Kategorie: Laufen

Laufen

Mein erstes Mal: Angst beim Laufen

12. Jun. 2016 - Laufen -
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Wie man nach einer Schulveranstaltung mit Übernachtung am darauf folgenden Tag seinen langen Lauf schafft? Mit Plan, den man nicht einhält. Mit einem Zeitfenster, welches vom Wetter begrenzt wird. Und am Ende wird dann doch abgekürzt, weil mich auf dem Feld plötzlich eine fiese Angst ansprang.

Doch von vorn:

Gestern war das Abschiedsfest der 4.Klässler unserer Klasse. Bei uns am See, mit anschließender Pyjamapartydort im Clubhaus. Wie es so ist: spät schlafen, zu früh wach werden, wieder einschlafen und dann verschlafen. Ist halt so.

Nur der Termin: 9:00 h laufen – der war damit nicht zu halten. Schade, denn das Wetter war echt optimal: leicht grauer Himmel, um die 17° C und leichter Wind, ein paar Regentropfen.

Leider zog sich das aufräumen, Sachen sortieren, wieder auspacken… ein langes Weilchen. Als ich dann endlich soweit war: Regen. Doofer Regen, der die Motivation wegspülte und dem Schweinehund den Weg bereitete. Na gut, dann erledigst du auf diesem Weg jetzt erst mal alles mit dem Auto. Der Regen wurde schwächer, ich lies mich unterwegs absetzten – und lies mich erst mal bei einer Freundin auf einen Kaffee einladen. Und ein Wasser. Und noch ein Wasser… der Himmel wurde heller, dann blauer… und es wurde: warm. so richtig. Zumindest für mich war es schon zu heiß, dazu die hohe Luftfeuchtigkeit. Suboptimal. Aber:

Heute steht doch laufen auf dem Plan! Also beweg dich!

Schweren Herzens von der Terrasse loesgeeist, Podcast an und los. Dank der Überschwemmungen der letzten Tage erst mal an der Straße lang. Noch bei einer Freundin eine Karte in den Briefkasten geworden, rauf auf den Deich. Super: Kaum ist die Sonne da, ist es in Zons rappeldickevoll. Alle Leute mit mindestens eine Hund unterwegs. An der langen Leine, wohlgemerkt. Wie ich das liebe. Die Gedanken schwirrten schon wieder in der Negativspirale „Hätte ich nicht den Wecker stellen können? Wäre es morgens nur alles schneller gegangen! Der Regen war doch besser als das hier jetzt!“ Irgendwie hab ich es dann aber doch geschafft: „Hej, heute sind hier aber viele Schaafe am Deich unterwegs! Sind es dieses Jahr mehr Wildblumen oder bin ich letztes Jahr nur nicht in dieser Jahreszeit hier gewesen? Ach komm, lauf diese Ecke auch noch, da hinten wird der Himmel wieder grauer, leichter Wind kommt auf!“

Merk dir die Stelle, wo jetzt die Brombeeren blühen, da musst du zur Reife nochmal vorbei. Brombeeren gehen bei mir nur frisch, noch leicht sauer, aber dafür sonnenwarm. Anders mag ich sie nicht…

Der Himmel wurde immer dunkler, der Wind immer stärker. Yeah! Endlich werden die Beine lockerer, es läuft sich runder. Ein paar Kilometer weiter setzte dann auch leichter Sommerregen an. Das beflügelte. Kaum noch Menschen unterwegs. Im Podcast ein Feature über Gaudi. Spannend. Läuft bei mir.

RUMS.

Äh, Moment mal: Was war das? Vor mit der Himmel zwar grau, aber eben hellgrau – ich drehe mich um: eine dicke, schwarze Wand. Super. Genau hier, an genau dieser Stelle muss mich das Gewitter erwischen. In jede Richtung gute zwei Kilometer zu einem Unterstand. Nur Feld, Strommasten und ein paar Bäume. Richtig tolle Voraussetzungen für ein enstpanntes „Komm, die paar Kilometer noch!“ Nicht? Genau.

Mir rutschte das Herz in die Hose.

Was mach ich denn nun? Auf den Boden in die Pfütze werfen? Zurück laufen? Oder einfach weiter laufen? Wo ist das nächste Haus? Oh, die Sonnenbrille …  brauch ich jetzt ja erst mal nicht mehr. Voller Tropfen, schnelle mal einstecken. Sonst seh ich gar nix mehr.

Mich für: So schnell wie möglich nach Hause, egal ob es dann keine 15 Kilometer werden… ich hab Schiß, ich will heim. Gas geben… Nasse Füße… och nee. Der Rest ist schon lange nass, aber diese Pfütze brauchte ich nicht auch noch. Wieder rumst es. Immer mal wieder. Und immer aus einer anderen Ecke, so daß ich auch keine „Zugrichtung“ für das Gewitter ausmachen konnte. Mist, also doch die (kleine) Steigung hoch… und natürlich knallt es kurz vorher nochmal so richtig, das ich da auch noch wie bekloppt hochrenne…. Jappsend oben angekommen ist der Regen weg, aber es donnert immer noch – mal dichte dran, mal weiter weg. Nun noch ein Kilometer bis nach Hause: Unterstellen? Weiterlaufen? Mir war nicht wohl, aber ich bin nach Hause gelaufen.

Angekommen.

Alle Klamotten abgeschält und ab unter die Dusche. Kalt war mir nicht. Aber irgendwie musste das klamme Gefühl abgewaschen werden, der Kopf wieder runterkommen. Nee, das brauche ich nicht nochmal. Gewitter ist für mich das schlimmste Wetter. Ein gutes: Die letzten drei Kilometer waren im Schnitt eine Minute schneller als alle davor. Seltsamerweise wurde ich tatsächlich überrascht. Aller Berichte im Radio bezogen sich auf den Niederrhein und die Eifel, für uns hab ich nur „Regenschauer“ wahrgenommen.

Daher gleich erst mal in die Küche und etwas für die Seele (und den Hunger, der sich jetzt auch einstellte) tun: Griesbrei kochen. Dieses Mal mit dem Alnatura Mandel Drink.

griesbrei

Tut gut. Dieser Greisbreis ist Teil einer Experimente-Reihe:

Welcher Pflanzendrink ist am besten für klassische milchbasierte Süßspeisen?

Bei den gekauften Produkten liegt derzeit vorn: Soya Vanille von dm. Aber ich bin ja auch erst bei Test Nummer drei angekommen. Was sind eure Erfahrungen? Tips? Aktuelle liegt selbstgemachter Mandeldrink ganz vor bei den Empfehlungen bei Facebook. Ich werde es bald probieren. Ganz sicher.

Nun werde ich den Abend ruhig ausklingen lassen und wünsche einen krönenenden Wochenendabschluß. Ob mit oder ohne Fußball – ganz egal, Hauptsache ihr lasst es euch gut gehen!

P.S.: Ganz besondere Grüße gehen heute an Petra, die ihr Projekt „Marathon vor dem 40. Geburtstag“ erfolgreich abschließen konnte. Und danke an ihren Gatten Stefan, der sich so wahnsinnig toll um einfach perfekte Rahmenbedingungen für dieses rein private Rennen gekümmert hat. Herzlichen Glückwunsch ihr zwei!

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HAJ-Botschafter: T + viele Tage oder: das Leben hat mich voll im Griff

12. Mai. 2016 - Laufen, Nähen -
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Kennt ihr sicher auch: man möchte UNBEDINGT noch diesen Artikel schreiben (über den Tag als HAJ-Botschafter in Hannover zum Beispiel) oder den längst fälligen Beitrag zum neuen Trainer oder einfach mal über das Buch, von dem man so begeistert ist… und dann?

Dann kommt das Leben dazwischen. Einfach so.

Und dabei ist es grad auch gar nix Wildes. Die Arbeit, die mich im April drei Wochenenden voll und ganz in Beschlag nahm. Ein Wochenende davon war ganz besonders: Burgnähen! Mit lieben Bekannten und Freunden und neuen Gesichtern, die ich vorher nur virtuell kannte. Das war fast wie Klassenfahrt, nur ohne doofe Lehrer.

burgnähen

Oder die Termine der Kinder, die zum einen Fahrerei und zum anderen Begleitung bedurften. Dann ist da noch der Garten, der dieses Jahr endlich mal mit einem Hochbeet „veredelt“ werden soll. Lieber Besuch, der durch „Oh, Ringelröteln? Wie war das mit Schwangeren in dieser Zeit?“ ein bisschen auregender wurde als erwartet (ein Hoch auf das britische Gesundheitssystem! die haben es wirklich geschafft, in weniger als 24 Stunden aus der Blutkonserve vom Anfang der Schwangerschaft die Antikörper zu bestimmen). Und zu allem Überfluß „irgendeine Allergie“, die mich einfach wahnsinnig müde macht.

Aber der Tag hat nur 24 Stunden. Immer noch nur 24 Stunden.

Für mich reicht das gerade nicht aus. Meine Liste „das will ich aber unbedingt jetzt noch machen“ deckt sich da auch leider nicht mit der Liste „das muss jetzt aber auch noch ganz bald erledigt werden“. Die Balance zu finden fällt mir schwer.

Fazit: Mein persönliches Highlight im ersten Halbjahr 2016 – der Rennsteiglauf auf der Halbmarathondistanz – wurde von mir abgesagt. Ausschlaggebend war dann der Knöchel, der seit Wochen zickt und reißt und es überhaupt doof findet, wenn ich auf Stöckchen oder Steinchen oder Bordsteinkanten stehe. Jetzt zicke ich – denn von Träumen Abschied nehmen tut weh. Das hat schon was von Trauer.

Vernunft ist nicht unbedingt mein liebster Ratgeber.

Es kommen aber sicher auch wieder andere Zeiten. Nicht heute, nicht morgen.

Aber hej! ich hab neulich bei ASICS eine Karte für die Frontrunner Night gewonnen – und heute bei Sandra Mastropietro eine zweite! Dort werde ich am Sonntag abend hoffentlich Motivation tanken können. Ich freu mich sehr drauf! Und wehe, der Zug zurück von der Jugendweihe hat Verspätung….

frontrunner_karte

Was auch immer jetzt kommt:

Es kütt wie et kütt

… aber ein bisschen mehr Gelassenheit, die hätte ich schon gerne. Kennt da jemand eine gute Quelle? Ich würde die nehmen, säckeweise. Bittedanke.

 

Euch allen wünsche ich ein erholsames, aufregendes Pfingstwochenende – geniesst es einfach mal!

Ich werde es auch tun.

Versprochen.

Laufen

HAJ-Botschafter: T – 5 oder „die Vorfreude ist kaum auszuhalten!“

05. Apr. 2016 - Laufen -
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Wahnsinn. Grad noch etwas mehr als 5 Tage, dann stehen oder standen wir alle an der Startline. Der ursprüngliche Plan, regelmäßig zu meinen Trainings einen Beitrag im Blog zu verfassen ist gnadenlos gescheitert. Instagram liegt mir dann doch mehr. Dennoch bin ich überzeugt, das bei allen Aktionen herauszulesen war, wie sehr ich mich auf dieses Laufwochenende freue.

Rückblick

Wie immer: das Leben an sich schreibt andere Pläne als ich. Daran gewöhne ich mich langsam. Und versuche, mich nicht allzusehr darüber zu ärgern. Aber diese vermalledeite Grippe hätte es echt nicht gebraucht. Gerade hatte ich – nach Rücksprache – den Trainingsplan auf Zielzeit 2:15 h umgestellt – schwupps: krank! Also dann doch 2:30 h. Ja, ich weiß… ankommen ist das Ziel und Spaß haben. Aber ich gebe zu: Es würde mich sehr, sehr kratzen, wenn ich deutlich über die 2:30 Netto laufen würde.

Nach der Grippe nahm ich mein Vorhaben, wieder etwas mehr für die Kraft -vor allem in der Körpermitte (Core) – zu tun, auf. Vor ein paar Jahren hatte ich schon mal mit Mark Laurens App „You are your own Gym“ Spaß und ziemlich starken Muskelkater. Aber eben auch mit wenig Aufwand viel Erfolg. Dennoch ist Krafttraining das Erste, was im stressigen Alltag rausfliegt. Noch vor „gescheit ums Essen kümmern“. Außerdem gehöre ich zu der Spezies, die dabei nicht gerne beobachtet wird. Und wann ist es im Familienleben mal so, das ich 30 – 40 Minuten für mich allein habe? Genau. Nur morgens, ehe alle anderen aufstehen. An dieser Stelle muss ich nochmal mit meinem Schweinehund reden…

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Die 90-Tage-Challenge für Frauen – Mark Lauren

Ich hab angefangen – mit Begeisterung. Denn allein schon die Mobilitätsübungen sind 1a-Läufer-Dehnübungen und aktivieren Muskeln, die ich sonst gerne „vergesse“. Bis zum Urlaub über Ostern hab ich auch brav alle Aufgaben gemacht – nein, nicht alle. Denn Mark sagt, als Veganer solltest du bitteschön mal deine Ernährungseinstellung hinterfragen, sportlich gesehen sei diese Murks. Gefällt mir nicht, gibt es doch Sportler wie Brendan Brazier oder Rich Roll, die mit oder durch veganer Lebensweise erst so richtig leistungsfähig wurden.

Im Urlaub hatten wir eine kleine Ferienwohnung – und ich hab es nur ein einziges Mal geschafft, die Mobi-Übungen zu machen. Aber das war okay so. Denn der Urlaub war einfach klasse! Nach Hannover werde ich einfach wieder von vorne anfangen.

Training im März

Ich liebe ja Challenges (Herausforderungen) – nur dürfen sie mich nicht überfordern oder stressen. Da ist die von Cindy bei instagram ausgerufene Monatschallenge genau das richtige: Setze dir selbst ein Ziel – und hol dir Motivation bei allen anderen Teilnehmern. Ich hatte mir 100 km vorgenommen – und hab trotz des blöden Starts gute 93 km erreicht. Doch, das passt.

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Wenn an einem Tag auf 10:00 Uhr zur Geburtstagsparty eingeladen wurde, muß ich halt vorher laufen. Und wurde mit einem tollen Sonnenaufgang belohnt. Später bin ich dann mit den Kids auf dem Eis gewesen – hej, das war ein Halbmarathon auf Schlittschuhen! Gelernt habe ich: zu fest geschnürte Schuhe machen blaue Flecke und – unglaublich aber wahr – Brandblasen.

Einen Tag vor dem Start in unseren Osterurlaub kam noch das neue Päckchen des nu3 Insider Clubs. Der Inhalt ist fantastisch! Eine tolle Mischung aus „wollte ich schon immer mal probieren“ und „Gutsel, die ich mir selbst eher selten gönne“.

Wollt ihr mehr davon sehen?

 

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Nach gefühlten 100 Stunden im Auto (yeah, mit diesem Hänger war nur 80 auf der Autobahn drin) musste ich am Samstag gleich ne Runde drehen – wir waren im Frühling angekommen. Wie viele andere auch. Die Promenade nach Riva war nicht ganz die optimale Wegwahl – aber einfach schön, da am Strand lang zu laufen und sich zu freuen, die Beine zu bewegen. Das Botschaftershirt war natürlich mit im Gepäck.

 

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Palmsonntag oder: Gel-Test mit Hindernissen

Zumindest glaube ich mich zu erinnern, das der Sonntag vor Ostern Palmsonntag ist. Der Blick von unserem Balkon war zumindest vielversprechend für die Runde, die ich im Kopf hatte: Ab nach Arco! Der Weg ist ein super (Rad-)Wanderweg an der Sarca lang. Der Plan war: endlich mal das Gel testen, was ich in Frankfurt auf der Marathonmesse eingekauft hatte. Datteln – meine bisherige Laufverpflegung – sind zwar lecker, aber ganz ehrlich: total klebrig – da müsste ich mir hinterher immer die Hände waschen. Außerdem ist die Saison wohl gerade vorbei, ich bekomme meine Lieblingssorte vor Ort nur ganz schlecht. Ergo: Kind aufs Wasser, Rucksack mit Wasser füllen, Gels einpacken – hab ich TaTüs? Falls der Zucker meiner Verdauung nicht bekommt? -, Mütze, kurze Hose der lange? Nochmal ins Bad … auf gehts!

 

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Tja, und was fiel mir unterwegs ein? So nach gut 60 Minuten? Ich hab die Gels auf dem Esstisch liegen lassen. Toller Plan – Durchführung sechs. Aber Moment mal, dann lauf ich halt nach Arco rein, da sind doch so viele Sportgeschäfte, da wird es doch sicher was geben…  da das ganze ja auch ein touristischer Ort ist und ich letztes Jahr schon einmal an einem Sonntag hier war, weiß ich: diese Geschäfte sind auch geöffnet! Und tatsächlich, da reiht sich ein Kletterladen an den nächsten. Allerdings haben Kletterer wohl keinen Hunger oder nehmen nur belegte Brote mit: Nicht eines dieser Geschäfte führte Sportlernahrung „to go“.

 

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Meine Laune sank. Ich hasse es, wenn Pläne nicht aufgehen. Da kann das Laufen an sich noch so toll sein. Der Plan ist nicht zu 100% machbar = miese Laune. Das üben wir dann nochmal mit der Gelassenheit, Hinzu kam: es war warm! So richtig warm! Das schwarze Outfit, die dreiviertellange Hose plus CEP taten ihr übriges. Grmpf.

Doch was ist das? Da fast am Ende der Fußgängerzone… ein Aufsteller mit Pfeilen: Cliffbar, PowerGel, Chimpanzee… Rein da! Ein süßer, handtuchbreiter Laden mit Sportlernahrung… oder eher Nahrungsergänzungsmittel … empfing mich. Leider gab es meine Sorte nicht, aber einige andere. Meine kleine bescheidene Auswahl seht ihr unten.

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Testergebnis

Während des Urlaubs hab ich einige Gels probiert – mindestens von jedem Hersteller eines. Mein persönliches Fazit:

  • 100 % Zucker ist sehr süß (was wohl kaum einen überrascht).
  • Geschmacklich bin ich bei Limone/Mandarine/Limette auf der sicheren Seite.
  • Die Gels von GU sind sehr zäh, da muss man angestrengt am Beutel zutzeln, um alles heraus zu bekommen. Hinterher waren meine Hände genauso verklebt wie nach einer Dattel.
  • Clif Shot ist etwas flüssiger, aber ich fand den Beutel doof zu öffnen.
  • Power Gel war geschmacklich okay, Konsistenz auch, das Beutelchen lässt sich einfach (mit dem Mund) öffnen.
  • Nicht auf dem Bild, aber mein Favourit:Squeezy Drink Gel Zitrone/Koffein. Das ist tatsächlich das einzige Gel, bei dem ich nicht sofort das Gefühl hatte „Wasser! Jetzt! Sofort!“

Der eine oder andere fragt sich sicher:

Wozu das Ganze? Du bist doch eh so langsam! Leistungssteigernd ist das doch niemals!

Stimmt. Das ist nicht leistungssteigernd. Aber tatsächlich leistungserhaltend. Nach 60 Minuten laufen – egal wie schnell – merke ich, das ich hungrig werde. Durstig sowieso, ich bin halt kein Kamel. Aber da ich weiß, das mein Halbmarathon 2:30 h pus x dauert, muß ich meine Speicher nachfüllen. Nix, was den Darm anregt, denn einen Stop auf dem Dixie möchte ich vermeiden. Aber eben mit schnell verfügbarer Energie. Im Training hat es geklappt – mal sehen, wie es Sonntag in Hannover funktioniert.

Wieder zurück und nach einer Stippvisite im Pool konnte ich das Opti-Kind nochmal aufs Wasser setzen… was für eine Kulisse!

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Dann stand ein Dauerlauf an… Ziel war… was eigentlich? Ich erinnere mich, das die ersten zwei bis drei Kilometer das Gefühl „Warum heute schon wieder, blöder Gegenwind, warum muss ich auch gegen den Vento (Pelér) laufen, hätte ja auch nachmittags gehen können… “ *grummelmaulmotz* … und schon wieder zu schnell – zumindest zu schnell für die im Plan vorgegebene Zeit. Irgendwann dann: Klick! Sche** was drauf und lauf! Und dann liefs… immer besser, jeder Kilometer war ruhiger… und ich entspannter. Am Wendepunkt auf die Uhr geguckt: Cool! Das war ja gar nicht sooo schlecht! Dann lauf jetzt auch mal fix heim! Tatsächlich hat es für eine neue persönliche Bestzeit gereicht. Sowas versöhnt dann mit dem blöden Start.

 

10 km in 1:09:42 – yeah!2016-03-22_10.58.53

Beim nächsten Lauf traute ich mich dann endlich „an den Berg“. Vor Höhenmetern hab ich nämlich gehörig Respekt. Distanz erscheckt mich nicht (mehr) – aber Höhenmeter? Wer wie ich im Flachland wohnt, hat eher selten die Gelegenheit, natürliche Gegebenheiten dieser Art zu nutzen – Autobahnbrücken, Abraumhalden und ähnliches mit nennenswerten Differenzen gibt es bei mir nicht in Laufweite.

Monte Brione bewältigt

Ich hatte vorher mal bei GPSies, bei Strava und anderen üblichen verdächtigen nach Rundkursen mit einigen Höhenmetern gesucht. Eine Strecke rund um beziehungsweie über den Monte Brione sollte es sein. Es war ein sonniger Morgen, also kurze Hose, Shirt, leichte Jacke… auf gehts! Leider sind mein Smartie und GPS nicht die größten Freunde, so das ich öfter als mir lieb war auf die Karten gucken musste und den einen oder anderen Umweg lief.

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Der Berg an sich kann vom Süden oder Nordwesten her „bezwungen“ werden. Ein asphaltierter Wirtschaftsweg und (mindestens) ein natürlicher Wanderweg stehen zur Auswahl. Ich kam vom Norden, war schon schön aufgewärmt und machte mich dann an den Aufstieg. Die vielen Olivenbäume faszinieren mich immer wieder – und einige trugen tatsächlich (noch?) Früchte. Ich wechselte zwischen Asphalt, Schotter und Wanderweg – wer sonst fast nur auf der Straße läuft, wird hier ganz schön gefordert. Unterwegs verfluchte ich bereits, daß ich die Blackroll daheim gelassen hatte.
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Über den Bergkamm hinweg ging es an den Abstieg. Hier wimmelte es plötzlich vor Menschen, die aus Riva kommend den Aufsteig wagten. Dieser Teil ist viel steiler als der, den ich bereits hinter mich gebracht hatte. Wäre ich nicht „laufend“ dort oben, hätte ich mir mehr Zeit für die Höhlen und Reste der Bunkeranlage genommen – so reichte es nur für einmal kurz gucken und weiter!
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Der Weg hinunter führte über ausgewaschene Wege, aber viel schlimmer: der größte Teil bestand aus hohen Stufen, die abwärtslaufend einiges an Balance erforderten. Die Schuhe waren übrigens nicht die passende Wahl – ich hab jetzt noch eine fiese Blase auf dem rechten „Zeigezeh“.
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Unten angekommen … Blick rüber nach Torbole… ein paar Boote… ein bisschen Wind. Die Kinder hatten Spaß!
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Ganz so schlimm wie befürchtet waren die Nachwirkungen des Berges übrigens nicht: kein Knie, kein Rücken, keinen fiesen Muskelkater. Vielleicht lag es am Schwimmen direkt im Anschluß. Wer weiß. Nur einen Muskel im rechten Oberschenkel merkte ich ein paar Tage – immer mit dem rechten Bein zuerst  die Stufen runter war halt sehr ungewohnt.

Ostersonntag

Finaltag für die Kids. auch mein großes Finale: Ich will „da hinten“ so weit wie möglich rauf. 16 Kilometer sollen es werden. Leider bin ich später los gekommen als geplant – und durfte wieder eine rappelvolle Promenade geniessen. Ich tarnte mich als Radfahrer – dieser Weg war wenigstens nicht ganz so voll.

Auf der Strada del Ponale war aufgrund des Feiertages und des traumhaften Wetters viel los: Mountainbikes und Wanderer bevölkerten die Strecke. Die Sicht war diesig. Aber immer wieder kam die Sonne durch. Ursprünglich hätten die Kids im letzten Rennen sein müssen, als ich an meinem Wendepunkt angekommen war – doch erst als ich bereits auf dem Rückweg war, wurde gestartet. Durch die Zeitumstellung setzte der Wind halt tatsächlich eine Stunde später ein 🙂

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Die Strecke besteht bis zum Lokal Ponale Alto Belvedere aus einem strukturierten Schotterweg. Kurz dahinter beginnt der asphaltierte Bereich der alten Paßstraße – sofern man weiter bergauf läuft. Wenn ich es richtig gesehen habe, hätte ich auch links am Berg weiter laufen können. Aber mein Ziel war ja: so viele Höhenmeter wie möglich (ihr wißt ja: Ende Mai wartet der Rennsteig auf mich).

Berg rauf war hin und wieder anstrengend. Die meiste Zeit ließ es sich gut laufen. Nur wurde es (mir) ganz schön warm. Der Wanderweg wurde immer voller. Auf gehts, runter laufen!

Und hej, ich kann fliegen! Teilweise sind am Rand des Weges kleine Rampen wie man sie von BMX-Strecken kennt – die bin ich – sofern der Mountainbike- bzw. Gegenverkehr es zuließ, auch gelaufen. Das hat richtig, richtig Spaß gemacht. Während meines Aufenthalts auf dieser Strecke bin ich genau zwei weiteren Läufern begegnet – dem einen aber drei Mal: der ist in meiner Zeit zwei Mal rauf und wieder runter gelaufen. Held!

Weniger schön war das Erlebnis am Fuß des Berges. Traurig, weil schon zu Ende und der Ausblick auf einer immer noch volle Promenande auf den letzten 3 Kilometern. Auf Höhe des Wasserkraftwerkes endet die Steigung und man läuft wieder eben. Und genau an dieser Stelle fängt das Herz an zu rasen. Wie blöd! Ich guck auf die Uhr: HF 226. Hallo? Das ist ein neuer Spitzenwert. Was soll das denn bitte? Das kann ich nicht gebrauchen! Aber zum Glück gibt es liebe Lauffreunde, die einem per WhatsApp den Kopf streicheln und wieder aufbauen (und an den Termin zum EKG und Kardiologen erinnern.) Nach 15 Minuten war meine Herzfrequenz endlich wiede runter 120 und ich traute mich, den Rest des Weges anzugehen.

Bis auf diesen Punkt fand ich das Laufen dort am Berg gar nicht so schlimm. Anstrengend? ja! Aber machbar, irgendwie.

Ein Lauf war mir noch gegönnt im Urlaub. Dummerweise hab ich den Zugang zum angepeilten Wanderweg verpasst und dann den falschen genommen. Zwei fußbreit Trittfläche am Hang ist nicht ganz mein Ding, also wieder umdrehen…

Immerhin weiß ich jetzt, wo ich nächstes Jahr noch hin will 🙂 Weit ist der Weg zum Castel Penede nicht, nur steil. Nächstes Ostern dann.
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Auf dem Bild hier drüber seht ihr einen alten Teil der schottrigen Wegbefestigung, die man rund um Torbole oft an den Bergen findet. Die moderne Variante sind größere, rundere Stein – in den unterschiedlichsten Größen. Dieser Untergrund hat sich als absolut mies laufbar herausgestellt. Ich weiß nicht, warum. Aber mich haben die Trampelfade neben dieser Pflasterung nicht groß gewundert.
Leider bin ich allein mit den Kindern im Auto nach Hause gefahren – das hat mich zwei Laufeinheiten gekostet. Autofahren macht mich fertig. Erst recht, wenn ein großer Teil der Strecke aus Tunnel besteht. Überlebt hab ich es, doch lieber lauf ich nochmal nen Berg rauf als bald nochmal diese Distanz zu fahren.

Wieder daheim gab es am Sonntag eine lockere Runde mit Anja – das Tapering für Hannover hat begonnen!

Seid ihr in den letzten Tagen vor einem Wettkampf auch so aufgeregt? Voller Vorfreude?

Ja nix falsch machen in der letzten Woche. Nix neues ausprobieren. Schön brav sein. Ich bin ja leider kein Flo.

Heute fisselt es schon die ganze Zeit – ich hoffe sehr, das das heute Abend trocken ist. Ein kleines Läufchen mit Vanessa ist nämlich schon noch drin im Trainingsplan! Aber Erkältung? Nee, die brauch ich jetzt echt nicht. Auf dem Speiseplan stehen nur gute, feine Sachen. Das Wettkampfoutfit dreht seine Runden in der Waschmaschine, der Zeitmesschip ist auch schon im Koffer – da sollte nix schief gehen!

 

 

 

Laufen

HAJ-Botschafter: Noch 39 Tage und ein bisschen…

01. Mrz. 2016 - Laufen -
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Nur noch 39 Tage und ein paar Stunden, dann ist der HAJ-Marathon schon wieder Geschichte. Knapp mehr als ein Monat, etwas weniger Tage als die volle Distanz liegen noch vor uns – vor mir.

Januar

Der Januar stand ja ganz im Zeichen des „Wiedereinstiegs“ nach einem mehr oder weniger mauen Dezember. Ich würde sagen: lief.
Der Plan sagte, viele langsame Einheiten plus ein bisschen Crosstraining. Das ist dabei rausgekommen:

Neujahr – auslaufen des Silvesterlaufs – 35 min – 4,4 km
03. Jan – 1:35 h – 11,84 km zu zweit
04. Jan – Kindergeburtstag auf der Eislaufbahn – hat Spaß gemacht!
05. Jan – die ersten 40 min Yoga seit Langem
08. Jan – Leistungsdiagnostik und Bewegungsanalyse
09. Jan – 42 min Krafttraining für die Mitte, weitere 40 Min Yoga

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10. Jan – grottig langsame 2:06 h für knappe 14 km, dafür schöne neue Ecken entdeckt
12. Jan – 30 min Krafttraining, abends 55 min Dauerlauf (7,7 km) mit der Laufgruppe
13. Jan – 27 Minuten CORE
14. Jan – 40 min Yoga
15. Jan – bescheuerte Idee aufs Laufband (sehr kalt, sehr windig) zu gehen: gequälte 6,3 km in 45 min
17. Jan – 1:25 h für knapp 10 km
18. Jan – 50 min Kraft für die Mitte, 20 min Yoga
19. Jan – gute 40 min Kraft am Morgen, abends TempoDauerlauf mit der Laufgruppe: 42 min für gute 6 km
20. Jan –  huch, schon wieder 20 min Yoga
22. Jan – 56 min für 7,3 km
23. Jan – 40 min Krafttraining
24. Jan – mal ein gaaanz langsamer Lauf zu zweit 1:33 h für etwas mehr als 10 km
25. Jan – 40 min Kraft für den oberen Rücken
26. Jan – 15 min Yoga, abends ohne Laufgruppe „schnelle“ 10 km in 1:16 h
27. Jan – 52 min Kraft
28. Jan – das erste Mal mit dem Rad zur Arbeit (und zurück) – 2 x 11 km in 43 min

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30. Jan – laufen in Holland, yeah – Brötchen holen, 5,5 km in gut 40 min (schon mal mit nem großen blauen Ikea-Sack auf dem Rücken glaufen, aus dem die Brötchen nicht rauskullern sollten?)
31. Jan – gute 10 km durch die Dünen nach Den Helder, hin und wieder stehen geblieben, da der Weg nicht sooo eindeutig war – 1:21 h unterwegs gewesen

 

Fazit: 31 Einheiten mit 135,5 Kilometern. Das war ein echt guter, aktiver Monat.

Auch wenn das langsam Laufen hin und wieder nicht ganz eingehalten wurde, waren doch echt viele lange Läufe dabei.

Februar

Auch im Februar galt noch: lang und langsam. Das fiel dann schon mal nicht mehr so leicht wie im Januar. Die Füße still zu halten und echt immer langsam laufen – das ging einfach nicht. Immerhin ist einmal im Monat TempdoDauerLauf bei der Laufgruppe.

Am 13.02. war außderm Flugphase 2.0 angesagt –  nix ist mit langsam, fliegen solls jetzt sein!

03. Feb – den ganzen Tag Sonne, nur ich erwische die 30 Minuten fiesesten Schneeschauers: statt langsame 10 km wurden es fixe 4,7 km
05. Feb – 10.8 km in gruseligen 1:26 h
07. Feb – Laufen in Duisburg, inklusive Berg, diversen „hier lang?!“ und mit Silvia – 11,9 km in gut 1:30 h

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09. Feb – abends keine Zeit für die Laufgruppe, außerdem Regen und Wind angesagt = mittags los für 10 km in 1:20 h
11. Feb – Radfahren! Das Kind zur Schule, von dort auch wieder abholen – macht in Summe 24 km in 2:00 h
12. Feb – eigentlich lang und noch langsamer, uneigentlich Fahrtspiel mit Hügelchen in 1:10 h für 9,5 km

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13. Feb – Flugphase 2.0 – diverse Technik- und Athletikübungen, einige Kilometerchen in „ganz schön schnell“ bis „eigentlich zu schnell“, wieder mit Silvia 🙂
14. Feb – auslaufen mit Birgit, gute 8,5 km in einer knappen Stunde, noch 5 km etwas flotter drangehängt und nach insgesamt 1:40 h wieder daheim gewesen

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16. Feb – Oh je, schon wieder TDL, war der nicht erst? 6, 3 km in 41 min, davon waren 5 km in aktueller Bestzeit in 31:42 min, schnellster km 5:55 min
18. Feb – 22 km Rad in 80 min
19. Feb – 12 km in 55 min, 13 km in 50 Minuten (Schule – nach Hause – Schule – nach Hause, diverse Varianten inklusive: regnets? regnets nicht? Verflixt, ich bin zu spät)
19. Feb – ach, laufen auch noch? weil es sich so toll anfühlt? na dann: 5,8 km in 6:45min/km plus 1 km auslaufen
21. Feb – yeah, Lauftreffe mit den Mädls plus Frühstück hinterher – 12,4 km in 1:41 h – super wars!

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23. Feb – Intervalle, müssen auch mal sein… blödes Endomondo sagt sie nicht an? WTF, zwei mal neu gestartet, dann nach „okay, andauernd auf die Uhr gucken geht zur Not auch“ – Summe: 11,5 km in 1:26 h

Am 24. Feb hatte ich im Laden BEsuch von meiner Ex-Trainerin und hab ihr erzählt, wie easy und toll alles gerade läuft und wie gut sich das alles anfühlt. Ich glaub, sie war sogar ein bisschen neidisch, kann sie selbst gerade nicht laufen.

…. und danach:

Grippe.Hurra! Nicht?

Was soll das denn bitte? JETZT?! Wer hat die denn bestellt? Seit dem 24.02. nach dem VHS-Kurs lieg ich im Bett. Quasi nur unterbrochen von Stippvisiten im Bad und in der Küche. Und Freitag ein Besuch beim Arzt, weil es mir dann – so alles in allem – dann doch unheimlich wurde mit den ganzen komischen Symptomen, die ich selbst nicht mehr einordnen konnte. War auch ganz gut so. Hab neue Termine. Bei anderen Ärzten.

Heute ist der erste Tag, wo ich wieder vor die Tür bin und nicht beinahe 23 Stunden nur liegend im Bett verbrachte. Bis vorhin war es strahlender Sonnenschein bei kristallklarem Himmel. Allerfeinstes „der Frühling kommt!“-Wetterchen.

Ich hardere jetzt mit mir und meinem Schicksal. Klar hat es andere schlimmer getroffen. So eine Grippe geht vorbei. Birkis Probleme finde ich viel spannender, denn die sind viel diffuser und schwerer zu greifen. Ungeduldig und frustriert sind wir in ähnlichem Maße. Dabei sind wir nur Hobbysportler. Das macht doch nix, das ein oder andere Läufchen weniger, die eine oder andere Minute schneller oder langsamer.

Doch. Macht was.

Auf alle Fälle unzufrieden. Nicht laufen ist wie „Ach komm, das geht auch mit dieser Farbe“-Absteppen oder „Kreuzkümmel ist alle? Dann nehm ich die Currymischung“. Nee, stimmt nicht – denn da hab ich ja noch die Wahl gehabt, ob ich das mache. Bei Grippe zu laufen ist dämlich. Am Anfang unmöglich, danach zu früh anfangen ist dumm. Ich will ein schnelles „danach“.

2016_mh_feb4

Glückmacher

Hab ich aber auch ein paar gehabt in den letzten Tagen: Meine Lieblingsstadtbibliothek hat fast alle Titel meines Januar-Wunschzettels bestellt – und nach und nach trudeln diese ein. Das beste: ich darf sie zuerst ausleihen!
Auch glücklich machte mich das Angebot von Anne, mir etwas vom Markt mitzubringen, wenn sie Hörbücher vorbei bringt. Dabei hatte ich nur nach Tips für gute Hörbücher gefragt. Facebook ist schon toll.

Drückt ihr mir die Daumen?

Für Geduld. Für eine schnelle, komplette Genesung. Ohne Nachwehen? Das könnte ich gut gebrauchen. Meine Familie übrigens auch. Also, das ich bald wieder fit bin. Und wieder laufe.

39 Tage – da kann noch viel passieren…

P.S.: Danke auch an Mandy von Go Girl! Run! für die schicken Aufkleber. Die haften fast überall, nicht nur auf Terminkalender 🙂
Sollte jemand irgendwo welche sichten, darf mir gerne ein Foto geschickt werden – und Mandy sicher auch. Am besten via Instagram. Und wer keine Lust zur Klebersuche hat, schaut vielleicht mal rein in Mandy und Carinas eBook Get ready to run. Könnte ich auch eigentlich mal machen, Zeit hab ich ja jetzt. Und Kopfweh nicht mehr…. ob das noch was für mich ist? Ich bin doch schon ein alter Hase…. ähm eine alte Schildkröte.

 

Laufen

HAJ-Botschafter: Völlig planlos….

12. Jan. 2016 - Laufen -
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… ist mein Dezember verlaufen, nachdem ich wegen Krankheit den Marathon-Checkup verschieben musste und ganze fünf Wochen des Wintertrainings mit Halswickeln, Antibiotika und Co. verbrachte. Dementsprechend frustriert und orientierungslos eierte ich durch den Dezember. Der HAJ-Botschafter in mir sieht schon alle Felle für einen „Halbamarthon mit viel Spaß“ davon schwimmen.

Dieses Wetter! Optimal zum Laufen! Aber danke, „No sports!“ dank des Antibiotikums für ganze 14 Tage. GAR KEIN Sport. Das hat mich dann gleich noch kranker gemacht. Irgendwie. Na gut. Nicht kranker. Aber unzufriedener. Grmpf.

Zum Silvesterlauf bin ich wieder aufgestanden. Ja, es ist nach einer Pause nicht clever, gleich mit nem Wettkampf zu starten. Sollte ja auch ein etwas längerer Spazierlauf werden. So war der Plan. Für meine zwei allerliebsten Mitstreiterinnen Vanessa und Silvia WAR es das auch. Bei mir stand dann doch

Tempotraining+

„Dieses Training hat deine anaerobe Toleranz sowie deine maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) und Effizienz verbessert. Es hat außerdem die Geschwindigkeit gesteigert, die du halten kannst, ohne zu übersäuern (Laktat-Steady-State). Die Trainingsdauer war lang genug, um die Widerstandsfähigkeit gegen Ermüdung bei der trainierten Geschwindigkeit zu erhöhen. Kohlenhydrate sind die Hauptenergiequelle, die dein Körper bei dieser Trainingsintensität verwendet.“

Quelle: polarflow

Und es war anstrengend. Trotz einer Pace von 7:14.

Neujahr musste ich dann gleich wieder los. Langsam war der Plan. Sozusagen Auslaufen. Na ja, war es. Aber irgendwie fast anstrengender als der Wettkampf am Tag davor. Das kann ja noch was werden….

Bewegungsanalyse und Laufdiagnostik

Wie schon auf Instagram und bei Facebook erwähnt, war ich beim Marathon-CheckUp.Gut einen Monat später als geplant. Ich hab mi dennoch drauf gefreut – auch wenn der Ausblick auf eine Analyse nach langer Zeit des Nichtstuns nicht ganz so rosig war.
Die Aufregung vorher war fast so schlimm wie der allererste Besuch beim Gynäkologen. Am Abend vorher las ich nochmal – äh zum ersten Mal – den Hinweis mit „Was zu beachten ist“.

„Frauen bringen bitte mit:

  • Bade- oder Unterhose in Slipform (Erforderlich zur exakten Markierung des Bewegungsapparates)
  • Bauchfreies Oberteil (Sport-BH, Bikini oder ähnliches) (Erforderlich zur exakten Markierung des Bewegungsapparates)“
    Quelle: Wallenborn

Mit einem Körperbild, das fast nicht schlechter sein kann, machte ich mich auf den Weg.

Und es war gar nicht soooo schlimm.

Zumindest nicht die Sache mit dem „in Unterwäsche auf dem Laufband rennen“. Auch wenn ich mich fühlte wie ein trächtiges Hängebauchschwein. Einfach laufen. Das kannste, ja? Viel peinlicher war mir dann aber tatsächlich, das ich vorher überhaupt nicht dran gedacht hatte, meine Schuhe abzubürsten. Nach den Tests auf dem Band hatte Marc Humpert verdammt viel Dormagener Erde auf seinem Praxisboden.

Das Ergebnis

Hätte besser sein können. Um ehrlich zu sein: ich hab mich hinterher absolut schlecht gefühlt. In Relation zur VO2max sind meine Leistungen echt okay bis gut. Dennoch… ich bin eine lahme Ente. Eine lahme Ente mit immernoch gut und gerne 5 BMI-Punkte, 10-15 kg zuviel. Das sind alles nur Zahlen. Wichtig ist, das der Rest gesund ist. JA! Klar ist das wichtig. Aber ein Körperfettanteil von 32 % finde ich – ehrlich gesagt – sehr beschämend, bei dem, was ich eigentlich an Kilometer abspule.

Eigentlich.

Denn genau das ist der Knackpunkt. Eigentlich.

Eigentlich weiß ich,

  • was mir gut tut.
  • welche Verhaltensweisen einem gesünderen Lebenswandel zuträglich sind.
  • wie viel ich mich besser fühle, wenn ich auf meinen Bauch höre.
  • das ich schon ne Menge geschafft habe. Manches davon sogar echt gut.

Uneigentlich lass ich mich manchmal ganz gerne ablenken, aus der Bahn werfen. Manchmal ist es einfach das Leben mit drei Kindern, Mann, zwei Jobs und einem Haus.

Der Tag – und auch der folgende – war für mich irgendwie gelaufen. Resignation machte sich breit.

Aber nicht mit mir.

Ich bin Läuferin. Ein Turtlerunner zwar, aber eben auch eine Läuferin. Das bleibt so. Das lasse ich mir nicht ausreden und auch nicht Mies machen.

Sonntag war herrlichstes Laufwetter: um die 10 Grad, Sonne und ein bisschen Wind. Nicht – wie angekündigt – eine massive Regenfront. Die Familie war unterwegs zu einer Veranstaltung des Segelclubs. Zeit für mich.

Zeit für einen langen Lauf.

Ganz allein. Ganze 14 Kilometer in knappen zwei Stunden auf Wegen, die ich zum Teil (im Hellen) noch nicht kannte. Zwei Stunden, die ich zum Nachdenken und Geniessen hatte. Ja, geniessen! Denn ich hab mich einfach leicht und locker gefühlt, den Wind im Haar gespürt und gedacht:

Mehr davon!

Seither bastle ich an meinem Trainingsplan. Für den Hannover-Halbmarathon – Stichwort: #runnover und #hajbotschafter – und den Rennsteig will trainiert werden. Ein paar Kilo dürfen weichen, ein paar Muskeln dürfen sich zeigen. Noch ist das ganze nicht in trockenen Tüchern, aber einen Anfang habe ich gemacht.

credit: FreeImages.com/Eran Becker
credit: FreeImages.com/Eran Becker

Auf in ein erfolgreiches, spannendes und friedvolles Miteinander in 2016!

Ich freu mich auf die Herausforderungen, die sich mir in den Weg stellen. Sie werden angenommen.

Wollt ihr meinen Plan für Turtlerunner hier auch sehen und nachlesen?
Dann bitte ich um einen Piep! Ich versuche, es grafisch für euch aufzubereiten.

Beim Running Hero Sascha könnt ihr übrigens auch einen finden. Der Kämpft gerade gegen sein Läuferknie. Ich glaub, ein bisschen Zuspruch kann er auch gebrauchen.

Laufen

In offizieller Mission: Ich bin Botschafter!

16. Dez. 2015 - Laufen -
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Just for fun hatte ich mit beim Aufruf des Hannover Marathons gemeldet: Werde Botschafter! Chancen rechnete ich mir kaum welche aus: Zu langsam, zu „vielseitig interessiert“ – zu viel Leben.

03.12.2015 um 17:35 h: Sie haben Post, Botschafter!

dubistdabei

 

Heute kam dann die Pressemeldung auf der Seite des Marathons – somit ist es wirklich und echt und wahr: ich bin Botschafter für den HAJ-Marathon! Okay, das mit der Schreibweise meines Nachnamens – da reden mailen wir nochmal drüber. Aber alles andere ist einfach toll!

Bei Instagram hat mich jemand gefragt:

Und was bedeutet das genau?

Zuerst einmal:

  • Einen Freistart *juhu* Aber das ist es gar nicht. Denn ich hatte mich bereits gleich in der der Woche nach meiner Teilnahme in diesem Jahr wieder angemeldet.
  • Botschaftershirt Ich werde es mit Stolz tragen. Auch wenn die Kommodenschublade mit Sportbekleidung überquillt – dieses wird ein besonderes sein.
  • Nudelparty Hah, das wird es sein! Deswegen wollten so viele dabei sein! Spaß beiseite. Ich war erst auf einer. In Frankfurt. Generell bin ich eigentlich froh, mal keine Nudeln sehen zu müssen (der geneigte Leser weiß: hier wohnen Kinder im vorpubertären Alter. Sie wissen, was das heisst?)

Und deswegen machst du dich zum Affen?

durfte ich mir im echten Leben anhören. Äh, wie bitte? Das saß erst mal.

Aber ich hab nachgedacht. Denn klar, die Bewerbung war aus dem Bauch raus. Doch wie das oft so ist mit „aus dem Bauch raus“: da steckt echt ganz viel Gefühl drin. Und das ist echt.

Der eine oder andere weiß, das Hannover als Stadt nicht meine Traum-Destination. Ich hab dort die FOG besucht, meine Ausbildung gemacht – und mein Studium begonnen. Aber so warm sind wir nicht miteinander geworden.

Was willst du denn dann dort?

Laufen! Was denn sonst? Einen weiteren Halbmarathon meiner Turtlerunnerschleimspurlaufbahn. Wohin meine Reise gehen wird, weiß ich noch nicht genau. Aber aus „21,1 km reichen vollkommen, denn eigentlich hab ich doch mit dem Laufen begonnen, weil ich Triathlon machen wollte“ wird so langsam aber sicher ein „Wie weit schaff ich es wohl?“.

Ich treffe mich regelmäßig mit Läufern. Eine dynamische Gruppe hier aus dem Rhein-Kreis rennt regelmäßig gemeinsam beim Mondscheinrun, man trifft sich zu privaten Läufen oder organisiert eine gemeinsame Teilnahme bei größeren Events. Und jedes mal hört man mich sagen: „… in Hannover… “ Voll peinlich irgendwie. Aber auf der anderen Seite: Voll cool. Denn mit der Zeit hab ich gemerkt, was mir bei einer Veranstaltung gefällt und was mich stört. Ob es im Vorfeld der Informationsfluß, am Veranstaltungstag die Anreise oder auch die Streckenverpflegung ist oder – tatsächlich – die Nachhaltigkeit einer Veranstaltung.

Jeder Läufer und jede Läuferin hat so ihre Vorlieben: Die einen möchten ein gut gefülltes Starter/Finisherbag, die anderen eine absolut perfekte Laufstrecke mit vielen Posten und wieder andere rennen am besten, wenn am Rand ganz viele Menschen stehen und jubeln.

Ich will wieder nach Hannover

Da werdet ihr mich am 10.04.2016 wieder im letzten Startblock für den Halbmarathon sehen. Vielleicht auch irgendwo auf der Strecke. Ich werde das flache Profil genießen, die altbekannten Ecken der Stadt begrüßen und hoffen, das am Georgengarten wieder die Studenten Bier ausschenken – direkt gegenüber der offiziellen Getränkestation. Das hier Papp- statt Plastikbecher genutzt werden wird mich wieder begeistern. Auch werde ich mich daran erfreuen, wie schnell nach der ersten „Horde“ Läufer diese von der Straße gefegt werden – ohne dabei die Nachhut zu behindern.

Einige liebe Läufer, die ich bisher schon getroffen habe, werde ich wieder sehen. Wir werden gemeinsam das Messezelt besuchen und uns gegenseitig nervös machen. Die einen cool, die anderen lässig.

Einige bekannte Gesichter aus meinem Instagram-Feed oder „von Facebook“ oder aus den Blogs werde ich zum ersten Mal dort sehen, treffen sprechen. Mit einigen vielleicht ein paar Meter auf der Strecke gemeinsam laufen.

Für all das lohnt es sich, an den Start zu gehen.

Genau deswegen freu ich mich wahnsinnig, hier im Rheinland als offzielle Botschafterin für den HAJ Marathon unterwegs zu sein.

Ich freu mich drauf.

Bis dahin werde ich euch teilhaben an meiner Vorbereitung. Ich laufe nicht auf Sieg – ich laufe, weil es mich und auch etwas in mir bewegt. Von meiner Motivation möchte ich etwas abgeben, weiterschenken. Und hin und wieder brauche ich wohl auch eure Unterstützung: denn sicher kommt das eine oder andere Tief. So zuletzt ein blaues Knie mit anschliessender Grippe = 4 Wochen Trainingspause, aktuellem Wiedereinstieg mit Schnaufen und Muskelkater. Aber… ich pack das!

Der Anfang ist gemacht: zum Neustart ein Seminar (inklusive Muskelkater in der Wade) genossen und ein Ziel gesetzt. Es geht voran!

Laufen

Premiere: Staffel beim Frankfurt Marathon

28. Okt. 2015 - Laufen -
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Wie schon angekündigt war ich am Sonntag zum ersten Mal in einer Staffel unterwegs. Dank Polar konnten Ilona, Barbara, Vanessa und ich als Muttertags Runners beim Frankfurt Marathon starten.

Legendär

So wurde mir im Vorfeld vom Frankfurter Marathon berichtet: „Einfach genial der Einlauf in die dunkle Festhalle!“ und „Super organisiert das Ganze!“ sowie „Wenn du einmal da warst, willst du immer wieder hin!“ Auch in den Blogs und Artikeln online waren fast nur positive bis begeisterte Berichte zu dieser Veranstaltung zu finden.

Samstag reisten Vanessa und ich mit dem Auto an – und fanden einen Parkplatz direkt unter dem Messeturm. Das war zwar sicher nicht die preisgünstigste, aber ganz sicher die bequemste Variante um von auswärts dorthin zu gelangen.

Marathonmesse

Wie bei mittlerweile wohl jeder großen Laufveranstaltung gab es auch hier im Vorfeld eine Messe rund um den Laufsport. Wirklich kaufen wollte ich dieses Mal tatsächlich nur die Gels, von denen alle schwärmen. Sollte ich tatsächlich mal auf einer längeren Distanz als den Halbmarathon unterwegs sein, sind diese Gels angeblich eine der besten Lösungen zur Verpflegung. Noch bin ich skeptisch.

Wir bummelten also ein wenig, schauten hier, probierten dort. Da ich ja immer noch kein Glück hatte mit den neuen Schuhen für Strecken länger als 10 km nutzte ich die Leere an manchen Herstellerständen und testete das eine oder andere Modell.

Schön ist es, zufällig bekannte Gesichter zu treffen. Das Gefühl, in einer großen Läuferfamilie angekommen zu sein und solch eine Veranstaltung als Familienfest zu feiern ist einfach umwerfend. Staffelmitglieder mit Anhang, Turtlerunner-Friends und meine lieben Gastgeber für die Nacht begegneten uns. Neue Gesichter wurden uns vorgestellt.

Nach einigen erfolgreichen Einkäufen des einen oder anderen gingen wir zur Pastaparty. Ich für meinen Teil war überrascht: Wie, die geht den ganzen Tag? Bisher wusste ich nur von abendlichen Veranstaltungen, die dann immer sehr voll und eng sein sollten.

Pastaparty in der Festhalle

Auch wenn um die Mittagszeit die Schlange an den beiden Ausgabestellen recht lang schienen – die Läufer konnten sich – mit den Coupons aus den Startbeuteln- recht fix ihre Portion abholen. Die Begleitung hatte die Möglichkeit, sich Wertmarken zu kaufen (nur wo? das war zuerst so gar nicht ersichtlich). Nudeln in großen Mengen sind ja immer ein heikles Thema, gerne sind diese nicht al dente, oft ist die Sauce zu wässerig. Dem ein oder anderen schien das Töpfchen zu klein. Mir zunächst auch – muss ich ja zugeben. Doch ich kann ehrlich sagen: „Der Pasta-Sponsor hat einen echt guten Job gemacht: Qualität und Menge waren einfach top!“

Im übrigen war dies der Moment, wo wir bedauerten, erst am Sonntag unseren Startbeutel mit Nummer zu bekommen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Läufern, die uns ihre Coupons schenkten.

Zum Essen setzten wir uns an lange Tische in der Festhalle. Das hat schon was: dort zu sitzen, wo einige von uns morgen ihren Triumph feiern dürfen. Beleuchtung, Musik… alles stimmte uns auf morgen ein. Es wurde gefachsimpelt, wie die Strategie fürs Rennen sei: wann und wo wer wie mehr Gas geben will, wo man bisher lief, wie die Stimmung bei anderen Veranstaltungen ist. Wie froh alle sind, das in dieser Nacht die Uhr umgestellt wird und man gar nicht zu spät ins Bett gehen könne.

festhalleffmmarathonNach und nach löste sich unser Grüppchen auf. Mit Götz und Iris ging ich heim, freute mich sehr über das herzliche Willkommen. Während Götz sich mental auf sein Rennen über die ganze Distanz vorbereitete, waren wir Mädels bei einem Yoga-Detox-Abend. Im Anschluß wurde ich noch auf das köstlichste von Iris bekocht, enterte die Badewanne und fiel dann total platt ins Bett.

Fazit: ein rundum gelungener Tag!

Am nächsten Morgen: Wecker klingelt … aufstehen ..  kleine Witzchen über eventuell verpasste Zeitumstellung… Frühstück … und immer noch wusste ich nicht, welche Schuhe ich denn nun tragen wollen würde. Beide Paare hatten sich im Training bewährt.

runwiththeflowschuhauswahlDem Wetterbereicht und dem Plan „so schnell wie du kannst“ war die kurze Hose geschuldet. Dazu die Socken… farblich hätten ja die lilanen besser gepasst. Doch der Bauch sagte: egal ob du aussiehst wie ein Papagei auf Drogen, nimm die orangen! Zum Glück hab ich bisher kein Foto von mir im Rennoutfit gefunden.

Zeitig fuhren Götz und ich per ÖPNV los. Schnell noch ne Fahrkarte gezogen – denn die Startnummer, die an diesem Tag als Fahrausweis dient, war ja noch nicht in meiner Hand.

Traditionen

Wenn man etwas bereits zum ersten Mal wiederholt, kann dies der Beginn einer Tradition sein, gell? Da ich eh noch auf Vanessa wartete, damit wir gemeinsam rüber ins Hotel zur PolarLounge gehen konnten, begleitete ich Götz auf seiner traditionellen Vorbereitungsrunde.

Die Festhalle war nun fast leer. Ein paar Fotografen machten ihre Bilder, die Technik war mit dem Soundcheck beschäftigt… und auf einmal krabbelte sie … die Gänsehaut. Was so ein bisschen Licht und Musik anrichten kann!

ffmmarathonruhevordemsturmDort, wo gestern noch viele bunte Messestände waren, konnten am Renntag die Starterbeutel abgegeben werden. Ich war beeindruckt – überall Trennwände, super Beschilderung der einzelnen Blöcke. Viele viele Helfer zur Annahme.

Hier verliessen wir Götz und machten uns auf zu Polar. Hatten diese doch für all ihre Starter einen Raum im Marriott gebucht.

Es war schon ganz schön wuselig dort. Ilona und Barbara erwarteten uns schon. Jede empfing ihr Shirt, die Startnummer und los ging es: wohin mit der  Nummer? Tatsächlich Verbot von Startnummernbänder? Okay, dann halt die Sicherheitsnadeln. Mist, M passt mir nicht wirklich, gibt es noch ein Damenshirt in L?

polarstaffelIrgendwann war alles so, wie es sein sollte. Fröhlich-aufgeregtes Plaudern in unserer Muttertags-Staffel: Wer läuft nochmal welchen Part, wie lange wirst du dafür brauchen? Wie wird der Chip übergeben? Was machen die Verletzungen (ja, insgeheim nannten wir uns die Versehrtenstaffel)?

Es war Zeit für eine kleine Rede der Organisatoren, ein paar Vorstellungen – ja, Achim Achilles ist auch in echt so laut wie seine Schreibe vermuten lässt. Ja, Mocki ist tatsächlich noch kleiner als ich – aber dafür um einiges herzlicher, witziger, charmanter. Zu meinem Bedauern zog Flo es vor, vom Bett direkt in seine Wechselzone zu fallen und mir war es nicht vergönnt, ihm mal die Hand zu schütteln. Na ja, wer weiß – meine Chance kommt sicher irgendwann einmal.

Gruppenbild
offizielles Gruppenbild * copyright by Polar Deutschland

Die ersten Einzelstarter verschwanden in ihre Startblöcke, auch die Ersten der Staffeln machten sich auf zum Start um 10:25 Uhr. Wir anderen stellten uns zum Mann mit dem Hammer und genossen den Start. Der eine oder andere verschwand noch mal auf Tö, wir klatschten und sangen bei jedem Block. Nachdem die Letzten auf der Strecke verschwunden waren, zogen auch wir los, um in unsere Wechselzonen zu gelangen.

Wechselzone 1

Für Verwirrung sorgte der Plan, den ich mir ausgedruckt hatte. Zwischen Versand an die Teilnehmer und Ereignis wurde wohl die erste Zone verschoben. Wir liefen erst einmal falsch herum, als wir aus der U-Bahn kamen. Zum Glück hatten wir einen relativ großen zeitlichen Puffer. Dann das nächste Problemchen: Mist, der Staffelbereich ist auf der anderen Straßenseite. Wie kommen wir denn jetzt da rüber? Nochmal zurück zur U-Bahn und durch die Unterführung? Das geht zeitlich fast nicht mehr aus. Also ab durchs Läuferfeld. Scheisse, ich hasse das. Und hab es dennoch getan. Ohne Ortskenntnisse fiel es uns schwer, den richtigen Weg zum richtigen Fleck problemlos zu erreichen.

Eigentlich meldete sich die Blase mit „Möchtest du nicht noch etwas vom Tee und Wasser von heute früh loswerden?“ Uneigentlich waren die Schlangen vor den vier Dixies ziemlich lang, es war um die Wechselboxen herum sehr, sehr eng und Barbaras angepeilte Zeit war auch bald erreicht. Ich verzichtete auf die Pipibox und kämpfte mich zu meinem Block vor. Hinderlich waren da vor allem die ganzen Zuschauer mit Gepäck und Hund und Kinderwagen, die sich zwischen Hauswand, Mauer aus Läufern und Absperrungen durchdrängten.

Nach anfänlichen Orientierungsproblemen fand ich mich dann in meiner Box wieder… beziehungsweise davor… denn die Box war kaum größer als mein Kofferraum, aber die Anzahl der Starter deutlich größer als die Anzahl Kinder, die ich testweise mal ins Auto sperrte. So standen die Läufer, die ihre Partner erwarteten, auf der Strecke. Die Ordner hatten null Chance, uns wieder zurück zu drängen: es gab kein zurück. So war es nicht verwunderlich, das es oft zu suchenden Blicken und fragenden Rufen nacheinander kam. Jedesmal, wenn Läufer A und B sich fanden, war beim Wechsel des Chips noch mehr Fläche blockiert. Natürlich ging dies alles auf die Zeit.

Jetzt bin ich dran

Chip um den Fuß gebunden, Kopfhörer ins Ohr… auf! Gleich zu Beginn hatte ich den Minianstieg der Alten Brücke nach Sachsenhausen vor mir. Erstaunlicherweise war es gar nicht so voll, wie ich es nach dem Gedränge in der Wechselzone erwartet hatte.

Rennstrategie? So schnell es geht.
Zeit? Nun ja, angepeilt war auf die 6,5 km etwas um 43 Minuten.
Was sagt der Körper? Lauf, nimm den Stab und lauf!

Bereits nach den ersten Metern war klar: die kurze Hose war die richtige Wahl. Einlaufen war ob er Enge am Start nicht gegeben. Ich war sofort auf Betriebstemperatur und freute mich, das ich dem ganz großen Gewusel am echten Start entkommen war. Mir kommen die anderen Läufer dann oft zu nahe, ich mag den direkten Körperkontakt nicht wirklich. Klar ist die Bremswirkung in einem großen Läuferfeld nicht zu unterschätzen – so wie jetzt der Sog der anderen Läufer nicht außer acht gelassen werden wollte. Frau Huhn, langsam! Du musst das Tempo 6,5 Kilometer halten können. 14 Tage nach dem letzten Halbmarathon sind bei dir keine Rekorde drin – aber lauf so schnell es dir möglich ist!

Im Vorfeld wurde mir gesagt, ich hätte das leichteste Teilstück erwischt. Ob es nun die Kürze oder die lange Gerade durch Sachsenhausen sein sollte, die für den Titel „leichtestes Stück“ herhalten sollte, weiß ich nicht. Jedenfalls fiel es mir leicht, mein Turtlerunner-Renntempo zu halten.

Unterwegs

Sofort nach meinem Start kam die erste Verpflegungsstelle. Ich hatte mir vorgenommen, ohne Wasser auszukommen – was sind schon sechseinhalb Kilometer? Nix. Bei optimalem Rennwetter um die 10 Grad, bedecktem Himmel und kaum Wind brauche ich nichts.

Irgendwo an der Strecke sah ich Iris stehen. Ich glaub, so schnell hatte sie mich nicht erwartet *grins* jedenfalls schien sie sehr überrascht, als ich ihr zujubelte (und nicht sie mich anspringen musste wie in Köln).

Erste Male

Zum ersten Mal lief ich ein Rennen, wo neben der Laufstrecke ganz normaler Verkehr unterwegs war. Zum ersten Mal war ich genervt von einer Mitläuferin, die immer dichter an mich ranlief. Nicht vor oder hinter mir. Neben mir. Stellt euch vor, ihr lauft nebeneinander – mit einer Freundin oder einem Bekannten aus der Laufgruppe. Nun stellt euch vor, dieser Andere rückt euch immer mehr auf die Pelle – obwohl drumherum genug Platz für alle ist. Es war keine Not, so eng zu laufen. Weder auf der Geraden parallel zur Straßenbahnschiene noch in den Kurven. Leider konnte ich keinen Zahn zulegen – waren doch noch einige Meterchen zu bezwingen. Ausweichen nutzte nix, denn ich war wohl wie ein Magnet. Am liebsten hätte ich sie angeschrien „Verpiß dich!“ Somit war ich zum erstem Mal bei einem Rennen stinksauer.

Da ist ja noch ein Verpflegungspunkt – kurz nach meinem Kilometer Fünf. Doch auch jetzt gilt: Ich brauch unterwegs nichts. Begeistert wahrgenommen hatte ich allerdings, das hier in Frankfurt auf Pappbecher gesetzt wird. Nach jedem Verpflegungspunkt gab es einen großen Container für den Müll. Natürlich landete nicht alles dort drinnen. Es führte jedoch auf alle Fälle zu deutlich weniger Becher auf der Straße.

Staffelwechselzone 2 – jetzt schon?

Direkt hinter diesem Getränkestand der Torbogen, der die nächste Wechselzone ankündigte: noch 350 m. Wie, jetzt schon? Ich hab noch keine sechs Kilometer auf der Uhr. In der Stadt sollte das GPS eigentlich nicht so sehr spinnen. Leider hab ich zwischendurch eher auf die Menschen und meine Pace geachtet als auf die Kilometerschilder am Straßenrand. Was solls – wenn hier jetzt steht, nur noch 350 m kann ich ja noch einen Schritt zulegen.

Bereits hinter der Unterführung nach dem Torbogen mit der Ankündigung war die Stimme des Moderators zu hören: Arne hat sein Ziel erreicht und den Rekord geknackt – Glückwunsch!

Sehr sinnig war hier die – wohl aufgrund der örlichen Gegebenheiten – deutlich bessere Gestaltung der Wechselzone. Die Marathonis liefen auf der rechten Straßenseite weiter geradeaus, die Staffelläufer bogen links in eine Kehre ein und konnten ziemlich fix ihre Blöcke zum Wechsel finden. Meinen Block fand ich schnell – nur fehlte meine Läuferin C. Ich war verwirrt. War ich so viel zu schnell? Hallo, wo bist du? Was tun?

Im Gegensatz zur ersten Wechselzone standen hier nur die Läufer auf der Strecke, die ihren Partner gefunden hatten. Alle anderen waren in der Box. Am straßenseitigen Eingang stand ein Ordner, der mich zum Moderator schickte, um unsere Startnummer auszurufen. Kurze Zeit später tauchte Vanessa auf – ich schmiss mich ihr an den Hals… äh Fuß, klettete ihr den Chip an und scheuchte sie los.

Mein Ergebnis: 00:38:39 für 6 km – das macht ne Pace von 6’26.

Schade, das es hier keine bereinigte Messung für die Staffeln gibt. Ne Matte vor und nach den Blöcken liesse es zu, jedem Staffelläufer seine Zeit zu messen.

Kurze Hektik, weil ich unseren Kleiderbeutel nicht fand. Zum Glück war dieser sicher bei einem Läufer einer anderen Gruppe aufgehoben. Nur hatte Vanessa vergessen, mir dies mitzuteilen. Verwirrung, Telefonat, da ist er ja! Schnell Jacke drüber ziehen, was trinken – ein bisschen mit Babs und anderen Staffelläufern plaudern – dann langsam zur S-Bahn.

Warten

Die Rückreise gestaltete sich etwas – zögerlich. Am Bahnhof selber reichte es, die zweite Bahn zu nehmen. Doch vom Hauptbahnhof zurück zur Messe hab ich es geschafft, immer auf der falschen oder ungünstigen Straßenseite zu sein. Irgendwann war ich zurück am Hotel – und genoß es, dort in Ruhe auf ein sauberes, warmes Klo gehen zu können. Die Pasta, die Cola und der Espresso waren mehr als Willkommen.

Richtig schön: Barbara (unsere Läuferin A) war schon da, einige Einzelläufer oder Nicht-Schlußläufer der anderen Staffeln ebenso. Jeder berichtete von seinen bisherigen Erlebnissen rund ums Laufen. Ultraläufer oder Gelegenheitsläufer – alle vereint.

Die Staffel – Finale und Fazit

Und immer wieder der Blick auf die Uhr beziehungsweise den Zeiten unserer Staffel an den Messpunkten. Wann kann Ilona hier sein? Wir wollten doch zusammen einlaufen! Aber wo bleibt Vanessa? Sie müsste doch längst zurück sein?

Verabredet hatten wir uns unter dem „Mann mit dem Hammer“. In der letzten Kurve vor dem Einlauf in die Festhalle. Dort, wo meist ein offizieller Fotograf sitzt, um dich auf den letzten Metern nochmal so richtig gut vor die Linse zu bekommen.

In der offziellen Ausschreibung steht: Gemeinsamer Einlauf der Staffelteilnehmer ist nicht erlaubt. Dennoch wird es geduldet. Die Ordner wurden angewiesen, an dieser Stelle Staffelläufer einzulassen. Dadurch fühlten sich allerdings auch „gewöhnliche“ Zuschauer bemüßigt, sich in die Mauer der Wartenden einzureihen. Immerhin schaffte es Vanessa trotz ihres eigenen Rückreisechaos‘ noch rechtzeitig zu uns.

Ich selbst fühlte mich zunehmend unwohl. So wie es mich an meinem Einstieg ins Rennen störte, das es kaum Platz für die Läufer gab, so störte ich mich hier an dieser Stelle an mir selbst. Die Strecke zum Laufen wurde immer enger. Oft wurde die ganze Straßenbreite von einlaufenden Staffeln eingenommen. Der echte Marathonläufer musste langsamer werden oder wurde in seinem Schlußsspurt behindert.

So emotional schön der gemeinsame Einlauf in die Festhalle auch war – für mich hatte es einen faden Beigeschmack – fast von Betrug: ICH bin nur 6 Kilometer gerannt. Was ist das schon im Verhältnis zur ganzen Strecke?Warum steh ich hier, warum laufe ich hier mittendrin?

Nein, ich bin wohl kein Staffelläufer.

durchszielDurch die Massen gekämpft. Bei den Medaillen angekommen. Getränke erobert. Raus aus der Enge. So lässt sich die Situation nach dem Einlauf kurz zusammen fassen.

Wir durften zum Glück wieder ins Hotel nach Gegenüber und uns Verwöhnen lassen. Fast alle Polar-Läufer fanden sich wieder ein und wir hatten eine noch wirklich schöne Zeit zusammen. Selbst duschen hätten wir dort können – hätten wir es nicht irgendwann doch eilig, wieder nach Hause zu fahren. Und mit anderen zu reden schien viel wichtiger als frisch geduscht im Auto zu sitzen.

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von den anderen Läufern. Vielleicht sehen wir uns bei der einen oder anderen Veranstaltung ja wieder? Ganz vielleicht ja sogar im nächsten Jahr aus gleichem Anlass an gleicher Stelle?

Mein Dank geht an Ilona und Barbara für ihre wahnsinnig flotten Abschnitte trotz ihrer Einschränkungen. Ihr ward einfach super und ich hoffe, ihr kuriert euch jetzt richtig aus. Ebenso danke ich Vanessa für Taxi, Gesellschaft und überhaupt: schön, dich in meinem Freundeskreis zu wissen! Natürlich danke ich Iris und Götz für das „Rahmenprogramm“ und ich gratuliere Götz zu seinem Finish!

Ebenso danke ich Polar für die Einladung – es war ein wirklich tolles Erlebnis, der Frankfurt Marathon 2015!

fazitffmmarathon2015

Übrigens: Schon beim Einlauf in die Festhalle stand fest, das Vanessa und ich 2016 den Frankfurt Marathon als Premiere für den ganzen Marathon nutzen werden. Auch wenn wir das eine oder andere Mal dachten „das geht besser!“ – die Stimmung in der Festhalle gibt es sicher nicht noch einmal. Die offizielle Schlußzeit ist in Frankfurt bei 6:00 Stunden netto. Es gibt sogar eine Closing Party für die letzten.

Können wir das schaffen? Wir sind ganz sicher:

Jo, das schaffen wir!

Laufen

Wo soll das alles nur hinführen?

20. Okt. 2015 - Laufen -
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Genau das frag ich mich seit ein paar Wochen regelmäßig: „Wohin soll das noch führen, mit der Lauferei?“ Das Jahr 2015 ist fast vorbei, der Winter – für viele die Off-Season – steht bevor. Mein großes Laufziel hatte ich bereits im Herbst 2014 erreicht: erfolgreich einen Halbmarathon laufen.

Und was war dieses Jahr?

 

Da war zu Beginn des Jahres der HAJ-Halbmarathon – der war echt schön. Rundherum ein schönes Lauferlebnis, eine gute Vorbereitung und auch im „Nachgang“ keine negativen Erlebnisse.

Kurz danach – eigentlich DAS Ziel für 2015 – der Versuch, meine 5 km Zeit unter 30 Minuten zu bekommen. Das ging voll daneben.
Mit meinem lieben Pacemaker Willi ein paar mal auf der Bahn geübt – alles lief prima. Die letzten Einheiten lief ich alleine. Kurz vorher: krank, Motivation hatte sich ganz verabschiedet. Dennoch trainiert.  Renntag:  am Freitag Abend im Mai war es so warm, wie selbst an manchen Sommertagen nicht. Schon auf dem ersten Kilometer merkte ich: Das wird nix. Zumal Willis Uhr eine ganz andere Pace anzeigte als meine – und mit meiner trainierte ich halt die letzten Male. Auf Kilometer drei ging mir dann auch noch der Schuh auf…. neben einem frisch gedüngtem Feld. Ich hatte keine Lust mehr. Aber umkehren ist auch nicht…

Mit der Gewissheit weiterlaufen, am Ende das Ziel zu verfehlen: Blödes Gefühl.

 

Zum Muttertag hatte ich bei Polar einen Lauftag mit Katrin Dörre-Heinig und Katharina Heinig gewonnen. Ich muss zugeben: mir waren die Damen bis dahin unbekannt und ich musste Mr. Suchmaschine befragen. Ein Laufwochenende mit etwas Stabitraining, Theorie, ein bisschen Laufen und fein essen gehen und einen kleinen Einblick in die Welt des Profisports erhalten – so lautete das Programm. Zusammen mit Ilona und Barbara – den beiden anderen Gewinnerinen – und Andre von Polar hatte ich einen tollen Tag in Frankfurt.
Am Ende stand fest: Wir sehen uns wieder, im Oktober in Frankfurt zum Staffelmarathon.

Der Turtlerunner-Women’s Run fiel aufgrund einer Sturmwarnung für Köln aus. Was sehr schade war, denn viele waren schon unterwegs und wir alle hatten uns darauf gefreut. Immerhin bin ich dann noch mit einigen der Mädels für einen schönen Nachmittag in der Therme gewesen.

Im September war ich mit einer lustigen Gruppe in Rodgau. Stand zwischendurch immer mal wieder unsere Start auf der Kippe, da wir mal mehr, mal weniger feste Zusagen hatten, war es wieder ein wirklich bereicherndes Erlebnis. Die meisten kannten sich untereinander nicht. Dennoch sind wir als Team gestartet und als Team sind wir wieder nach Hause gefahren. Kritische Momente haben wir gemeistert, schöne einfach genossen. Für die ein oder andere Laufveranstaltungen sind bereits Meldungen in ähnlicher Konstellation gemacht worden.

Laufen verbindet

 

Nach dem erfolgreichen Halbmarathon meldete ich mich auch für den Halbmarathon in Köln an. Motiviert, bereit für mehr. Für schneller, für eine noch größere (?) Veranstaltung. Mit einer Startzeit, die mein Biorhythmus toll findet und mit einer Anreise, die bequemer und kürzer kaum hinzubekommen ist.
Wie euch aufgefallen sein wird: Köln wurde hier im Blog noch nicht erwähnt. Warum? Weil ich einfach nicht glücklich bin mit diesem Lauf. Vielleicht kommt noch ein Bericht – aber über weniger Gelungenes schreibt es sich einfach schlecht.

köln_finishImmerhin: ich bin durchgelaufen, ich bin im Ziel angekommen und nach dem dritten Halbmarathon kann ich für mich sagen: Diese Distanz ist machbar, kein Hexenwerk und ich mag sie.

Nur schneller werd ich nicht.

 

Woran das liegt? Es gibt da sicher mehrere Gründe. Zum einen die Unbeständigkeit im Training. Entweder strikt nach Plan mit der Tendenz zu zuviel oder über Wochen gar nichts – lange Pause nach Antibiotika, kranken Kindern oder mieses Zeitmanagement.

Aber heute glaube ich, das große „Warum ging nix vorwärts?“ ist eher dem fehlenden übergeordneten Ziel zuzuschreiben. Da war nix großes Neues, was mich gereizt oder gefordert hat. Alles eher bekannt als neu.

Leider gehöre ich auch nicht zu den Athleten, die mit Laufen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Mir fällt es zunehmend schwer, mir die Zeit fürs Laufen zu gönnen. Neben Hochzeiten, Geburtstagen und anderen Familienfesten gehören auch der ganz normale Wahnsinn einer fünfköpfigen Familie, meine Arbeit und ein Kind im Leistungssport mit vielen Auswärtsterminen zu meinem Alltag.

Wo will ich hin?

 

Das frage ich mich nun schon ein Weilchen. Ganz sicher weiß ich: ich werde weiter laufen. Aber ich merke auch, das diese „Wohin gehts?“ ganz eng verbunden ist mit „Warum laufe ich eigentlich?“ Denn das klassiche „Kopf frei laufen“ ist es gerade nicht. Aber was ist es dann? Darüber wird es die Tage einen eigenen Beitrag geben.

Läuferische Pläne für die nächsten Monate

 

Am Sonntag steht nun die Staffel im Rahmen des Marathons in Frankfurt an. Ich werde enige der lieben Menschen wieder sehen, die in den letzten zwei Jahren meinen Weg gekreuzt haben (hej, Geburtstag! Ich hab meinen zweiten Läufergeburtstag verpasst!). Darauf freu ich mich gerade wie Bolle.

Zum Martinslauf am 08.November am Unterbacher See hab ich mich letzte Woche dann auch noch spontan angemeldet – nochmal eine gute Zeit auf 10 km wäre fein. Nochmal die Jungs und Mädels der MondscheinRun Gruppe treffen und einfach eine tolle Zeit haben.

Zum Jahresausklang geht es dann zum Silvesterlauf nach Soest. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist bei uns immer einiges los… Die Festtage werden zu absoluten „Gar nix muss“Tagen definiert, am 28. Hochzeitstag und am 29. Geburtstag mit Familienbesuch… da kann etwas Sport zum Jahresausklang nicht schaden.

Wo laufe ich in 2016?

 

Nach dem HAJ-Marathon hab ich mich – voller positiver Eindrücke – sofort für den nächsten angemeldet. Somit bin ich dort am 10.04.2016 wieder über die Halbmarathondistanz am Start.

Beim 24h-Lauf in Rodgau hatte ich nette Gespräche mit einem anderen Läufer. Unter anderem über den Langen Kanten beim Rennsteiglauf. Und wie ich da des Nachts meine Runden zog, waberte es in meinem Kopf… erst hintergründig, dann immer fordernder: DAS willst du auch mal! Habt ihr schon mal einem Läufer gesprochen, der voller Begeisterung redet und dessen Augen funkeln? Welche Energie diese Sportler ausstrahlen? Das ist ansteckend. Da ich ja nicht vollkommen bekloppt bin, hab ich mir dieses Programm erst für – frühestens – 2017 vorgenommen. Aber am 21.05.2016 werde ich mit einigen aus dem „Bunten Haufen“ in Oberhof am Start stehen, um dort über die Halbmarathonstrecke einen Teil des Rennsteigs zu erkunden.

Und natürlich ist der 24 Stunden-Lauf in Rodgau wieder fest eingeplant.

Wohin soll das alles nun führen?

 

Bisher hat mich das Laufen in Ecken geführt, die ich nicht kannte. Ob nun daheim die Feldwege, die ich vorher nicht wahr genommen habe oder in Orte, die ich noch nicht auf meiner Landkarte hatte.

Laufen ist nicht nur eine Art der Fortbewegung, ist nicht nur Sport und ein Wettstreit um immer bessere Zeiten oder immer spektakuläre Veranstaltungen.
Du kannst alleine im Wald für dich laufen und die Natur geniessen. Du kannst unterwegs andere Sportler treffen und einen Schwatz halten. Du kannst dich persönlichen Herausfoderungen stellen.

Ich durfte viele, viele Menschen kennen lernen. Jungs und Mädels, Männer und Frauen. Schnelle und langsame. Ehrgeizige und Genußläufer. Dicke und dünne, große und kleine. Einige kenn ich nur aus meinem Online-Leben, andere sind mir im realen Leben begegnet. Es sind viele nette Bekanntschafften und einige wertvolle Freundschaften daraus entstanden.

Was mich am allermeisten schätze: mir ist noch keiner begegnet, der mich als lahme Ente, Bremsklotz oder Dampfwalze betitelte. Im Gegenteil: Wenn ich mit meiner Langsamkeit kokettiere, kommt fast immer ein „du läufst, du hast Spaß – du bist eine Läuferin und das ist doch einfach prima!“.

Ich habe einige der schönsten Einheiten meines Trainingsplans mit Leuten absolviert, die eigentlich viel, viel schneller unterwegs sind als ich. Diese Jungs sind mit mir auf die 12 km (und länger) Grundlagenausdauer-Läufen gegangen. Ich will mal behaupten, DAS ist Liebe. Zum Sport natürlich.

Denn im Gegensatz zu meiner ursprünglichen Idee: „Laufen kann man wunderbar alleine! ich brauche dazu niemanden.“ kann ich es jetzt geniessen, das einige Einheiten deutlich besser laufen, wenn man zu zweit oder zu noch mehr unterwegs ist.
Dafür ein herzliches Dankeschön – ganz besonders an Stefan und Willi!

Laufen verbindet.

 

Ich freue mich wahnsinnig, wenn ich lese, das andere Mädels laufen, weil ich sie mit meinen Berichten – aber vor allem mit meinen kleinen Einblicken bei Instagram – dazu bewogen habe, auch mit dem Laufen zu beginnen. Das mein langsames vorankommen nicht abschreckt, sondern andere motiviert, auch mal die Schuhe zu schnüren.
Wenn ich erzählt bekomme, das unser Hobby so Varivielfältig ist, das jede und jeder für sich eine Nische findet, in der er sich wohlfühlt. Genußläufer oder Finisher – egal!

Ich weiß wohin es führt:

Laufen macht glücklich!

 

 

Laufen

Schon vorbei – 24 Stunden Lauf in Rodgau

20. Sep. 2015 - Laufen -
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Fast ein Jahr lang darauf hin gefiebert – und nun ist er schon wieder ein paar Tage vorbei: der 24 Stunden Lauf in Rodgau/Dudenhofen. Was soll ich sagen? Es war einfach klasse!

Bereits am Freitag Abend war unser Auto gepackt, die Mitreisenden Carsten und Lisa bezogen in unserem Gästezimmer die Schlafcouch und wir fielen alle hundemüde und voller Erwartungen in die Betten.

aufstehen

Der Plan war: 5:30 aufstehen, um gegen 6:00 Uhr von uns aus loszufahren. Natürlich war ich viel zu früh wach und somit war um 5:24 Uhr der Frühstückstisch gedeckt, der Kaffee tröpfelte in die Tassen und es war an der Zeit, die anderen drei aus den Federn zu holen.

6:00 Uhr – der zweite Wagen

Hej, wir haben es geschafft, um sechs Uhr tatsächlich startklar zu sein. Der zweite Wagen unserer Reisegruppe stand pünktlich vor der Tür und es konnte – nach „ach, ich geh dann doch noch mal …“ des einen oder der anderen – losgehen. Laut Navi haben wir eine Fahrzeit von gut 2:17 vor uns. Auf der Autobahn ist das Wetter sehr durchwachsen. Zwischendurch regnet es, wir blicken – sofern nicht schlafend – in ein nebliges Tal nach dem anderen. Super. Regen und Nebel waren doch gar nicht angesagt – mittags heiß und sonnig, für Abends eine Gewitterwarnung mit perfektem Laufwetter im Anschluss lautete die Prognose.

rodgau_2Irgendwo auf der A 3 so gegen 7:16 Uhr.

Planmäßige Ankunft

Unsere Autos waren zur Hälfte mit gesponsorter Ware von Hitschler beladen. Dies erlaubte uns, mit unseren Wagen bis an den Platz zu fahren und auszuladen. Es war einfach toll, wie begeistert die Kisten und Tüten von den Helfern und Organisatoren ausgeladen und angenommen wurden. „Süßkram geht immer!“

Neben diesen Sachen luden wir auch unsere Ausstattung ab, trugen alles zu dem anivsierten Standplatz (den gleichen wie letztes Jahr), parkten die Autos für die nächsten zwei Tage auf dem Besucherparkplatz (der noch ganz leer war, yeah!) und so langsam breitete sich in mir eine große Ruhe aus: Die erste Hürde – die der Anreise – haben wir überwunden. Neben der Rückfahrt die, die ich am meisten gefürchtet hatte.

rodgau_3Noch ist alles grau in Rodgau. Solange es nicht regnete, sollte uns alles recht sein. Leider war es die Tage vorher recht feucht, so dass uns beim Bezug unseres Schlafzeltes schnell herausstellte, was wir vergaßen: eine Bodenplane für die Isomatten und Co.
Wir hatten Glück: unser Zelt war – wie an der Teamleitersitzung im Vorfeld versprochen – genau gegenüber unseres Pavillons. Welch Luxus!

Dieses Jahr ergatterten wir auch eine vom Veranstalter gestellte Bierzeltgarnitur. Ob es daran lag, das wir früher vor Ort waren als letztes Jahr, weniger Teams gemeldet oder großzügiger geplant worden war?

Noch war der Himmel grau: Wo ist die Hitze, die die verschiedenen Apps, Radio- und TV-Berichte vorhersagten? Bei mir machte sich Erleichterung breit – denn wer rennt schon gerne (im Kreis), wenn die Temperatur deutlich über 21°C ist?

Irgendwann trudelten auch Sandra und Sören (unsere „Quasi-Ortsansässigen“) ein. Als der Teamfotograf des Veranstalters bei uns ankam, stand eine unserer Starterinnen leider immernoch im Stau um Karlsruhe.

rodgau_4Die Ruhe, die ich bisher verspürte, die Gelassenheit, weil bisher alles glatt gegangen ist, wich langsam der Nervosität. Um 11:00 Uhr konnten endlich die Leibchen und der Staffelstab abgeholt werden. Gegen 11:30 Uhr dann auch die Getränke aus dem Kühlwagen: Mineralwasser, Schorlen und – zu meinem Entsetzen – statt alkoholfreiem Weizenbier Malzbier.

Der Start um 12:00h rückte näher.

Es geht los!

Irgendwie schien es unwirklich – so lange haben wir auf diesen Tag hingearbeitet. Und jetzt ist er da: der Tag, an dem wir uns zu zehnt über die 400 Meter-Runden jagen wollten. JETZT ist es soweit.

Kurze Verwirrung am Start: ist das die richtige Richtung? Steht das Zielbanner dafür nicht falsch herum? Egal. Die Sonne brannte mittlerweile und ich wusste, diese zwei Stunden werden hart. Unsere Strategie: mein Vierer aus Carsten, Lisa, Ida und mir rennt die ersten zwei Stunden im „zwei Runden Rhythmus“. Für jeden 800 m flitzen, kurze Pause zum regenerieren und – ab gehts!

Die rote Asche staubte, setzte sich zuerst in den Schuhen, dann in den Socken und später bei der einen oder anderen auch in der Lunge fest. Meine optimalen Bedingungen sehen eindeutig anders aus. Aber ich lies mich nicht unterkriegen! Wir waren hier am Start, um als Team die 24 Stunden zu rocken, nicht um die Wertung zu gewinnen.

Irgendwann begann der Veranstalter, die Bahn zu bewässern. Dies war eine feine Idee, holte sich doch der eine oder andere Teilnehmer auch eine persönliche Dusche ab. Doch kam die Brause bei der 200 m-Markierung an, waren die ersten 100 Meter schon wieder ebenso staubig wie zu Beginn.

Mein Fazit der ersten zwei Stunden

6,4 km in 42:57 Minuten bei einer Herzfrequenz von im Schnitt 176. Mehr war nicht drin. Nicht nach drei Wochen Trainingspause, schon gar nicht bei dieser Hitze. Dennoch: es hat echt Spaß gemacht!

rodgau_5Unsere Zeit ist rum.

Ab unter die Dusche!

Um diese Zeit waren die Duschen noch warm, der Boden mit Schlappen begehbar. Irgendwie nutzten wir dieses Jahr andere Räumlichkeiten als im Jahr davor. Leider spielten Wetter und Putzplan gegeneinander: als ich nach meiner Nachtschicht unter die heiße Dusche hüpfen wollte, gab es weder heißes Wasser noch einen Flecken Boden, der nicht sandig-matschig war und man höllisch aufpassen musste, das einem nix auf den Boden fiel. Auch nach meiner Morgenrunde war es nicht besser, so dass ich das erneute Duschen auf daheim verschob. Zum Glück saßen in meinem Auto ja auch nur andere Läufer.

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Zurück am Pavillon – unserer Basis. Der Ort der Staffelstabübergabe und des wollüstigen Schlemmens. Ja – Schlemmen! Denn immer wieder hörte man aus unserem – und dem Nachbarzelt des Vegan Runner Teams – folgendes: „Ich weiß nicht, ob ich hier mehr laufe oder esse. So viele leckere Sachen! Das ist doch wahnsinn!“

Extravurst für Veganer

Zum einen lag es an den mitgebrachten Kuchen und Muffins einzelner Starter, aber zum allergrößten Teil verdankten wir die „Rundum Sorglos Verpflegung“ dem Bioladen Haller. Bereits im letzten Jahr genossen die beiden veangen Teams den Service eines extra Verpflegungsbereiches im großen Mannschaftszelt. Das fand ich schon echt klasse.

Dieses Jahr wurde die Verpflegung noch einmal optimiert. Schaut euch einfach die Fotos an!

Gemeldet waren für Vegan Runners 10, bei uns 5 Veganer bzw. Vegetarier. Leider sind einige wegen Krankheit oder Verletzungen ausgefallen, so dass nicht alle am Start waren.

rodgau_7

Ich bin bei noch keiner Veranstaltung so gut verpflegt worden. Um den ganzen noch die Krone aufzusetzen: Der Verpflegungsstand befand sich … genau: an unseren Zelten! Nur wer eine Suppe wollte, konnte sich sein Schüsselchen bei uns mit Suppenmaultaschen füllen und diese im Verpflegungszelt auffüllen lassen. Frau Haller, das war einfach alles ne Wucht! Und ja: ich freu mich sehr, wenn ich den Nudelsalat nachkochen kann.

Doch eigentlich sind wir ja zum Laufen hier. Die Zeit bis zum nächsten Einsatz verging wie im Flug: Duschen, Essen, die nun endlich angekommene Christiane vernünftig begrüßen, etwas Luft holen und mit den anderen Plaudern. Zwischendrin hatte ich bei unseren Tagesgästen um eine kleine Extra-Tour auf dem Weg zu uns gebeten: Es wäre sehr lieb, brächten sie flüssige Nahrung und eine große Bodenplane für uns mit.

Auf in die zweite Runde

Plan: Jeder Erwachsene läuft 30 Minuten, dazwischen je zwei Runden von Ida im Sprint. Ging auf.  Und es lief! Vor allem näherte sich das Wetter immer mehr dem optimalen Laufwetter an: der Himmel bezog sich, hin und wieder tröpfelte es. Perfekt!

4 km in 30:31 Minuten bei einer HF von 166 – ist okay. Vegan Turtlerunner eben.

Besonders erfreulich: Nach meinen Runden waren Götz und Iris angekommen, meine Wunscherfüller und Shopping Queens 😉

rodgau_8Bier ist eben doch viel mehr Grundnahrungsmittel (für Läufer) als Wasser. Ganz sicher.

Ab 18:00 Uhr war wieder das andere Teil-Team am Start. Ich hatte Zeit zu beobachten, mit dem Besuch zu quatschen, ein bisschen die Beine hochzulegen.

Was macht man nur in der ganzen toten Zeit?

Letztes Jahr fand ich die Wartezeit zwischen den individuellen Laufeinheiten mitunter sehr lang. Mag am vorherigen Arbeiten und Zug fahren gelegen haben. Dennoch war diese Warterei eine meiner größten Sorgen in der Vorbereitung, deswegen bestand ich auf die Bildung zweier interner Teams. Aber auch, um jedem ein festes Fenster für den notwendigen Nachtschlaf zu bieten.

Für mich fühlte es sich richtig an. Aus den Rückmeldungen der anderen aus dem „Bunten Haufen“ war es für alle eine gute Wahl. Wenn nicht: redet jetzt oder schweigt für ewig!

In der lauffreien Zeit konnte man bei den anderen Teams gucken gehen, eine Zeit lang an der Bühne vorn den Bands zuhören oder eben auch vor dem Schlafen gehen einen Cocktail trinken.

20:37 Start in die letzten Runde für diesen Tag: 4 km in 30:18, HF bei 168 im Mittel.

Wer mir auf Instagram folgt, hat sich sicher schon mit mir über die lustige Zahl auf der Uhr kurz vor 24:00 Uhr gefreut: 444 % des Tagesziels an Bewegung erreicht. Das hab ich nicht oft. Um nicht zu sagen: Bis zum 12.09.2015 stand das noch nie auf meiner Uhr. Natürlich kamen neben der Lauferei auf der Bahn kamen noch viele kleine Wege hinzu.

rodgau_912 Stunden des 24 Stunden Laufs Rodgau waren vorbei

„Die nächsten vier Stunden werden die härtesten.“ so meine Gedanken kurz nach Mitternacht. Für jemanden wie mich, der gerne um 22:00 Uhr schlafen geht, dafür um sechs wieder aus den Federn springt, ist alles nach 24:00 Uhr echt schwer.

Gegen 22:30 h war das kleine Huhn ins Bett gebracht, das frühe Aufstehen, die Hitze und nun die Warterei machten mich mürbe. Auch die vielen Gespräche, die Musik und trotz der Aufteilung in Gruppen eine permanente „Hab acht!“Haltung forderten ihren Tribut. Mit Podcasts auf den Ohren, zwei Decken um mich gewickelt wartete ich auf meinen nächsten Einsatz gegen 0:30 Uhr.

Das war der fürchterlichste Lauf der ganzen Veranstaltung

Ich gehöre zu den Läufern, die unter Belastung extrem sensibel gegenüber Gerüchen, wechselnden Lichtverhältnissen und Temperaturen werden. Ich werde quasi mit jedem Schritt „sinnlicher“.

Stellt euch eine 400 Meter Bahn vor. An den langen Seiten stehen links und rechts der Asche Pavillons – die Camps der einzelnen Teams. Manch ein Team hat seinen eigenen Physiotherapeuten dabei, die Läufer werden massiert. Mit Öl. Leider ist das wenigste Öl duftfrei. Oder das Zelt ist mit vielen Kerzen beleuchtet – da ist hin und wieder auch eine Duftkerze dabei.
Auf der Stirnseite steht die große Bühne, auf der bis weit nach Mitternacht Live-Musik geboten wird. An der anderen kurzen Seite hat ein örtliches Team seinen Stützpunkt mit einer Musikanlage ausgestattet. Die in der Regel etwas anderes darbietet als die Stadionanlage.
Neben dem Stadion befindet sich der Kunstrasenplatz, welcher mit seiner Flutlichtanlage hin und wieder einen Teil der Bahn beleuchtete (ich hab den Algorithmus hinter „Flutlicht an“ und „Flutlicht aus“ leider nicht verstanden). Manch ein Zelt hatte ein Stroboskoplicht, an der Strecke lauerten Fotografen mit ihren Blitzen.

Meine erste Runde am neuen Tag lief somit eher mittelprächtig: 6,40 km in 1:00 h bei einer ruhigen HF von 141. In Summe war vor dem Schlafangehen die HM-Distanz noch nicht ganz erreicht worden.

Wenn man erst beim ins Bett kriechen bemerkt, das man den falschen Schlafsack (nämlich den kürzeren der beiden gleich aussehenden) dabei hat. Aus der aufblasbaren Matratze seit dem Mittag fast alle Luft entwichen ist. Man diesen Mangel mit Körperspannung auszugleichen sucht statt erneuten Aufblasens zugunsten des Schlafes der anderen Zelter. Irgendwann die Blase meint, es sei vielleicht doch klüger, nochmal ins Waschhaus zu gehen.

Dann weiß man ganz genau:

Ich bin kein Camper

Zum Glück schaute ich auf dem Rückweg vom Waschhaus noch bei unsrem Pavillon vorbei und durfte mir dann Vanessas Schlafsack borgen. Die Hiobsbotschaft, das Carstens Knie plötzlich nicht mehr wollte und er nun für den Rest der Veranstaltung nicht mehr laufen könne nahm ich wohl wahr, aber nicht auf. Ich schlich ins Zelt zurück und fand tatsächlich für ein paar Stunden in den Schlaf.

Es war ja nicht so wichtig, ob ich um acht schon wieder startklar war. Denn dann käme Petra, die die nächsten zwei Stunden gerne für uns Laufen wollte.

7:28 h – Guten Morgen zusammen, die Sonne scheint! Habt ihr gut geschlafen – äh seid ihr gut gelaufen?

Ein Blick in die Runde: etwas müde, aber dennoch motivierte Gesichter leuchteten mir unter dem Dach entgegen. Ich schaltete das Smartie wieder ein – und erschrack: Wir brauchen einen Plan B für die nächsten Stunden. Unserer Läuferin geht es nicht gut, sie wird nicht um 08:00 h die Ablösung stellen. Kurze Panik, zumal in der Nachtschicht ja auch schon Ausfälle ausgeglichen werden mussten. Aber: wir schaffen das ganz sicher!

Mal eben die anderen aus der ersten Gruppe geweckt mit der Ankündigung: Nix mit weiterschlafen, ihr dürft endlich wieder laufen!

Zwischenzeitlich wurden Croissants geliefert – vegane Croissants! Verflixt, noch ganz warm – und ich muss los, rennen.

Zwischen 8:00 und 10:00 Uhr liefen wir in 800 m Einheiten. Für mich waren es 4 Runden mit einer Pace von 7:26 und einer konstanten, mittleren Herzfrequenz von 158. Es lief locker. Leicht. Mit der Sonne auf dem taunassen Grass, so langsam erwachenden oder wieder eintreffenden Läufern um uns herum. Die Stimmung war – ja, trotz des sportlichen Umfeldes – idyllisch.

 

rodgau_10Irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf kurze Einheiten. Es schien jedoch auch so, als hätte der überwiegende Teil der Gruppe nix dagegen, wenn einer von uns etwas länger liefe.

Schon auf den kurzen Runden plauderte ich mit der Zahnfee, der einzigen weiblichen Einzelläuferin im Startfeld. Da hatte sie schon ihren „doppelten Marathon“ hinter sich.

Die letzte zwei Stunden waren angebrochen

Nur noch zwei Stunden oder noch zwei Stunden? Diese Frage mag dann jeder für sich beantworten. Ich befand mich irgendwo dazwischen. Doch: mir fiel das Laufen leicht. Ich lief einfach immer weiter, einige Runden mit der Zahnfee, die sich über das mitziehen freute. Und ich freute mich, die Berichte eines Einzelstarters zu hören.
Komischerweise lief es sich jetzt – mit Plaudern und deutlich weniger Schlaf als in der Nacht zuvor – deutlich besser.

Nach 46:24 Minuten überlies ich nochmal den Anderen die Bahn – hatte ich mir doch fest vorgenommen, auch die letzte viertel Stunde noch zu laufen. 5,6 km bei HF 153 waren es.

11:42 Uhr

Auf in die letzte Einheit! Schien bisher die Sonne, zog es sich nun so langsam aber sicher zu. Es begann zu tröpfeln. Passend zu meiner Stimmung. „Wie? Jetzt schon vorbei? Wo sind die 24 Stunden hin?“

Einige Teams legten sich noch mal richtig ins Zeug: Wechsel der Läufer nach jeder Runde, perfekte Staffelübergaben… einfach genial, wie eingespielt die meisten waren! Es macht zwar echt  keine Freude, permanent überrundet zu werden (vor allem, wenn du selbst das Gefühl hast, aus dem letzten Loch zu pfeifen). Aber ich bin begeistert von den Teams die angetreten sind, zu gewinnen!

Immerhin ist dieser Lauf auch ein Spendenlauf: je nach Spender wurde nach Runden oder eine pauschale gegeben. Mal „nur“ für die Gute Sache, mal für die Leistung oder im Namen eines Teams. Mal waren die Spenden mit (mehr oder weniger) lustigen Aufgaben oder Bedingungen verknüpft. Beispiele? „Laufe eine Runde im Häschenkostüm“ oder „Finde 1,00 € pro Runde, dann spenden wir auch 1,00 € pro Runde von 12:00 bis 12:00h“. Letzteres für ein Team, welches am Ende mit 907 Runden gewann.

Kurz vor 12:00 Uhr – die Zuschauerränge wurden dichter, es wurde nochmal darauf hingewiesen, das noch einige Teams um Runden kämpfen und bitte nur ein Läufer pro Mannschaft auf der Bahn sein möge. Blick auf die Uhr: wenn ich jetzt etwas schneller werde, schaffe ich noch zwei Runden ganz. Komm schon, das schaff ich auch noch! … Zwei Runden … fixer als eher… wie, ich hab immer noch Zeit bis zum Ende? Und nur noch knapp 300 m? Verflixt, das könnte… sollte… das schaff ich auch noch! Auch wenn wir nicht vorn liegen, jede Runde zählt! Und hej, ich hab es geschafft! Kaum über die Matte, schon kam der „Schlusspfiff“.

Lustigerweise war ich auf gleicher höher mit der Zahnfee und dem Schlafwandler, wir liefen gemeinsam locker weiter… und zum Glück trug ich die Sonnenbrille – denn irgendwie war ich total glücklich, mit „We are the Champions“ kullerten die Freudentränen.

Geschafft!

Der Bunte Haufen ist mit 526 ganzen Runden glorreich auf dem vorletzten Platz der Teamwertung gelandet.
Eine Gruppe, die sich aus Startern vom letzten Jahr (Vegan Turtlerunners & Friends), den Mondscheinrunläufern aus Neuss und deren Freunden zusammensetzte.

Carsten, Christiane, Ida, Ina, Lisa, Petra, Sandra, Sören und Vanessa – ihr ward einfach super! Mich hat es sehr gefreut mit euch zusammen unterwegs zu sein.

Auch der Abbau war ruckzuck erledigt. Der Schauer kurz vor Schluss hätte zwar nicht sein müssen (wer packt schon gerne nasse Zelte ein?), aber es lief alles reibungslos.

Da wir alle heim wollten, war der Plan, die Siegerehrung sausen zu lassen. Lustigerweise war Sandra gerade vor der Bühne als wir aufgerufen wurden, so dass wir unsere Urkunden doch noch mit nach Hause nehmen konnten.

Die Fahrt nach Hause gestaltete sich schwierig. Ich merke, wie ich müder wurde, mir die Augen zufielen. Zusammen mit dem Dauerregen auf der Autobahn war das keine gute Kombination. Also an der nächsten Raststätte raus, die Mitfahrer zum Kaffee holen geschickt und für ein paar Minuten die Augen geschlossen. Durch Gewitterdonnern geweckt worden – äh, ne, das war nur die Schiebetür meines Autos, die mit Schwung geöffnet (oder geschlossen?) wurde.

Wieder daheim schnell alle Sachen aus dem Auto, einen Teil umgeladen in den Wagen von Carsten, der noch am selben Tag zurück nach Bremerhaven fahren musste. Die verstaubten und stinkigen Schuhe in die Waschmaschine.

Angekommen.

rodgau_11Alt sind wir an diesem Abend nicht mehr geworden, Ida und ich. Wir beide sind nach einer heißen Dusche und einer warmen Mahlzeit mit müden Beinen und einem Kopf voller schöner Erinnerungen ins Bett gefallen.

Nächstes Jahr bin ich ganz bestimmt wieder dabei.

Ob im Team oder als Einzelstarter, das warten wir mal ab. Schliesslich haben die Gespräche mit anderen Läufern die eine oder andere Saat gelegt.

Möchte vielleicht jemand von seinen Erfahrungen zum „Langen Kanten“ beim Rennsteiglauf berichten? 2017 ist da sicher noch ein Startplatz für mich frei.

 

 

 

Laufen

www.24hlauf.de – wieder dabei!

12. Aug. 2015 - Laufen -
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Nachdem wir letztes Jahr viel Spaß beim 24-Stunden-Lauf in Rodgau/Dudenhofen hatten, stand für mich und einen Teil des Teams fest: das machen wir 2015 wieder!

Flyerrodgau15

Nun sind es keine 31 Tage mehr, bis wir wieder auf der Bahn sind.

 

Wir.

 

Das ist ein bunter Haufen von Laufbegeisterten von 10 bis 99 Jahren… okay, gelogen. Nach oben hin ist das Alter ja auch nicht mehr so wichtig. Viel wichtiger ist, was uns verbindet: die Freude am Laufen!

Ob nun im Turtlestyle wie ich oder etwas ambitionierter wie Carsten. Ob reine Läufer oder Triathleten. Ob Mädel oder Bub. Wir stellen uns der Herausfoderung, gemeinsam 24 Stunden auf und an der Bahn zu laufen. Gemeinsam so viele Kilometer wie möglich zu sammeln.

Denn dieser Lauf ist eben auch ein Spendenlauf.

 

Das war mir im vergangenen Jahr gar nicht so bewusst. Eher eine Mordsgaudi um zu gucken, pack ich das alles? Kann ich SO laufen? Wenig schlaf, nachts? Immer und immer wieder im Kreis?

Heute weiß ich: Ich kann das. Andere können nicht mehr selbständig laufen. Und wenn ich mit „einfach nur Laufen“ dazu beitragen kann, anderen etwas Freude zu schenken – dann bin ich von Herzen dabei!

Der Verein Gemeinsam mit Behinderten e.V. stellt sich ganz vielen, großartigen Herausfoderungen. Zuletzt wurde im Strandbad Rodgau Zugang zum Wasser für Rollstuhlfahrer ermöglicht. Schaut euch auch mal auf Facebook beim Verein um. Da seid ihr sofort informiert, wenn es etwas neues gibt.

Daher bitte ich euch um eure Unterstützung.

 

Kommt vorbei! Sagt uns „Hallo!“ und feuert uns an. Auch gerne geommen sind entweder Glühwein oder eisgekühlte Getränke (je nach Witterung) und aufmunternde Worte. Vegane Smoothies oder Brownies wären auch was feines :-9 Sollte jemand mit Zauberhändchen unter meinen LEsern sein… die eine oder andere Massage wird sicher auch gerne genossen.

Wer den weiten Weg nach Frankfurt – Rodgau/Dudenhofen scheut, kann uns aber auch anderweitig unterstützen: Am liebsten in Form von einer Spende – wie das geht, lest ihr hier.

Namensfindung und Logo

 

Schon nicht einfach, wenn aus ganz Deutschland so unterschiedliche Typen aufeinander treffen und gemeinsam an den Start gehen. Daher gibt es statt eines weiteren bunten Bildchens gerade nur eine weitere Zwischenüberschrift. Sobald wir uns entschlossen haben, zeig ich euch das Ergebnis!

Der Teamname in der Liste ist demnach nur ein Platzhalter – denn ich bin kein Einzelstarter. Die Einzelstarter dürfen die ganzen 24 Stunden am Stück – durch eine Fussfessel gebunden – alleine ihre Runden ziehen. Was so natürlich nicht stimmt.
Ich bewunder diese Läufer… kommen mir zwei bis drei Stunden am Stück schon ewig lang vor. Vielleicht trau ich mich dieses Jahr dann auch, mal nit einem dieser Helden zu reden.

 

 

Ich freu mich wahnsinnig!

 

Auf diesen Lauf. Auf das Treffen mit den anderen Teammitgliedern und den Teams, die wir letztes Jahr schon trafen.