann – das weiß ich. Aber ich weiß auch, das es mir schwer fallen wird sauber zu arbeiten, wenn mich irgendetwas stört.

Wie geht es weiter?

Heute Abend treffe ich mich mit Freundinnen und werde dort noch ein oder zwei Rolling Stone/Stones nähen. Mutigere Farbkombinationen und/oder eine schlichte Variante sind in meinem Kopf. Mal sehen, welche Idee es „nach draußen“ schafft und morgen fertig vor mir liegen wird.

Bis Februar ist ja noch Zeit für den einen oder anderen Versuch, mein Jahresmotto umzusetzen:

„Done ist better than perfect“

Laufen

HAJ-Botschafter: T + viele Tage oder: das Leben hat mich voll im Griff

12. Mai. 2016 - Laufen, Nähen -
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Kennt ihr sicher auch: man möchte UNBEDINGT noch diesen Artikel schreiben (über den Tag als HAJ-Botschafter in Hannover zum Beispiel) oder den längst fälligen Beitrag zum neuen Trainer oder einfach mal über das Buch, von dem man so begeistert ist… und dann?

Dann kommt das Leben dazwischen. Einfach so.

Und dabei ist es grad auch gar nix Wildes. Die Arbeit, die mich im April drei Wochenenden voll und ganz in Beschlag nahm. Ein Wochenende davon war ganz besonders: Burgnähen! Mit lieben Bekannten und Freunden und neuen Gesichtern, die ich vorher nur virtuell kannte. Das war fast wie Klassenfahrt, nur ohne doofe Lehrer.

burgnähen

Oder die Termine der Kinder, die zum einen Fahrerei und zum anderen Begleitung bedurften. Dann ist da noch der Garten, der dieses Jahr endlich mal mit einem Hochbeet „veredelt“ werden soll. Lieber Besuch, der durch „Oh, Ringelröteln? Wie war das mit Schwangeren in dieser Zeit?“ ein bisschen auregender wurde als erwartet (ein Hoch auf das britische Gesundheitssystem! die haben es wirklich geschafft, in weniger als 24 Stunden aus der Blutkonserve vom Anfang der Schwangerschaft die Antikörper zu bestimmen). Und zu allem Überfluß „irgendeine Allergie“, die mich einfach wahnsinnig müde macht.

Aber der Tag hat nur 24 Stunden. Immer noch nur 24 Stunden.

Für mich reicht das gerade nicht aus. Meine Liste „das will ich aber unbedingt jetzt noch machen“ deckt sich da auch leider nicht mit der Liste „das muss jetzt aber auch noch ganz bald erledigt werden“. Die Balance zu finden fällt mir schwer.

Fazit: Mein persönliches Highlight im ersten Halbjahr 2016 – der Rennsteiglauf auf der Halbmarathondistanz – wurde von mir abgesagt. Ausschlaggebend war dann der Knöchel, der seit Wochen zickt und reißt und es überhaupt doof findet, wenn ich auf Stöckchen oder Steinchen oder Bordsteinkanten stehe. Jetzt zicke ich – denn von Träumen Abschied nehmen tut weh. Das hat schon was von Trauer.

Vernunft ist nicht unbedingt mein liebster Ratgeber.

Es kommen aber sicher auch wieder andere Zeiten. Nicht heute, nicht morgen.

Aber hej! ich hab neulich bei ASICS eine Karte für die Frontrunner Night gewonnen – und heute bei Sandra Mastropietro eine zweite! Dort werde ich am Sonntag abend hoffentlich Motivation tanken können. Ich freu mich sehr drauf! Und wehe, der Zug zurück von der Jugendweihe hat Verspätung….

frontrunner_karte

Was auch immer jetzt kommt:

Es kütt wie et kütt

… aber ein bisschen mehr Gelassenheit, die hätte ich schon gerne. Kennt da jemand eine gute Quelle? Ich würde die nehmen, säckeweise. Bittedanke.

 

Euch allen wünsche ich ein erholsames, aufregendes Pfingstwochenende – geniesst es einfach mal!

Ich werde es auch tun.

Versprochen.

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Sew a smile! – Mein Dankeschön an euch!

04. Sep. 2015 - Nähen -
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Gestern hatten wir einen tollen sew a smile!-Tag mit vielen helfenden Händen. Bei emmeline könnt ihr nachlesen, was wir geschafft haben.

 

fertige beutel

Eure Bereitschaft, mit anzupacken und ein bisschen Wärme weiterzugeben hat uns umgehauen!

Es sind viele Beutel und Waschtaschen entstanden. Wir haben uns hier vor Ort für eine etwas andere Art von Beuteln als die im Beitrag von sew a smile! vorgeschlagene Anleitung entschieden. Die Verstellbarkeit der Kordel hat sich bei den Trägern von Turnbeuteln/Gym Bags/ String Bags als nicht zu vernachlässigendes Detail erwiesen.

minervas_fixe_Beutel

Wer möchte, darf sie gerne nachnähen, egal ob als Geschenk, als Spende oder gewerblich. So ein Turnbeutel ist keine große Kunst, einfach zu nähen und dennoch praktisch.

In der Facebook-Gruppe zur Akrion sew a smile! wurde auf den Sicherheitsaspekt der am Boden eingenähten Kordel hingewiesen. Ich versuche nun, eine Lösung mit Sicherung und Versetllbarkeit für euch zu finden.

Auf alle Fälle gilt aber: Ich freu mich wahnsinnig, wie viele bereits dabei sind und nähen, spenden, helfen.

Herzlichen Dank für alles!

 

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SUMMER KIDS Sew Along: Jacke oder Weste

04. Jun. 2015 - Nähen -
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Oh je. Jacke ist gefordert. Oder eine Weste. Welche soll ich nur nehmen? Da es ja heiss „Let’s farbenmix“ fällt der favourisierte klimperklein-Schnitt raus. Eigentlich wollte ich ja schon lange mal Eddie nähen. Aber irgendwie konnte ich mich zu keiner Stoffauswahl durchringen.

„Duuu, die Eva braucht noch ne Jacke. Näh doch mal Wilma!“ sprachs und dann ging es los:Welcher Stoff könnte einem Fast-Teenager in der besonders langen Ausführung wohl gefallen? Ntürlich war das betreffende Kindelein zum Zeitpunkt der Wahl in der Schule und konnte nicht befragt werden.

Nach einigem hin und her wurde es dann leichter Sommersweat mit Sternen und als Futter der fliederfarbene Skulljersey.

Nur: welche Größe wählen wir?

Wir entschieden auf 170/176, der Schnitt wurde abgemalt und alles zugeschnitten. Hey, in dieser Größe geht massig Stoff drauf! Das bin ich von meinen Kids noch nicht gewohnt – da der Teenie ja in der Regel für sich selbst näht.

Kurz vor Fertigstellung: kein passender Reißverschluß verfügbar. Argh! Nur noch eine handvoll Nähte und dann so ausgebremst zu werden ist schon gemein.

imageDa ich ja vorhatte, püntlich fertig zu werden (nicht wie letzte Woche) um auch im Sew Along zu verlinken, wanderte ich in die andere Stadt und suchte einen fliedernen Jackenreißverschluß. Letztlich ist es ein hellgrauer geworden…

 

imageDa ich ja vorhatte, püntlich fertig zu werden (nicht wie letzte Woche) um auch im Sew Along zu verlinken, wanderte ich in die andere Stadt und suchte einen fliedernen Jackenreißverschluß. Letztlich ist es ein hellgrauer geworden…

Und ich bin pünktlich fertig. Hej – Applaus bitte!

Mein persönliches Fazit zum Schnitt Wima:

Ein Hexenwerk ist es nicht. Mit der Bildanleitung der Homepage von Farbnmix lassen sich die meisten Fragen, die das lesen des Textes aufwerfen, klären.

Gut gefällt mir die Lösung mit dem Bündchen an der Kapuze. So ist die weite reguliert, aber ich brauche keine Kordel und keine Ösen.

Ich weiß jetzt aber auch wieder, warum ich so ungern an dieses Projekt heran gegangen bin:

  • Ich nähe gerne gefütterte Kapuzen… aber der Abschluß innen bzw. der Übergang des Reißverschlußes ist in den meisten Anleitungen nicht so beschrieben, das ich damit zu Frieden wäre. Die ganze Jacke doppelt nähen wollte ich für den Sommer aber auch nicht.
  • Ähnlich ist es mit dem Bündchen am Saum im Zusammenspiel mit dem Reißverschluß. Will ich das Bündchen bündig und auch von innen schön annähen, „brech ich mir einen Ast.“

Fazit: Ich muß mehr Jacken nähen und noch einige Anleitungen mehr lesen, um für mich die optimale Lösung zu finden. Fürs erste bin ich mit diesem Nähwerk zufrieden.

imageWas mal wieder nicht wirklich passt ist die Größe – wie soll es bei mir auch anders sein, gell?

Fürs Foto musste meine Abiturientin (hier auch nochmal: du hast das prima gerockt, Mau… allerliebstes großes Kind, ich bin stolz auf dich!) herhalten. Eine kurze Anprobe mit der zukünftigen Eigentümerin hat nämlich ergeben: viel, viel zu groß! Gerade in den Schultern rutscht es herunter.

Normalerweise trägt mein Kind bei einer Körpergröße von 172 cm Damengröße 38. Ihr sind die Ärmel viel zu lang. An den Maßen vom Schnittbogen hab ich nichts verändert und ich hab mich brav an alle Anweisungen gehalten. Wie ihr auf den Fotos seht, wurden die Ärmelbündchen umgeschlagen. Die Länge hingegen ist für eine Longjacke perfekt!

Ergo: gewöhn dir endlich an, das Modell vorher zu vermessen, ehe du „mal eben“ etwas nähst, Frau Huhn!

Folglich werde ich meine Damen daheim endlich mal wieder vermessen – ich hab ja noch zwei Wochen, um etwas passendes zu werkeln.

Stoffe& Bündchen: emmeline
Reißverschluß: 80 cm OPTI
Schnitt: Wilma über emmeline

 

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SUMMER KIDS Sew Along: Hose/Rock/Kleid

30. Mai. 2015 - Nähen -
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… waren in Woche zwei gefordert. Und ich war tatsächlich pünktlich fertig. Aber…

 

ABER.

Das große ABER kennt wohl jede und jeder hier. Zu viele Termine, Krank werden, ein lange geplanter Wochenendausflug oder zu schlechtes Wetter zum fotografieren.

Und genau diese ABERS hab ich in Woche Zwei erwischt. Alle auf einmal.

valeskaDennoch war ich tatsächlich fast pünktlich zur Deadline fertig. Doch dann passte das Bündchen nicht, das Licht war doof und dsa Fieber ereilte mich erneut. Nun reiche ich euch die Bilder einfach nach.

Genäht hab ich den für mein kleines Huhn zweitliebsten Rockschnitt: Uljana. Eine schöne Länge, etwas ausgestellt und auch geeignet, mal auf einen Baum zu klettern.

valeska_detailsNicht groß verziert, denn das ist mit neun Jahren schon wieder uncool. Aber die Erdbeere musste sein. Kombiniert hab ich den tollen Farbenmix Flower Parade mit einem an die fünfziger Jahre erinnerden Muster.

Später ist noch ein Shirt nach kleinFanö, ein Haarband und ein Loop dazu entstanden. Aber diese Bilder gibt es erst, wenn ich euch die Werke am lebenden Modell zeigen kann. Oder ihr schaut bei Instagram rein.

Stoff & Bündchen: emmeline
Erdbeere: tatsächlich selbst gehäkelt
Schnitt: Uljana via emmeline

 

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SUMMER KIDS Sew Along: Shirts & Co

18. Mai. 2015 - Nähen -
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Wer kennt das nicht? Der Sommer steht vor der Tür, der Kleiderschrank der Kinder quillt über – aber nix passt wirklich, schon gar nicht mehr die Sommersachen vom letzten Jahr. Eigentlich könnte man da ja mal eben was nähen…

… aber genauso gut kennt man auch das schon: „eigentlich“ und „mal eben“ gehören nicht in einen Satz mit „etwas nähen“. Gerade hab ich einen Teil meines Stoffschrankes aufgeräumt und aussortiert… da lag dann doch tatsächlich ein pinkes Kleidchen zugeschnitten, fast fertig genäht und bereits bestickt… in Größe 74. Mal eben halt.

Als ich neulich den Beitrag Summer Kids Sew Along – Let’s Farbenmix  las, dachte ich zuerst: hey, das ist super, da mach ich mit! Und sofort danach: Argh, ich hab keine Zeit… da liegt noch das Kleid, der Rock braucht neue Bündchen, der Pulli müsste auch noch… und WANN bitte soll ich das denn noch machen?

Es kommt anders. Immer. Und erst recht, als man denkt.

Letzte Woche nahm ich mir zwei Stoffe von daheim mit in den Laden – ein neues Nachthemd für mich sollte her. In der Mittagspause könnte ich ja mal eben…. genau, mal eben. Außerdem konnte ich mich nicht für einen der beiden Stoffe entscheiden. Aber der eine Stoff eroberte das Herz unseres Minihuhns. Da hatte ich dann verloren.

Samstag war es draussen grau. Nix mit arbeiten im Garten. Nix mit „eine Runde schwimmen“. Dann doch lieber den Ordner rauskramen mit den abgenommenen Schnitten. kleinFanö… ja, das geht immer. Passt, ist nicht zuuuu mädchenhaft, aber eben auch nicht zu kastig. Nur gute 5 cm verlängern, das müssen wir immer. Egal ob beim Schnitt für kleine oder für große Mädchen.

So setzte ich mich nach Ladenschluß an das Projekt „Let’s farbenmix!“. In der Handtasche hatte ich eine leichte Flatterbluse dabei – auf die Schnitteile gelegt: sollte passen. Zugeschnitten war es schnell, passende Paspel mit dem roten Jerseyschrägband und feiner Kordel auch fix selbstgemacht. Und nun? Die faule Bündchenvariante oder doch lieber hübsch einfassen?

Wo war noch der Bandeinfasser für die Cover?

Ah, da hinten! Angeschraubt, nochmal das Video angeguckt… sollte kein Thema sein. War es aber… irgendwie hab ich keine 5 cm vernünftig hinbekommen mit dem Bandeinfasse. Da brauch ich etwas mehr Übung. Also ganz klassisch eingefasst: erst das Band mit der Overlock annähen, danach mit zwei Nadeln covern. Auch hübsch.

Wenn ich die Stunde des Kampfes mit dem Bandeinfasser abziehe, war das Shirt innerhalb einer Stunde fertig. Trotz der Rüschen an Vorderteil und an den Ärmeln. Trotz des Einfassends. Ohne Schnick und Schnack ist Fanö ein wirklich schnell zu nähendes Shirt – mit Passformgarantie auch bei etwas stärkeren Kindern. Wenn… ja wenn man die richtige Größe wählt. Denn wie eingangs schon geschrieben: letztes Jahr… waren die Kinder einfach eine Nummer kleiner 🙂

Daher zeig ich mein Einstiegs-Fanö-Shirt heute eben nicht am Kindelein sondern am Buchs. Die Kombination von Petrol und Rot gefällt mir gut. Dem einen Kind auch. War es doch der von ihr gewählte Stoff. Aber leider, leider… nähen wir das ganze dann noch mal eine Nummer größer.

image

Wir hoffen jetzt einfach, das dieses Shirt der besten Freundin passt – zwei Haarbänder nach dem Tutorial von Hamburger Liebe hab ich aus den Resten nämlich auch noch genäht. Davon werden noch einige folgen. Hab ich doch beim Aufräumen viele Reststücke gefunden, die hierfür genau die richtige Größe haben.

Kein Meisterwerk.

Nein, wahrlich nicht. Doch zum wieder „Lust aufs Nähen“ und „Lagerabbau“ ist dies das richtige Einstiegsprojekt. Und wenn ich mich selber an all die Tipps, Tricks und Ratschläge halte, die ich in meinen Kursen großzügig verteile – dann kommt vielleicht auch bald wieder etwas passendes raus.

Sie näht wieder.

Und das ist das wichtigste.

Wer nun auch Lust hat, seine Motivation zu locken, den Kinderkleiderschrank aufzufüllen oder einfach nur zu schauen, was andere so nähen: dann schaut vorbei bei Bienvenido Colorido! Es soll wohl auch etwas zu gewinnen geben.

edit(h) war gerade bei Emma… und hat mit Begeisterung festgestellt, das das Shirt auch noch wunderbar zum Frühjahrsputz passt!

Stoff: Coupon vom holländischen Stoffmarkt vor ca. 2 Jahren
Jerseyschrägband: emmeline
Schnitt: kleinFanö von farbenmix via emmeline

 

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Hoodie? Gehen immer!

28. Aug. 2014 - Nähen -
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Als ich neulich den Aufruf zum Probenähen eines Hoodies für Damen bei Worawo sah, musste ich mich einfach bewerben! Denn ich hab schon deren erstes Hoodie-Ebook Miro bewundert – vielmehr all die genähten Pullis, die plötzlich überall auftauchten. Da ich jedoch keine Männer zu benähen habe, schaute ich nur und bedauerte ein wenig, keine Verwendung für diesen Schnitt zu haben.

Zu meinem Glück wurde auch ich – neben ganz vielen anderen, unheimlich kreativen Damen – ausgewählt, um für Lady Miro  die Passform zu testen und das eBook auf Verständlichkeit zu prüfen.

Die größte Hürde war – anders als sonst – nicht die Wahl der richtigen Größe. Kein Messen von Brustumfang, Hüfte und Armlänge… sondern ein einfaches „nimm einen gut sitzenden Pullover und wir vergleichen“. Ein viel schlimmeres Problem war: die Stoffauswahl! Der LadyMiro bietet sooo viele Kombinations- und Variationsmöglichkeiten,  das es uns nicht leicht fiel, uns für ein Modell zum Start zu entscheiden.

Unser erster Miro ist aus Jersey und eher dezent….

Denn in der fünften Klasse … was erzähl ich euch? Ihr Mütter da draußen versteht es auch ohne große Worte.

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Von Hinten ist unser erstes Modell recht schlicht.

miro1_vorn_kapuze

Die Kapuze ist richtig kuschelig – und durch den hohen Steg vorne ist dieser Pulli auch echt Herbst- bzw. wintertauglich.

miro1_kapuze

Im Gegensatz zum eBook hab ich eine Kordel eingezogen. Ohne war uns die Kapuze zu weit, da nicht regulierbar.

miro1_kordel

Ihr habt noch nie Ösen eingesetzt, keine Kordel eingefädelt? Dann schaut mal fix zur Bella Bunt hinüber – die hat ein feines Tutorial für euch!

miro1_liegend

Im übrigen war ein so dunkler Stoff fürs erste Modell keine soooo gute Wahl. Hey, das lässt sich in der Sonne irgendwie total schwierig ablichten! (Beim Regen der letzten Tage noch weniger, ihr habt ja Recht.) Daher hab ich bis jetzt noch kein vorzeigbares Bild geschafft, wo unser Lady Miro von vorn zu sehen ist.

miro1_suchend

Ein bisschen stolz bin ich darauf, das der Streifen im Ärmel genau da sitzt, wo er hin soll.

Zuerst stolperte ich in der Anleitung zum Ärmeleinsatz über den Text und die Bilder in meinem schwarz-weißen Ausdruck. Wenn man aber das Hirn ausschaltet – also das selbsttätige Denken einstellt – und nur das tut, das dort geschrieben ist – dann flutscht es! Farbige Bilder tun ihr übriges.

Wie immer gilt: Wer ein eBook wirklich liest, ehe er mit der Arbeit beginnt, hat Nicht-Lesern gegenüber einen klaren Vorteil!

Das eBook Lady Miro ist ein gut gegliedertes, einfach zu verstehendes Werk. Der Kinderschnitt verteilt sich auf 20, der Schnitt für Damen auf 30 Din A 4 Seiten.

Besondre gut gefällt mir, da zwischendrin – aber auch schon in der Einleitung – bereits viele, viele kleine und größere Tricks und Tips zu finden sind, die das Arbeiten mit Stoff und an der Nähmaschine erleichtern:

Ein Datenblatt zum Eintragen der Maße. Eine Schemenzeichnung des Hoodies mit Hinweise, wo man am besten welche Änderung vornimmt. Es gibt sogar eine ganze Seite zum Ausmalen oder Kleben…. „Mama! Darf ich von dem Stoff auch noch ein Stückchen haben, ich bin mir noch nicht sicher!“ wurde hier nicht nur einmal gefragt.

Es ist für mich das allererste eBook, wo mir nix fehlt. Während des Probenähens wurden ein paar Kleinigkeiten optimiert, die euch das Arbeiten mit diesem Schnitt noch leichter machen als es uns Mädels in der Testphase eh schon gefallen ist.

Alles in Allem: Wenn die Wahl des Stoffes und die Entscheidung, ob noch „Tüddelkram“ mitgenäht werden soll oder nicht, getroffen wurde – dann ist Lady Miro ruckizucki fertig!

Die Unterteilung im Vorderteil? Kein Thema, lässt sich ganz einfach zuschneiden und nähen. Man muß nur darauf achten, das die drei Elemente ineinander greifen und man nicht ein Teil gegengleich zuschneidet. Schon passiert? Macht nix! Dann kannst du dein Rückenteil auch einfach dreiteilen!

Im unserer zweiten Version seht ihr auch die Tasche, welche in der Zeichnung zum Schnitt zu sehen ist. Für eine Jerseyvariante schien es mir nicht ganz so tauglich. Aber im Sweater… lasst euch überraschen!

Euch gefällt, was ich euch hier so vorgeschwärmt habe? Ihr wollt Lady Miro auch unbedingt nähen?

Dann müsst ihr leider noch bis zum 01.09. warten, denn dann geht das eBook bei Worawo endlich online. Oder ihr näht einfach eine Herrenversion? Oder … ihr nehmt an meiner Verlosung teil…. dieses Mal nur auf Facebook… dort könnt ihr ein Exemplar gewinnen!

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Ich verabschiede mich für heute. Die nächsten Lady Miros wollen fertig gestellt und für euch abgelichtet werden… bis bald!

Schnitt: Lady Miro von Worawo
Stoffe: DOTS und New Stars
Ösen und Kordel: emmeline, Lieblingsladen

Nähen

Taschenspieler 2 – Krempeltasche

22. Jun. 2014 - Nähen -
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Nachdem für die Herrentasche in der letzten Woche so gar kein Raum war und ich leider nicht beim Sew-Along dabei sein konnte, wollte ich wenigstens wieder bei der Krempeltasche mitmachen.

Wie ihr seht: es hat geklappt!

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Keine Tasche? Das ist ein Geldbeutel? Nenene, klar ist das eine Tasche! Und zwar eine, die man zusammenkrempeln kann und dann klein und fein in eine größere Tasche stecken kann.

Die Idee dieses Schnittes gefällt mir, gut sogar. Stoff war schnell ausgesucht (schon wieder pink. Anscheinend hole ich gerade meine „rosa Mädchenphase“ nach 🙂 meinte neulich ein lieber Mitmensch). Der leichte, graue Taschenstoff schien wie für so ein Modell gemacht – klar weiß ich, das dieser Stoff franst wie doof, das das Plastik extrem rutschig ist… aber hey, wir ich stelle mich ja auch ganz anderen Herausforderungen, was ist dagegen flutschiger Stoff?
Genial ist, das er abwaschbar, leicht und dunkel – also unempfindlich ist.Da ich grün, rot und blau schon vernäht habe, musste es dieses Mal grau werden. Weil mich bereits auf der Messe dieses Bügelbild angesprungen hat und „vernäh mich!“ rief, fand sich der Rest auch recht schnell zusammen.
Zuschneiden: einfach! Wenn man sich Zeit nimmt und nachdenkt, kann man im Vorfeld auch überlegen, ob man das aufgesetzte Teil (Patch) auf der Rückseite nicht evtl. zu einer Reißverschlußtasche umbauen möchte. Oder als Eingrifftasche. Oder irgendwie anders machen mag… Die Träger sind bei mir etwas kürzer als im Schnitt vorgeschlagen, da ich die Breite des Stoffes als ausreichend lang für mich empfinde.

Die Reihenfolge der Schritte werde ich nächstes Mal ein wenig ändern: zuerst den Kompletten Ring mit dem zwischengefassten Reißverschluss, dann erst die Außenteile. Ich mag es lieber, wenn die kniffeligen Sachen zum Schluß kommen, da bin ich dann „eingenäht“.

Viel zu erzählen gibts eigentlich gar nicht – daher erst mal die Bilder vom fertigen Werk…

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Hier seht ihr das Schätzchen in ganzer Größe: drinnen befinden sich 5 Ex-Irmas und eine Nackenrolle. Es passt also gut was rein. Und ja, beim nächsten Mal bemüh ich mich, zum ausfüllen eines durchscheinenden Stoffes nicht etwas auszuwählen, was so stark gemustert ist 🙂

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Farbverlaufsgarn finde ich toll! So wird aus langweiligem grau schnell ein Hingucker, der trotzdem nicht so knallt.

Krempeltasche2

Die Rückseite. So vollgestopft lässt sich die Tasche auch gut als Bodenkissen verwenden.

Was ich euch rate: Beachtet genau die Nahtzugaben (die an manchen Stellen anders ist). Auf 3mm zurückschneiden ist auch sinnvoll. Ich war so frei und hab es teilweise nicht überprüft und hab nun eine faltenreiche, ältere Dame, die gerne Pink trägt als Begleiterin bekommen. Und ja: die Anleitung nicht nur „Bildergucken-losgehts“ sondern auch lesen. Gerade dem, der mit schwarz-weiß-Ausdrucken arbeitet, ist diese Vorgehensweise sehr zu empfehlen.

An einer Stelle hab ich mich geärgert, weil ich mich an die Anleitung gehalten habe: Die Träger werden festgenäht und dann nochmal gesichert. Die angegebenen Zentimeter passen auf der Rückseite nicht ganz: wenn Patch bzw. RV-Aufsatz wie fürs längliche Täschchen aufgesetzt werden, wird vorne diese Naht durch den Reißverschluss bedeckt, hinten jedoch nicht. Schönheitsfehler. Schadet der Funktion auf keinen Fall. Aber… nun ja. Nächstes Mal weiß ich es besser.

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Nächstes Mal?

Ja, ich werde dieses Monsterchen nochmal nähen. Dann jedoch so, das die „kleine Tasche“, in die alles reimgekrempelt wird, aus unempfindlicherem Stoff genäht wird. Wachstuch wird wohl zu steif sein, die Rundungen stelle ich mir schwer zu nähen vor. Auch werde ich nochmal schauen, wie ich bei der aufgesetzten Tasche den Reißverschluss am Ende so fest bekomme, das ich tatsächlich einmal rundherum absteppen kann. Bei dieser Variante zog er sich immer unter das Patch. Leider.

„Warum stuft Farbenmix diese Tasche nun als schwieriger ein als alle vorherigen?“ wurde ich beim zuschneiden gefragt. Nun: ich denke, es liegt daran, das gerade bei dieser Tasche der Umgang mit dem Reißverschluss (auch an runden Stellen) und das präzise Arbeiten hier besonders wichtig sind.
Daher auch mein Fazit: keine Tasche, die mal eben schnell nebenbei genäht ist. Auch nix für totale Anfänger. Aber mit Geduld und ein bisschen Weitsicht ein tolles Projekt.

Wer nun noch mehr Krempeltaschen sehen möchte, schaut wieder bei Emma vorbei. Ich werde jetzt noch ein bisschen rumräumen, denn wir erwarten heute noch lieben Besuch, den wir nicht all zu oft sehen.

 

Schnitt: Kremepltasche der Taschenspieler 2 von farbenmix
Stoff: Lissabon von swafing via emmeline
Reissverschluß, Verlaufsgarn, Bügelbild: im echten emmeline-Lädchen erstanden 

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Taschenspieler 2 – Rucksack

03. Jun. 2014 - Nähen -
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Jetzt ist mein Rucksack schon soooo lange fertig – und wird erst jetzt hier gezeigt. Bei Emma hab ich ihn aber fix nach der Fertigstellung verlinkt 🙂 , den mir selbst gefällt er echt gut und ich musste ihn sofort in die Galerie einstellen. Aber ihr wisst ja alle, wie das ist: manche Dinge lassen sich drinnen doof ablichten, manchmal möchte man einen besonderen Rahmen oder eben auch ein netteres Setting… manchmal wäre man mit etwas Sonne schon zufrieden!

Meinereiner hat nur auf ein wenig Sonne gewartet. Bis mir mal Zeit zufliegt, darauf warte ich gar nicht erst.

Doch – oh Wunder! – Sonntag schien hier im Rheinland tatsächlich die Sonne und ich schnappte mit meine Kamera. Das besondere Setting: unser Garten… wer mag, stellt sich passend zum Design des Rucksacks bitte einen Steg, Wellenrauschen und das Flattern von Segeln vor, ja?

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Genäht war der Rucksack eigentlich recht fix. Da mir von den Schnittteilen und den Mustern auf der Swafing Hausmesse schon klar war, das der Rucksack recht Mini werden würde, hab ich ihn im „kindgerechten“ Design genäht. Bei meinen segelnden Kindern passt dieser leichte Jeans einfach herrlich! Nun werden darin die Segelpässe, ein kleines Handtuch, Mobiltelefon und Kleinigkeiten für die Regatten verstaut.

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Ich hab während des Zusammennähens die Berichte der anderen im Kopf gehabt: mich stören die offenen Nähte innen… und hatte versucht, mir eine Version zusammenzubasteln, wo alle Nähte verstürzt würden. Klappte an diesem Tag einfach nicht. Somit wurde unser Segelrucksack mit nur einer Änderung genäht: der Reißverschluss wurde „ganz normal“ zwischengefasst.

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Noch bastle ich an der ultimativen „Rucksackgurtlängenverstellung“ – ich stelle mich wahrlich doof an. Das rutscht irgendwie einfach nicht. Liegt vielleicht auch am Baumwollgurtband? Hat da jemand einen Tip, wie genau ich das nun auffädeln muß?

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Ihr könnt erkennen, was ich meine, gell? Für so einen kleinen Rucksack sehen die Gurte schon ganz schön lang aus, müssen aber so sein, um meinen 140 cm langen Damen gut am Rücken zu sitzen.

rucksack4

Ein bisschen Stolz bin ich auf den wasserabweisenden Boden. Da Miriam bei Instagram schon nachgefragt hat: nein, den Stepper gibt es „nicht auch noch“, sondern wurde von mir höchstselbst für diesen Rucksack angefertigt. Ist aber keine Hexerei: Einfach einen (wasserabweisenden) Stoff nehmen, H640 mit Sprühkleber fixieren und dann in regelmäßigen Abständen zusammensteppen.

Fazit: Der Rucksack ist echt knuffig und tatsächlich fix genäht!

Wunschzettel zum Schnitt: Ich möchte so gerne ein sauberes Innenleben – wenn eine von euch da draußen mal so frei ist und einen Weg gefunden hat, darf mir gerne Bescheid gesagt werden. Mein persönlicher Wunsch an Farbenmix: gerne auch in Größer! (oder klappt das etwa einfach mit größer Ausdrucken?)

Schnitt: Rucksack/Crossbag der Taschenspieler 2 von farbenmix
Stickdatei: veflixt, muß ich nachreichen, ist auf dem Stick an der Maschine
Stoffe, Reißverschluß, Gurtband, Webbandemmeline

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Taschenspieler 2 – Tropfentasche

24. Mai. 2014 - Nähen -
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Tropfentasche. Okay. Was hab ich es mir schwer getan mit der Stoffauswahl. Die Form sagte mir ganz und gar nicht zu, sie erscheint mir eher unpraktisch. Lange Diskussionen geführt, viel Zeit mit Betrachten der Werke bei Emma verbracht… von den bisher verlinkten Taschen gefielen mir genau eineinhalb. Meine Unlust auf diese Tasche teilte ich den Mädels meiner Nähgruppe mit – siehe da: entweder hatte die eine die CD nur wegen dieser Form gekauft, die anderen eher „obwohl“. Da platze der Knoten. Denn diejenige, welche so gerne diese Tropfentasche nähen wollte, hat gerade keine Energie dafür übrig. Hurra! Meine Stunde ist gekommen!

Ruckzuck war das Farbkonzept angelegt, zugeschnitten, begonnen…

Obwohl die Tasche so richtig doll aufwändig aussieht, sind es eine überschaubare Zahl von Schnittteilen und auch das nähen war jetzt kein Hexenwerk. Allerdings gab es schon den ein oder anderen Fallstrick. Wohlweislich sah bei mir ein Zwischenschritt so aus:

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Habe ich doch schon einige „runde“ Taschen genäht und nicht nur einmal gemotzt, weil ich trennen durfte. Mein Fehler war: Oben rechts anfangen und links dann – mal mehr, mal weniger – Stoff zuviel. Dieses Mal halfen mir die genialen Wonderclips beim Stecken (Kunstleder!) und der Trick, eben unten am Boden sowohl mit dem Stecken als auch dem Nähen zu beginnen. So bleibt kein Stoff übrig. Erste Hürde gemeistert.

Eine weitere Herausforderung: Annähen der Passe. Gelöst dadurch, das ich seit 3627 Nähstunden mal wieder den Freiarm bemühte.

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Der Kranz besteht nur zur Hälfte aus Kunstleder. Aber wie bekomme ich diesen immer noch sehr dicken Teil nun vernünftig an den Körper genäht? Leider habe ich mich für die zweitbeste Möglichkeit entschieden: So nähen, wie es in der Anleitung beschrieben steht. Einfacher wäre es wohl gewesen, wenn ich zuerst die Innentasche, dann die Aussentasche genäht und dann zusammengesetzt hätte. Sollte ich dieses Modell ein weiteres Mal nähen, werde ich mich auch länger damit auseinandersetzet, ob ich die Träger seitlich mitfasse oder aufsetze.

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Mit jeder Naht gefiel mir meine Wahl besser. Anfangs noch sehr skeptisch, ob das alles so funktioniert, wie ich mir das dachte… lief es dann richtig gut. Sogar an die zwei Magnetveschlüße habe ich (rechtzeitig, sic!) gedacht.

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Ein weiterer „Wie soll ich das nur lösen?“-Punkt waren die Träger: die vorgeschlagene Länge sah für mich einfach unproportional aus. Allerdings weiß ich von der zukünftigen Eigentümerin, das sie eine „Querträgerin“ ist. Also: variabel soll es werden. Aber wie nur? Bei irgendeinem Modellbeispiel sah ich dann meinen Weg vorgezeichnet… ich nähe kleine Schlaufen mit D-Ringen, an die mit Karabiner(n) die gewünschte Länge angeklipst werden kann. Schwups, ein Gurt in der für mich sinnvollen Länge mit Hilfe von Bundfix genäht, schon ist die Tasche tragbar!

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Sind das nicht schöne, leuchtende Farben? Ich bin zur Abwechslung mal ganz verliebt in mein Werk 🙂

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So sieht sie übrigens aus, wenn der Blasebalg per Reißverschluß geschlossen wurde. Durch das Kunstleder ist die Tasche sehr robust, pflegeleicht und hat eine gewisse Stabilität, die den Beutelcharakter dieses Modells etwas mildert.

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Was meint ihr: Lieben oder Hassen? Hat euch das Nähen der Tropfentasche Spaß gemacht? Ist es „eure“ Tasche geworden, ein Werk für den Shop oder auch ein Geschenk?

Ich geh jetzt nochmal zu Emma. Gucken, was nach Tasche Nummer 58 noch so alles in die Galerie gestellt wurde… und geselle mich dazu. Ach, und gucken, was nächste Woche dran ist muß ich auch noch!

Schnitt: Tropfentasche der Taschenspieler 2 von farbenmix
Stoffe: Kunstleder & Vichykaro von emmeline, Bunter Stoff vom Stoffmarkt 2013
Reiß- & Magnetverschluß, Bundfix, D-Ringe: emmeline
Karabiner: Baumarkt