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Was brauche ich zum Laufen? – Der Schuh –

30. Okt. 2015 - Kurse -
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Diese Frage stellt sich wahrscheinlich jeder zu Beginn: Was brauch ich denn eigentlich zum Laufen? Klar, mich selbst. Und eine gewisse Motivation. Und Laufschuhe.

Mehr eigentlich nicht.

Mehr nicht? Wer mir auf Instagram folgt, denkt sich sicher: „Hahaha, das sieht aber bei Frau Huhn zu Hause gaaaanz anders aus!“ Und recht hat der geneigte Leser.

Schliesslich mache ich Sport. Ernsthaft. Das darf ruhig jeder sehen. Schliesslich gehe ich zur Arbeit auch nicht im Bikini. Bekleidung sollte dem Anlass gemäß sein. Mit allen Accessoires, die nun mal dazu gehören.

 

Am Anfang war das Nichts.

Der Neueinsteiger kramt in seinem Schrank und findet noch ein paar Sportschuhe – im Zweifel tatsächlich noch die aus dem Mittelstufenkurs, die heute noch passen. Das reicht für den Anfang. Wirklich. Denn am Anfang will jeder wissen: Wie weit komme ich denn (noch)? Da sind ein paar alte Laufschuhe meist besser als die Alltagssneaker. Ganz ehrlich? Der gewöhnliche Anfänger schafft selten mehr als einen Kilometer am Stück. Da schadet der nicht ganz passende Schuh nicht wirklich.

Solltest du jedoch gefallen am Laufen haben und mehr wollen – dann solltest du tatsächlich schauen, welcher Schuh zu dir passt. Warum? Weil sonst ganz schnell der Spaß am Laufen in der Praxis des Orthopäden deiner Wahl enden wird.

Aus der Erfahrung kann ich berichten: der falsche Schuh kann diese Schmerzen in Knie, Hüfte, Rücken verursachen. Höre auf deinen Körper wenn er dir nach fünf oder acht oder zehn Kilometern im neuen Schuh sagt: Aua! Da stimmt was nicht! Trau dich und trag das Paar zurück zu deinem Händler. Richtig tolle Läden räumen dir ein Rückgaberecht ein. Mach dich schlau, wer dir diesen Service anbietet. Bevor du losziehst.

 

Wie kommst du nun zum zu dir passenden Schuh?

Ich machte es so: Ab in den Laden, das Paar Schuhe, welche die meisten Meter mit mir verbringen durfte, in der Hand. Vorher hab ich natürlich bereits Mister Suchmaschine gefragt, worauf ich achten muss. Schliesslich sind unwissende Kunden die schlimmsten. Diese Kunden, die nicht wissen was sie wollen oder was sie brauchen *zwinker*.

Nein, so nicht. Klar hab ich quer gelesen was das Netz so hergibt an Infos bezüglich des Schuhkaufes. Hab gelesen über Pronation, Dämpfung, Preis und Design. Beliebt auf jeder Plattform sind Rankings a la „Laufschuh des Jahres“. Das alles kann man lesen. Und dann getrost wieder vergessen. Denn wer von uns kann aufgrund dieser ganzen theoretischen Abhandlungen seinen Schuh finden? Meist steht nichts da zur Fersenkappe oder der Naht vorne an der Zehenbox (zwei Stellen, auf die ich persönlich immer achte).
Oder kannst du einen Computer programmieren, nur weil du das Handbuch zu Assembler oder C gelesen hast? Ähnlich es es beim Schuhe kaufen.

Dieses Modell hab ich gleich zweimal gekauft
Dieses Modell hab ich gleich zweimal gekauft – Brooks Glycerin 11

Nimm dir Zeit.

Ja, genau: Nimm dir Zeit für dich. Nimm die Beratung in Anspruch, die du beim Kauf eines Schuhs sowieso immer mitbezahlst. Ich hab bereits bei einer Kette für Laufsportler einen zu mir passenden Schuh gefunden, aber noch mehr im Laufladen meiner Wahl in Neuss.

Was mir nie gelungen ist:  Mal eben im vorbeigehen einen Schuh kaufen, der über hunderte von Kilometern bei mir blieb. Meist landeten diese Paare im Keller im Schrank oder zogen um in einen anderen Haushalt. Aber wir wollen ja Schrankleichen verhindern. Und dafür braucht es Zeit.

 

Worauf achten

Wenn ich beim reinschlupfen schon merke, da drückt was, diese Naht da fühlt sich seltsam an, irgendwas drückt durch die Sohle – dann wird das nix. Da kann der Schuh nach so hübsch sein oder ich den Hersteller favorisieren: das verläuft sich nicht. Eher wird das erste Gefühl nach einigen Kilometern bestätigt. Glaubt mir, ich hab es ausprobiert. Wenn ich Glück hatte, war es nur eine Blase. Mein größtes Pech war ein wieder aufflammen meines Knieproblems.

 

Vertraut eurem Gefühl

Mir sind all diese Dinge noch so präsent, da ich selbst gerade wieder mitten im Modellwechsel stecke. Leider ist es nämlich so, das die Hersteller jede Saison versuchen, das Rad neu zu erfinden. Hab ich 2013 nach einer super Beratung nach dem ersten Fehlkauf der Saison (Brooks Ghost) endlich den Glycerin 11 für mich gefunden und lieben gelernt – schon war dieses Modell wieder weg vom Fenster. Allein ein einziger ebay-Händler hatte noch ein Paar in meiner Größe – ich war glücklich! So hab ich mit diesen beiden Paaren knappe 1600 km laufend zurück legen können. Aber irgendwann merkt man, das der Schuh durch ist. Zwar im Alltag noch tragbar, aber beim Lauf passt es nicht mehr. Ein Nachfolger muss her. Was gar nicht so einfach ist: Der Nachfolger und das aktuelle Modell dieser Serie passen nämlich aus unerfindlichen Gründen nicht mehr so toll. Und nun?

Ging die Sucherei von vorne los. Ab ins Geschäft zu Uwe… eine Stunde lang Schuhe an, bisschen Laufen, Aufzeichnung ansehen … dieser Schuh ist es nicht: ich knicke im Knöchelbereich richtig fies nach innen… also Schuhe aus, Schuhe an, bisschen Laufen, Aufzeichnung ansehen… besser, aber noch nicht 100 % richtig … gute 90 Minuten testete ich eins ums andere Modell … und ich ging mit einem Paar nach Hause, welches sich im Geschäft und auf der kurzen Strecke vor der Tür als absolut genial bewies.

Leider nicht nach den ersten acht Kilometern daheim. Ich bin immer wieder mit den Zehen angestossen. Trotz mehr als daumenbeite Platz, trotz perfekter Schnürung – einfach zu kurz der Schuh.

Option: in einer Nummer größer bestellen oder jetzt sofort ein Alternativmodell? Ist klar, was ich wählte, oder? Da ich nicht warten kann und will, der Trainigsplan aber wieder einen langen Lauf in dieser Woche drin stehen hatte, musste ich erfolgreich sein. Wieder das Spielchen mit Schuhe aus, Schuhe an, bisschen Laufen… nur nicht so oft, denn im Kopf hatte sich schon festgesetzt: ich nehme das Paar, was beim letzten Mal die zweite Wahl war (weil weiß… und voll hässlich … aber eigentlich total bequem).

Das Paar leichte Schuhe für kürzere Distanzen war ziemlich schnell gefunden. Und zwar so schnell, das ich mich zwischen zwei Modellen habe entscheiden können.

newbalancesauconyasics

Entschieden hab ich mich dann für: ich muss mich nicht entscheiden. Wenn ich schon mal Schuhe finde, die passen, dann kauf ich sie gleich. Denn wenn ich erst das grübeln beginne, sind sie oft schon wieder aus dem Programm genommen.

 

Glücklich

Die beiden Modelle für die kurzen Strecken und Wettkämpfe haben sich als wahre Glücksgriffe entpuppt. Der superhässliche Asics GELfeather glide 3 ist eigentlich ein Herrenmodell, dazu noch ein Import aus Japan. Mein Glück war, das Gernot Ahnung Dieses hier ist im Mittelfuß schön schmal, die Fersenkappe ist hinten nicht zu hoch, aber dennoch sehr anschmiegsam. Leichte Sprengung, angeblich der ideale Trainingsschuh.

asicsgelfeatherglide
Ganz anders ist der New Balance Vazee Pace NYC. Er schaut viel leichter aus, hat eine minimale Sprengung von 6 mm und sieht dabei auch noch gut aus. Doch auch hier: absolut perfekter Sitz im Mittelfuß, keine Naht in der Zehenbox und die Ferse ist gut gestützt. Tests mit Steigerungen, Intervallen und kurzen Tempoläufen bestätigen den ersten Eindruck: Genau mein Ding!

nbvazeepaceNYC
Allerdings wäre es mal an der Zeit, den Kunden die Modell so an den Fuß zu bringen, das sie sich nicht vom Design oder dem eigenen Markenbewußtsein ablenken lassen. Denn was nutzt mir ein hübscher Schuh, der aber hier und da zwackt? Ich hab da so Überzieher gesehen neulich … beim Test „Teuer oder billig?“ im TV. Können die Laufschuhhändler diese bitte bei sich im Laden auch anwenden?

 

Doch noch immer hab ich keinen Schuh für lange Strecken

Der Saucony München wurde voller Optimismus eingepackt, die Vorfreude auf den langen Lauf stieg… und was passiert? Alles passt: Lieblingswetter mit unter 10 Grad, kaum Wind, es regnet nicht und ich hab Zeit ohne Ende. Aber ich komme nicht in den Tritt. Jeder Schritt ist so, als ob ich auf einer Spur aus Leim entkommen will und die Füße nicht hoch bekomme. Nach fünf Kilometern hab ich keine Lust mehr, nach acht Kilometern Rückenschmerzen und nach zehn auch noch Hüfte. Was soll das? Das ist doch meine ganz normale Strecke, ein ganz normaler Trainingslauf.

sauconymünchen

Vorsichtiges Nachfragen im Laufshop: „Irgendwas stimmt nicht. Was soll ich machen?“ Prompte Antwort: „Herkommen natürlich!“ Ganz ehrlich: Ich hab ein schlechtes Gewissen, zum dritten Mal dort aufzulaufen und das nächste Modell in Angriff zu nehmen. Doch eins hab ich garantiert gelernt: Das Laufen mit dem falschen Schuh kann mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Langfristig. Also:

 

Traut euch!

Eigentlich bin ich ne feige Sau. Reklamieren? Umtauschen? Etwas einfordern? Auch wenn ich im Recht bin oder mir eine versprochene Leistung nicht erbracht wurde: ich bin meist zu schüchtern, um nachzuhaken oder zu fordern. Eine ganz doofe Eigenschaft, das sag ich euch. Aber gerade jetzt, wo ich erlebt habe, das dieses Zögern auf die Kosten meiner Gesundheit geht, übe ich mich darin. Somit werde ich in den nächsten Tagen nochmal einen Versuch wagen. Zum Glück hab ich auf der Marathon-Messe in Frankfurt einige Modelle testen können. Eins hat mir sehr gefallen, auch oder gerade weil es so anders ist als alle bisher gelaufenen.

 

Und was ist mit Internet?

Ganz ehrlich?

Hat sich ein Modell aber bewährt und mich springt ein unschlagbar günstiges Angebot an oder ich hab einen Gutschein für einen bestimmten Shop, dann bestelle ich mir auch schon mal ein Paar online.

Bisher bin ich immer schlecht gefahren, wenn ich neue Laufschuhmodelle im Netz gekauft habe. Denn bis ich merkte, das der Schuh nicht zu mir passte, waren alle Rücknahmeoptionen abgelaufen. Dann saß ich da mit nem Schuh, den ich zwar im Alltag aber nicht zum Laufen benutzen konnte. Etwas anderes als Sportschuhe im Schrank ist aber auch mal ganz nett.

Zusammenfassung

Wie kommst du nun zu deinem Laufschuh? Kurz gesagt…

  • Zeit! – nimm dir mindestens eine Stunde, um verschiedene Modelle zu testen. Laufe drinnen, laufe draussen. Hüpfe, springe – bewege dich mit dem Schuh.
  • Fühl dich wohl! – Da zwackt schon was beim ersten reinschlüpfen? Vergiss es. Am besten ist ein Gefühl „wie auf Wolken“ – egal ob Wettkampf-, Trainings- oder Trailschuh.
  • Trau dich! – Frag nach einer Option zur Rückgabe/Tausch. Wenn sich daheim wieder erwarten etwas anders ist als erwartet oder erhofft: Nutze diese Option!
  • Laufsportladen – Nutze dein Fachgeschäft! Unterhalte dich mit den Verkäufern – wenn sie selber laufen, dannsprecht ihr die gleiche Sprache. Auch wenn du mit Begriffen wie Pronation, Sprengung nicht vertraut bist. Du selbst kannst ziemlich genau beschreiben, wo und wie der Schuh drückt.

Mit den Jahren wirst du immer besser wissen, welche Wünsche du hast, welche Bedingungen ein Laufschuh für dich erfüllen muss. Ich für meinen Teil unterscheide ganz klar in Schuhe „für Kurz“ und „für Lang“. Andere vielleicht eher in Trainings- oder Wettkampfschuhe. Oder Schuhe für Asphalt, Trail, Wüste, Badewanne….

 

Ob dieses Wissen nun den Kauf leichter macht?

Ich hoffe es sehr. Was ich nicht versprechen kann: Das du dein Modell für „bis ans Lebensende“ findest. Denn solange die Hersteller jede Saison neue Modelle herausbringen oder etabliertes Design verändern, wird es den meisten Läufern kaum möglich sein, immer den gleichen Schuhe mit neuer Nummer zu kaufen.

 

 

 

 

 

Kurse

Neue Nähkurse mit minerva bei emmeline

31. Mrz. 2014 - Kurse -
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Heute haben Bettina und ich etwas – wie ich finde – großes für euch eingetütet. Aber dazu wird sie euch demnächst sicher selbst mehr erzählen.

Was ich heute aber bereits erzählen kann: Ab dem 03. April gehen die Nähkurse bei emmeline im Laden weiter – wieder mit mir! Was wir nähen werden? Im Prinzip: Was ihr wollt! Vielleicht mögt ihr ja kleine Täschchen wie dieses? Für euch zum selbst behalten oder eines zum Verschenken?

taeschchen

Vielleicht fehlt euch noch DER Sommerrock in eurer Garderobe? Oder ihr wollt mal so richtig entspannen – vor der Nähmaschine. Sechs Stunden am Stück konzentriert an einem Projekt arbeiten – ohne Stimmen aus dem Off, die nach physischer und psychischer Speisung verlangen? Denn wie sagt eine Teilnehmerin: „Mit dir zu nähen ist wie Wellness, nur besser! Sogar mein Mann meint: geh wieder nähen, danach bist du so entspannt!“

Mehr zu den Kursthemen findet ihr hier: Nähkurse bei emmeline 

Ich freu mich schon sehr, mit euch zusammen die „Leichtigkeit des Freestyle Nähens“ zu entdecken und ihrer zu frönen. Immer wieder ein tolles Gefühl, wenn ich die Teilnehmerinnen mit ihren ersten Werken in den Händen strahlen sehe. Das kann man nicht bezahlen. Dieses Staunen: „Das hab ich gemacht? Hat gar nicht weh getan!“

Fast noch schöner: Wenn ehemalige Anfängerinnen wieder kommen – und mehr wollen. Mehr Stoff. Mehr Zeit. Mehr… von allem.

Genau darauf freu ich mich: Auf erfolgreiche, ausgeglichene, fröhlich plappernde und zufriedene Teilnehmer in meinen Nähkursen!